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tuir, u'iit selber den Menden Lauf auWuhalten rind tarnte Nicht daran denken, Pfeile zu zeichnen.
Mai hatte seinen» Kutscher befohlen, nach der Barriere d'Jtalie W fahren, und zwar mitten auf dem freien Platz zu halten. Dort pugekontmen, sprang er ans der Droschke und musterte mit einem schnellen scharfen Blick die Umgebung. Er sah nichts. Obwohl von dem plötzlichen Anhalten des Wagens Überrascht, hatte Lewa noch gerade so viel Zeit gehabt, sich unter denselben zu werfen, MndingS auf die Gefahr hin, unter die RSdtt zu Ginnten.
Augenscheinlich beruhigt, bezahlte Mai die Fahri und ging ilt der Richtung der Rue Mouffetard wieder zurück. Mit einem Satz war auch Leeog auf den Beinen. Er eilte auf die Allee von großen Bäumen zu, die sich die äußeren Boulevards entlang zieht; da schlug plötzlich ein Pfiff an sein Ohr.
Der alte Absinth! rief er, überrascht und entzückt.
Jawohl, der alte Absinth, antwortete der biedere Alte, und zwar gut auSgernht, ums mehr wert ist. Das verdanke ich einem Droschkenkutscher, der mich da hinten aufgelescn hat. Auf diese Art konnte ich. . .
Oh genug! unterbrach Lewq ihn. Genug! Wir müssen die Augen offen halten.
Mai strich jetzt augenscheinlich, ungewiß was er tun sollte, nm die zahlreichen Kneipet» jenen Gegend, herum. Er schien etwas zu suche»; Nachdem er bei drei solche»» Spelunken durch die Fensterfcheibet» gesehen hatte, faßte er endlich einen Entschluß und trat in die vierte ein.
Kaum hatte die Tür sich Hinte» ihm geschlossen, so waren die beiden Beamten schon am Fenster und spähten hinein.
Mai durchschritt das Scheukzintmcr und setzte sich ganz int Hintergrund an einen Tisch, an welchem schon ein Mann saß. Beim Anblick des kräftigett Wuchses, der roten Gesichtsfarbe, des graumelierten Backenbartes, flüsterte der alte Absinth unwillkürlich:
Der Komplize!
EÄ sprach allerdittgs viel für die Meinung des alten Be- chnteik, und daher schloß sich Lewq sofort derselben an; sonst Hütte er geiviß Bedenken getragen, aus einer bloßen Ileberein- stimumng des Signalements bestimmte Schlüsse zu ziehen.
Mai, dachte Lceoq für sich, hat zunächst alles Geld be- lemmett, das Frau Milner bei sich hatte; dann hat er sie beauftragt, dem Komplizen zu sagen, er solle ihn in einer Kneipe dieser Stadtgegend erwarten. Er -zögerte allerdings und suchte, ehe er hier eintrat, aber das ist ganz natürlich: er hatte ihr die Kneipe nicht näher bezeichnen können. Das; sie nicht gleich die Masken abwerfen, ist ebenfalls erklärlich: Mai ist nicht ganz sicher, ob er uns wirKich vor» seiner Spur abgebracht hat, und her Komplize fürchtet, daß Frau Milner beobachtet worden ist.
Der Komplize - vorausgesetzt, daß er es wirklich, war —- hatte sich einer Verkleidung, in demselben Stil luie die Mais und Lecoqs» bedient. Er trug! eine sehr schmutzige Bluse,und auf den» Kopf einen grenlichen weiche»» Filzhut. Die Verkleidung war sogar übertriebe»»!. Sein Gesicht fiel unter all den wenig vertrauenerweckende»» Gesichtern in der Spelunke noch besonders! auf. Denn die Kneipe war offenbar eine richtige Berbrcchcr- Mhle. Trotzdem' schic»» Mai, den inan im stärksten Verdacht hatte, hei» höchsten Gesellschaftskreise»» auzugehören, sich darin ganz wohl zu fühlen.
Er hatte sich eine!» „Stamm" und ein Liter vorfetzen lasse»»; Und er schlang das Essm Ärmlich -hinunter« spülte mit volle»» GlÜsert» -nach» und wischte sich die Lippe»» lieft. dem Rocküvinel ab.
Unterhielt er» sich auch mit feinem Tischuachbarn? 'Das' konnte intot von außen durch den Spefsen-danwk.nnd Tabal8q«alm hindurch »richt erke»rnen.
Ich iistuß hinein! erklärte Leeog' entschlossen. Ich werde «»ich iil ihre Whs setzen und zuhö-ven.
Das ist doch »richt Ihr Ernst, sagte der alte Absinth. Wenn Die nut» erkannt würben!
Sie iverde»» mich nicht erkennen.
Man würde Ihnen übel »nitspieleu.
Ich glaube wohl, sagte Leeog mit einer sorglosen Gebärde, daß. sie mir gerne einen kleinen Messerstoß geben würden, der sie vor» mir befreite. Aber was ist den»» dabei? Ei»» Kriminal- Vmnrter, der nicht auch »nal seine Haut zu riskieren weiß, ist bloß ein elender Spitzel. Sehen Sie nuv Govrol, ob der jemals Mrückgewichen ist! . . . Aber imsnerhin, Alter, bleiben Sie hier in der Nähe, damit Sie ihrien folgen könne»», falls sie etwa plötzlich fortgehe»» sollten.
Scho»» hatte Leeog den Türkiwpf gedreht und war eingetreten. Wr fetzte sich an einen Tisch, ganz mrhe bei den beide»» Männern, »Md bestellte, mit unangenehm knarrender Stimme, einen Schoppen und eine Portion.
Mgi Pud der Mann mit dem Filchut plauderten msteftiander.
aber lute Fremde, die der Zufall znsammngrsührt hat, unb keineswegs wie Freunde, die sich am verabredeten Ort getroffeir habe»».
Was für wunderbare Schanspieler! dachte Leeog. Ganz be- stinnnt ließe ich mich vvi» ihrem Benchnten fangen, wen»» ich nicht meiner Sache fo »»»»bedingt gdwiß wäre!
Der Ma»»»» mit dem Filzhut führte das große Wort; er gab iiber die französische»» Gefängnisse die wertvollsten Ausschlüsse.
Lecog hatte schnell gegessen, darauf diu Glas Branntweinj bestellt, und schien jetzt, mit dem Rucken an die Wand gelehnt, zu schlummern. Aber er hörte zu.
Nach bei» andern kam Mai an die Reihe; er erzählte feine Geschichte genau wie er sie dein Richter stets vorgctrage»» Ijaite, von den» Mordabend bis zr» seiner Flucht; er vergaß nicht, den Verdacht zu erwähnen, den die Polizei wegen seiner vornehme»» Herkunst gehabt, und »vorüber er herzlich gelacht hätte. Er würde sich indessen sehr glücklich schätzen, erklärte er weiter, wenn er so viel Geld hätte, um »vieder nach Dentschla»»d gehen zu können. Aber er Hütte uickfts, und »mißte auch nicht, wie er welches kriegen könnte. Nicht einmal seine guter» Kleider, die er in dem Paket bei sich hätte, könnte er losiverdei».
Hierauf versetzte der a»»dere mit einem Fluch, er wäre ein zu guter Kerl, um einen Kameraden ii» der Patsche zu lassen. Er feinte in derselben Straße einen anständigen Geschäftsmann, nutz er wollte genie Mai zu diesem hinbringen.
Ohne ei»r Wort weiter zu sage», stand Mai auf imb rief: Vorwärts! ilnd sie »nachten sich auf den Weg, Lecog iminer hinter ihnen her. Als fie ans dem Hause, das sie Betreten hatten, wieder herauskamen, schüttelte Mai ein paar einzelne Füussranl'eu- stücke auf der flachen Hand. Er schien in böser Laune zu sein und brummte:
Mas für Gauner, diese Hehler!
So ivenig ihn» aber auch seine Kleider eingebracht haben mochten, die Dienstwilligkeit des Mannes mit den» Filzhnt verdiente eine Höflichkeit. Mai bot ihm ein Gläschen an, und sie traten znsamiuen in eine»» Likömusschank ein. Sie blieben wohl eine Stunde und spielten einen Likör nach dem anderen aus; als sie endlich gingen, begaben sie sich feilte hundert Schritte weiter in eine Weinstube. Als der Wirt sein Lokal schließen wollte und sie deshalb an die Luft setzte, suchten die beiden guten Geselle» Zuflucht in einem anderen Ausschank, der noch offen war. Bon diesen» giugs in einen dritten, vierten, fünften. Und so kamen sie endlich gegen ein Uhr früh ans die Place Saint- Michel. Aber da war es alle. Nichts »»ehr z» trinken. Alles zu.
Die beiden Männer hielten Rat und wandten sich nach einein kurzen Gespräch Arm in Arm wie ein paar Freunde dem Fau- bourg Saint-Germain zu. Der Alldhol, bei» sie in beträchtlicher Menge getwssen hatten, schien seine Wirkung zu üben. Sie schwankten, gestikulierten und sprachen sehr laut, und zwar immer beibe gleichzeitig. Lecog konnte einige Worte von ihrem Spitz- buben-kanderwelsch erhappen; es war von „’ne seine Kiste zu schieben", und „Geld genug, »tut ’ne Woche lang alles auf den Kops zu stelle»»" die Rede.
Des alten Absinths Zuversicht wurde bei»» Anblick der beiden Gestalten wankend. Das sollten ein paar vornehme Herren fein? Und er murmelte:
Die ganze Geschichte wird schief gehen?
Sein» Sie doch ohne Sorge! antwortete Lecog ihm: Ich begreife auch nicht, was die beiden listigen Gesellen mit ihren Manöver bezwecken. Aber einerlei! Jetzt, wo unsere beideck Bügel beisammen sind, bin ich des-Erfolges sicher. Sicher? Verstehen Sie? Wenn der eine Vogel wegfliegt, so wird uns dec andere bleiben, und Gsvrol soll schon sehen, wer von uns beiden recht hatte, er oder ich.
Mittlerweile waren die beiden Betrunkenen langsamer gegangen. Wie sie so die prachtvollen Paläste des Fanbourg Saint- Gerinain musterten, konnte man ihnen die schlimmsten Absichten! zutrauen. Endlich blieben sie ü» der Rue de Barennes vor der ziemlich niedrigen Mauer eines großen Gartens stehen.
Der Mann mit dem Filzhut sprach eifrig auf beit Anderen! Ei». Man fah an seinen (Wen, daß er Mai auseinandersetzte/ die Fassade des Hauses, zu welchem der Park gehörte, befände sich in der Rue de Gvenelle.
Na mt? brummte Lecog. Wie weit werden sie denn die Komödie »och treiben?
Sie trieben sie bis' znm NeberAettem der Mauer. Mai stieg auf die Schulten» seines Kameraden, zog sich empor, bis er rittlings ans der Mauer faß, und einen Augenblick darauf hörte man ihn in den Garten herabspringen.
Der Mai»n mit dem Filzhut war in der Straße geblieben! und mßte auf.
Korlsetzuug folgt.)


