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t>Wne licht Md sreüEich. Da kam ein leichter Schritt bett Gang herab. Er hörtte, wie h-rübe» bei der Gräfin eine Tür geöffnet And geschlossen wurde; jetzt kamen die Schritte ganz nah', mitt legte sich eine Hand auf den Drücker feiner Tür, und schnell wurde |ie aufgetan; im Rahmen der Tür stand im schlichten Morgenkleid And in der Hansschürze, die Wangetl frisch gerötet, Baroneß Ilse niib sah ihn betroffen an.
„Bitte um Verzeihung," sagte fie schnell; „ich mache meinen Mvrgen-Jnspektions-Gang und hatte gehört. Sie wären mit den Jungens nack, betn Fischteich gegangen. Aber da Sie zu Hause sind, fontmeit Sie nur herunter in den Saal und helfeil Sie Mir die Weihnachtsbäume aufputzen; sie reichen bis an die Decke, und Sie scheitiett mir Gardemaß zu Huben. Wollen Sie?"
„Keitc Vogelnest war ihm zu hoch, — für sie er hin zur! Höhe flog!" zitierte er fröhlich.
„Wer eins sage ich Ihnen," sagte sie lachend, „mein Kopf M! Wollen Sie darauf eingehen? Widerspruch dulde ich nicht! Konst zanken wir uns."
„Bedingungslos!" tat es zurück.
r. „Schön, dann fo mitten Sie Und halten Sie Wort, und ich Will Ihnen eine gnädige Herrin sein." Da ging er hin an der Seite des Edelsräuleins.
, Als Ilse und der Kandidat das Eßzimmer durchschritten, saß Fräulein Effert bleich und abgespannt am Frühstückstisch. Die Baroneß eilte ans fie zu: „Aber mein lieber Schatz, wie schauen Sie denn aus! Das ist ja gar fein Weihnachtsgesicht! Nun Machen Sie schnell, und dann helfen Sie uns bei den Bäumen!"
Frieda schüttelte den Kopf. „Ach bitte, lassen Sie mich! Ich Dann mich vor Kopfschmerze ir nicht lassen!"
Fräulein Ilse hob Frieda's blasses Gesicht und drehte es ins Licht. Lachend drohte sie ihr mit denk Finger. „Sie kleiner Narr, Sie !" flüsterte sie ihr zu. Der Kandidat stand am Fenster Und sah hinaus. Er taute sie nicht ansehen. Ihre Blicke mieden sich. „Kommen Sie, Herr Funke!"
Frieda saß allein und stützte bett Kopf in die Hand. Er hatte fie gegrüßt wie eine Fremde. Und sie, sie hatte kaum das Haupt WMigt! J5ie weinte still vor sich hin in ihr Tuch hinein.
Im. Saal ging es sehr mUnter zu, und eigentlich auch sehr Verständig. Die schöne, festliche Arbeit flog ihnen nur so von den pichen. Der Kandidat stand auf der Trittleiter und schmückte den Gipfel der hohen Bäume; Fräulein Ilse reichte ihm hinauf, WaS er brauchte; dann und wann machte er ivohl, kühn gemacht durch ihre Gunst, den Versuch, die feinen Fingerspitzen festzuhalteu. „Was habe ich Ihnen gesagt?" rief sie hinauf; „Sie sollen ver- Mndig und wohlerzogen fein, sonst hole ich Hilfe!" sind das half.
Der letzte Baum ioar mit Lichtern besteckt. Er stieg die .Leiter hinunter. Fräulein Ilse stand am Fenster und besah ein Buch.
„Sehett Sie hier, Herr Kandidat, — toten' Sie das?" Er sah ihr über, die Schulter. Ihr üppiges Blondhaar, das ihr Haupt wie eine Glorie umgab, streifte leise seine Stirne. Sie lvandte das Gesicht. Ihre Augen waren dicht an den seinen. Mr wußte tarn1 noch, loas er tat. So sahen sie einander ein« teilte Weile an.
„Baroneß!" flüsterte er ganz, ganz leise. ES war ein kritischer Moment.
„Sprechen Sie nur tat; wir Haben nichts leise zu ber^ handeln!" lachte sie. „Setzen Sie sich dorthin; ich nehme hier den alten Ahttensesiel. Sv!" Sie warf sich in den tiefen Leder- Kuhl und schlug die Füße übereinander. „Nun können wir iwch ein Weilchm rauchen! Nehmen Sie erst ein Stück Pfefferkuchett Und einen Kognak, und gebett Sie mir anch eine Kleinigkeit zu Anabbern, ein. Arbeiter ist seines Lohnes wert! Und nun er- Mstetk Sie mir ans Ihrem Leben! Da wir einmal Hausgeiwssen find, will ich auch wissen, wen ich vor mir habe. Daß Sie Vize-- Feldwebel der Reserve sind, genügt mir nicht. Chargierte THcologen Mögen, ja immerhin eine Seltenheit sein; aber das wirft noch tat Licht ans Ihren inneren Menschen!"
Er sah sie entzückt an. Da wurde die Tür geöffnet, Und Frieda erschien. Ihr weißes Gesicht schaute so souderbar ernst Und fragend drein. „Kann ich noch helfen?"
„Das> ist schön, haß Sie taui.en," jubelte Ilse! „Run wollen Mr Sie 'mal in die Mache nehmen. Jetzt sollen Sie !nieder Wensch werden! _ Mündchen ans! Hier Kognak, Geduld und Kafergrütz'! Entschuldigung gibt es nicht!" sind wie ein Opferkamm saß Frieda zwischen den ßeibeit lustig Aufgeregten und lieh Watt lächelnd alles mit sich anfstellen. Da schallte mit mächsigeir Schstchen das Gong zum Frühstück durchs Haus.
Ilse sprang auf und reichte dem Kandidaten die Hand. „Herz- ßtchen Dank! Sie haben Ihre Sache gut gemacht! sind heute Abend wollen wir recht vergnügt fein! Nicht wghr, Friedacheit?
Sie auch? Erst wollen wir uns aber die Hände wüschen nach de« Zncker- und Tannenarbeit!"
sind Frieda nickte und lächelte wehmütig. Der Kandidat ging eigentümlich angeregt neben ihr die Treppe hinaus. DaS Herz tat ihm mit einemmale weh. Aber auf dem Gange bsieb er stehen und reichte ihr die Hand: „Fröhliche Weihnacht, Frieda!" sagte er leise. Sie legte ihre Hand hinein und sah ihn an. ES zuckte «in ihren feinen Mund.
„Ja wohl, fröhliche Weihnacht!" antwortete sie und wandte sich. —
Ilse hatte ihnen Nachdenklich uachgeschaut.
Frieda sah heiterer aus bei Tisch. Der Kandidat schaute ziemlich finster vor sich hin. Wohl hatte er noch seinen alten Platz der jungen Herrin gegenüber, aber es war als sei er plötzlich! Lust für fie. Und das war dem in schneller Liebe Betörten entsetzlich. Und als nach Tisch gar das Edelfrcmlein die Erzieherin bat, ihr beim Aufbatten der Bescheerung für bett großen Hausstand zu helfen, und er leer ausging bei der Einladung dazu, da ging er in tiefer Verstimmung auf fein Zimmer. Und während er mißmutig und mit sich selbst und der Welt unzufrieden dafaß und rauchte und faun und hinfchaute, wie draußen die Schiteeflocken wieder ansingen zn tanzen und zit wirbeln und die hohe Eypresse, die mtS dem Park an sein Fenster ragte, weiß zik schmücken, begaben sich unten im Weihnachtssaal seltsame Dinge.
Zunächst waren die Mädchen sehr eifrig bei der Sache und hantierten nach Herzenslust in der wundervollen Atmosphäre von Kuchendust und Tannengeruch. Und daß letzterer so stark entströmte, das hatte seinen guten Grund. Außer den bis zur Decke reichenden Weihnachtsbänmen war der große Saal an den Wänden bis oben hin mit Tannenzweigen dicht besteckt und so zit einer gewaltigen Tannenbreite verwandelt. Am Abend mußte es eine große Pracht werden mit all den Lichtern ringsum. Ans den Tafeln um die Wände her ßiuiten nun die flinken Hände der jungen Mädchen ans. Da, als sie mitten in der Arbeit waren. Mischte es ein wenig in dem einen Baum ; daun fiel etwas mit leichtem Aufschlag ans daä Parkett des Fußlwdens. ■ Ilse lief hinzu hinzu und hob ein heruntergefallenes Lichtchen auf.
„Ach, da muß ich den Kandidaten holen," rief sie; „ivir Wie» ihn überhaupt mit anstellen können; der faullenzt da, in-d wir müssen uns quälen; soll ich?"
Angstvoll blickte Frieda zu ihr auf.
ySitte, bitte, «ein!" sprach sie in fast flehendem Ton.
Ilse sah. ihr gerade in die Augen und sagte nichts'. Nach einer Wuile eifrigen und stillen Schaffens waren fie fertig, „So," sagte Baroneß Ilse und setzte sich mit kühnem Schwung ans das breite Fensterbrett, schlug ein Knie über das andere und verschränkte die Arme. „So, es wird fast schon dunkel; nun Kommen Sie her, wir plaudern noch ein wenig. Setze U Sie sich «ns den Hocker da; erst will ich mir eine Cigarette nn» stecken." — Frieda schaute auf sie, als das kurze Aufslammen das interessante MLdchengesicht schnell erhellte. „Wie ist sie schön!" dachte sie wieder bekümmert.
„Nun sagen Sie mir 'mal, Friedachen," begann die Baroneß, „was haben Sie eigentlich gegen den Kandidaten? Wenn er dabei ist, dann sind Sie die reine Karthäuser-Nonue, und eben wollten Sie ihn auch nicht holen lassen. Ich finde ihn sehr nett nick hätte die größte Lust, mich in ihn auf Festdauer zn verlieben. Ist Ihnen »wch nie so zn Mut gewesen? Seien Sie ehrlich. Kleine! Oder können Sie ihn nicht leiden?"
Frieda atmete tief und rang die Finger, außer Staii.de zu antworten. Sie hatte das Gesicht abgewandt.
„Keine Antwort? Run, das ist auch immerhin eine!" Sie sprang herunter und kniete neben Frieda hin. „Mein armcS Kind, nun will ich Ihnen einmal etwas erzählen: Sie sind wahnsinnig in Ihren schönen Kandidaten verliebt, und wir könnten uns «Bit ehrlich um ihn schlagen oder vertragen. Aber eins sollen Sie mir vorher sagen, Kleine. Haben Sie sich von ihm küsset! lassen? Und hat er Ihnen etwas versprochen?"
Frieda taitüe mtfsprnigen, aber die Arme des Edelfräuleins hielten sie fest.
„Nein, fo entrinnen Sie mir nicht!" lachte sie übermütig^. „Sehen Sie, ich bin ein tolles Ding und langweile mich hier meistens §tun Sterben und sehe wirklich von meinem Standpunkt aus gar kein Unglück darin, mit einem liebenswürdigen Manne, der kein Dummkopf ist, einen kleinen Flirt zu machen; und Ihr Kmididat gefällt mir ausnehmend. Ich habe ihn eben zwar etwas schlecht behandelt, dainit er nicht übermütig >vird, denn er ist verwöhnt und eitel; — Nun will ich aber von Ihnen wissen, wie Sie mit ihm stehen!"
(Schluß folgt.)


