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12 bis 14 Pfund. Wie ost allein int Laufe dieses Vorntitiags ntuß die Frau diesen Kessel aufheben und wieder niederfetzen. Man könnte auf eine interessante dynamische Statistik kommen, wenn man nur annehmen würde, daß die Frau den Kessel int Laufe des Vormittags zehnmal bis zur Höhe von zwölf Zentimeter heben muß. Aber diese Statistik läßt sich natürlich nicht verallgemeinern. Es sei hier nur noch kurz darauf hingewiesen, daß ein mit Speisen gefüllter Schmortopf aus gutem Material ungefähr 20 Pfund wiegt und daß die Frau also allein beim Kochen mit Gewichten von fünf bis zehn Kilogramm stundenlang zu arbeiten hat.
Die Frau widmet sich aber nicht allein der Küche, sie muß sich attch mit den Kindern beschäftigen. Wie oft nimmt die Mutter tticht das Kind auf den Arm. Und auch ein solches Kind hat ein Gewicht von mindestens zehn Kilo; denn selbst der Säugling in der Wiege, den die Mutter so und so ost hochnimmt und wieder niederlegt, wiegt eine Anzahl von Kilogramm, die sich durch die wiederholte Beschäftigung mit dem Kinde natürlich summieren. Die Kinder müssen auch herumgetragen werden, besonders der Säugling — das bedeutet wieder das Herumschleppen von Lasten.
Die Hausfrau ist aber auch noch, ehe sie zu kochen be- ginnt, nach der Markthalle gegangen, um dort einzukausen. Das Dienstmädchen durfte sie nicht mitnehmen, da die Kinder nicht ohne Aufsicht bleiben konnten. Die Frau hat Fleisch, Gemüse und Kartoffeln eingekauft und eine Last nach Hause geschleppt, die selbst dem Gatten, dem Vertreter des sogenannten starken Geschlechts, zu viel sein würde.
Es ist überhaupt wunderbar, wie viel die Frauen leisten können, wenn es sich darum handelt, Einkaufspakete nach Hause zu tragen. Interessante Studien aus diesem Gebiete kann man während der Weihnachtszeit inacheit. Der Mann ist viel zu ungeschickt, um eine solche Menge von Paketen auf einmal zu transportieren, wie cs die Frau tut. Ihm würden fortwährend einzelne der Stücke zur Erde fällen. Die Frau bringt sie sicher bis zur Abfahrtstelle der Straßenbahn oder bis zu ihrer Wohnung, und sie trägt dabei Lasten, die auch einen Mann stark ermüden würden.
Selbst bett Ausländern fällt es auf, wie viel Gewicht die Fraueu in Dentschland zu tragen haben, und namentlich die Amerikaner, bei denen die Frau wenigstens in gewissen Kreisen eilte andere Stellung einnimmt als in Deutschland, behaupten, die deutschen Frauen seien Lasttiere. Sie sind freilich zu dieser Ansicht vor allem dadurch gekommen, daß in Süddeutschland die Frauen alle Gegenstände, darunter oft sehr, sehr schwere Körbe, auf dem Kopfe tragen. Immerhin würde eine Amerikanerin niemals, selbst wenn sie dem Mittelstände angehört, so viel „schleppen", wie die deutsche Hausfrau.
Nur der männliche Vorörtler muß sich hin und wieder bequemen, eine Anzahl von Paketen mit sich zu nehmen, wenn er nachmittags nach Hause fährt. Dies ist in allen Hauptstädten so, und originell ist der englische Witz, der berichtet, daß eine unbekannte Leiche anfgefunden wird, und der uittersucheudc Arzt erklärt, die Leiche des Mannes sei die eines Vorörtlers. Sein linker Arm sei nämlich zwei Zentimeter länger als der rechte, und das komme von dem Tragen der Pakete, welche die Beivohncr der Vororte täglich aus der Stadt mit hinausnehmen.
Kehren wir aber zur deutschen Hausfrau zurück. Die großen, körperlichen Anstrengungen, die ihr zugemutet werden, erhöhen sich noch außerordentlich zu gewissen Zeiten, zum Beispiel am Wäschetage, an dem das Mädchen im Waschkeller ist und die Frau den Weg von der vielleicht hochgelegenen Wohnung bis zum Keller mehr als ein dutzendmal zu machen hat, wobei noch außerdem die ganze Last des Haushalts auf ihren Schultern ruht. Die körperliche Äu- strengüng steigert sich aber uoch mehr an den Tagen des großen Reinemachens, das ja in manchem Haushalte zum Leidwesen des Gatten nur gar zu oft gefeiert wird. Und weiter: Jede Gesellschaft, jede kleine Festlichkeit, die im Hause stattsindet, bürdet der Frau Arbeiten auf, die vor allem in körperlicher Anstrengung bestehen, während sich auch in diesem Falle die ganze Tätigkeit des Mannes darauf beschränkt, für Getränke und Zigarren zu sorgen, die er nicht einmal eigenhändig nach Hause zu schleppen braucht.
Schon aus diesen wenigen Andeutungen geht klar hervor, daß die Frau sicher häufig viel mehr körperlich leisten muß, als der Mann. Und es sind nicht einmal die Beamteufrauen allein, sondern überhaupt die Gattinnen
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aller der Männer, die eine sitzende Lebensweise führen, wie Geistliche, Lehrer, Juristen, Literaten, Kauflente, Künstler usw. usw.
Die vorstehende Betrachtung ist nicht nur deshalb au- gestellt, um die körperliche Leistungsfähigkeit der Frau zu rühmen, sondern sie soll auch eine Mahnung an die Männer feilt, sich zu erinnern, daß die körperliche Anstrengung zur Erhaltung der Gesundheit durchaus nötig ist. Nock) ist der Sport bei uns erst in der Entwicklung und nur die jüngste Generation zählt zu seinen Anhängern. Ich möchte das' Gesicht des Herrn Geheimrats sehen, dem man zumuten Würde, er solle nachmittags zur Erhaltung seiner Gesundheit Ball spielen. Er würde diesen Sport oder diese körperliche Anstrengung als unwürdig seiner Stellung und seiner Person entschieden zurückweisen. Vielleicht aber macht die Statistik mehr Eindruck aus ihn, aus der hervorgeht, daß mehr Frauen ein hohes Lebensalter erreichen als Männer. Allein die Zahlen aus Berlin sind sehr lehrreich. Im Jahre 1875 gab es in Berlin (in runden Zahlen) 15 000 Männer und 25 000 Frauen über sechzig Jahre. Im Jahre 1890 waren es 30 000 Männer und 51000 Frauen, im Jahre 1900 42 000 Männer und 69 000 Fraueu. Die Zahl der Frauen über 60 Jahre übersteigt die der Männer also um mehr als die Hälfte und das trotz den Gefahren, die den Frauen die Mutterschaft bringt.
Sollte dies nicht in vielen Fällen darauf zurückzuführen sein, daß eben die Frau durch die körperlichen Anstrengungen, die ihr die Küche, die Führung des Haushalts und die Abwartung der Kinder bringen, gesünder geblieben ist und mehr für die Erhaltung ihrer Kräfte gesorgt hat als der Maun?
Selbst aus der Häufigkeit des Vorkommens von Krankheiten beim männlichen und weiblichen Geschlecht, besonders in der Großstadt, könnte man Schlüsse darauf ziehen, daß der Frau die körperliche Anstrengung viel besser bekommt als dem Manne seine körperliche Untätigkeit. Das ist aber ein medizinisches Gebiet, auf das ich mich nicht begeben will.
Es lag mir nur daran, andeutungsweise zu zeigen, wie viel körperliche Anstrengung den Hausfrauen zugemutet ioird. Wie groß diese in Wirklichkeit ist, scheint man selbst in den interessierten Kreisen, nämlich seitens der Ehegatten, nicht zu wissen; sonst würde man die Arbeit der Frau in Küche, Haushalt und Kinderstube höher bewerten, als dies leider sehr oft geschieht. Wenn aber eilte brave, pflichteifrige Hausfrau abends darüber klagt, daß sie zum Sterben müde sei und sich nicht mehr auf den Beinen halten könne, hat ie wahrlich Grund genug zu dieser Klage; denn sie hat gewöhnlich körperlich das Zehn- bis Fünszehnfache von dem , geleistet, was so und so viele Männer an diesem Tage vor sich gebracht haben.
Daß sie dabei auch geistig nicht untätig war, ist ganz selbstverständlich.
Neble §slgm der Furchtsamkeit.
Von H. H ü l l e r. Nachdruck verboten.
Es gibt Dinge, vor welchen sich jeder fürchtet und auch fürchten soll; ist doch die Furcht ein dem Menschen von Natur aus iiinelvohnendes Gefühl. — Die bloße Furcht hingegen, welcher lediglich die Vorstellung eines uns be-, vorstehenden Nebels ohne jedes Motiv zugrunde liegt, ist ein niedriges Gefühl, welches üble und traurige Folgen in materieller und immaterieller Beziehung nach sich zieht, Körper, Geist und Seele unterjocht und in ihrer Entfaltung hindert. ,
Der Furchtsame, der bei jedem Schritt und Tritt Gefahren für sein leibliches Wohl wittert, unterläßt es, den Leib durch körperliche Uebungen zu stähleit und gegen die Unbilden der Witterung abzuhärten; er verweichlicht sich, weil es allerdings schon vorgekommen ist, daß sich mancher Unvorsichtige bei Ausübung gymnastischer Uebungen, bei Betätigung eines gesundheitsfördernden Sports oder bei Wanderungen in Gottes freier Natur einen Leibesschaden zugezogen hat. — Begegnet ihm eine Gefahr, kommt er darin um, weil er nicht die Kraft und den Mut findet, ihr zu trotzen und die entscheidende befreiende Tat zu ivagen. — Es ist zweifellos verwerflich, sich in leichtsinnige Unter- uehmungen eiuzulassen, doch gehört in allen erwerbenden
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