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Mädchens zu sein, daß Sie mir die Herrlichkeit der Berge erschlossen haben. Nie hätte ich da allein hinaufgehen können und Mama ist doch zu zart für solche Wege. Ja, auch von ihr soll ich Ihnen noch vieltausendmal Dank sagen."
Er verbeugte sich leicht. „Der Dank liegt ganz auf meiner Seite," sagte er konventionell. Und wunderte sich dann, daß er die Worte noch hatte herausbringen können.
Sie lachte fröhlich.
„Ja, es war schon eine schöne Zeit." Dann fügte sie mit einem leichten Anflug von Koketterie hinzu: „Nicht wahr, wenn ivir uns einmal Wiedersehen, dann sagen Sie es auch meinem Liebsten, daß ich gut Schritt mit Ihnen gehalten habe, daß ich ein ganz standhafter Wanderkamerad gewesen bin. Ich bin nämlich sehr stolz darauf."
Eine leere Droschke kam langsam an ihnen vorbei und der Kutscher sah sich fragend nach ihnen um, als witterte er Fahrgäste.
Da rief sie ihn auch schon an. „Ich muß nun wirklich nach Hause," meinte sie, „es gibt doch noch allerhand zu tim." "
Sie stieg ein und er half ihr dabei. Dann reichte sie ihm die Hand zum Abschied. „Behüt' Sie Golt," sagte sie mit frohem Lächeln.
„Behüt' Sie Gott," wiederholte er mechanisch und noch einmal umfing sein Blick zärtlich ihre Gestalt.
Dann trat er zurück. Der Wagen fuhr an. Noch einmal wandte sie sich um und winkte ihm zu.
Er starrte ihr nach, auf den Hut, dessen Rosen leicht auf und abwippten. Endlich verschwanrm auch dieser helle Punkt in der Ferne. Und nun war er wieder allein, konnte seinen geraden, einsamen Weg gehen. — Was war es denn gewesen? —
Nur ein paar Wochen Sommersonnenseligkeit . . .
Nsrnrißchtss.
* Eine neue Stadt. Zurzeit ist bei Kulan eine neue Stadt, Grube Marza, in der Entstehung begriffen, "die bald 5000 Einwohner in sich vereinigen wird. Die Aktien- gesellfchafien Eintracht, die Ilse, die Polh-Werke, die Anna- Hütte haben es verstanden, der Gegend ein eigenartiges Gepräge zu verleihen. Biele Tausende von Arbeiter haben sich um der Arbeit willen in diesem Industriegebiet auge- siedelt. Ihre Kinder füllen die Schulen. In wenigen Jahren sind aus einklassigen ländlichen Schulen 6- bis lO llassige Industrieschulen entstanden, für die von den Fabrikbesitzern meist prächtige, großartige Schultz unser erbaut sind.
* Was ein Dnrchschni11sjournalift in Kmerika verdient. In Amerika ist es, so schreibt der Berl. Börs.-Cour., nichts außergewöhnliches, daß „ein Durch- schuittsjonrnalist" durch seine Arbeit 20 000 Mk. im Jahre verdient; und nur die Theaterkritiker nehmen etwas weniger ein, nämlich etwa 12000 Mk. Biel günstiger gestellt sind dagegen die Kriegskorrespondenten, die für die Gefahren und die Langweile, denen sie ausgesetzt sind, mit 400 Mk. für den Tag entschädigt werden. Während des russ.-japanischen Krieges sind noch viel höhere Gehälter gezahlt worden. R. Davis hat beispielsweise 4000 Mk. in einer Woche erhallen. Das will aber noch gar nichts gegen das Rekord gehalt Arthur Birsbanes sagen, der 200 000 Mk. für ein Jahr erhalten hat!
* Humor in der Schule. Unter diesem Titel veröffentlicht Dr. K Löwenberg (Hamburg) einen Artikel in der Monatsschrift „Kind und Kunst", in dem er eine Reihe schulpädagogischer Beobachtungen niederlegt und unter anderem auf die psychologischen Fingerzeige hiuweist, die in den sogenannten Schulwitzen liegen. „Diese Witze," sagt er einleitend, „bringen in das eintönige Grau des Schultages eine frische Farbe. Sie sind wie die Hellen Blumen im Kornfeld, sie nähren nicht und nützen nicht; aber sie erfreuen das Herz, wenn auch der Bauer die Stirn runzelt und sich über sie ärgert. Und wenn er sie auch mit Stumpf und Stiel ausrotten möchte, sie wachsen Gottlob immer wieder. Sie fiten sich selber und fragen nicht nach Pflug und Egge, stach Regen und Sonnenschein. Einen kleinen Strauß davon möchte ich hier pflücken." — Ein Bürschlein, das den ersten Schultag hinter sich hat, reicht dem Lehrer die Hand und fragt selbstbewußt: „Herr Lehrer, werde ich auch versetzt?" 'r- In der Anschauungsstunde soll der Unterschied zwischen
Schul-, und Wohnzimmer klar gemacht werden, und die Lehrerin schlägt vor, das Schulzimmer in ein Wohnzimmer zu verwandeln. „Da sollt ihr mir alle helfen. Was müssen ivir mm wohl zuerst wegschaffen? Nun du, du Kleine?" „Den Dreck!" — Ein Schüler schreibt in einem Geburtstagsbrief an den Lehrer: „Ich danke Ihnen für die guten Lehren, die Sie mir gegeben haben und hoffe bald Gelegenheit zu haben, mich revaiichieren zu können." Daß er den Brief dann schließt: „Ihr ergebenster Schüler", ist fast selbstverständlich. — Auf die Frage: „Und warum durften Adam und Eva nicht von den Aepfeln essen?" antwortet ein Kommerzienratstöchterlein': „Es waren Kochäpfel!" — „In welche Zeit versetzt uns das Gedicht: Des Sängers Fluch?"' „Jus Imperfektum!" -- „Uud um euer Hans zu ordnen, wachet wie Auroren auf" ermahnt Cid seine Töchter beim Abschied. „Wer ist Aurora?" fragt die Lehrerin, und die prompte Antwort lautet: „Ihr Dienstmädchen!" — Ein Lehrer auS dem Binnenlande erzählt feinen Quartanern/ Hamburger Jungen, daß er erst mit 18 Jahren das erste Schiff gesehen habe. Als er sieht, wie sehr sie darüber erstaunen, fragt er, wie das wohl gekommen sein möge. Da meinte einer: „Sie waren immer so fleißig, Sie find nicht von den Büchern weggegangen!" Ein anderer dachte an eigene Erfahrungen und sagte: „Ihr Vater hatte Ihnen verboten, an den Hafen zu gehen!" Und ein dritter, ein Schlauberger, rief triumphierend: „Damals waren die Schiffe noch nicht erfunden!"
* Ein weiser Richter. Biel belacht toird in Pits- burg, so lesen wir in der Wlg. Fl.-Ztg., der Urteilspruch eines Richters, dem man nachsagt, daß er ein Feind der Geldstrafen ist. Ein junger Mann war von einer etwas ältlichen Dame angeklagt, daß er infolge einer Verwechselung ihr auf der Treppe ihres Hauses ihr einen Kuß geraubt hatte. Dis Klägerin führte in ihrer Beschwerde aus, daß sie genau wisse, daß sich der Beklagte aus ihr nichts mache, deswegen empfinde sie den Kuß als eine große Beleidigung. „Da wüßte ich ja eine famose ©träfe für den Beklagten," sagte der Richter, „geben Sie als Strafe dem jungen Mann den Kuß zurück". Die Klägerin tat schadenfroh schnell wie geheißen; der junge Mann versicherte jedoch nachher, daß er lieber einige Dollar Strafe gezahlt hätte.
* Schu tz g eg en d as Klein men d e r Fin g er. Die neuen Eisenbahnwagen der Schweizer Bundesbahnen haben eine Einrichtung erhalten, die zur Nachahmung dringend zu empfehlen ist. Bei diesen Magen ist es nämlich durch An- bringung eines biegsamen Schutzbandes von Segeltuch, das die Türspalte von oben bis unten völlig bedeckt, verhindert, daß Reisende und namentlich Kinder sich in der Türspalte die Finger einklemmen.
Kreuzrätses.
In die Felder vorstehender Figur sind die Buchstaben a a a a bbceeeeeeehhiiiililnnnnnnoopprrrr sssssstt derart einzntragen, daß die ivagerechlen und senkrechten Reihen gleichlautend Folgendes ergeben:
1. Südamerikanische Sicimbltt.
2. Tiere ans der Familie der Wiederkäuer.
3. Einen Handwerker.
Auflösung in nächster Nummer.
Auslösung des Ergänzungsrätsels in voriger Nummer: Jugend, Nauscb und Liebe sind Gleich drei schönen Frühlingstagen;
Statt um ihre Flucht zu klagen, Herz, genieße sie geschwind 1
Redaktion: E< Anderson. — Rotatwusdruü und Verlag 6ci Brützl'scheu UnlversuätS-Buch» und Slemdrnctere», R- Lange, Gießen.


