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Hospitals. Kipling meinte, die Menschen aus der Welt ließen sich in zwei große Klassen teilen — Aerzte und Patienten, und die letzteren würden von den ersteren grundsätzlich als phänomenale Lügner angesehen, wenn immer es sich um ihren eigenen Gesundheitszustand handle. Auf der andern Seite blicke der Patient gewöhnlich aus den Arzt wie der Nichtkämpser aus die Soldaten, die für ihn ins Feld zögen. Es sei ein schlimmes Ding, daß der Tod als ältester Doktor schließlich immer gewinne, aber die Patienten trösteten sich mit dem Gedanken, daß es ihres Arztes Aufgabe sei, mit dem Tode einen möglichst günstigen Vertrag abzuschließen, seine Angriffe so lange als möglich hinauszuhalten und, wenn er schließlich durchaus ernst machen wolle, daß dieses wenigstens nach den Regeln der zivilisierten Kriegskunst geschehe. Für Aerzte gebe es nicht, wie für andere Leute, eine bestimmte Arbeitszeit. Es sei zum Beispiel noch niemals die Rede von einem Achtstundentag für Doktoren gewesen. Dafür hätten sie aber auch Vorrechte, die man sonst nur den Königen zugestehe. Ihre Automobile dürften schneller fahren als die anderer Sterblicher, und wenn die Polizei Straßen sperre, so brauchten sie nur ihre Karte vorzuzeigen, um durchgelassen zu werden. Eine bevölkerte Stadt könnten sie durch Aushängen einer gelben Fahne in eine Einöde verwandeln, und wenn sie irgendwo eine andere Fahne mit einem roten Kreuz hissen ließen, dann kämen die Leute auf Händen und Füßen zu ihnen herangekrochen. Aerzte könnten jedem Schiff verbieten, in irgend einem Hafen der Welt einzufahren, und wenn sie es für eine Operation für notwendig hielten, könnten sie mitten auf dem Ozean einen 20000 Tonnen- Darnpfer mit allen seinen Passagieren, Posten usw. halten lassen.
* Die Hosen der Briefträgerin. Die „Westliche Post" in St. Louis berichtet über einen ergötzlichen Streit zwischen der amerikanischen Postverwaltung und einer Anwärterin auf das Amt eines Briefträgers folgendes: Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube! So denkt man unwillkürlich, wenn man hört, welch ein Kampf sich zwischen einem jungen Mädchen in Iowa und der Postverwaltung in Washington erhoben hat. Es ist ein Kampf ums Recht: die Rechte der Frau un die der Postverwaltung stehen einander entgegen, und alle noch so wichtigen öffentlichen Angelegenheiten sollten, einstweilen beiseite gesetzt werden, bis die große Frage entschieden ist. Die Geschichte ist die: In Iowa benötigte man einiger Briefträger und schrieb dazu die erforderliche Zivildienstprüftmg aus. Unter anderem meldete sich auch eine junge Schöne — junge Mädchen sind immer schön — und bestand das Examen mit Glanz. Ihr Anstellung war so gut wie sicher, und sie machte sich bereits mit den PflicUen ihrer neuen Stellung vertraut, da fand einer von den zusttindigen Beamten in Washington einen Punkt, der alles in Frage stellte. Der Anzug der Briefträger ist ganz genau vorgeschrieben, und zu diesem Anzuge gehören auch ein Paar Hosen, Hosen, deren Aussehen, Form und Ausschmückung bis ins kleinste angegeben ist. Unter sothanen Umständen war das Examen umsonst gemacht. Die junge Dame war aber damit nicht einverstanden und bestand auf ihrem Schein. Die Postverwaltung desgleichen, sie blieb dabei, wer Briefträger sein will, muß die vorgeschriebenen Hosen tragen. „Schön", erklärte die junge Dame, „ich werde mich der Vorschrift unterwerfen und die Hosen tragen, genau in Form, Farbe und Ausschmückung, wie das Gesetz es verlangt. In besagtem Gesetz ist aber nichts darüber zu finden, daß die Hosen so getragen werden müssen, daß man sie in ihrer ganzen Pracht sehen und bewundern kann. Ich werde sie also tragen, aber über ihnen werde ich ein Frauenkleid tragen, ganz nach der Mode, wie sich das für ein junges Mädchen ziemt." Nun ist ein guter Rat teuer. In der Tat steht nirgends geschrieben, daß die Hosen von aller Welt gesehen werden müssen. Es ist ja selbstverständlich, daß man sie bei der Männertracht sehen muß, aber wie gesagt, besonders bemerkt ist das nicht in der Vorschrift: das hatte man nicht für nötig gehalten, besonders zu bemerken, da man bei ihrer Abfassung nicht an die Möglichkeit gedacht hatte, daß eine junge Dame Briefträger werden könnte. Mau sieht, daß man bei der Abfassung von Gesetzen und Verordnungen nicht vorsichtig genug sein kann: jetzt haben wir die Bescherung. Die junge, Dame hat das Examen ordnungsmäßig bestanden und ist bereit, alle besonderen Bestimmungen des Dienstes zu erfüllen; was will also die Postverwaltung mehr? Eine böse Geschichte das,, sehr böse, aber bei allem der Sache gebührenden Ernste hat, die junge Dame die Lacher und auch die Sympathie des Publikums aur ihrer Seite.
* Englischer Kindermund. Vom unbewußten Humor der Kinder werden in einem Londoner Briefe des Messaggero Mige hübsche Beispiele erzählt. Sehr ost ergeben sich spaß
hafte Bemerkungen von Kind-— wenn sie eine bildliche Redewendung allzu wörtlich nehm ... So hörte einmal ein kleines Mädchen, wie ein Arzt zum Vater sagte, die Mutter wäre schon mit einem Fuß im Sarge, und eifrig rief es dazwischen: „Das ist nicht wahr! Mama hat beide Füße im Bette, das habe ich elbst gesehen!" — Ein Lehrer fragte eine Schülerin nach den Heldentaten Simsons, und als die Kleine sich nicht daran erinnern konnte, mit was für einem Werkzeug er die Philister geschlagen habe, wollte er sie durch eine Jdeenassoziation auf die richtige Fährte bringen, wie die moderne Pädagogik es lehrt, und zeigte mit dem Finger nach dem eigenen Kinn. „Was ist das?" fragte er — worauf die ganze Klasse im Chor rief: „Ein Eielskinn- backen!" — Ein armer Junge, der bei einem sehr geizigen Onkel lebte, sah einen Windhund-, dessen Körper vor Magerkert äst durchsichtig war, und bedauerte das, arme Tier mit den Worten: „Armer Hund! Ob er auch bei einem Onkel lebt?" — Sehr spitzig war die Bemerkung, die das Töchterchen eines evang- Pastors machte, als dieser der Kleinen erklärte, daß seine, Pre- digten ihm von dem lieben Gott in die Feder diktiert würden. „Ja, aber warum," fragte sie ihn, mußt du denn, wenn der liebe Gott die Predigten diktiert, soviel ausstreichen und verbessern?" — Ein Politiker erklärte seinem kleinen Sohne, em Tyrann wäre ein Mann, der die anderen zwinge, zu tun, waL er wolle, ohne sich nach ihren Wünschen zu richten. „So, meinte der Keine, „dann seid Ihr, du und die Mama, also auch Tyrannen!" _________
Literarisches.
— Unterscheidet das Tier Mann und Frau? Unterscheidet das Tier Mann und Fran? oder genauer aus- gedrückt: bevorzugen Tiermännchen Frauen und umßekchrt Tierweibchen Männer? Der bekannte, scharfsinnige Kenner der Tierseele Dr. Th. Seit untersucht diese Frage, die für die meisten Lesep sicherlich vollkommen neu ist in dem unter obigem Titel bet H. Ehbock in Berlin erschienenen Buche. Daß auch Liebesflammen in der Tiersecle Raum haben, ist ja allgemein bekannt, daß aber das einzelne Tier den Menschen nicht nur verschieden behandeln, sondern lieben oder hassen soll, je nachdem er Mann oder Wem ist, das erscheint vielen Lesern wohl auf den ersten Bück cme ungeheuerliche Behauptung. Und doch hat bereits vor Jagren Professor Gustav Jäger auf diese gegenseitige Zuneigung h'.nge- wiesen und sie mit dem Namen des Ueberskreuzgesetzes belegt. Mit Darwin. Brehm und Jäger bekennt sich auch Zell als Anhänger des Ueberskreuzgesetzes, hält es jedoch für richtiger, nur von einer Regel, nicht von einem Gesetze zu sprechen. Zell führt zunächst aus, daß die geschlechtliche Liebe int Tierreiche schlechterdings jede andere Rücksicht verdrängt und gibt lehrreiche Beispiele dafür, wie selbst äußerst kluge und vorsichtige wilse Tiere sich überlisten und fangen lassen, wenn auf diesen alles- beherrschenden Naturtrieb in enttprechender Weise spekuliert wird. Sodann wird die. geschlechtliche Zuneigung von Mitgliedern verwandter Arten besprochen (Bastardbildung) und schließlich durch eine Reihe interessaittester Mitteilungen dargetan, daß die Frage, der das Buch qilt, zu bejahen sei, und zwar nicht bloß für die Beziehungen zwischen Mensch und Säugetier, sondern wahrscyein- lich auch für die zwischen Mensch und Vogel. Zells Bedeutung liegt darin, daß er die von den verschiedensten Autoren verstreut mitgeteilten Betrachtungen nnd Erlebnisse nach einheitlichen großen Gesichtspunkten zu sichten und zu verwerten versteht. Aus der vorliegenden Arbeit ergibt sich sogar eine für die Landwirtschaft, wie überhaupt für die Bolksernährung höchst bedeutsame .Konsequenz. Bekanntlich werden jetzt auf großen Gütern Knechte, sogenannte Schweizer anstelle der Mägde zum Melken der Kühe verwendet. Zell macht es nun im höchsten Grade wahrscheinlich, daß der bessere Erfolg der Männer lediglich ans der „Ueberskrenzregel" beruht.
Vorfetz-Rätsel.
Es sind 8 Wörter von der unter a. angegebenen Bedeutung zn suchen und sodann durch Vorsetzen eines neuen Buchstabens Wörter von der unter b. angegebenen Bedeutung zu bilden. (Beispiel: Ast — Last.) Sind die richtigen Wörter gesunden, so ergeben die nach unten gelesen einen bekannten
Anfangsbuchstaben von oben Lustschisser.
a.
Himmelsrichtung, Himmelskörper, Teil des Baumes, Vogel, Nageiier, Fisch, Älasinstriuneiit, wildes Tier.
Auflösung in
b.
Sicherung, Herbstblumen, Pause, Fluß.
biblischer Ort,
Hauvtarm de? Oranje, Baum, Teil des Körpers.
Nummer.
KummK:
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Auflösung des Logogriphs in voriger
• Sperber, Gerber, Berber, Werber.
Redaktion: E. Anderson. — Rotationsdruck und Verlag bet Brühl'sche» UnioersttätS - Buch- und Steindruckerei, R. Lange, E.eßeül


