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feine Ettern, die hergekommen waren, ihn jn verheiraten, wie RE imr sagte der alles zu wissen schien, - und neben ihm ein schönes Mädchen, mit dem er lachte und scherzte"

Lona mußte einen Augenblick ruhen, bevor sie weiter sprechen konnte, dann fuhr sie fort:Ich habe manchmal gedacht, daß meine Schuld dadurch so groß geworden ist, weil meine Liebe so öwß war Aus ihr ist eine ebenso gewaltige Eifersucht entbrannt, die mir den Verstand raubte. Ja, es ist wahr, ich habe an ^ohns Umreue geglaubt, habe ihn geschlagen und zurückgestoßen, als er sich mir dort auf dem Hügel nahen wollte. Hinterher ersr nun ich halb und halb wieder zur Besinnung, und eine Stimme in meinem Herzen fing an mir zu sagen, ich hätte ihm unrecht gerau. Aber wenn es so war, warum sandte er mir keine Zeile, warum schrieb er mir kein Wort, um sich zu rechtfertigen? Ich habe darauf gewartet Tag für Tag, Stunde für Stunde. Aber kein Brief ist gekommen. Endlich schrieb ich selbst: ich sandte ihm das Schreiben durch eine alte Dienerin, die ich für treu 1 ... mir ergeben hielt. Sie brachte mir den Brief uneröffnet Sinucr mit der Botschaft, Sahib Darrow habe sich geweigert, ihn in Empfang zu nehmen. Nun war es aus. Ich habe mich gegen nichts mehr gewehrt, was mich traf, ich habe sogar Rama Ragobah geheiratet, als meine Eltern es immer dringender for- berien. Vch fytbe dann gehört, daß auch John sich verheiratet hat mit jenem Mädchen, das ich neben ihm im Wagen gesehen t^te. Und doch, ganz allmählich ist mir wie ein fernes Licht ote Ueberzeugung aufgedämmert, daß wir beide einem schändlichen Betrüge zum Opfer gefallen sind, daß eine solche Untreue von einem Manne unmöglich war. llnb endlich habe ich die Bestätigung für diese BermMung erhalten. Sterbend hat mir jene alte Dienerin offenbart, daß sie von Rama bestochen und ein Werkzeug in feinen Händen war. Sie hat ihin zuerst meine Liebe zu John verraten, sie hat Briefe von ihm aufgefangen und vernichtet und mein Schreiben niemals zu ihm getragen. Ich durfte wieder an mein Glück glauben lernen, als es zu spät war; aber an Rama habe ich mich gerächt und räche mich täglich, indem ich ihm immer aufs neue zurufe, daß ich ihn hasse und John Darrow ttebe bis an meinen Tod! Ich dachte, ich könnte ein Mittel finden, dich ins Vertrauen zu ziehen, damit du dem Sahib Dar­row alles mitteiltest, und meine Seele in Frieden, wenn auch nicht ohne Schmerz, von hier scheiden könnte. Aber dies ließ sich' nicht so leicht ausführen, wie ich dachte. Tage vergingen, ehe ich einen Versuch machen konnte, der mir nur zeigte, wie scharf ick) bewacht wurde. War Ragobah selbst nicht da, so hatie regel­mäßig jemand den Auftrag, jede Bewegung von mir im Ange zu behalten. Laß dir nur noch so viel sagen, daß ich schließlich mein Ziel allein dadurch erreichte, daß es mir gelang, den Ueber- bringer des Briefes an dich für mich zu gewinnen, einen Diener, auf den Ragobah das größte Vertrauen setzte, wie ich es mit jener falschen Dienerin getan hatte. Als Ragobah heute morgen fortging, überlies er mich Kandias Hut, und so allein wurde dein Kommen ermöglicht.

Es istd'ßneit, denke ich, ans Sahib Darrows Mitteilungen schon bekannt, was sich bei seiner letzten Zusammenkunft mit xonn auf dem Malabarhügel ereignete. Kurze Zeit darauf hei- ®*tete sie Ragobah, gegen den sie immer einen kaum verhehlten Ab scheu empfunden hatte. Ich sah sie damals nur selten, trotzdem fiel ntir eine große Veränderung an ihr aus. Nur auf eine Sbeife konnte ich mir ihr Verhalten erklären, nämlich, daß sie ihren Geliebten treulos gesunden und, wie man sagt, zum Trotz Ragobah geheiratet habe. Ich muß gestehen, mir gefiel dies nicht, und ich ging ihr fortan möglichst ans dem Wege. Ich hatte fch schon viele Wochen nicht gesehen, als ich eines Tages durch eine schriftliche Mitteilung von ihr überrascht itnirbe. Der Brief war kurz und machte solchen Eindruck auf mich, daß ich ihn noch Wort für Wort auswendig weiß. Sie schrieb:

Lieber Vetter!

Ich sende Dir diese Zeilen durch Kandia, damit Du sie erhältst, ehe es zu spät ist zur Erfüllung meines Wunsches. Ich bin im Hanse meines Mannes' wie ein gefangener Vogel. Jede Bewegung von mir wird bewacht, und man ließe Dich gar nicht ein, wenn mein Mann hier wäre. So bitte ich Dich flehentlich, komm sofort, damit ich Dir meinen letzten Wunsch anvertrauen kann, ehe Ragobah zurückkommt. Ich liege auf beit ^Tod, Moro, und von Dir hängt es ab, ob mein Geist je Ruhe findet, oder endlos unter den Klauen einer bitteren fheue sich winden muß. Mein Geheimnis brennt mir wie glühendes Blei auf der Seele, und Dir allein kann ich es enthüllen. Komm komm sofort! Lona."

Sie Kinnen sich besser den Eindruck dieser Worte auf mich vorstellen, als ich ihn zu schildern vermöchte. Ich wußte nicht einmal, daß sie ernstlich krank war, und nun kam mit der dringenden Bitte um eine Unterredung die traurige Kunde, daß sie ihrem .Ende nahe war. Unverzüglich eilte ich zu ihr und sand sie in einem 3ußtanb fieberhafter Erwartung und voll Furcht, ich würde nicht kommen können, oder ihr Mann vorher zurückkehren. Sie war nur noch der Schatten ihres früheren Selbst, und ich empfand Mit Schmerz, daß sie in der Tat dem Ende ihrer Tage nahe sei.

Ich wußte, ich konnte mich auf dich verlassen, Moro," sagte sie bei memem Eintreten,wenn ich auch glaube, ich habe deine Zuneigung verwirkt. Ich sagte mir:Er wird kommen in Er­innerung an seine früheren Gefühle zu mir," und ich habe mich Nicht getauscht.Ja," fuhr sie fort, als sie mein schmerzliches Instaunen über ihren Zustand bemerkte,mit mir ist es bald ans.

hatte nicht einmal so lange gelebt, aber ich konnte nicht sterben, ohne mich ausgesprochen, zu haben. 9tun wird mich nichts mehr hindern, und der Kampf wird bald vorüber sein."

Nach einem Augenblick des Schweigens fuhr sie fort:Es ift feine sehr lange Geschichte, und ich denke, ich beginne vom erstell Anfang an. Du erinnerst dich noch, daß ich von einem Engländer, einem Herrn John Darrow, vom Tode gerettet wurde. Wir traten nachher zneinaiider in ein inniges Verhältnis und wollten uns heiraten. Meine Eltern waren durchaus gegen diese Verbindung. &ie hatten meine Hand Rama Ragobah versprochen I und waren entsetzt, daß ich die heiligsten Vorschriften der Kaste durch Verehelichung nicht nur mit einem außerhalb der eigenen We Stehenden, sondern sogar mit einem Fremden und einem Christen verletzen wollte. Das hatte jedoch nur die eine Folge, baß wir uns insgeheim trafen und zwar bei dem großen Bananeii- baum auf dem Malabarhügel, wo ich die glücklichsten Augenblicke meines Lebens verbracht habe. Tort war es auch, wo wir eines Abends verabredeten, einander für immer anzugehören und mit- frtmmen zu entfliehen. Ehe jedoch diese Stunde schlug, trat etwas ein, das mich selbst und mein Leben von Grund ans verwandelte. Rama Ragobah hatte bis dahin nur ans respektvoller Entfernung um mich geworben, gerade in jenen Tagen trat er unter Zu­stimmung meiner Eltern offen mit feiner Werbung hervor. Ich wies ihn ab und sagte ihm ohne Rückhalt, daß ich ihn nicht lieben blitzte er mich mit seinen bösen Augen an und sagte: "L'M weiß schon, weil btt einen anderen liebst!" Ich gab keine Antwort, er aber fügte leise hinzu:Und wenn ich bir fcX'Ht9"lLöeße' bc.1' englische Hund dich mit einer anderen meiß eo r § Tbe 'UC ein WinS Herz gestoßen. Ich weih, c.? war schlecht und gemein von mir, John zu mißtrauen,

? LT ®eiDaIt Über die Eifersucht? Auch ich habe heißes Blut gehabt, jetzt wird es bald erstarren für immer, unb feine Worte brachten es in wilbe Glut. Ich will nicht fchiloern, was in mir vorging; genug, ich folgte Rama, als er ' mtr Tagte, baß er mich an einen Ort führen wolle, wo ich mich mit eigenen Augen von Johns Untreue überzeugen könne. Dort mV* gesehen, und mein Herz ist mir fast gebrochen bei dem Anblick. Er fuhr an mir im Wagen vorüber, ohne daß er mw) sehen konnte; ein paar ältere Leute saßen mit ihm darin -

(Fortsetzung folgt.)

Mche Md §chu!e in Watzenborn Steinberg - Earbentrich im \L Jahrhundert. (Original-Artikel derGieß. Fam.-Bl.)

(Schluß.)

Der erste Pfarrer von Watzenborn, der unter den ge­gebenen Verhältnissen hier nicht aushalten konnte, war Jl i c o I a n s E l e Ni e n s ex inferior! Hassiaco (Niederhessen) uni) war daselbst von 16071624 tätig. Bei der einge- tretenen Vakanz sand sich kein Bewerber um die Pfarrstelle /cmTT^enbtV'11' Superintendent Winckelmann in Gießen (Mitbegründer der neuen Hochschule) hat eine Frau Weiß aus Garbenteich, die daselbst begütert war,zu sich er- fordert oud ihr angezeiget, ihr sohn könne am bestensten diese Pfarrstelle annehmen, weil sie ihre eigenen Güter zu Garbenteich hatte, als welche ihr sohn gebrauchen und darauf seine eigene uahruug durch gottes wegen suchen konnte. Obwohl nun mein Vatter (schreibt der Berichtcrstat- ter, ochsen Sohn, Pfarrer Joh. Georg Weiß) als ein junger studiosus noch gern eine Zeitlang aus der Universitaet bleiben were, hat ihn doch endlich seine mutter beredet dahie diese Pmrre angenommen oud anno 1624 aufaeführt (ein- gesuhrt) worden ist. Da er dann bald, so viel thun möglich gewesen, noch etliche guter ferner erkaufet und davon seine gute nahrung gehabt hat. Nachdem nun mein Vatter 46 Jahr im Predigtamt gewesen, hat ihm H. D. Haberkorn gerathen, er unch zum adjuncto annehmen, darin mein Vatter gewilliget vend bin ich nach erlangtem hochfürstlichen consenA