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An- und Einsichten.
Es ist töricht, die Liebe tragisch 311 nehmen, aber frivol, sie nicht ernst zu nehmen.
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Neid der Frauen ist ein sichereres Kompliment als Huldigung der Herren.
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Man sagt, es gibt Liebe au? den ersten Blick: „Le coup da üoudre V* . . . O ja! Aber meist bei Menschen, die in stetem Gewitter lebe».
Redaktion: E. Anderson. — Rotationsdruck und Verlag der Brübl'ichen Universttäts-Buch- und Steindruckerei, N. Lange, Gießern
Charade.
Sind meine ersten Silben schön, So kannst du an den Gaben Der dritten dich erlaben.
Ziehst fröhlich du durch Tal und Höh'», Am meisten wird dein Herz entzückt, Wenn sie der Hoffnung Farbe schmückt. DaZ Ganze kannst du schauen In Oberhessens Gauen.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung der Charade in voriger Nummer: Ra t h a u s.
Den Werdegang der Wrights
schildert ein Aufsatz der Augsburger Abendzeituug wie folgt: Als der deutsche Ingenieur Otto Lilienthal im Jahre 1896 im schweren Sturz zu Tode gekommen war, ging sein Werk nicht mit ihm zugrunde. In Frankreich, England und Amerika entstanden neue Anhänger des Gleitfluges, die sich begeistert als Schüler Lilienthals bezeichneten. Schon frühzeitig erregen unter allen diesen die Brüder Orville rmd Wilbur Wright besonderes Aufsehen. Seit dem Jahre 1901 üben sie in der Umgebung Chicagos unermüdlich den Gleitslug. In einem der bekannten zweiflächigen T rach en liegend, springen sie oon einer mäßigen Anhöhe ab und sinken in geneigter Linie zur Erde. Ihr Bestreben geht dahin, ihren Flug' immer flacher zu gestalten, auf jeden Meter Abwärtsbewegung möglichst weit vorwärts zu kommen. Im Jahre 1902 haben sie den Gleitflug bereits auf 1 :150 gebracht; auf einen Meter Fall kommen sie 150 Meter vorwärts. Im Jahre 1902 bringen sie den Rekord sogar auf 1 :300, und eilt anderer berühmter Flieger, der Amerikaner Chanute, der ihren Flügen beiwohnt, gibt seine eigenen Versuche auf, weil mau nach seiner Meinung die Wrights doch nicht mehr einholen kann. Im Jahre 1905 gehen die Brüder vom Gleitflug zum Drachenflug über. Bei kräftigem Wind wird der große Zweiflächendrache an einem kräftigen Stahldraht befestigt und nimmt einen der Brüder mit in die Höhe. Unablässig bedient der Flieger dabei die Steuer und steht je nach Wunsch und Laune bald wenige Meter über dem Erdboden, bald 100 Meter hoch in der Luft. Noch im selben Zähre folgen die Schleppversuche. Ein kräftiges Automobil nimmt den Drachen an einer Schnur mit. Es fährt mit 50 und mehr Kilometern die Landstraßen entlang, während die Brüder abwechselnd im Drachen sitzen und steuern. Im Herbste des Jahres 1904 erfolgt dann der Einbau eines Motors, nnd 1905 beginnen die Motorslüge. lieber alle diese Dinge erstattet die amerikanische Fachpresse ausführlichen Bericht, und allgemein gelten die Wrights als die Favoriten auf dem Gebiete des Motor- drachenfluges. Im Herbste des Jahres 1905 endlich kommen erstaunliche Sensationsmeldungen. Die Brüder sollen über eine halbe Stunde geflogen sein. Sie sollen dabei eine Geschwindigkeit von 60 Kilometer in der Stunde erreicht । haben und zum Ausgangspunkt zurückgeflogen feilt. Den Nachrichten folgen genaue Angaben über Ort und Zeit der Fahrten und den Benzinverbrauch. Alle Welt erwartet weiteres Ueberraschendes vom Jähre 1908. Da plötzlich wird es still von den Wäights. Zwei Jahre hindurch treten sie völlig aus der Oeffentlichkeit zurück, und neue Namen kommen auf. Die Erfolge der Santos Dumont, Farman, Delagrange u. a. füllen die Spalten der Blätter. Immer vernehmlicher greift die Meinung Platz, daß man vor einer Mystifikation stände, daß man es hier mit einem Ungeheuern ämerikanischen Mumpitz zu tun habe. Ein bekannter deutscher Aeronaut, der Hauptmann Hildebrandt, macht sich auf, um die Spuren der Wrights zu verfolgen und etwas Genaues zu erfahren. Zahlreiche Einwohner von Illinois ver- I sichern ihm, daß sie die Wrights fliegen gesehen hätten, I schildern ihm Flüge von halbstündiger Dauer. Aber noch j immer schweigen die Wrights. Erst im Jähre 1907 treten I sie wieder in die Oeffentlichkeit. Alle ihre Versuche, ihre Erfindung unbesehen zu verkaufen, sind gescheitert, und sie müssen öffentlich zeigen, was sie können. Die Brüder kommen nach Paris und treten eine Zeitlang ganz passiv nur I als Zuschauer auf. Dann beginnen ihre Probeflüge, und ! mau kann wohl sagen, daß der Anfang recht wenig ver- I sprechend ist. Zu wiederholten Malen kippt die Maschine um und wird schwer beschädigt. Immer allgemeiner wer- I den die Zweifel an den Wrights. Die einen behaupten, die Mprghts wären überhaupt nur nach Parts gekommen, um I dort von den andern zu lernen. Aber anderseits haben die Mrights wieder eine so eigenartige, man möchte wohl sagen I E^fiumluhe Abflugsweise, daß man ihnen die Originalität I mc^t absprechen kann. So wogt der Streit der Meinungen I put und her, als plötzlich int Laufe weniger Wochen die j Wrights alle Zweifel zerstreuen und die alte Position als I die rührenden auf dem Gebiete des Drachenflugs wieder- gewiuneu. Es erscheinen die französischen und englischen Patente der Wtughts, aus denen man ersieht, daß die Brüder doch über eine Fülle erfinderischer Ideen verfügen, und «
I gleichzeitig gelingen ihnen immer größere Flüge, so daß nun der Stuudenrekord von Orville Wright in den Verein Staaten erreicht und bald von ihm selbst überholt wird' wahrend Wilbur Wright in Paris doch wenigstens auf 26 I Minuten kommt.
Sermischtss.
* Esperanto in der Praxis. Wir sind heute in der Lage unseren Lesern einige Proben dieser neuen Weltsprache zu geben, die im August durch den 4. Esperanto- Weltkongreß in Dresden viel von sich reden machte. Guten Tagen (Bonan tagen), Gilten Abend (Lonau vesperen, v wird stets wie w gesprochen und ausnahmslos wird die vorletzte Silbe betont), Guten Morgen (Bonan matenon), Gute Nacht (Bonan nokton),. Aich Wiedersehen (Gis la revido), Ich danke Ihnen (Mi dankas al vi), Sie sind [ sehr freundlich (Vi estas tre afabla), Wie kann ich Ihnen I danken (Kiel mi povas dankt al vi, Kiel sprich ki-el), ! Keine Ursache (Nenian kanzon, z sprich s), Ja (Jes), Nein | (ne), Bitte wiederholen Sie den letzten Satz (Bonvolu I ripeti la lastan fra zon), Sehr gern '(Tre volonte), Was wünschen Sie (Kien vi deziras)? Ich will ein Glas Bier haben (Mi volas havi glasen da biero), Ich wünsche eine Tasse Kässee (Mi deziras tason da kafo), Ich bitte, um ein Glas Milch (Mi petas pri glaso da lakto), Wir wollen zahlen (Ni volas pagi), Ich möchte Herrn Schulze sprechen (Mi volas paroli sinjoron Schulze), Herr Schulze hat jetzt keine Zeit (Sinjoro Schulze nun ne havas tempon), Frau Schmidt ist noch nicht zn Haufe (Sinjorino Schmidt? ne estas dorne), Wie ist Ihr Name (Kiel estas via nomo)? Mein Name ist Müller (Mia nomo estas Müller), Bitte nehmen Sie Platz (Bonvolu preniplacon). Wer sich näher mit Esperanto bekannt machen will, dem empfehlen wir, sich von der Auskunftsstelle des Verbandes Deutscher Esperantisten in Leipzig, Carolinenstr. 1211. gegen Einsendung der Selbstkosten von 15 Psg. in Briefmarken ein Esperantolehrbuch zum Selbstunterricht kommen zu lassen.
Literarisches.
— Nach einer größeren Pause ist Nr. 93 der Mitteilungen der Musikalienhandlung B r e i t k o p f & H ä r t e l in Leipzig erschienen. Geschmückt mit dem Bilde Jos. Haydns, birgt das 48 Seiten umfassende Heftchen viel des Interessanten und Neuen über Musik und musikwissenschaftliche Literatur. Erwähnt seien die Abhandlung über die Werke Obrechts, der vor allem die musikalische Stellung der Niederlande im 15. Jahrhundert begründete, die Berichte über die ursprüngliche Fassung von Beethovens „Leonore", über die Faust- Aufführungen mit der Weiugartnerschen Musik in Weimar, die erste Konzertaufführung von Cornelius „Gunlöd" usw. Das Heftchen wird von der Verlogshandlnng auf Verlangen kostenlos versandt.


