Ausgabe 
16.12.1908
 
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im Laude bedeutet, sehr gut eiitgeschlagen, bis der Ausstand Henri alle eiii Ende gemacht hat. Ich lebe der festet: Ueberzeugimg. das; bei einigem sesten Willen unsererseits, in der Aviv nie Werte -Nr schasfen, und sei es selbst durch den Neger, der Versuch hter. int Süden unbedingt gelingen wird, vorausgesetzt, daß nicht wieder Katastrophen von der Art des letzten großen Aufstandes die Entwicklung stören.

Für mich als Ethnologen war die volkskundliche Er- forschnttg der Stämme meines Arbeüsgebietes die Haupt­aufgabe. Will matt die ganze geistige KAltnr dteser Bantu mit einem Worte charakterisieren, so kamt das nur damit lauten, daß sie neben der beim Neger bekannten Neigung zur Annahme alles Neuen und Fremden doch auch wieder die andere und vtel wenige« gewürdigte Fähigkeit beivahrl haben, Alics und Altliberkouttnencs in merkwürdiger Reinheit in ihrem Bolkstum zu bewahren. Die Hauptschwierigkeit bei allen meinen Arbeitest bestand stets darM, diese, fremde Oberschicht, in der sich zudent noch d-e verMtedcnsten Bolkstümer durcheinander mischten, abznlösen; war ich damt ztnu Kern des alten, unverfälschten Volkstums vorgedruMe»!, so gmg die weitere Aufnahme in der Regel glatt tmb unter verhältnis- mäßig geringen Schwierigkeiten dort stall eil.

Wissenschaftlich am iuterefsautesten imißlen mir von vorn- herein die Makoude erscheinen, schon aus dem Grunde, well wir über sie noch längst ,licht so viel wußten wie aber die Voller in der nördlichen und westlichen Umrandung des nach thuen geuannten Hochlandes. Zudem übte das Wenige, was bis dahin von dem Kulturbesitz dieses Volkes in dell deutschen Museen vor­handen ivar, auf den Ethnographen in mir einen mächtigen Zauber «uS, tunten doch alle diese merkwürdigen Gerate, besonders oie Masken, für uns lote Dinge, über deren Gebrauch Md tiefere Bedeutung wir gar nicht unterrichtet ivaren. In' dell AUMMnen, soweit sie sich mit dem Stammes- und. Geistesleben der Ma lande befassen, möchte ich denn auch den bedeutsamste» itett meMer Vrgebuisse. zu sehen geneigt sein.

Altem Anschein nach haben wir in den Makonde em Fnt langer Zeit im Laude ansässiges Element vor uns; lch schließe das besonders daraus, das; sie in ihrer ganzen ethnologischen Komplexion viel altertümlicher und nrsprntiglicher erscheinen als alle, anderen Völker dieses Gebietes. Wenn iuit sehetk, daß M Habitus, von geringen Differenzen abgesehen, über ganz Och- klfrika hin eine große Gleichmäßigkeit besieht; wmu wir nndcu, daß im Feldbau gar keine Unterschiede, jn der Wohnweise nut sehr gernrge vorhanden sind; daß das Mutterrecht, die exogamchpe Sippe und Spuren von Totemismus noch überall vorronnnen, lind das; selbst die Manubarkeitsseste eine gaG allgemetuejojwte Einrichtung sind, so muß das Here-.uspteletk der,raHn w und kiar erst der Stelzenkänze, und ferner auch noch, die klar erkenn bare Einrichtung der Altersklassen entschieden eine summe von Einrichtungen fein, die bei den anderen Völkern sert längerer oder kürzerer Zeit unter der llngnusi der Umstande verloren gegangen sind, während sie. sich auf dem steil nach allen Seiten abfallenden und kaum zugänglichen Hochplateau haben erhalten könnest. Ast Belegest für solchen KostservativMuus Volt Gebeta.'- bölkeru ist ja selbst das sonst so uniforme Afrika nicht arm; un­endlich altertümlich muten uns die Teda oder Tioüu tu W isolierten Berglande Tibesti an; rn den Bergdamara Deutsch- Südwestafrikas glauben gewisse Forscher, vielleicht «tut "umal tnit Unrecht, die letzte erkennbare Enklave e-stes dann allerdings seit «ndeuklicheu Zeiten von der Hauptmasse aügesprengten Restes per Sudaunegerrasse sehen zil dürfen; in den uuMganguchen Gebieten rings um die Massaisteppe herum intden wer schließltch eine lange Reihe von Völkerschaften, die wie ebensowohl auf Grund eines bestimmten Habitus, Wie auch wegen ihres Kultur ibesitzes scharf aus der übrigen Bölkermastc jener Gebiete a.bzu-

tzrenzen vermögest.

Den Maronde ist diese Isolierung sicherlich umso leichter pesallen, als sie die natürlichen, strategischen Vorzüge tmes Hoch­landes sehr bald auch noch durch die Eigenart ihrer Feldkmtitr auf künstliche Werse vermehrt und vergrößert haben., Auch heute; Noch ist der dichte, das ganze Plateau üb erziehende Busch dttz Hauptstärke in der strategischen Lage dieser Wohnsitze, inffl lto beit Völkern der Tiefebene gegenüber, foubtoii auch ust Verhältnis »u den neuen weißen Herreil. Aus politischen Grlinden wtrd hie zwangsweise Aufgabe der jetzigen Siedlmtgsart d«.,Maronde für niis ein Gebot der Notwendigkeit fetli, für bte ^irtischalsr §edoch wird jeder Eingriff in die altüberkommme Wohnwetse leinen Verlust bedeuten. Freilich wird sieh bei einem, Zusauimei!- riehLit der Makoude bereit altes Volkstum ebensowenig von henke zu morgen abschleisen, wie es bei den. Stämmen der Vvme tzefchchen ist: das Uuyago (d. h. die MannbarkeitsMe) mit seinert fu inauingfältigen EtscheinuiigsforstieU wird einstlocileu noch iveltetz Kesteheu bleiben; auch die Masken werden nicht mit eigem Malt verschwinden; doch der Anlaß ziun endgültigen, Riil» dieses ur­alten Formenkomplexes wird damit gegeben sein.

* Etwas vom Prozessier en. Vor tliwt 5 Jahren, so schreibt man derRat. Zig." ans Cunsdorf bei Elsterbnrg, hatten ein Gutsbesitzer und ein Häusler versucht, das Begehest' eines über ihre Grundstücke führenden Kirchsteiges z» verhindern. So war der Weg in seiner Länge aufgehackt und ein neuer Zaun quer über den Weg gezogen worden. Auf eine Beschwerde der Ge- meindemitgkicher hin erschien eines Tages der Gendarm mit Bo- gleiluitg und forderte den Besitzer ans, das Hindernis umgehend zu beseitigen. Als das nicht geschah, wurde das Gatter auf der Stelle zersägt und ans die Seite gelegt. Auch der Weg war iviebetf in Ordnung gebracht. Die unterlegene Partei beschritt nun den Klageweg und verfolgte, ihn durch alle Instanzen, um das oer- meiniliche Recht der Absperrung zu erstreiten. Vorige Woche ist nun das endgültige Urteil eingetroffen : der Weg ist für immer frei zu geben. Rach den hohen Kosten wollest wir nicht fragen.

* Opfer eines schlechten Scherzes. In Saint- Etienne arbeitete ein junger Arbeiter, namens Jean Dorbiller, ruhig an seiner Arbeitsstätte, als ein Kollege auf ihn zutrat und chm'scherzhalber mit einem Gummiball ein Quantum Rießpnlver ins Gesicht stäubte. Dorbillirr sing sofort heftig zu nießen «ist als sich dies jedoch nicht legen wollte, der Betroffene zudem auch! Blut von sich gab, holte man schnell einest Arzt, der aber uich noch konstatieren konnte, daß durch den heftigen Nießreiz ent Blutgefäß im Kopf geplatzt sei, was unweigerlich zum' Toda führe. Nach 10 Min. war denn auch der junge Arbeiter eine Seidjev

* D a S e l c k t r i s ch e T i s ch t u ch. Aus London wird be­richtet: Die Elektrizität, die dem modernen Hauswesen längst seinen Stempel anfgedrückt hat, feiert einen neuen Triumph in demelektrischen Tischtuch", das jetzt in London Forme macht uuti hgs zn besitzen der Ehrgeiz jeder eleganten Wirtin ist. Dem ein­fachen grauen. Filztuche sieht man cs nicht ast, lvclche stmnderbareir Kräfte in ihm schlummern. In Wirklichkeit ist das Tuch mit Elektrizität geladen und dient dazu, eine beivegliche bequeme Tischbeleuchtung herbeizuführen, lieber die Fiizdecke ist' ein ge­wöhnliches Damastiischinch gelegt und darauf stellt man nun diä besonders konstruierten Leuchter. Tiefe Kerzenhaller besttzm einen unscheinbaren elektrischen Leitungsdraht, der von der Flamme bis zum Fuße des Leuchters hinabführt und dort in eine ganz kurze' kleine Spitze ausläuft, die bei deut Aufstrllen das Tamasttisthtuch durchsticht und die Filzdecke berührt. Diese Berührung ist nichts anderes als die Herstellung eines elektrischen Kontaktes. In denk Augenblick, da man de» Leuchter auf de». Tisch stellt, flantmt nut den zartgefärbten seidenen Lichtschirm die kleine Glnhlninpe auf niid brennt fort, bis man den Leuchter fortstellt. Auf diese Art lau» nrait ans dem Tische so viele Leuchter ansstellen nnd sie so grup-» Vieren, wie Uta» wünscht. Einstweilen freilich ist dies deftrtlM Tischtuch noch ein kostspieliger Luxusgegenstand, den nur wenig« mit Glücksgüterit besonders gesegnete Hausfranen sich leisten tonnen, aber es ist nickt ausgeschlossen, daß die fortschreitende Technik eine Verbilligung der Herstellungskosteit herbcisührt und damit deik Besitz des elektrischen Tischtuchs auch denen ermöglicht, die heute noch mit der Hoffunug sich bescheiden müssen. , ,

* Thiörs im Sonffteurkasten. ^n st-incu Erinne­rungen und Impressionen erzählt der Marquis Ptzilippe de Mchs«, eine amüsante Szene, bei der Thisrs während einer Theateraum führung in aller Form das Amt des Souffleurs übernahm. Es war kurze Zeit nach der Erwählung Thiörs in die gesetzgebende Mrperschast.Wir hatten int Schlosse eine Theaterausftthrungk veranstaltet. Am Abend fehlte der Soufflenr. Da erbot sich der neue Deputierte, vou Paris Advlpbe Thiärs zum Ermtzmann, Dieser Mangel au Würde seitens des Chefs der Opposition machte bei seinen Parteifreunden viel Lärm uitb weckte Tadel, ich durste M. Ronher nichts verraten, und Thiers kroch in den Souffleur-, lasten Zum Glück kannten wir unsere Rolle», denn das,kleine Lustspiel amüsierte deu Staatsmann so sehr, daß er tu semenk Verschlage sich vor Lachen schüttelte und daß es ihm unmöglich war, die Stichworte zu geben. Er saß da und Hörle sich den Dialog an und lachte und lachte, aber er kam nicht dazu, das über« nommcue Amt auszunbenG _ . v ,

* Schutz m anil:Sic werden wir erst einmal da reut tun jus Bad, mir scheint. Sie haben es sehr nötig. L a u d - streicker:Aber erlaubeit S', i bin doch no net verurteilt!

* Barietö L e u f c.Was sagte denn Misere Schlangen» käustleriu, bte. Saltarina, zu der Nachricht, daß der Baron sich verlobt habe?" >Sie schlug die Beine über deut Kops zit- sqnnneu. -Jugend."

Lrgiürztutgsrütjel.

J.g.. ., . a.sck u ., . ic. c .in.

G. e.ch .re. sch. n.it ..iih . r. g..ag.

,t.t. u. .hr. F..cht .it l..g.n, .A.,z, g .. i ß . .i. g.sch.iii.I

Auflösung in nächster Nummer:

Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: Lüge n haben kurze Beine.

Redaktion: E. Anderson. - Nolationsdruck nut Verlas bet Brühl'schw UnivrchrälS'Vuch- und Sleindruckerei. Si. Lange. G'-chrn.