törschen" haben ihr Fe uer auf bem Hausberg schon an gebrannt. Auch vorn Jnzig flammt das Feuer schon auf Mir wir und „Johannis" warten noch. Enblich steckt auch dieser seinen Haufen in Brand. Jetzt kommt nun auch bet uns ein „alter Herr" mit der Fackel und setzt unfern Holzstoß kunstgerecht in Brand. Ta stimmen wir daim alle das Lied an: „Flamme empor, Flamme empor : /Steige nick lodernden Strahlen / Von den Gebirgen und Talen / Glühend empor, glühend empor!" Brausend mrfcht sich unser Gesang mit bem Prasseln des Feuers. Freude und Stolz erfüllt uns, denn unser Feuer war unstreitig das größte Kommando des Oberst: Zum Fackelzug antreten! Ein pdee entzündet nun seine Fackel an den Haufen und nun gehts unter den Klängen des Liedes „Ich hab muh ergeben den Zickzackweg vom Berg herab, herunter rn die Stadt. Hier zogen wir vor die Häuser derjenigen Burger, die unv einen besonderen Gefallen erwiesen hatten, und dankten ihnen durch eine kurze Ansprache und mit Liedern. Als ich eno- lich zur Ruhe gegangen war, träumte ich, daß ich nn: nächsten Jahre die Fahne tragen und im übernächsten Ooerst werden würde. . . ________
geliebt habe. „Ich bin meinem eigentlichen Glücke me so nahe gewesen, als in der Zeit jener Liebe zu Lilli. Die Hindernisse, 1
die uns auseinander hielten, waren mt Grunde nicht unuber- i
sieialich — und doch ging sie nut verloren. Man hat Lilli, put ;
derlich Goethe im Frühjahr 1775 verlobte, tage Zeck als einen .
äußerlichen, koketten Menschen hingestellt. Was wir von ihrem ,
Leben wissen, spricht entschieden dagegen. Nach einer abermaligen unglücklichen Verlobung hat sie mehr aus Vernunft denn aus : Neigung dem Straßburger Bankier ton Dürkheim die Hand zum Bunde gereicht. Tie letzten Lebensiahre verbringt sic als Guts- berriu in Ktauteraersheim, einige Stunden von Srratzburg. «jn gern idyMchen Winkel des Elsaß ist Lilli, fast 59 Jahre alt, am 6. Mai 1817 gestorben.
Zohanmsfeuer.
Ju mailcheu Gegenden Deutschlands ist der alte Brauch des Johannisfeuer noch recht lebendig und zeugt von Opferbränden aus alter Zeit. In Ostpreußen zündet man heutigen Tages noch gern auf den Hügeln Johannisfeuer an. Teertonnen uiid alte Gummischuhe geben angezundet weithin sichtbare lodernde Flammen, durch die die tilgend in kühnen Sprüngerr hüpft. In Bergländern, wo die Flam- menzeichen weithin sichtbar sind, hat sich die Sitte noch lebhafter erhalten, so u. a. auch in Thüringen, wo ihn die Jugend hoch hält. Einer, der als Schulbube dort das Johannisfeuer mitgemacht hat, erzählt uns davon: .
In Jena sind die Johannisfeuer ausschließlich em Privileg der Schuljugend. Sie sammelt sich selbst das ganze Holz, welches sie dazu gebraucht. Damit möglichst wenig Streitigkeiten beim Einsammeln Vorkommen, ist die Stadt m drei Bezirke geteilt. Nach diesen Bezirken, und zwar nach beit ehemaligen Stadttoren, nennen sich die „Neutörscyen , .welchen ich mit Stolz angehörte, die „Johannis- und «aal- törschen". Die Jugend dieser Bezirke versammelt sich alljährlich nach dem Pfingstfeste auf ihren Versammlungsorten zur „Wahl". Es hat da ein jeder seine Stimme, mag es ein Knirps von fünf Jahren oder ein Konfirmand fein. Zuerst wird der Oberst gewählt, daun ein zweiter Oberst und em erster und zweiter Fahnenträger, denn wir „Neu" hatten es auf zwei Fahnen gebracht. War die Wahl zu Ende, so teilte der Oberst seine Ordres aus und suchte sich einen Stab handfester Burschen mit noch handfesteren „Knütteln aus, um die Fahne vom vorjährigen Fahnenträger zu holen. Dann wird Befehl fiir den nächsten Tag erteilt und em jeoer noch zu treuer Pslichterfüllung ermahnt. Am nächsten Tage wird nun irgend ein Handwagen geliehen und es beginnt das Einfodern". Alte Besen, halbe Sofas, Maienbäume, leere Seifen- und andere Fässer, kurz, alles was brennbar ist, wird eingefordert.. Das Schwierigste aber kommt nun. Kurz vor dem 24. Juni muß der Oberst einen gutmütigen Geschirr sichrer suchen, der das Holz umsonst auf den Berg fährt, imd nicht minder schwierig ist bann das Emfordern fiir die Wache. Denn so lange Pas Holz auf bem Berge liegt, muß eine Wache dabei sein. Da wird dann beim Bäcker, Fleischer, Kolonialwarenhcmdler usw. geschniirrt, damit die Mache auch etwas tüchtiges zu essen hat. Zum Schlus e geht es in die Rosenbrauerei, wo wir jebe§ ein 25 Liter-Fäßchen Einfachbier erhielten. Wie stolz suhlte man sich, wenn man für würdig befintben wurde, an der Wache teilznnehmen. Da zog man denn abends in der schlechtesten Garnitur hinauf zum Holz. Neben mir pra,selte lustig das Wachtfeuer, unten im Tale schlummerte friedlich die Stadt. Da wurde tüchtig gegessen, getrunken, geraucht und lustige Reden dabei gehalten. Dazu donnerten unsere selbstgefertigten Kanonen, daß das Echo sechsfach an den Bergen widsrhallte. Endlich ist der große Tag da. Ta sieht man abends die Jungen mit Fackeln unterm Arm die Berge besteigen. Scharen von Erwachsenen, alte Jenenser, die früher auch als Jungen geflügelten Schrittes den Berg bestiegen hatten, folgen gemächlich nach, um sich das Schauspiel aus der Nähe anzusehen. Um 8 Uhr ist so ziemlich alles versammelt. Die Zeit bis zum Dunkelwerden wird durch ©tagen von Vaterlandsliederit verkürzt. „Guck mal unsern Haufen an, mir kriegen 's greßte Feier!" ruft da ein kleiner Gernegroß. „Das Tärfaß dadrinite habe ich eingefodert." „Von mir sind aber die drei Fasstet uttt Hobelsschpähnen", tust ein dritter. Und so ist ein lustiges Streiten untereinander, wer wohl das meiste eingefooert hat. „Ach, de Lobschen ha'm ihr Feier schon angebraiint! ruft einer, „De Ziegenhainer irsch ooch!" ein anderer. „Mir warten noch, bis es ganz dunkel is, dann brennt uns er sch am besten." Inzwischen ist es M Uhr geworden. Die „Saal-
VevMihshtss.
* Ueber Hahnenkämpfe lesen wir im 17. Heft der ittustrierten Zeitschrift „Ueber Land und Meer" (Stuttgart, Deutsche Verlagsanstalt): Was für die Bewohner Spaniens und des südlichen Frankreichs die Stierkämpfe, für die oberen Zehntausend und die Großstädter die Pferderennen — das sind für die Nordfranzosen die Hahnenkampfe. Zur Frühjahrszeit — denn nur dann ist der Hahn kampf- lufög — hat beinahe jedes Dorf seine kleine Arena, und die Hahnenzüchter kommen von weither, um ihre Tiere sich im Streit messen zu lassen. Einsätze, Preise. und Wetten sind, wenn auch in geringerer Höhe, wie bet am dern sportlichen Veranstaltungen, und in manchem Dor> wurden bei einem interessanten Kampf schon über 1 w - Franken auf den Favoriten gesetzt. Eine besonders mm? tige Persönlichkeit bei diesen Hahnenkampsen ist der Fecytwar: (l’armeur), dem die Aufgabe obliegt, den Sporn mogu.u. kunstgerecht zu befestigen. Der Besitzer des Hahnes tarn ihn denn auch gewöhnlich am Gewimi teunehmen. Z!st - Sporn kunstgerecht befestigt, so führt ein gutgezielter L-cy. < 1 des wütenden Tieres oft ben sofortigen Tod des Gegnern herbei. Man hat verschiedene Rassen von Kampshahnen; der französische, flämische und holländische Hahn werden zurzeit am erfolgreichsten gezüchtet. Der Kampf beqmiu unter tiefem Schweigen aller Anwesenden. Auch die Hahn., die sich kaum ein paar Sekunden anstarren und dann wütend aufeinander losfahren, geben kaum einen Luuc von sich. Man hört nur das Schlagen der Flügel, das Springen im Sand und die scharfen schnabelhiebe. Oe-, Kampf dauert so lange, bis einer der Gegner am Booen liegt. Nun erst sindet der siegreiche Hahn seine Stimme tvieder, stolz bläht er sich über dem gefaöneit Gegiter um- verkündet mit lautem Triumphgeschrei feinen Sieg. Riaiich- mal macht der besiegte Hahn noch einen Versuch, den Kamps wieder auszunehmeit, aber meistens hat er genug. Liegt er eine bestimmte Zeit lang am Boden, ohne sich wieder zu erheben, wird er offiziell für besiegt erklärt, und dem Eigentümer des Siegers fällt der Preis zu.
♦ D i e £> ii h u e r i t a b t. Einige 80 Kilometer nördlich von San Francisco, anmutig eingebettet in die letzten Ausläufer öec großen Berge, liegt ein Städtchen von knavp 6000 Einwohnern, das sich rühinen kann ans der Welt wohl schwerlich ihresgleichen rn haben. Denn die 6000 Bewohner nennen nicht weniger als eine Million sorgsain gezüchteter Brnthühner ihr eigen und nicht weniger als 120 Millionen Eier nehmen alljährlich von, der Huhner- stadt aus ihren Weg nach Sau Francisco und weiter sort bis nach dem Osten der Vereinigten Staaten. Mit Ausnahme weniger Handwerker und ein'ger Kleinkaufleute, deren Vorräte und Arbeiten ausreichen, um die Ansprüche des täglichen Lebens zu befriedigen, gibt es nur ein Gewerbe, das in Petaluma ausgeubt wird, nur einen Beruf, dem ein jeder auhängt, die Hühnerzucht. Von dem kleinen Besitzer, in dessen Garten sich kaum emige Dutzend Hühner tummeln, bis hinauf zu den großen Züchtern, die m ihren sorglich angelegten Gärten Tausende, ja Zehntausende von Hühnern hatten, aibt es keinen Hof und keinen Garten in Petaluma, ans dem einem nicht das eifernde Gackern der Hennen oder der stolze herausiordernde Schrei des Hahnes entgegentönt. Natürlich haben die whrelangeu


