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'Handbelvegmrg. „Es ist mir ein Bedürfnis, gerade tüit Jhneif ülier Lielmuth LoYsen zu sprechen." , .
Bitte'" sagte EdeLmut etwas stets iniD fefcte sich.
"Ja," begann die Valois wieder, „zu Ihnen gesagt, ich interessiere mich für ihn — aber nicht so, iuie toie meinen, — sie hielt inne and blickte gedankenvoll erwägend zu Boden - „ich kann sagen, er beschäftigt mich eben vorwiegend.
„l!nd er? Ich kann mich nicht erinnern, daß er uns gegen-, .über" jemals Ihren Namen genannt hätte."
Ein vielsagender Blick der schwarzen Samtaugen tra sie.
„Das pflegt man nicht zu tun — in diesem Fall- lieber die erste heiße Leidenschaft, die unerwidert blieb, schweigen die Männer. Meinen Sie nicht? Sie fühlen sich auch gekrault und beschämt. Ich aber konnte damals nicht anders handeln — ich wäre mit einem blutjungen, unbedeutenden Menschen m doch nicht glücklich geworden. Nur reife, ernste Männlichkeit konnte mich dauernd fesseln. Aber ich habe gekämpft, ich ,ge^ es gern zu. . . er war scharmailt und seine glühende Leidenschaft liest mich nicht ganz ungerührt. Doch die Vernunft siegte, ich zog mich zurück, ich tanzte den ersten Walzer, den Souperwalzer, den Kvtillon mit anderen, und das hat er nut nicht verziehen. Aber jetzt, da er ein Mann ist, hinter welchem em tragisches Geschick liegt, der vielleicht verbittert und unglmklich i heimkehrt, bin ich bereit, ihm entgegenzukommen, ihm die Hand zur Versöhnung zu bieten. Ich schrieb ihm —"
„Sie schrieben ihm? Nach Afrika?" . .
„Nach Dar-es-Salam. Ich hoffte, er solle meinen Brief richtig verstehen. Er hat ihn nur zu gut verstanden. Ich war fast bestürzt, als ich hier hörte, er sei ubgerei t - iwei Wochen nach Empfang meines Briefes. Und damit traten nun wieder ernste, schwere Erwägungen an mich heran, ^ch gehöre nicht zu denen, die mit Lebensfragen spielen.
Edeltrant hatte die Sprecherin mehrevemal hastig Von der Seite angesehen.. Das Ganze kam ihr so unglaublich vor — aber weshalb sollte es denn unglaublich sem? Die hier fast war wahrlich schön genug, um einen Mann zu bezaubern, und war | sich dabei ihrer siegenden Schönheit voll bewußt. Auch nicht I der stiseste Zweifel daran, daß sie könne, wenn sie nur wolle, war je in Ada Valois Seele aufgetaucht. Ihre Sicherheit, ihre I leidenschaftslose Ruhe imponierten, und da» fast me.ancholischc 1 Lächeln, die gedankenschweren Blicke, die wohltonende gedampfte I Altstimme übten einen gewissen Reiz aus. Zu der unglücklichen I Stimmung, die jetzt immer auf Edeltraut lastete, kam nun noch I eine bange Benommenheit. Die schwarzen, schmachtenden Augen schienen eine schwille Glut auszuströmen, wahrend, ihre Besitzerin langsam von „kühlem Erwägen" und „vernünftiger Bc- W'Är eche Erlösung, daß in diesem Angenblick der Wagen
I in dcx Allee drüben wieder in Sicht kam. Ada Valois er- tj°b ,Jch vergaß ja!" — sagte sie — „ich sollte den Trauens sagen lassen, ob ich bliebe oder weiterführc S,e warten auf mich. In Lobwitz ist heute Empfaugstag. Leben Sw wohl.
| Sie winkte mit der Hand und schritt dann wieder nach dem
Kelumtlj von LMen-
Roman von Ursula Zöge von Manteuffel.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.) I
Bei jeder anderen hätte das boshaft geklungen, aber Ada I Valois war zu gelassen, um Bosheit zu empfinden. Edeltraut stutzte ein wenig, dann sagte sie: „Ach, sie wcheu, daß wir I mit Loyfen befreundet sind?" . .. I
„Natürlich weiß ich das, uiid es muß nur selbstverstand- I (ich ein Vergnügen seiir, seine Freunde kennen zu lernen. n I Bruder hat groß gehandelt, als er ihn ausnahm, da alle ihn ^Sie^ sagte das mit schönem Pathos und aus vollster Ueber- zeugimg Di: Zeiten hatten sich eben geändert. Edelkaut suhlte sich angenehm berührt, wußte aber nichts zu erwidern. _
Die schöne Dame hob das langstielige Augenglas an feiner I Kette und blickte sich nm. ., r. , ,
„Ich sehe ihn nirgends, sagte sie, „und ich bin doch !
so ungeduldig!" , „ , I
Tas sprach sie in ihrem schleppendsten Ton Man sah ihr nicht die geringste Ungeduld an. Auch dies Gefühl bl,eb bei ihr in den Grenzen des klassischen Ebenmaßes. Einige I nannten das temperamentlos, aber das waren solche, die sie schon lange, lange kannten, denen sie zur stehenden Figur in der Braunstädter Gesellschaft gcuvorden war.
Edelkaut hingegen fühlte sich durch soviel vornehme Rum fast ciugcschüchtert. Sic wäre der Boranschreitendeu stumm gefolgt, trenn sie sich nicht Plötzlich Anne Mariens Auftrag erinnert atte,‘,©ie bemühen sich umsonst," sagte sie gleichgültig, „Hcl- muth Lvhsen ist gar nicht da." . . ... .
Fräulein von Valois hemmte sofort den Schritt — der
schmale Fuß im funkelnden Lackschuh verschwand unter dcui gekräuselten Futter ihres Schleppkleides. „■
, Ah!" sagte sie und ließ das Glas fallen. über
rascht mich! Ich war überzeugt. . . Und tvann kommt er?
„In drei bis vier Tagen." „
„Bedaure unendlich. Geschäfte werden ihn zurnckhalten Er Weife, daß er mit Ungeduld erwartet wird und ihn tieibt auch die frohe Erwartung des Wiedersehens.
Mas hat sie nuü mit ihm? dachte Edeltraut ärgerlich. Woher kennt sie ihn so genau? Er nannte ihren Namen nie.
„Sie scheinen sehr mit ihm befreundet zu fein, sagte fit ^c.^unbct? <£(lS nicht" — die Schönheit lächelte
bedeutungsvoll - „Freundschaft ist vielleicht nicht ganz da» richtige Wort. S i e find mit ihm befreundet, ich aber interessiere m ,,9ttr \o — als afrikanischen Helden, dessen tapfere Taten in den Zeitungen standen. Ich begreife das."
Fräulein von Valois deutete stumm auf die nächste Bank, zog ihre lange Schleppe heran und setzte sich. .
„Nehmen wir doch Platz," sagte sie nut einer einladenden


