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Vermischtes.
* Der schönste Hut für Damen. Kürzlich wurde hx Paris ein Preisausschreiben veranstaltet, um die „schönsten" Damenhüte festzustellen und zu prämiieren. Jü den illustrierten Zeitschriften und Modeblätterm waren die preisgekrönten Hüte abgebildet. Jede vernünftige Frau hat die Hände über dem Kopf zusammengcschlagen, als sie diese Gebilde sah. Hüte, die den Eindruck wuchtiger Lasten machten und an Größe und Umfang und Ausputz kaum uoch übertroffen werden können. Der wirklich schönste Hut ist der einfache Matrosenhut. Bor vielen Jahren schon kanx er in Mode, und in Mode wird er auch immer bleiben! Er ist leicht, er schützt vollkommen, er sitzt fest, er ist schnell zu reinigen, er verändert sich nur wenig als Modestück, er kann billig und doch auch elegant und teuer sein, er paßt zu jeder Toilette, zu jedein Haar, zu jedem Gesicht; einen fußfreien Rock mit Hemdbluse „krönt" er sogar, denn jeder andere Hut würde hier geradezu unharmonisch wirken; man kann ' ihn auf der Straße, auf der Promenade, im Konzert, in der Sommerfrische, auf der Reife, bei Sport und Spiel, man kann ihn früh und abends tragen, und obendrein — bewahrt er den Frieden tut Hause, Weibs keine hohen Putzmacher- rechnungen gibt! Es ist ivahrlich unverständlich, warum man nicht diesen herrlichen Matrosenhut als den „schönsten" gefeiert und prämiiert hat!
* W e i b l i ch e s, a l l z u W e i b l i ch e s. In dieser Zeit des Ueberfeminismus verdient eine Eingabe der Pariser Telephonistinnen, die, wie die „Wie de Paris" berichtet, die Beseitigung der Aufsichtsdamen und die Wiedereinführung der männlichen Ressortchefs fordert, gebührende Beachtung. Die der schwesterlichen Kommandogewalt abgeneigten Telephondamen wollen mit Vergnügen einein Manne gehorchen, erklären aber die Tyrannei einer Frau nicht länger ertragen zu können. Die Gründe, mit betten die Pariser Fernfprech- vermittlerinnexx ihr Verlangen rechtfertigen, sind überaus kennzeichnend für den Geist, der dieser geschlechtsfeindlichen Petition das Lebexx gegeben: „Frauen können ihresgleichen ohne Voreingenommenheit schoxx aus dem Gruude nicht beurteilen, weil eine auf die audere eifersüchtig zxx seixx pflegt," heißt es da. „Eixx Kleid, eixx Hut, ein Band, ja eine einfache Schleife reichen aus, uxtt bei der Borgesetzten, die nur zu oft ein rechter Drache ist, Neid und Aerger zix erregen. Und wird nicht eine mäßig intelligente Aufsichtsdame, die es xnit einer geistig überlegenexx Untergebenen zxx tun hat, schwer unter einer Inferiorität leiden, die sie xvohl oder übel anerkennen muß? Da kann es schlechterdings nicht fehlen, daß sie gegebenenfalls ihre kleinliche Rache an derjenigen üben wird, durch die sie ihre Eigeu- liebe gedemütigt sieht!"
* Wo leben mehr Vögel, auf der Wiese oder im Walde? Eine naturwissenschaftliche „Volkszählung" eigener Art haben zwei Gelehrte vorgenomxnen. Der eine, Forbes, hat ermittelt, wieviel Vögel auf Wald und Wiese entfallen, der andere, Mae Atee, hat ixn Anschluß daraxx festgestellt, wieviel Nahrungsmittel diesen Vögeln zur Ver- fügung stehen. Nach der Forbesschexx Statistik lebexx axxf einer Quadratmeile Wald 785 Vögel, auf einer Quadrat- meile Wiese aber 1551. Die „Vvgeldichte" ist also auf der Wiese uoch einmal so groß wie int Walde, obwohl ment dies kaum glauben möchte, denn ixn Walde hört und sieht man gemeiixhixx Viel mehr Vögel als auf der freien Wiese. Diese Statistik wird aber bestätigt durch die Zählung von Atee, bestätigt insofern, als es eine naturwissenschaftliche, längst feststehende Tatsache ist, daß Art, Zahl und Fruchtbarkeit der Lebewesen im Verhältnis stehen zur Bernich- tungsgefahr, zum Bewegungsraume und zur Nahrungs- mexxge. Mac Atee untersuchte Wald und Wiese nur auf die den Vögeln dienende tierische tttxb pflanzliche Nahrung ttxxb fanb in einem Acre (gleich 4500 Quabratmeter) Walb und Waldboben, durchschnittlich nur 1216 000 tierische und 2107 000 pflanzliche Lebewesen (Samen, Früchte usw.), auf ebensoviel Wiesenbodeu aber ' 13 654 000 tierische und 33 822 000 pflanzliche Jixdividuen. So bietet also die Wiese den Vögeln bedeutend mehr Nahrung als der Wald, und es wird dadurch verständlich, daß sich hier viel weniger Vögel tummeln als auf der Wiese.
* S i e (von der Zeitung aufblickend): „Hier ist eixx Artikel über einen Sträfling, der im Gefängnis Gedichte macht." — E r : „Hm. -efi er dieses Verbrechens wegen eingesverrt worden?"
Gemeinnütziges-
— Mancher H a us fr a tt ist es unang'eixe h m, wexx^ ihre furnierten Möbel ohne die geringste sichtbare Ursache plötzlich Risse bekommen. Bei richtiger Behandlung halten, wie die Wochen- schrist „Fürs Haus" in ihrer neuesten Nummer ausführt, solche Möbel aber tadellos. Man muß nur beachten, daß sie ans zwei Arten Holz bestehen: innen Tannenholz, worauf dünne etwa messerrückendicke Lagen Hartholz aufgeleimt sind. Wenn nun solche Möbel zwischen dem Ofexx und einer Tür stehen,' die in kalte Räume führt, so daß kalte und warme Luft zusammen- schlägt, so sängt das Holz an zu „schaffen", es dehnt sich; Tannexx- nub Hartholz verträgt sich nicht mehr, und unter heftigem Krachen bekommt die polierte Fläche einen häßlichen Riß. Es müssen also solche Möbel ebenso tote die Klaviere vor Temperaturschwan- kungexx geschützt werden. Daß heiße Gegenstände, wie gefüllte Speiseschüsseln, nicht aus polierte Tische gesetzt werden dürfen, selbst wenn eine derbe Decke dazwischen liegt, sei ferner bemerkt. Der Dampf dringt immer nach unten und löst die Furniere los,' auch wird zugleich die Politur matt. Schließlich sollten polierte Möbel nicht nur abgestaubt, sondern täglich mit einem zarten Staublappen kräftig abgeriebexx werden. Das. Holz „schafft" erfahrungsgemäß beständig, wie an der auSgeschwitztexx Politur und kleinen flüssigen Holzüderchen ersichtlich ist. Durch das feste Andrücken des weichen Staublappens werden die ausgeschwitzten Teil- chext auf der polierten Fläche täglich verrieben unb die Möbel sehen xxoch nach 20 Jahren wie neu aus.
— Insektenstiche von Bienen, Wespen und Hor- nissen sind ungefährlich, solange sie nicht im Gesicht oder ixx großer Zahl erfolgen. Einfache Waschungexx mit Weinessig oder Umschläge mit Ammoixiak helfen augenblicklich uxxd verhindern alle Folgexx. Wenn der Stachel in der Wunde geblieben ist, muß man ihn herausnehmen und zwei bis drei Tropfen Ammoniak auf der Stichnarbe verreiben. Phäensäure hat dieselbe Wirkung. Auf ähnliche Weise kaxxxx maix auch Stiche von Schnaken, Flöhen oder Manzexx heilen, doch genügt da schoxx Eixxreibxxng mit Lauch- wnrz. ___________
Goldene Worte.
Wenn einen Menschen die Natxtr erhoben, Ist es kein Wunder, ivenu ihnt viel gelingt; Man mtiß in ihm die Al acht des Schöpfers loben, Die schivacheit Ton zxx solclxer Ehre bringt.
. . . Boxt der Gewalt, die alle Wesen bindet, BesreU der Mensch sich, der sich überivindet.
Goelhe. *
Es wirkt mit Macht ein edler Manix Jahrhunderte aus Seinesgleichen;
Denn xvas ein edler Mairn erreichen kamt, Ist nicht int engen Raum des Lebens zxx erreichen.
Goethe, *
Wohl dem, der seiner Väter gern gedenkt, Der sroh voxx ihrexx Taten, ihrer Größe Dexx Hörer xmterhält uxxd still sich freuend AixS Ende dieser schönen Reihe sich Geschlossen sieht. Goethe.
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Glaub' und Hoffnung sind erfüllt, wundertätig ist die Liebe, die sich im Gebet enthüllt. Goethe.
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Herb ist des Lebens Innerster Stern. Schiller.
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Es gibt der Tröstung keine als das Gebet. Shakespeare.
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Aus dem Gebet erwächst des Geistes Sieg. Schiller.
Zahlerr-Quadrat-Ratsel.
iiii Fünf aufeinander folgende Zahlexx sind in Illi _ die Felder nebenstehenden Quadrats derart
einzutrageu, daß die 5 wagrechten, die 5 seuk- ————— rechten und die 2 diagonalen Reihexx jedesmal die Summe 65 ergeben. Jede der —i—x---j—i— 5 Zahlen darf also in jeoer der 12 Reihen
nur einmal vorkonxxnen und zwar in der iiii ersten wagerechten in richtiger Reihenfolge IIII (links kleinste, rechts größte Zahl), in den vier anderen wagerechlen ebensalls in Reihenfolge, aber jedesmal mit anderer Zahl anfangend. Wie sind die Zahlen zxx stellen?
Ixb.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: Spinat mit Ei.
Redaktion: P. WtlIko. — Rotationsdruck und Verlag bet BtLhl'schev Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen,


