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gpiettu mer do mol wollt nach Gäise mache, Maß warn doas imstänliche Sache! Do steg mer off die Metternoacht, Enn hott sich off de Weg gemoacht, Enn des mer do noch Gäise kom, Do woarn de Küoche steif en lohnt.
Doch hau do hott mer doas nant mih, En so en Weg tont kes mih gih. Hau sihrt mer mit d'r Eiseboh. Was eß mer do so hurtig do! Do kimmt mer hie in gourer Rouh'. Des Foahrgäld spoart mer o de Schouh. Däi Seit, däi gout sei bei der Kass, Däi setze sich eu ersetzter Klass.
Doch wems domit nit gout tut Passe, Der setzt sich ernt die vierte Klasse. Wer gour kes hott, der tout sichs borje, Macht sich do drüber goar ke Sorge. „Aich kanns jo wirrer abgetrah", So tut er zou feint Nochber sah, „Beß deß mer macht Katossin aus, Do gets ach wirrer Geld ens Haus." Enn wann mer dann noch Gäise kimmt, Enn de Bahnhob sich en Oschei nimmt, Enn seht däi viele Dampmaschin, Däi sich bewege her en hin, Enn doas Durchenanner woist en !vill, Do stirr ent d'r Verstand bal stell. Wer so für honuert Joahr war do, Wenn der sehg hau die Eiseboh, Der tat ganz bas en sprachlich warn Enn sing vieleicht ach o se gärn (weinen) Eun geb drim all sei boares Geld, Wann he wer hau noch osf de Welt.
Virm Joahr, do woarsch, ims Froihjoatzr rimm, Do num aich mersch mol fest en Sinn, Met dr Oberhessisch Boh se faohrn.
Des Gäld dezou tat aich mer spaorn. Na Gasse aus do fuhr aich fort, Bo Fulda harr ich schu gehorrt. Ich docht, das Witt de entöl seh . . . Drum tat ich noch dem Bahnhof geh Enn sieg Hai enn ganz uhne Zoagc. Doch ent Wa do wollt mersch nit behoage, Weil aich fett Setzplatz kroch naut mih. Eß war se voll drinn; ich mußt stih.
Eß woarn aach viele Leu ent Wa, Ee jeder weßt ach aut se sah. Dr e, doas war e Invalid, Der hatt en Gäiße Rente grit. Drim moachte e e recht Schmonzilmaul. Dr anner hatt verkäst sein Gaul, Enn en dr Eck do saß e Harr, Ter glabt, fir Wonner was e wär. Sei sch, däi wärn beim Militär.
Mas met Ihr, was met Aelster wär? Ter eß Sergant en Fohneträger. De zwite, der wär Trommelschläger En ach Gefreiter enn feint Rang, Enns Kerlche dient noch goar net lang, Tie erschte Stufe härre sie all Enn der Kaiser als Feldmarschall. Dr anner sat aich sei nit sart, . Trim aß e e Steck Käsebrut, Hatt Angst, sei Moage, der lerr Nut. Noch saßt he sich e Primche eun Enn speuzt fest zou dem Wa enen. Enn nebig ent e Fraache saß, Däi war se deck aeß wäi e Faß.
Säi hatt o 14 Faleröck, Ke Wonner, daß se war so deck. Ach Botterweiber säße do Enn viele Seit vo weit en noh.
Off emol Hotts en Peff geto. Etz fuhr se fort, die Eiseboh! Se fuhr eß wäi nit recht gescheit Noach Rödgen; weßt Ihr, wu das leit? Doas leit bei Misig eit bei Trotz, En do häil der Zug osf emol o.
Do gabs en Ruck, Ihr läibe Kenn.
Ee Fraa stompt sich, de Kopp bal enn, Enn hau do hätt säi noch e Beul.
E wär e betterbiß Gefeul.
Doch niemand gab er guore Woart.
Tie Eiseboh fuhr wirrer fort, Noch Boisig en Reiskirchen zou Enn dann nach Grimmerg uhne Roüh. To steg däi Fraa aus met ern Röck. Von do aus do gang es osf die Meck. Do könnt de Vugelsberg mer seh. Noch derts noch Nier-Gemünne geh. To git die Boh noch Kirchho ab. Enn fort gangs wirrer wäi ent Trapp. Jedoch hernoch bei Eh ri n gs h au se, Do sung se langsam o se laufe Do gangs off emol so bergoff, To wollt d'r Zug nit recht enofs.
Do moacht se als „Aich hu so schwer!
Ach, wann aich doch enn Alsfeld wäir!"
Doch Halts grad noch e so geto, Doch wäi mer kumme en Alsfeld 0> Do gabs en klene Offenthalt, Darüber freut sich Jung en Alt. Aich aß e Portion Säwerworscht En trank e Schnäpsche für de Dorscht. Enn wäi nu jeder hatt sei Sach, Gangs wirrer fort noch Lauterbach. Dos tüt aich mer en Oschei nomme. Noch sei mer noch Salzschlirf gekomme. Ihr läibe Seit, ne, do eß schih!
Do tat aich emol ens Bad higitz! Joa, docht aich, räche Leu, däi kinns!
Noch kumme mer off die preußisch Grenz. Mer sahgs de grüße Grenzsta o. Noch kumme mer en Fulda o. Doch weil ich war de Marge srohi, Mar aich do ganz berwalifch mohi. Enn wäis noch weirer es gegattge, Enn was ich noch hu ogefange, Tas will ich hau naut mih erwähn. Off e anuermol tu aichs erzähn.
Die reichste Frau der Welt.
Aus New York wird geschrieben:
Frau HettyGrleen, die mit ihren zweihundert Mil^ lioiren Mark wohl die reichste Frau der Welt genannt werden darf, hat mit ihrem früheren ärmlichen Leben gebrochen. Sie ist nicht mehr die fast geizige „arme alte Witwe", die mit wöchentlich vierzig Mark in drei kleinen Zimmern im ärmlichsten Stadtteil Newyorks ihr Leben fristete, sie dreht nicht mehr leden Cent zehnmal um, ehe sie ihn ausgiebt, und fie zankt sich nicht mehr mit trägen Dieiistboten herum. Hetty Green, die arbettfnmfte Millionärin ist aus einem Saulus eiwPaulus geworden. Sie hat ihre engen Stübchen in Hoboken, di« fie mit ihrer Tochter Sylvia bewohnte, verlassen und ist in eins der luxuriösesten Hotels von Newyork, das Plaza-Hotel, übergesiedelt; mit entern Wort, die „Witwe-Green," die in Amerika jedes Kind kennt, hat ihren Einzug in die Newyorker Gesellschaft gehalten. Während sie früher mit einem halben Liter Milch drei Tage auskam, bezahlt sie für ihre jetzige Lebensweise 60 000 Dollars jährlich., Tas alles hat Hetty Green um ihrer Tochter willen getan, und sie nahm keinen Anstand, den sie umringenden Berichterstattern zu erzählen, daß sie sich deshalb nur unter die Menschen mische, um ihre Tochter Sylvia an den Mann zu bringen. Wie ejder andere Mnlti- millionär gab fie in den Prunkräumen des Plaza-Hotels ein Diner für zwanzig Gäste, ein Tiner mit Palmen, Blumen, Fontänen, den auserlesensten Speisen und Minen, die auf,goldenen Platten dargereicht wurden. Fran Hetty Green sorgte selbst ocu für, daß die Nachricht von diesem glänzenden Festmahl auch gehörig in den Korridors des Hotels verbreitet wurde.,
Eine der seltsamsten Sonderbarkeiten, an denen die reichste Frau der Welt so reich ist, besteht darin, daß sie einige ihrer Lebensgruudsätze in Riesenbuchstaben gedruckt verteilen läßt. Und da Fraii Green ihre Tochter unter die Haube bringen will, kann man es begreifen, daß ihr letzter „öffentlicher Ratschlag" sich an die amerikanischen Erbinnen wandte. Sie apostrophiert die heiratslustigen Yankeetöchter solgendermaßen: „Heiratet keinen unnützen europäischen Titel, sondern führt lieber einen guten, anständigen und nüchternen jungen Amerikaner heim.", “Siefe neueste Maxime der exzentrischen alten Dame hat sie bei der großen demokratischen Partei der bereinigten Staaten lieb Kind gemacht, Michaile Blätter dieser Richtung drucken dies« Worte auf der ersten L>eite vor der Beschreibung über das Bankett von Hetty Green ab. Unnötig zn sagen, daß die Umkehr Hetty Greens, die wegen ihres


