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'gehenden. „Fritz," ruft ihm sein Nachbar nach, „ich wäeß d'r ea gout Mettel für Leibschinerze, doas eaß, wann d'r die Sanetorinmsmänner dein nane Aecker abkaefe, dann vergieh se wirre (wieder)."
Wertschätzung Napoleons L in veutschlan- vor joo Jahren.
Wie hoch man vor 100 Jahren Napoleon I. in Deutsch- .«nb einschätzte, beweist folgende, sehr bezeichnende Titulatur, die sich eingangs eines auf ihn verfaßten gedruckten Pasquills befindet, dessen Titelblatt, jedenfalls als Seltenheit, im städtischen Museum zu Bremerhaven aufbewahrt wird.
„Titel des großmächtigen und unüberwindlichen Kaisers der Franzosen.
Der in Gottes Zorn gemachte und mit der rothen Blutkappe gekrönte Kaiser der Franzosen, Beherrscher von mehr als 500 000 Windbeutels, Ritter des großen Rabenordens, Hauptanführer einer gräßlichen schwarzen und rothen Räuberbande, Großpeiniger der Schweiz, Großheuchler in Egypten, Kron- und Thronräuber von Neapel und Spanien, Erzschurk zu Malta, Heiligthumsschänder und Kirchendieb in Italien, Churfürstenthumshändler von Hannover, Thronumwälzer, gefräßiger und unersättlicher Wolf vom deutschen Reiche, Königlich-Churfürstlicher Pferdedieb von Berlin, braungelber Spitzbube von Sanssouci, Schärpe-, Degen- und Ringkragen-Dieb, Riegel- und Siegelbewahrer des grünen Gewölbes zu Dresden, Schatzauskramer zu Gassel, Großverderber von Polen, Blutigel von Holland, Aussauger und Bedrücker der Armuth, Mordbrenner von Europa, wirklich bestimmter Erzengel des Satans, erster Beisitzer der höllischen Ritterschaft der Ewigkeit rc. :c."
Daß man es in Deutschland wagte, den allmächtigen Usurpator trotz des Spür- und Schnüffelsystems seiner Kreaturen öffentlich zu beschimpfen und herunterzureißen, zeigt, wie sehr die .Volksseele unter dem schmachvollen Druck des Tyrannen blutete, daß man selbst die Todesstrafe nicht fürchtete, die die Verbreitung der Schmähschrift nach sich zog. War doch auch um diese Zeit der Buchhändler und Verleger Palm in Nürnberg von französischen Gendarmen verhaftet, vor ein Kriegsgericht gestellt und erschossen worden, weil er edelgesinnt den Verfasser einer Flugschrift nicht nannte, die Über Deutschlands tiefe Erniedrigung klagte und das Freiheitsgesühl des Deutschen zu wecken suchte. —e—
Vermachter«
* DieHeilkraftdes Bienenstiches. Die interessante Erfahrung, daß der Stich der Bienen auf die Heilung des Rheumatismus in seltsam günstiger Weise einwirkt, hat bereits zu Versuchen geführt, das qualvolle Leiden mit diesem Mittel zn bekämpfen; nun ist ein findiger Amerikaner auf den Einfall gekommen, diese Versuche praktisch quszubenten. Es ist ein großer Bienenzüchter, der sich kürzlich bei einem Apotheker von Philadelphia einfand, nm in aller Form den Vorschlag zu machen, diese eigenartige Heilkraft des Bienenstiches nutzbringend zn verwerten. Da die Einwirkung gegen den Rheumatismus durch das im Bienenstachel enthaltene Gift bewirkt wird, bedarf es nur der Sammlung von größeren Mengen von Bienenstacheln, Um ausreichende Giftmengen zu erlangen, die sich dann leicht zu einem pharmazeutischen Präparat verarbeiten ließen. Und der findige Amerikaner hat bereits auch einen SÜrict erprobt, um sich die Stacheln zu verschaffen. Er hüllt sich in ein Kautschukgewand, das vorher mit Pferdehaaren abgerieben wird, und geht dann zwischen seinen Bienenstöcken spazieren. Durch den Geruch des Pferdes gereizt und erbittert, stürzen sich die wütenden Insekten
auf ihn, stechen und lassen dabei ihren Stachel zurück- Auf diese Art will er täglich Tausende von Bienenstacheln erlangen können; wie der „Gil Blas" erzählt, stellt er sie das Tausend zu 20 Mark zum Verkauf und hofft auf diesem Wege bald Millionär zu werden.
* Die Erschaffung des Weibes. Eine altindische Sage erzählt: Als der Schöpfer das Weib erschaffen wollte, machte er die Wahrnehmung, daß der zu seiner Verfügung stehende Stoff bei der Schöpfung des Mannes aufgebraucht war. Da nahm er die Windungen der Schlange, das Sich-fest-klammern der Kletterpflanzen,^ das Zittern des Grases, die aufrechte Haltung des Schilfe rohres, den Samt der Blume, die Leichtigkeit des Blattes, den Blick der Gazelle, die Heiterkeit des Sonnenstrahls, dis Tränen der Wolken, die Unbeständigkeit des Windes, dis Hitze des Feuers, die erstarrende Wirkung des Eises, das Schwatzen der Elster, mischte alle diese Elemente zusammen und bildete ans ihnen das schöne Weib. — Von den Sagen aber, die nur von den Fehlern der Frauen zn reden wissen,^ läßt sich eine in einer altjüdischen Erklärungsschrift stehende wegen ihres gemäßigten Tones am ehesten hören. Bei der Erschaffung des Weibes sagte Gott: „Ich mag sie nicht aus dem Kopfe des Mannes erschaffen, damit sie nicht ihren Kopf stolz erhebe, nicht ans dem Ange, damit sie nicht neugierig sei, nicht aus dem Ohr, damit sie nicht horche, nicht ans dem Munde, damit sie nicht geschwätzig sei, nicht aus denk Herzen (das ist die Denkwerkstätte in der israelitischen' Psychologie), damit sie nicht zänkisch werde, nicht aus deq Hand, damit sie nicht alles betaste, nicht aus dem Fuße, damit sie nicht herumlanfe. Ich will sie aus einer verborgenen Stelle an Adam, und zwar aus einer solchen machen, die er, wiewohl er selbst ganz nackt ist, doch bedeckt hält." — Bei jedem Glieds nun, das Gott am Weibe schuf, sprach er zu ihm: „Sei ein frommes, bescheidenes Wesen!" — und doch finden sich alle jene Fehler an ihm.
Literarisches.
— Lagerlöf, Selma:WunderbareReisedesklei^ ilenNils Holgersson mit den Wildgänsen. 2. Band. Uebersetzung von Pauline Klaibcr. 322 S. München, Albert Langen. — Nils Holgersson macht eine Reise über Schweden auf dem Rücken des Gänserich. Und das Land mit seinen Bergen, Fjorden, stillen Seen und rauschenden Strömen, mit seinen gradlinigen Menschen und klugen Tieren liegt so klar da, als wäre jeder Leser der kleine Nils, der auf wunderbare und doch so einfach erklärte Weise Zugang zu den Seelen und Wohnungen der Menschen und Tiere erhält. Wer Schwedens Reiz nicht kennt, dem offenbart er sich in diesem Buch.
Gedanken und Betrachtungen.
Von HelvStius. . „
Wenn man uns weiSmachen will, daß Tugend allein glücklich mache, so heißt das, die Menschen zu sehr als Kinder betrachten. Man muß erst den physischen Bedürsnissen genügt haben. Es erscheint uns sonst wie in den Rittcrgcschichten, ivo die Helden immer in Beivegnng sind, stets kämpsen imb sechten, ohne zum Essen oder zum Schlafen Lust zu haben.
Altäghptische Hieroglyphe«.
<JedeS Bild bezeichnet den Ansangsbuchstaben seines Namens, z. B. Sonne — s, Glas — g rc. Tie Vokale sind zu ergänzen.)
Auflösung in nächster Nummer.
Austösung des dreisilbigen Rätsels in voriger Nummerr Weltbürger.
Redaktion: P. Witiko. — Rotationsdruck und Verlag der Blüh l'scher, Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange. Gieße».


