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k!«r nicht zu fassen schienen. Sie legten den entstellten, blutigen Körper des erschlagenen Kindes in den Wagen und fuhren heim nach ihrem acht Meilen entfernten Anwesen. Die übrigen Teufelsanstreiber entfernten sich scheu und gedrückt.
CK. Ein Verteidiger der falschen Haare. Ein eigenartiges Charakterbild der Frauen und eine wunderliche Psychologie ihres Wesens entwickelt ein bekannter Londoner Arzt Tr. Ckaye--Shaw im „Lancct". „Die Psychologie der Frauen", erklärt er, „wird immer den Männern ein Widerspruch bleiben. Es ist eine schwierige, ja fast unmögliche Aufgabe, ein Werturteil darüber abzugeben, und ebenso unmöglich ist es für den echten Mann, vorherzusagen, was die echte Frau mit Notwendigkeit tun wird." So sucht denn auch der galante Weiberfeind niancherlci Praktiken der Frauen, die die Männer verabscheuen, aus tiefer liegenden Gründen zu erklären, da das Weib seit Jahrhunderten durch die Ueberlegcnheit des Mannes gezwungen worden sei, ihr Recht und ihre Macht durch besondere Mittel und raffinierte Künste zu behaupten. Und dann wird der Doktor zum Lob- redncr der falschen Haare und falschen Zähne! „Falsche Haare, falsche Zähne, Puder und andere Toilettenmittel," meint er, „sind erlaubte Lockungen des Weibes und ehrlich Spiel. Sie sind zudem aus Gründen dec Gesundheit zu billigen. Wenn künstliche Zähne Unvollkouniicnheiten des Mundes verbergen, so fördern sie doch auch die Verdauung. Wenn Unterlagen und Zöpfe eine scheinbare Fülle des ärmlichen Haares vortäuschen, so schützen sie doch auch vor Kälte und bewahren viele Frauen vor Kopfschmerz. Was anderen Schmuck anbetrifft, mit dem die Frau ihre Schönheit hervorhebt, so ist er häufig von höchster Bedeutung für den Handel gewesen. Man hat gesagt, daß ein Frauenhcrz Diamanten nicht widerstehen könne. Wie dem auch sei, welch ein Zusammenbruch blühender Geschäfte und ganzer Handelszweige würde entstehen, wenn die Frau ihre Leidenschaft für Schmuck und Toiletten aufgcbe» würde! Ja sogar Kriege sind dafür ausgefochten worden, und ohne die Sucht nach Diamanten wäre der Burenkrieg nie geführt worden, da Südafrika ohne seine Diamanten wertlos ist." Solche Perspektiven eröffnet der Psychologe Dr. Claye-Shaw.
CK. Alle 48 Stunden einen Heiratsantrag empfangen zu haben, kann sich die amerikanische Schauspielerin Miß Truly Shattoek rühmen; seit sieben Jahren hat sie das Vergnügen, alle 48 Stunden einen Korb auszuteilen. Unter den liebesdurchglühten Bewerbern befanden sich 68 Kapellmeister, 145 Regisseure, 18 Polizeiinspektoren, 54 Kaufleute, 60 Millionärssöhue, 17 Parlamentsmitglieder, 14 Senatoren, 3 Richter, Eisenbahnbeamte, Techniker usw. Aber keiner von allen fand Gnade vor Miß Shattocks Augen, denn die „Kunst ist ihr Gatte" und ihr will sie allein angehören.
Heiratsaberglaube. Von abergläubischen Vorstellungen, die sich in einigen Gegenden der Schweiz und Norditaliens an Hochzeit und Heirat knüpfen, erzählt die Sentinella delle Älpi. In manchen Dörfern versammeln fiel) an bestimmten Tagen des Jahres die heiratsfähigen Mädchen zwischen 12 und 1 Uhr nachts und binden, ohne ein Wort mit einander zu sprechen, Haarbüschel, die sie sich abgeschnitten haben, in ein Taschentuch, in das sie noch gewisse Kräuter legen. Sobald die Uhr eins schlägt, werden die Haare verbrannt, und die Mädchen hoffen, das; sich ihnen während dieses Brandopfers das Schattenbild des künftigen Gatten zeigen werde, uin rasch wieder zu verschwinden. Auf dem Gebiete des Heiratsaberglaubens spielen auch Früchte eine große Rolle. Am Vorabend von Allerheiligen ist der Apfel sehr gesucht; man muß ihn schälen, ohne daß die schale reißt, und die ganze Schale hinter sich werfen. Wenn sic dann auf dem Fußboden liegt, sucht man aus der Form, die sie angenommen hat, einen Buchstaben des ABC herauszulesen, und diesen Buchstaben betrachtet man als den Anfangsbuchstaben des künftigen Bräutigams und Gatten. Ein anderer Brauch besteht darin, daß man Aepfel an eine Schnur hängt und diese in die Nähe eines brennenden
Holzscheits llwingsi worauf man sie rasch hin und her dreht.
^lpfel tragt den Namen eines der anwesenden heiratsfähigen Mädchen, und das Mädchen, dessen Apfel zuerst vmi der Schnur sällt, wird im Laufe des Jahres zuerst heiraten; als zweite heiratet die Besitzerin des zweiteii ae- fallenen Apfels uftv. Das Mädchen aber, dessen Apfel bis zuletzt an der Schnur bleibt, ivird zeitlebens nicht heiraten und als alte Jungfer sterben. Sehr merkwürdig ist ailch em Aberglaube, dem man mir an wenigen Orten beqeanet Wenn eine junge Braut ältere Schwestern hat, die noch nicht verheiratet sind, so gießt man in dem Augenblicke, in welchem das Brautpaar zur Kirche geht, heißes Wasser auf die Schwelle des Haiiscs. „Bevor das Wasser voll- ftandig eintrocknet, wird eine zweite Braut im Haiise sein", heißt es im Volksaberglaiiben.
Bitte um Schommg. Maiblume, Maiblume, ' Dem Frühling zum Ruhme, Dem Walde zur Zier Im Bucheurevier!
Wie sicher am Stiele Ter Glöckchen so viele, Am formschönen Blatt, Das hellgrün und glati! Maiglöckchen, Maiglöckchen Im schneeweißen Röckchen Gibt labenden Tuit Statt Klingklangs der Luit. Nun pflückt es euch ivieder, Schmückt Hut euch unb Mieder, Tragt fröhlich nach Haus Ten duftenden Strauß!
Doch schonet die Pflanze Und reißt ilicht die ganze Mit uvguäd'ger Hand Vour lockeren Stand!
Gießen.
Lernt Maiblumen suchelr Im Walde der Buchen Mit schouendeill Sinn, Nur Not nrach' Geivinii l Pflückt nicht sie zu Hauken, Um fern zu verkaufen Die liebliche Zier Der Wälder allhier!
Im Waldheiligimite Die duftende Blume Des herrlichen Mai Durch Schonung gedeih'! Die Wälder zu hegen. Das Schöne zu pflegen, Ist echt deutsche Art. — Sie bleib' uns gewahrt!
Dr. Fr. K.
Silbenrätsel.
Aus den Silben:
a, ar, bach, ber, da, da, daiu, di, c, c, ger, Hard, lai, le, mah, man, ne, ne, re, si, n, vit,
(affen sich Worte bilden, die folgende Bedeutung haben:
1. Vorname, 2. Stadt, 8. Angehöriger eines jüdischen Stammes, 4. Vorname, 5. sagenhafte Person, 6. Menschenrasse, 7. Stadt, 8. Romantitel, 9. Prophet der Mohamedauer.
Sind die Worte richtig gefunden, so ergeben die Anfangs» und sindlaute tn der angegebenen Reihenfolge ben Anfang eines bekannten Liedes.
Gießen. Rudolf L.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Magischen Quadrats in voriger Nummer:
N
A
M
E
A
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A
B
M
A
D
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E
R
^-baff.on: I SV E. H e ß. — Rotationsdruck und Verlag bet Brüh ('scheu Universitäts-Buch» und Sleindruckerei, N. Lange, Gießen.


