Ausgabe 
16.12.1908
 
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^"Das Cdelfräuftin lächelte tut Dunkeln Vor sich W LsttljKer Mell' . . , l-'-d er W Mui!

Frieda deckte die Hand über die Auge»:Was bi» ich »cbeii ihr?" Sie wußte» beide, warum cv das Licht »»gezündet.Sis stiehlt ihn wir und har ihn mir schon gestohlen!" dachte Frieda. Das Herz tat ihr iveh. »

Fr-äulein Effert, Sie schlafen wohl? fragte dre Bavoueg

nach einer Weile. ,

Tfeitb" klang leise, wie klagend,ich suhle Mich inrchr

Geduld! Wir sind bald da. lind Sie wissen:Kognak, Ged-d tu? Hafergrü« ist zli alle» Dinge» na > , la»- meist lckader Beiter, der KapitLn-Lentnaut, zu sage» Pflegt.'

Und sw fuhren weiter durch die Nacht mit ihre» GedahkeN.?

^Öi? sehe» Sie. elend ans!" war das erste Wort, mit dem

Frieda von ihrer Gräfin empfangen wurde.

Sie konnte sich kaum auf den Füßen halten.

Ja, Frau Gräfin, Sic haben recht. Davs m mir beit xe6 Ms mein Zimmer bitten? Ich möchte mich gleich znrnckrtehen.

Er hat mit mir gespielt!" sprach eine klagende Stimme ti£ ihr.und nun will er's nicht gestehen, weil er Mitleid nut »in! tat. Ja, wären wir allein geblieben! Aber die schone srveuö tut'A allen an!" Bor ihr in- vollem Glanz der äugend uitoi blühender Schönheit stand die Bavoneß und streichelte ihr die kaltes blassen Wangen. Wie in banger Scheu sah sie zu ihr auf.Gut« ! .Mute »acht! Gute nacht!" Die Tranen traten ihr nt dul

\ das Auge des Kandidaten faßte den Gegensatz zwischen

den beiden Mädchen mit Feuer auf. Arme Frieda!

Am Abend klebten sie goldene Ketten, und die

Nüsse sogen schimmerndes Festgewand an. Er saß bei.derfreund-,. I i-iApif Arbeit allein mit der Gräfin und dev Barone» am Tisch, die Nede chng behaglich unter ihnen hi» und her, und die leuchtet den Anqeil des Fräuleins schauten in die seinen, wenn fe<M liebenswürdige Anweisung gab, oder ihre zarten Finger rührte» Ml seine Hand, wenn sie ihm zeigte, wie er den Tannenzapfen nnt

I wj-üffe. betupfen sollte, um das Blattgold zierlich darauf M | fMgen, ©?' wohl war ihm nie gewesen. Das war ein mackstiger

Zauber eigener, ungekannter Art. Wie berauscht gmg er spat,dc^ i <bana zu seinem Zimmer hinab. Dort war Frieda - ~ .

L7L Herz stürmisch bewegt, schritt ev vorüber. Sie schlick nicht Sie lag mit brennenden, wachen AugennndhMst dl« beißcik, kleinen Hände vorS Gesicht geschlagen. Und hinter der- $ dort am anderen Ende des Ganges stand Baroneß <>lsr ! wrM' Spiegel rntb hatte die weißen Anne mbobein nur ihr I lösen, das in aschblonden Wogen unr das süße, stolzd

I kurirht flutete und um die runden Schultern; und ihre sticheln>.

Kvven PMchcn stiftEr gefällt mir wirklich! Aber was ist ö mm rnst dem mnm! Mädel? Sie hat sich unheimlich verändert -egen früher!" Gut war, daß dev Kandidat nichts fth und hmft g»s beiden Stuben. Es hätte ihn die Nachtruhe gestsstt.

Es war nm nächsten Adorgm Der Kandidat saß «nM-g «ich

Baroneß Ilse.

Novelle von G e r ha r d Walt e r.

Nachdruck verboten.

(Fortsetzung.) |

, Ich mußteiiiiit heraus," rief das EdelsrSuleut lustig aus I dem Kutschenschlag heraus.Ich war schon im Begriff anzn- wachsen. Hier, Fräulein Effert, kommen Sie M mW. - Am so, l ,wch einer! Hoffentlich tverden Sie nicht seekrank! vom vruMmats- I fahren. Herr Kandidat! So, nun widd'S geheut Atem Ur- I ahn hat diesen Schlitten, gesicherter UeberlftfemM nach, I in der »lrche Noah's mit bergen lassen: daher- riecht er auch so müssig. Unsere Fantilien-Nrkimden sollen au, besondere» Be- | fehl des' Erzengels Michael darin verstaut gen'eftn sein. So, I Johann! Nun los!" ' 1

ES war eine wohltönende, klare Müdchenstinkme, die so plan- I derte. I

Ihnen ist wohl nicht gut? Sie sitzen ja so still, oder graulen Sie sich?" lachst sie. leise.Seien Sie unbesorgt, Wik tun cm er» schutzlosen Kandidaten nichts zuleide! Nicht war, Fraulein L-btt- Der Kandidat schwieg beharrlich. I

Es war draußen dunkle Nacht und im Schlitten undnrckMng- s Tiefte Finsternis. Ein süßer Duft von Beilcheir strömst Made jetzt durch den engen Raum. Der Kandidat atmest nnt Wonne den köstlichen Geruch ein. . ,. , ,

Aist das war Baroneß Ilse, die vielbesproupne. Sft soll», ja ein so verführerisches Weib sein. Nun, er, war gefeit. Uber ftheil inußte er sie. Schnell zog er feilt Feiterzeug vemuS strich eilt WachAkerzchen an. Heller, gelber schein blitzte plö lich ans durch den engen Raum. Ihm gegenüber leuchtete aus bei Tuntel ein reizender MÄchenkopf auf. Unter weißem Schwan quoll eine Fülle aschblonden Haares hervor, irnd das Licht spiegeüe sich einen Moment in zwei lvunderschoneu, großen blanen Madch'm- äugen die tief erstaunt und erschrocken auf blickst». Um» daneben faß, müde znrückgelehnt, die Augen geschlossen, Frieda, lind das Lichtchen erlosch. m lltoI(,lt

Nun?" hörte er die. stimme der Bavoneß, ,,-i- üotien JWT,l,Ättum?"bU Erlaubnis bitten, mich Ihnen bei Acht vor. teUXbSte*im Dunkel» denselben Eindruck geuE!" gab 4ÄWSA-Ä****

des Viererznges, das Gleiten, Schnurvenii'd Poltern der

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