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die edlen und lachenden Eigenschaften der Jugend bewahrt haben. Sie haben Herzlichkeit und Fröhlichkeit, sie interessieren sich leidenschaftlich für das gesamte Leben und geben sich an alle modernen Ideen, an alle Gefühle der Gegenwart hin . .
* Die Abtrennung der englischen Kirche von R o m ist zunächst aus ganz äußerlichen Gründen und ohne Umgestaltung der Lehre durch den von 1509 bis la4 < regierenden König Heinrich VIII. erfolgt, der feine königliche Macht dem Papsttum gegenüber geltend machte.. In seinen kirchlichen und religiösen Anschauungen ivar er ein entschiedener Gegner Luthers. Noch kurz vor dem Schluß des Wormser Reichstages hat er Kaiser Karl V. in einem Schreiben dringend aufgefordert, die giftige lutherische Ketzerei mit Feuer und Schivert auszurotten, wofür ihm vom Papst der Titel eines Defensor fidcr (Verteidiger, des Glaubens! verliehen wurde. Den Anlaß zu Heinrichs Bruch mit Rom gab seine Ehescheidung von Katharina von'Aragonien. Ziefer Ehe waren drei Söhne und zwei Töchter entsprossen, aber die Söhne waren alle drei gestorben 'und von den Töchtern nur eine, Maria, am Leben geblieben. Bei der andauernden Kränklichkeit der Königin war auf keine weitere Nachkommenschaft zu hoffen, iind da bis dahin in England eine weibliche Thronfolge! nicht zu Recht bestand, so wäre der Thron ohne Erben geblieben. Mehr noch als die Sorge um die Throufolge veranlaßte den König feine leidenschaftliche Liebe zu Anua Boleyn, einer reizenden Hofdame der Königin, feine Scheidung von Katharina zu betreiben. Diese letztere war vor ihrer Ehe mit Heinrich VIII. mit seinem verstorbenen Bruder vermählt gewesen, und eine solche Verbindung war nach den Satzungen der katholischen Kirche unzulässig. Aber Papst Julius II. hatte trotzdem seinerzeit den päpstlichen Dispens erteilt. Dessenungeachtet machte Heinrich jetzt nach 18jähriger Ehe seinerseits geltend, daß er sich in seinem Gewissen durch die Uebertretrmg des kirchlichen Gebotes bedrängt fühle, und er forderte vom Papst Clemens VII. die Genehmigung feines Scheidungsgesuches. Der Papst zeigte sich auch anfangs geneigt, die Verbindung mit Katharina von Aragonien, einer Tante Kaiser Karls V., zu lösen und den Dispens seines Vorgängers zu widerrufen. Da er aber der Hilfe des Kaisers in feinem damaligen Kriege mit Frankreich bedurfte und es daher mit ihm nicht verderben wollte, verweigerte er die Ehescheidung. Das Ende des langen Streites war, daß Heinrich auf den Rat des frommen Bischofs Cranmer, ohne sich an Rom zu kehren, die Scheidung von Katharina vollziehen und sich Anna Bvlehn antrauen ließ. Der Papst antwortete mit der Nichtigkeitserklärung der neuen Ehe und tat den König in den Bann. Heinrich aber vollzog, den Bruch mit Rom, indem er der Bannbulle des Papstes die Suprematsakte vom 15. September 1534 entgegensetzte, m der die Oberherrschaft des Königs und seiner Nachfolger über die Kirche von England und bereit Unabhängigkeit von Rom zum Gesetz erhoben wurde. Mit Ausnahme des Papsttums aber hielt Heinrich VIII. an allen Satzungen und Einrichtungen der kathol. Kirche fest. In dem Königsbuch, das er als Oberhaupt der Kirche im Jahre 1539 erließ, wurde in sechs Artikeln, die man das „blutige Statut" genannt hat, bei Strafe der Verbannung und des Gehenktwerdens jede Aenßerung gegen die Verwandlungslehre, die Kelchentziehung, die Ehelosigkeit der Priester, die Mönchsgelübde, die Messe und die Ohrenbeichte verboten, und mit unerhörter Grausamkeit wurden die Artikel in Anwendung gebracht. Vergebens versuchte Cranmer den König zu einem milderen Verfahren zu bestimmen. So hat Heinrich VIII., indem es ihm nur darum zu tun war, dem Papsttum gegenüber feine königliche Macht zu behaupten, mit roher, sinnlicher Faust in die religiösen Fragen der Zeit eingegriffen, die in Deutschland im innersten Gemüt getragen und bewegt wurden. (Aus „Bildersaal der christlichen Welt" von Hofprediger D. Beruh. Rogge. 40 Lieferungen zu je 40 Pfg. Stuttgart, Union Deutsche Verlagsgesellschaft.)
Landwirtschaftliches.
—- Die deutsche Landwirtschaft. Von Dr. Walter Claaßen. („Aus Natur und Geisteswelt." Sammlung wissen- fchaftlich-gemeinverständlicher Darstellungen aus allen Gebieten des Wissens. 215. Bändchen.) Verlag von B. G. Teubner in Leipzig. Mit 15 Abbildungen und 1 Karte. 8. 1908. In Leinwand geb. Mk. 1,25. — „Sie Landwirtschaft", „hie Industrie" — die beiden Schlachtrufe beherrschen unsere innere politische Entwicklung feit nun drei Jahrzehnten. Daß die Gegensätze oft so scharf äufeinanderplatzen, liegt nicht zum kleinsten Teile daran, daß man den anderen nicht kennt, und in der Tat ist die Kenntnis des Wesens des landwirtschaftlichen Berufes, seiner natürlichen, technischen und wirtschaftlichen Grundlagen, seiner sozialen Organisation und seiner nationalen Bedeutung heute immer mangelhafter geworden. Darum darf das vorliegende Bändchen begrüßt werden, das ein übersichtliches Gesamtbild des ganzen großen Gebiets der deutschen Landwirischaft in ihrer mannigfaltigen Verknüpfung mit der nationalen Sltltnr gibt, das als solches nicht nur für den städtischen Laien, sondern auch für den Landwirt selbst von Bedeutung ist. Ter Verfasser bespricht die iiatürlicheii 'Bedingungen (Klima, Terrainverhältnisse, Boden) und die Grund
lagen der Bodenbereitung, und behandelt sodann die Technik des Acker-, Miesen- und Weidenbaus und der Viehhaltung, sowie die Betriebs-Organisation. Daran schließt sich eine Darstellung der volkswirtschaftlichen Bedeutung des Landbaues, der daraus sich ergebenden Wirtschaftspolitik und schließlich der Rolle, die der Mensch als Produktionsfaktor und die andrerseits das Landvolk im Lebensprozesse der Natioit spielt. Menn auch die ganzen Ausführungen' verraten, daß sie von einem warmen Freunde der Landwirtschaft geschrieben sind, so ermangeln sie doch nicht der erforderlichen Objektivität, um das Interesse aller derer zu fesseln, die sich über die wichtigen Fragen des gegenwärtigen nationalen Lebens unterrichten wollen. >
Pflücken
Rösselsprung
Dr. E. N c n n i n g.
Gießen.
Auflösung in stächstcr Nummer.
— Journal,
e
I — Jour, x = Kardinal.
Wenn du durch die Fluren gehst, Durch die grünen Blatten, Und dich stärkest und erquickst In des Waldes Schatten, Wieviel Schönes kannst du schau'n Ueberall am Wege, Edler Pflanzen Wohlgestalt, Tiere flink und rege!
Blumen, die mit reichem Tust Laben und erfreuen,
Bänme, die mit süßer Frucht Mut und Kraft erneuen!
Vögel hört dein lauschend Ohr Fröhlich jubilieren, Ueberall voll Lebenslust In den Waldrevieren.
So schon' auch mit offnem Sinn Aus des Lebens Gängen!
Du wirst scheu hier und dort Edle Früchte hängen.
Stille sie erwarten dich, Um dich zu beglücken.' Geh' nicht achtlos deinen Psad, Lerne schau'n und pflücken!
Auflösung der Gleichung in voriger Nummer: a = Okarina, b — o, c — Ina, d — Dido,
Tausend Gaben liegen da, Brauchst dich nur zu bücken.
Tu' nur deine Augen auf
Lerne schau'n und pflücken! Ang. Ammann,
Erziehung.
— L i s ch n ews ka, Maria. Di e geschlechtliche Belehrung der Kinder. Zur Geschichte unb Methodik des Gedankens. Vierte Auflage, gr. 8°, 45 Seiten mit 2 Tafeln in Farbendruck für Schnle und Haus. Preis 70 Pfg. Frankfurt a. M., I. D. Sauerländers Verlag. — In letzter Zxit hat sich in den weiteren Steifen des Volkes die Erkenntnis der ans geschlechtlich-sittlichem Gebiet bestehenden schweren Schäden gestärkt. Mit Gesetzen nnb Polizeimaßregeln ist das Uebel nicht zn heilen, wohl aber durch Verbreitung reiner und edler Auffassung des Sexuallebens unter der Jugend. Zn diesem Ziele ist die vorliegende Schrift ein vorzüglicher Wegweiser, der in ber. Hand keines Lehrers, keiner Mutter fehlen sollte.
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Redaktion: P. W ittko. — Rotationsdruck und Verlag der B rLhl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.


