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Nun lachte iie schon wieder.
tun lachte sie schon wieder. |
AH ja, m!an muß anderer Leute Duminheiten nicht tragt]6) |
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sonnenbeschienenen Lichtungen.
„Ich bitte Sie!" — sagte sie plötzlich ganz zutraulich zu. Lohsen — „können wir da nicht etwas Herumstreisen? — Als halbes Kind war ich mal drin und habe die Erinnerung, darin ein Märchen gesehen zu haben — eine Grotte ober Jo etwas mit kleinen Unholden, ich erschrack aber und riß aus."
„Ach, das Bvrkenhäuschen der sieben Zwerge," sagte Marie Anne, „Helmuth, du weißt, wo es ist. Ganz leicht ist es Nicht
ick beareife aar nicht, daß er sie . über und eine Gruppe voll drei uralten Eichen beschattete mit ' • Kt) 6C6Xxltc ' ™ । jungem, goldig glänzendem Laube einen Platz, auf welchem
Tische und bequeme Sitzgelegenheiten sich befanden. Hier ward iin Handumdrehen durch Lohsen und den Diener für Wilhelm ein mit Kissen und Teppichen belegter Sitzplatz hergestellt, ebenso für Frau von Dohlen gesorgt, und dann ward Mssec und Tee serviert. Tie kleine Gesellschaft saß sehr heiter zusammen. Edeltrauts Angen strahlten. Lohsen konnte sich die Ursache sehr genau teufen: Wilhelm hatte die immerhin weite Fahrt über Erwarten gut bestanden. Sie trug ihr weißes Sonntagskleid — das kannte er nun auch schon so gut. Ein blaßblaner Gürtel lag um die Taille und ein Strauß Maiblumen stak vor der Brust. Andcreil Schmuck wie Blumen liebte sie nicht. Lohsen mußte sie immer verstohlen von ter Seite anseheir • ob da wohl irgend etwas an ihr war, von dem mattgelben Flechten- diadem bis zu den schmalen, gelben Schuhen herab, was er anders gewünscht hätte? Nichts. Auch nicht die Nnregelmäßig- keiten ihrer Profillinie, welche eben gerade so unendlich viel znm Ausdruck beitrugen. Ihre Blicke glitten immer in den Park hinein — in den tiefen Schatten seiner alten Bünme und tue
sie sich fühlen wird." , .... . - „
„Warten Sie es doch nur ab, wie fic sich fuhren wrrd.
Nehnieu. Ich war aber wirklich heute morgen ganz mcderge- schmettert. Ihr Fra Tiavvlo sieht aber heute wirklich lieb aus — so ein Tier!--" sie bog sich herüber und klopfte des
Rappen Hals — „hören Sie, so einen schneidigen Kerl mn'iffen Sie doch richtig lieb haben. Nicht?"
„Tas habe ich auch," sagte er ruhig.
„5-ier sind wir," sagte sie, vor dem Eingang zum Bor- wtek"ihr Pferd zügelnd, „und ich muß Sie huldvollst cutjafien. Ich habe wenigstens eine Stunde lang mit dem alten Inspektor Meinert zu rechnen."
Er verneigte sich grüßend Uiid ntt davviv
Düs genähte Herz.
Zu beit bewunderungswürdigsten Errungenschaften der modernen Chirurgie gehören die Operationen, bte heute der einer Verletzung des Herzens an diesem wichtigsten Organ selbst vorgenommen werden können, lieber eine gelungene Herzoperation berichtet Professor G._ Sultan in der letzten Stummer der „Deutsch. Med. Wochenschr."; wir geben aus dem hochinteressanten Aussatz das solgende wieder:
„Der Patient war ein 38 Jahre alter Tischler (Eugen M.), der am 23. Juni 1907 einen Selbstmordversuch begangen hatte, indem er sich mit einem Revolver •—,Geschah 9 Millimeter — einen Schuß in die Herzgegend beibrachte.
Bei der Untersuchung sand sich eine pulvergeschwarzte^ kaum blutende Einschußöffnung. Ettie Ausschußöffnung war nicht vorhanden. Die Herztöne erschienen bet der Auskultation rein, Puls 80, kräftig, regelmäßig, lieber den Lungen keine abnorme Dämpfung, überall normales Weniger ach ch.
Drei Stunden später hatte sich der Zustand insofern geändert, als die Herztöne nun von fast metallisch langenden, von der Atmung unabhängigen Rasselgeräuschen begleitet waren. Die vorhandene Erregung des Kranken lrest sich durch eine Morphiuminjektion bessern
Am nächsten Morgen war das Krankheitsvild ein ter geworden. Der Patient klagte über Luftmangel. Tie i aleitgeräusche der Herztöne waren nicht mit der Deutlich- fett zu hören wie tags zuvor. , ,
Obgleich nach dem vorliegenden Befund eine Blutung ui den Herzbeutel mit Sicherheit angenommen werden konnte, so hielt ich doch zunächst noch einen spontanen Stiu- stand der Blutung und damit einen langsamen Rückgang der beängstigenden Symptome für möglich. Die eryome Besserung trat aber nicht ein, der Puls wurde vielmehr | kleiner, die Schmerzen in der Schulter nahmen zu uuo 1 die. Atemnot, wurde schließlich so bedrohlich, daß Oll kmet.
Ickd schöngeistigen Verkehr . - ■
überhaupt bemerkt hat. Und was soll sie mit ihm anfangen? Was soll sie in einer Keinen Gamisoustadt?"
, Unter uns Wilden?" fragte Lohsen etwas gekränkt, „aber was 'teufen Sie denn? Glauben Sie, daß wir uns wundern wirrten, wenn sie die Arnicu besuchte und zum Superintendenten in die Mifsiousabende ginge ? Wir sind doch keine Barbaren.
„Tas habe ich doch nicht gesagt! — Ich meine letzt, dich sie in diesem Leben nicht findet, was sie braucht, um stch ve- sriedigt zu fühlen, und statt dessen gezwungen ist, ihre Zeit in kleinen, geselligen Pflichten zu verzetteln und Vergnüguuge-i unt- znmachen, die für sie keine Vergnügungen sind. Wie konnte sie
-—wie konnte sie!"
,^Gauz einfach ■— sie liebt ihn. ^vamit ist a-le^> gesagt.
Er begegnete einem grübelnden Blick.
, Ich versuche, mich mit dieser Erklärung abzufinden, aber es geht nicht. Ich kann es so gut verstehen, daß man aus Wien» §sMt ein großes Opfer bringt, daß mau Heimat und Gluck verläßt, um einem Menschen oder einer Sache zu dienen, wenn .Gott es so von uns verlangt — aber wie man das aus Liebe, also zum Vergnügen tun kann? . . Ich könnte es nicht! Juj anderen Gründen wie meine Freundin würde ich mich m ihrer Lage genau so gefangen, unnütz und gelaugiveilt fühlen, wie
Und du sollst doch! — dachte er. , . , .
Einige Tage später machten die Haides ihren Gegenbesuch in
Lohsen, ter in der Zwischenzeit täglich dort war, erfuhr eI durch Wilhelms daß derselbe, wenn er sich wohl genug fühle, am nächsten Tage mit feinen Tarnen nach Bartes kommen wolle. Ta! hie Klausel eine schwerwiegende war, bat Edeltraut, Vichts davon zu verraten, damit nicht etwa umsonst gewartet würde. Ihm war die Aussicht, sie dort zu sehen, vielleicht I Mit ihr ungestört einen Gang durch den Park machen zu können, | höchst erfreulich. Seine Sorge mar nur, wie er imstande fein sollte, sich für die Zeit das enfant terrible Lilly vom Halse zu schaffen. Tas Kind war erstens höchst störend bei einem tete-a- tete und konnte zweitens durch eine fürwitzige Aeußernng alles Verderben. Ihm fiel ein, - daß die Kinder schon fett einigen Tagen unbeachtet gebliebene Wünsche geäußert hatten, behu-s eines Besuches im kinderreichen Jarowitz. Er fetzte diese rettende Idee in Betrieb, indem er plötzlich Lillys Bitten unterstützte, 8 nnb es war ihm, ein leichtes, denselben Gehör zu verschaffen. | Ter alte Pony ward eiugefpauut und Lilly kutschierte in Be- > gleitung der Gouvernante schon um drei Uhr von danueu. |
Utni vier Uhr rief Marie Anne, von ter hohen Glasveranda ä von ihrer Arbeit ausblickend, erfreut: _ |
„Tas sind die Rothaiter! — Helmuth, ich bitte dich, rufe Conrad!"
Wilhelm saß int Fonds des alten, bequemen Kutschwagens, teil zwei starke, junge Pferde zogen. Für ihn war wlch eine Fahrt ein Ereignis und die Leichtigkeit, mit welcher er die Unbequemlichkeit terfetben jetzt ertrug, eine Genugtuung. So blickte er eifrig um sich und machte Frau von Dahlen und Eteltraut auf hundert Tinge aufmerksam. Bartes mar für ihn immer ter Inbegriff eines herrschaftlichen Großgrundbesitzes gemefen, und sein feiner Schönheitssinn sand Volle Befne- ! digung in ter Betrachtung all der lieblichen Kunstanlagen, welche sich ter Natur so schön anschlossen.
Sie wurden von den Recknitzens auf das liebevollste empfangen. Man fühlte sich bereits verwandt, und Marie Anne begrüßte Edeltrant mit Umarmung und Miß und wehrte energisch den Handkuß ab.
Um Wilhelm jede Treppe zu erspaven, ward vor dem Schloß ,im> Freien gesessen. Tie Gartenanlagen mit dem Schwanenteich in der Mitte, aus dem ein Springbrunnen aufsprang, ginnen aus schattenlole» WumenpraLt allmählich in den Park
zu finden."
„Ich finde es, verlaß dich drauf."
So gingen sie miteinander. Tie Zurückbleibenden sahen ihnen lächelnd nach — nur Wilhelm seufzte ein wenig. ■
Der breite Kiesweg verlor sich bald im Baumschatten. Er brauchte sie nicht auf besondere Schönheiten aufmerksam zu machen, sie sah und erfaßte alles — wie jene Gruppe Nadelholz, gemischt mit Silberweiden und lichten Birken, sich dort schön abhob gegen die fammetgmme Buchenwand, deren starke Stämme gleich geschmolzenem Blei blinkten, wie die BlntbucheN so purpurn leuchteten und die Eichen ihre mächtigen Kronen wölbten. Ter Park war mit Liebe und Kunstsinn angelegt, und je weiter man kam, desto schöner, d. h. wilder und malerischer wurde er. Tic Wege durchliefen ihn kreuz und quer. Aus einem freien Platz, den eine geschorene Taxnshecke umgab, stand eine Sonnenuhr. Lohsen sah sich prüfend um, verglich den Schatten ter Uhr und schlug dann eine bestimmte Richtung ein.
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