fiel. Die beiden anderen Gewitter waren mit wenigen Schüssen beseitigt.

Das letzte Jahr brachte der Gemeinde drei Gewitter mit Hagel. Das erste am 16. Mai nachmittags 4 Uhr wurde von 15 Stationen mit 49 Raketen vernichtet, ohne Schaden anrichten zu können. Das zweite Gewitter vom 1. Juni abends wurde mit 7 Schlissen, die nur an der Peripherie abgegeben wurden, unschädlich gemacht. Am 12. Juni Nachmittags 2 Uhr zog sich wieder ein schweres Geivitter von Südwest über Etlenbach nach Küßnacht mit haselnußkerngroßen Hagelkörnern. Mit 35 gleichzeitig von 13 Stationen abgegebenen Schüssen war für uns das Geivitter beseitigt, während die südlich gelegenen Geineinden, von woher das Gewitter kam, bedeutenden Schaden zu verzeichnen hatten.

Es dürfte hieraus ersichtlich sein, daß das Schießen nut Raketen, wenn rechtzeitig eingegriffen wird und die Sache richtig orgailisiert ist, von entschiedenem Erfolg begleitet ist. "Hauptsache ist schnell auseinander folgendes Abschießcit der Raketeit.

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* Vcrbess erun g der Landluft. Gegen den Straßeitstaub hat man schon verschiedene Mittel an­gewendet, aber noch keines hat sich wirklich bewährt, und so muß die Menschheit nach wie vor es sich gefallen lassen, daß der Stand in der Luft herunuvirbelt und Krankheiten verbreitet. In den Städten sucht man ja durch öfteres Besprengen der Straßen dem Nebel einigermaßen beizu- kommen, auf dem Lande aber, in Orten, dttrch welche besuchte Landstraßen gehen, kann manStaubbeobacht­ungen " machen, die jeder Beschreibung spotten. Hier liegt der Staub fingerhoch, und kommt ein Automobil durchgesaust, daun liegt die aufgewirbelte Staubwolke stundenlang über der ganzen Fahrstrecke, und die schöne, gesunde, reine Landluft ist dahin. In England hat matt, auch bei regstem Motorverkehr, sehr zufriedenstellende Er­folge mit eiiter Besprengung der Straßen mittels Chlor- kalziumlösuitg gemacht. Das Chlorkalzium ist em Salz, wie etwa Chlornatrim, unser Kochsalz, und besitzt die Eigenschaft, sehr energisch Feuchtigkeit aus der Luft an- zuzichen, während beim bloßen Besprengen mit Wasser das Umgekehrte geschieht. So bleiben also die Straßen fortwährend feucht. Der Regen spült ja freilich die Lösung fort. Aber die Spreitgung mit dieser Lösung stellt sich dennoch infolge des anhaltenden Feuchtbleibens billiger als die weit öfter notwendige Wasserbesprengung. Besoitdere Apparate oder dergleichen sind nicht nötig, Schädigungen an Pferdehufen, am Schuhwerk, an Gummi­reifen usw. sind in keiner Weise beobachtet ivorden. Gegen- tvärtig werden Utttersuchutlgen über die Wirkttitg des Mittels auf das verschiedene Straßenmatcrial angestellt. Hoffentlich sind hier keine Nachteile festzustellen. " Dann hätte num doch endlich einen billigen Staubtöter gefunden.

* Der chloro formierte Bräutigam. Das komische Geschick eines schüchternen Bräutigams wirb aus Jersetiville im Staate Illinois gemeldet. Daniel Matthews war in der ganzen Stadt als der schüchternste Jüngling von Jersehville bekannt, und man hatte ihm deswegen den SpitznamenDer verschämte Dan" gegeben. _ Daniel hatte den besten Willen zu heiraten, aber wenn der kritische Moment da war, besieht ihn eine fürchterliche Angst, und er floh. So ging es ihm vor zwei Jahren, als er ein Fräulein Mary Miller heimführen wollte. Unmittelbar vor­der Trauung verschwand der schüchterne Daniel. Eine Woche später wurde die Hochzeit noch einmal arrangiert, aber Daniel Matthews war mit dem ersten Morgenzug aus Jerseyville ge­flüchtet. Jetzt endlich sollte ihn sein Geschick ereilen. Er hatte sich mit einem Fräulein Frazer verlobt. Die Hochzeit war angesetzt, der Geistliche wartete mit 150 Gästen Iftz Stunden lang in der Kirche, aber wer nicht erschien, das war der Bräutigam. Wieder war Daniel im letzten Moment in seinen Angstzustand verfallen. Nun hatte aber die Braut einen Arzt zum Bruder. Und dieser kam, um seinen Schwager in spe in die Kirche zu bringen, auf ein probates Mittel. Er chloroformierte den schüch­ternen Bräutigam und auf diese Weise wurde Herr Daniel Mat­thews vor. den Traualtar geschleppt, wo, nachdem er sich in wenigen Minuten erholt hatte, die Traunng glatt von statten ging. Als der schüchterne Daniel vollständig aus der Narkose erwacht war, fand er sich als richtiger Ehemann wieder. (B. T.)

Literatur.

Giordano Brun o", der Name des Mannes, dem das Königreich Italien auf dem Campo die Fioni, wo er vor 300 Jahren gefoltert und lebendig verbrannt wurde, ein Ehrendenkmal errichtet hat, wirkt auf den Gebildeten der Gegenwart wie ein Lichtstrahl, ja, wie eine Lichtflut, die sich Eintritt verschafft in dunkle abgeschlossene Gemächer. Zunächst allerdings fühlt man nur den grellen Kontrast des. jähen Ueberganges. Und so allein empfanden diejenigen, die als berufene Hüter der mittelalterlichen Dunkelkam­mern dem Lichtträger Giordano Bruno den Weg versperren wollten. Es ist das Verdienst unserer Zeit und der heutigen Forschung, diesen geistigen Riesen des Mittelalters erkannt und in seiner überragenden Größe gewürdigt zu haben. Führende Geister unserer Tage haben ihm Wer Jahrhunderte? hinweg die Hand gereicht, und wem nur immer der Ge­danke, daß Natur und Geist nicht zwei getrennte Welten sind, sondern Ausstrahlungen ein und desselben Schöpferge- dankens, vertraut geworden ist, der verehrt in dem italieni­schen Dominikanermönch den Vater dieses Grundgedankens heutiger Lebensanschauung. Eine unendliche Welt mit un­endlichem Sonnensystem lebte schon im Geist jenes Ita­lieners, der allerdings im Kampf mit intoleranten Dogmati­kern seine Lehre mit dem Flammentode besiegeln mußte. Dr. Reiner hat in der KollektionKulturträger" Giordano Bruno und seiner Weltanschauung ein wohlverdientes Denk­mal gesetzt. Wer sich mit Giordano Bruno vertraut machen will, dem sei Dr. Reiners im Verlag von Hermann Seemann Nachfolger Berlin NW. 87 erschienenes populär und an­regend geschriebenes Buch empfohlen.

An- und Einsichten.

Das Gehirn der Dummköpfe hat eine ausgesprochen sozialistische Neigung es streikt sehr gern.

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Wenn die Unkultur sich in äußerster Nacktheit zeigen ivill, dann dekretiert sie, daß die Kunst sich nicht nackt zeigen dürfe.

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Nicht hunderttausend Hände sind oft imstande zu erfüllen, was eine Zunge zu versprechen vermag.

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Der Dilettant glaubt den Kunstgesetzen wie ein Sklave untertan sein zu müssen, während der echte Künstler sie wie ein mächtiger Souverän beherrscht. Alfred Wasi.

Manche Leute wollen nie, sondernmöchten" bloß.

Walter Calö.

Arithmogriph.

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1. Pflanzenteil.

2. Vorname.

3. Metall.

4. Sagenberühmte Stadt.

5. Himmelskörper.

6. Vorname.

An Stelle der Zahlen sind Buchstaben zu sehen; sie bezeichnen in wagrechter Richtung Wörter der angegebenen Bedeutung. Tie fett gedruckten Buchstaben ergeben, von oben nach rechts gelesen, den Namen einer Dichterin unserer Zeit.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Rösselsprungs in voriger Nummer: (Gedicht:Das Glück" von R. Z.)

Es huscht das Glück von Tür zu Tür, Klopft zaghaft an: Wer öffnet mir? Der Frohe lärmt im frohen Kreis Und hört nicht, wie es klopft so leis. Der Trübe seufzt: Ich lass' nicht ein, Nur nette Trübsal wird es sein. Ter Reiche ivähnt, es pocht die Not; Ter Kranke bangt, es sei der Tod. Schon ivill das Glück enteilen sacht. Denn nirgends wird ihm aufgemacht. Ter Dümmste öffnet just die Tür Ta lacht das Glück:Ich bleib' bei dir!"

Redaktion: P. Wtttko. Rotationsdruck und Verlag bet Brühl'scheu UniversttätS-Buch» und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.