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errichtet haben, an der sie ihre Lieblinge, ganz als wären es Menschen, mit Musik, Trauerbegleitung und Abschieds- reden beerdigen lassen, sie haben jeht auch einen Hunde- Totensonntag geschaffen, der alljährlich einmal stattfindet. Der letzte Sonntag war der erste, der dem Gedächtnis der verstorbenen Hunde gewidmet. An 300 Personen zogen nach dem kleinen Friedhof und schmückten die Gräber ihrer Lieblinge mit Blumen, Kränzen und Perlen.

* E i n Mi» n e s ä » g e r über d i e neueste Hutinod e. Nichts Neues unter der Sonne! Auch die Wagenräder, mit denen sich unsere Damen nicht immer zu ihrem Vorteil zu schmücken pflegen, sind schon einmal modern geivesen. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts kam in Oesterreich die Sitte mif, sehr breit­krempige Hüte zu tragen, die das Gesicht der Schönen halb ver­deckten. Darüber beklagt sich, so erinnert dasB. der Minne­sänger Johannes Hadlaub, der auch den germanistisch nicht Ge­bildeten aus Gottfried KellersZürcher Novellen" bekannt sein dürfte. Er versüßte folgendes Poem, das allein ihm schwerlich einen Platz au! dein Parnaß sichert, aber kulturgeschichtlich nicht ohne Interesse ist. Es lautet:

Der sit ist in Oesterrich nnminnenclieh, daz sehoene frouwea tragent allo hüete breit; wan ir niimienclichen var mac man gar selten gesehouwen, s6 si ir büet hänt üf geleit; inangen wacr diu zit gar uuverdrozzcn, saech man dicke ir wengelia und ir liechten vagen soll in, wan waeren die hüot gefiozzen Tuonow ab, so mechte ez sinl

Auf hochdeutsch etwa so:

Tie Sicke ist in Oesterreich

Nicht liebenswert, das; schöne Frauen So schrecklich breite Hüte tragen! Ihr Antlitz kann man selten schauen, Wenn sie die Hüte auszusetzen wagen. Tie Zeit wär' manchem nicht so ärgerlich, Sah' oft er ihre Wängelein Und ihrer lichten Augen Schein.

Die Donau abwärts müßten die Hüte fliesten, Tann könnte man wieder ihr Antlitz geniesten.

* Die neuesten Wunder der amerikanischen Chirurgie. Bon neuen sensationellen Erfolgen amerikanischen Heilwesens wissen Newyorker Blätter zu berichten: Ztvei Aerzte aus Philcchelphia, Dr. Alexis Garret und Dr. William W. Keen, haben der amerikanischen philosophischen Gesellschaft jetzt ansführ- lich Bericht erstattet über eine Anzahl aufsehenerregender neuer Experimente, die am Rockefelleo-Jnstitnt mit außerordentlichem Erfolge durchgeftihrt worden sein sollen. Auf Grund der an Hunden und Katzen vorgenommenen Versuche erklären sie es für durchführbar, einzelne Körperorgane von Toten auf Le­bende zu verpflanzen. Die gesunden Nieren eines Toten können ausgenommen und längere Zeit, bis zu 60 Tagen, in Eis be­wahrt werden, ohne daß damit die Möglichkeit schwindet, sie als Ersatz für die kranken Nieren eines Lebenden zu verwenden. Bei den Katzen und den Hunden sind diese Versuche durchweg ge­glückt und nach Aussage der Aerzte würden derartige Organ­übertragungen bei Menschen mach leichter sein, weit die Organe größer find. Es ist ihnen auch gelungen, das Bein eines toten Foxterriers auf einen lebenden aufzupfropfen; nach drei Mo­naten war der Hund so gesund und beweglich tvie nur je zuvor. Nur eine Narbe verriet die glücklich durchgeführte Operation. Ebenso gelang es ihm, das Kniegelenk eines toten Menschen auf einen Lebenden zu übertragen und auch eine Anzahl von Blut­transfusionen wurden vorgenomuten. Um eine blutarme schwäch­liche Frau für eine Operation zu kräftigen, führte man ihren Adern frisches Blut ihres Mannes zu und mit gleich glücklichem Erfolge gelang die Uebertragung von Blut vom Baier auf ein kleines Kind. Bor kurzem wurde in Newyork eine ähnliche Operation vollzogen, in der von einem 32jährigen Manne namens Mark Owen nicht weniger als 16 Unzen Blut in die Adern eines 16 Jahre alten jungen Mannes übertragen. Das interessante Experiment fand im Bellevue-Hospital statt unter Leitung des Professors Hartwell und des Dr. M. I. Johnson; unter An­wendung von Kokain wurde die Verbindung zwischen den beiden; Mittsystemen hergestellt und Mark Owens Blutabgabe währte nicht weniger als 2'/-> Stunden, von 11 Uhr vormittags bis %2 Uhr nachmittags. Trotzdem war Owen imstande, nach der Operation ohne Hilfe sich zu erheben, und nachdem er zwei rohe Eier und eine Unze Eognae zu sich genommen hatte, ver­ließ er das Hospital so frisch und kräftig, als er es betreten hatte, die mit seinem Blut erkaufte 10 Dollarnote sorglich in der Brief­tasche verwahrend.

* Nene japanische Leckerbissen. In der großen Pariser Chrhsanthemen-Ausstellirng, die anläßlich des europäischert Jubiläums des Ehrysanthemums vor kurzem eröffnet worden ist.

fommeit nicht nur die Blumenfteukde zu thront Rechte: auch der Gourmet, der den Kreis seiner leckeren Genüsse zu erweitern; strebt, kann an den üppig blühenden Blumenfternen sich erfreuen) denn in Japan züchtet man das Chrysanthemum nicht allein, um die Gärten und die Häuser damit zu schmücken, auch iu der Küche spielt es eine Rolle und aus gewissen Varietäten der Blume wissen japanische Köche einen delikaten Salat zu bereiten, der den Europäern bis heute noch so gut wie unbekannt geblieben ist. Aber es gibt lwch ein anderes Gericht, das die japanischen Fein- chmecker über alles stellen und das jetzt auch in Europa eilige» ährt wird und in kurzer Zeit seinen Platz auf den Menüs der ashionablen Restaurants erobern wird. Es handelt sich um eine 'leine, in den Farben des Opals schimmernde Wurzel, die ins­besondere in der Umgegenv von Tokio in großem Umfange, ge­züchtet wird und die der Botanik als Oxalis esculenta bekannt ist. Die Wurzel hat einen zarten eigenartigen Geschmack, der bei sorgfältiger Zubereitung das Entzücken aller Feinschmeckev bildet. Die Pflanze liefert im Sommer reizende kleine Blumen- die als Tischdekoration dienen, im Herbst aber beginnt dann die eigentliche Saison der Oxalis, die Zeit, da die Köche die un­scheinbaren Wurzeln zu einem besonderen Leckerbissen Herrichten,

* Schlagfertig.Du, der Maier hat mich gestern einen arroganten Kerl g'heißeu."Weißt du denn, was das ist?^ Nein, aber ich hab' ihm für alle Fülle eine herunter gehauen."

* A n s ch aulich.Haben Sie je ein so ausdrucksloses Ge­sicht gesehen?"Nein; es ist wirklich so ausdruckslos, daß die Automobilbrille es nur veredeln tarnt."

MeilMchtS-UreisrMsel

für die Jugend,

Um unseren jungen Lesern eine Freude zu machen, haben wir uns entschlossen, auch in diesem Jahre ein Preis­rätsel auszuschreiben. Nun sind aber durch die Ungeschicklich­keit eines Setzerlehrlings die einzelnen Worte des Rätsels durcheinander geraten, und ihr niüßt euch nun bemühen, bte richtige Wortfolge herauszurcchnen. Vielleicht geht es, wenn man die Wörter mit einer bestimmten Zahl durchzählt, indem man mit dem ersten beginnt, vielleicht ist es aber auch auf andere Art möglich. Bei einigem Nachdenken und ein bischen Geschicklichkeit wird es wohl nicht allzu schwer sein. Die richtige Zusammenstettung des Gedichtes ergibt dann das eigentliche Rätsel.

Als Preise haben wir eine Anzahl hübscher Geschenke ausgewählt, die euch sicher viel Freude bereiten werden.

Die Lösungen sind bis zum 17. Dezember an die Redaktion der Gießener Familienblätter eutzusenden und müssen außer der Lösung die Wohnung (Ort, Straße und Haus­nummer) enthalten.

Rätsel.

Das durchsegelt kühnem der ewiges das kommt ist Trug Slerngewand das ist die zugleich Freudeiest arm reich ratet ihr was das meinen erste in Flug Lüste

Meer zweite es kein im daher ganze wie dritte ein für und nun einmal Kleinen mag Rätsel. K. N,

Magisches Dreieck,

i In die Felder nebenstehender Figur stu^ ___I die Buchstaben addddeftillooe® derart eiuzutragen, daß die einander ent« ----- sprechenden luagerechtcn und senkrechten Reihen gleichlautend'Folgeudes bedeuten;

--' 1. Männlichen Vornamen,

2. Sagenhafte Königin,

3. Ein Gedicht.

4. Teil von Lothringen.

6. Einen Buchstaben.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Kryptogramms in voriger Nummer: Noth lehrt beten»

Redaktion: E. Anderson. Rotationsdruck unt Verlag der Brühl'scheu UntversuatS»Buch- und Stetudruüeret, St, Lange, Gießen.