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Literatur.'
mir gesagt, ich soll sie nicht fortgeben." Es dauerte ziemlich lange, ehe nach längerem Hin- rind Herschwanken das Bäuerlein sich dazu verstand, seinen merkwürdigen Fund für 150 Mark hcrzugeben. Ein freudiges Lächeln umspielte den Aduuft des glücklichen Erweichers dieser Kostbarkeit, als er jetzt in größter Eile den „Roten Ochsen" verließ. Aber nicht lange und bittre Enttäuschung trat an Stelle der freudigen Erregung. Denn da die Kaiserstraste nur 143 Häuser zählte, war Nr. 159 unmöglich zu finden, und
. . .. „ tg, seine Gediegenheit und Qua-
u beweisen. Die zweite Serie setzt, wie die erste, mit ernsten, die guten literarischen Prinzipien der Sammlung beweisenden Bande ein: Heinrich von Kleists Novellen. VielleicK wird durch die Aufnahme in die „Bücher des Deutsches Hauses'*/ die überall und in sehr hoher Auflage verbreitet sind, der Novellist Kleist sich die Geltung verschaffen, die der Dramatiker sich endlich errungen hat. Seine interessanten, fast immer zum ge-
Nedaklwn: P. W i t r k o. Rotationsdruck nnd Verlag der B r ü h l 'scheu Universitäts-Buch- und Steindrnckerei, R. Lange, Gießens
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Silbenrätsel in voriger Nummer r Ginster Ostanlage Edelstein Talar Heidelbeere Ethik.
"Ein eigenartiges I u b i l ä um tvird im Juni in Saratoga Emmty, N.-Y gefeiert werden. Im Jahre 1808 wurde dort von B. S. Clark der erste Enthaltsamkeitsverein in Amerika begründet. Zur Erinnerung an diese Jahrhundertfeier findet in Saratoga Springs vom 14. bis 30. Juni ein Weltkongreß statt/ der nicht nur mut einer großen Ausstellung verbunden ist, sondern auf dem besonders über die Fortschritte der Nüchternheits- bewegung ans der ganzen Erde täglich eine Reihe Vortrage gehalten werden. Für Deutschland hat der Vorsitzende von Deutschlands Großloge II des internationalen Guttemplerordens, Her»!. Blume-Hamburg, den Vortrag übernommen,
" Die Kü chen-Ver Wallung des englisch en Par-? l <i ui ent 3 hatte tut vergangenen Jahre eine Mindereinnahme! von 40 000 Mk., weil das Parlament, wie der Abg. Leif Jones mitteilt, jetzt so viele Abstinenten zahlt, daß ihr Einfluß auf auf die Trinkanschauungen sämtlicher Mitglieder unverkennbar tji
— Heinrich von Klei st: Novellen. Die erste Serie der prächtigen „Bücher des Deutschen Hauses" liegt abgeschlossen . .. . .. , . . ... — , vor. Das glänzende, sehr geschickt und mit Geschmack geleitete!
ein Doktor Georg Schüler war bei der Polizei nnd Post gänzlich | Unternehmen braucht nur auf die bis jetzt erschienenen Bände unbekannt.. In der schwachen Hoffnung, daß die Papiere doch I hinzuweisen, um seine Berechtigung, seine Gediegenheit und Qua- vielleicht einigen Werl haben könnten, legte sie der Käufer einem I lität zu beweisen. Die zweite Serie setzt, wie die erste, mit Gelehrten zur Begutachtung vor, der in den krausen Schriftzügen, j einem ernsten, die guten literarischen Prinzipien der Sammlung die in türkischer Sprache abgefaßte Reklame — einer berühmten Mnndwasserfabrik erkannte. Das unschuldige Muerlein aber jvar mit seinem Frühstück rasch zu Ende gekommen und frühstücke künftig überhaupt nicht mehr im „Roten Ochsen".
ungefähr einer seiner Reisegefährten, nnd zwar der große hagere Herr, ins Lokal und nahm an demselben Tische Platz. „Na", begrüßte er lächelnd seine Reisebekanntschaft, „was hat denn Ihre Alte zu Ihrem merkwürdigen Funde gesagt?" „Sie meinte, in dem Dinge sollte ich ihr jetzt den Kaffee mitbringen. Tie Düte ist immer zerrissen, nnd da hab ich zu viel davon verloren," lautete die Antivort. Unter seinem Stuhle hatte er die Tasche stehen. Er hob sie in die Höhe und zeigte, wie neben dem geheimnisvollen Paket in Wachstuch eine Düte Kaffee lag. „Ja", jagte der hagere Herr, „es ist eine hübsche, bequeme Tasche, wie tch sie mir schon lange gewünscht hatte. Nnd was die Papiere anbetrifft, so hätte ich mir die ganz gerne als Merkwürdigkeit aufbewahrt. Hören Sie mal, lieber Freund, ich will Ihnen für die ganze Geschichte 10 Mk. geben." Aber der Alte schüttelte den Köpf: „Sie kann vielleicht doch mehr wert sein, und meine Alte hat
Mirs Hans. j heimnisvollen, nicht selten pathologischen hinneigenden Stoffe,
* Beilcbeu in der Klicke Die dnllendeo Peurftfnie» I fcitt Viel bewunderter, viel geschmähter Stil, dessen prägnante die lieben Veilchen wachsen an manchen Orten so nmssenboll I Kürze und massive Anschaulichkeit den geborenen Dramatiker m. daß ihre Verwendung in ^der^Küche wobl keinen VerRost' aLn jeder Zeile verraten, machen Kleists Novellen zu den fesselndsten das eine OtfflM frfe hVfte “ S und zugleich sonderbarsten Schöpfungen, die !vir kennen. Perlen
f Wie „Michael Kohlhaas" und „Die Verlobung von San Domingo^
werden abgepflückt auf ein reiiies Brett gestreut urw im Schale I (ble Körner später dramatisch verwässerte I) gehören zum eifernetf {SÄ*“an meße MieSenbSÄ föaßÄ Schatz unserer Literatur, die jeder gelesen haben sollte. Hugo erwarnite werthalfige Glasflasche, die fest verschossen wird. Von I ®cn - brr 2' Serie zeigt, kunsUerifch illustriert, diesen trockenen Veilchen gibt man einige in die Kaltschale, in I ~ ,
bre Bowle ober auch zum Tee. Veilchenessig dient, mit Wasser I Alt- und (rkttslchtctt.
vermischt, als beruhigendes Getränk bei Kopfschmerz und Nerven- | Der Schein der Konsequenz ist das unsterbliche Verdienst der leiden. Drei Hände voll Beilchenblüten (von denen die Stiele I Beschränktheit. v. Treitscbke.
entfernt worden) gibt man in eine Flasche, füllt guten Weinessig * , ,.±
darauf, verkorkt die Flasche fest und läßt sie einige Zeit an I Die Macht der Geuieinheit und Duuuuheit «st mir zu oft entern sonnigen Ort (Fenster) stehen. Dann wird der Veilchen- I größer als die Macht der Ehrlichkeit und des gesunden Menschenessig filtriert und in einer verschlossenen Flasche aufbewahrt. Zu verstände?. » Treitschke.
dem Getränk gießt man einen Teelöffel voll in ein Glas Wasser I Der Mensch beurteilt die Dinge lange nicht so sehr nach dem, Und zuckert nach Geschmack. ' I was sie wirklich sind, als nach der Art, wie er sie sich denkt und
- I sie in seinen Jdeeugaug eiupaßt.* W. v. Humboldt.
» ß;: „ o I Die Popularität einer Sache macht mich o!t zweifelhaft und
lV 1 e JJiobe. ^,ie große Errungenschaft der j nötigt mich, mein Gewissen noch einmal zu fragen: ist sie auch öommennobe ist em höchst komplizierter, aus den mannig- I wirklich vernünftig? Denn ich habe zu häufig gesunden, daß man fachsten Teilen sich zusammensetzender Rockschnitt. Dabei ist I auf Attlamation stößt, wenn man auf unrichtigem Wege ist. Füllet Rockes sehr eng und ganz einfach; die Nur bis zu einem gewissen Grade macht"'d?^Besitz den
«np 61 tC$ bnil[^)cnben ^ BoIflntS verschwindet allmählich I Menschen unabhängiger, freier, eine Stufe weiter — und der Besitz vollkommen. Das Auge wird sich an diese sehr knapp und I wird zum Herrn, der Besitzer zum Sklaven. Nietzsche, fest sitzenden Röcke erst allmählich gewöhnen müssen, denn sie | ~
legen sich ziemlich prall um die Beine und beeinflussen auch » ftvilvCll iiiKi.
bcn weiblichen Gang ein wenig. Die merkwürdigste Ausgeburt der Schneiderphantasie offenbart sich in der Schöpfung des „Hosenrocks", worunter man aber ja nicht sich ein Kleidungsstück vorstellen darf, das mit einer Pumphose der Radlerin oder den Beinkleidern aller Orientalinnen Aehnlichkeit hat. Der „Hosenrock" besitzt keine Teilung, wie sonst jedes Beinkleid hat, sondern er legt sich nur vorn sehr eng um die Knie, während er nach hinten recht weit, gewöhnlich in einer Schleppe fiu»einanberfänt( Für Morgenkleider und Gesellschaftstoiletten tft dieses Kleidungsstück von einigen Koryphäen der Pariser j.!obe bereits „kreiert" worden. Aber im Promenadenkostttm wollen sich auch die aufopferungsvollsteit Märtyrerinnen des neuesten Geschmackes zu einer solchen Behinderung ihres freien UnngeS nicht entschließen; so muß inan beim den „Hosenrock" beim Straßenkletd vorläufig noch an den armen Mannequins beobachten in den Modesalons, die darin recht schön sitzen, lünSmlinbel)il^i^) herumgehen können. Im übrigen gefällt sich die Mode gegenwärtig in einem verschwenderischen Luxus mit Schmuckknöpfen und Stickereien,
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