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Blick in die am 9. April erschienene, Wer 100 Seiten starke Rhein-Nummer erbringt die tteberzeugung, das; I. I. Weber, der Verlag, hier etwas geschaffen hat, was nicht nur durch seine Reichhaltigkeit an wertvollen Beiträgen in Wvrt ulld Bild jeden Beschauer besticht, sondern das tatsächlich eine ebenso wertvolle wie originelle Bereicherung der Rhein-Literatur darstcllt. Her- vorgehoben sei: „Eine Frühlingsfahrt an den Rhein" von M. Bigge, Generalmajor j. D., „Im Moseltale", eine Schilderung von 91. Trinius, und „Fveud haben!", eine rheinische Plauderei von Leonore Nießen-Deiters. Anerkennung wird auch die Skizze „Morgen im Venn" der! gefeierten Klara Biehig und nicht minder der Heimats'gruß von Rudolf Herzog: „Im Bannkreise der Sieben Berge" finden. Arthur Rehbein führt den Leser in „Ruhmreiche Berge" (Das Bergische Land), indessen der leider so früh verschiedene Wilhelm Holz am er mit seiner „Heimat am Rhein" und der nimmermüde Johannes Trojan mit „Der Rhein" durch ihre stimmungsvolle Lyrik den textlichen Inhalt vervollständigen. Ueberboten wird dieser Teil des Heftes noch bei weitem von der Fülle der Illustrationen. Nur die bestechendsten Schmuckstücke der die Zahl 100 übersteigenden Abbildungen seien hier kurz erwähnt. Da ist: „Schloß Rheinstein" von Hartung, „Rüdesheim und das Binger Loch" von Prüll, „Bad Ems" und „Königswinter" von Professor Preißler, der auch „Das Sieben-- gebirge" und „Honnef von Rolandseck aus gesehen" sämtlich nach Originalaquarellen beigesteuert hat. Ferner fällt in die Augen: „Köln am Rhein" von Wielandt, „Zons" von Nikutowski, „Kleve mit der Schwanenbuvg" von demselben Künstler und „Vorabend von St. Martin in Düsseldorf" von Hermanns. Der Aquarellist Hermann Beunier hat „Das Bergische Haus" und eine Ansicht von „Barmen" zur Verfügung gestellt, indessen Fritz von Wille mit der nach seinem Aquarell „Das Dotenmaar in der Eifel" geschaffenen ganzseitigen Reproduktion die Reihe der Farbendrucke, unter denen noch „Der Königsstuhl zu Rhens" von Deiters und bin Bild von „Koblenz" von Hartung hervorzuhcben sind, schließt. Die übrigen Abbildungen, von denen eine große Anzahl von meisterlichen Darstellungen üt Photographieton, die farbig um- rahmt find, und der wertvolle kartographische Bestand besonders ins Auge fallen, namentlich hier aufzuführen, erlaubt der Raum nicht. Sie alle schaffen in ihrer Gesamtheit ein wundervolles Bild des Rheinstwmes, unterhaltend und belehrend zugleich. Auch spiegelt sich in dieser Nummer in Wort und Bild die gigantische Bedeutung des rheinischen industriellen Lebens. Der Leser gewinnt Einblick in das hastende Schaffen des vielgestaltigen Werk- stättenbetriebs am Rhein, er fühlt den Pulsschlag des rastlosen rheinischen Gewerbfleißes und lernt das dichtgesponnene Netz der Technischen Betriebe aller Art kennen. Ein Artikel: „Die volkswirtschaftliche Bedeutung der rheinisch-westfälischen Industrie" von Abg. Dr. Beumer, gibt Aufschluß und ziffernmäßige, Belege über die staunenerregende Machtentfaltung des industriellen Gewerbslebens am Rhein. Alles in allem stellt sich dieser neueste Beitrag zur Rhein-Literatur als eine Leistung dar, die bleibende Hochschätzung verdient.
Em Dail in einem Damenklub in St. £oms.*)
(Nachdruck verboten.)
Cupido, der auch an den Ufern des Mississippi sein Wesen treibt, reibt freudestrahlend seine Hände! Ktzin Wunder! In den: Lande der Vernunft und der Dollar hat er sonst recht wenig Gelegenheit, seinem Gewerbe nachzugehen und denkt manchmal schon dran, sich ganz zur Ruhe zu setzen; aber nun auf einmal fühlt er wieder frische Tatkraft: Heute früh hat er durch ein Fenster auf einem Schreibtisch in der . . . th. avenue ein allerliebstes Billettchen liegen sehen und seine sehr scharfen Augen — er mußte lachen, als er dran dachte, daß die Menschen ihn blind nennen — konnten folgendes entziffern:
„Der.....Damenklub, Präsident Ethel E. . ., gibt sich
die Ehre Mr. Frank R... zu seinem am ..... Februar stattfindenden Ball einzuladen. Miß R. . . . wird Sie um 8 Uhr abholen."
Kein Wunder also, daß Cupido sich freut! Ist doch der Damentlub, dessen „Präsident" Ethel R . ., die Tochter des „Major of the City", ist, gar vornehm, dessen Veranstaltungen immer viel von sich reden machen. Natürlich ist auch jetzt wieder der bevorstehende Ball, den die Damen den Herren geben, das Tagesgespräch der Jugend von St. Louis.
*) Eine Gießener junge Dame, Frl. Joh. B., hatte die Güte, uns dieses niedliche Äufsätzchen, das der „St. Louis Times", einem in engl. Sprache erscheinenden Blatte, entstammt, für nns zu übersetzen. Sie meinte, und wir meinen dasselbe, daß es unsere Damenwelt interessieren !vird. Wie in den meisten amerikanischen Zeitungen, herrscht auch in der „St. Louis Times" die ausführliche Schilderung von Begebnissen in den Kreisen der „oberen 4Ö0" vor. Besonders sind cs alle Arten von Tamen-Klubs, über die ausführlich berichtet wird. Und diese Schilderung von der wirklich originellen, echt amerikanischen Veranstaltung des vornehmsten Tamenklubs von St. Louis, in gekürzter und etwas freier lleber- sctznng, spornt vielleicht, so ineint die liebenswürdige Einsenderin, unsere jungen Damen zur Nachahmung an! D!» Red.
Anr Wend des. . . Februar schmücken sich die eilige» laden en Herren in ihrem Kämmerlein zu dem Fest, und selt- sani, diesmal haben die Danien sich mit der Toilette mehr beeilt, und ehe die Hetzren es sich versehen, fährt vor ihrem Haus ein elegantes Coups vor, ihm entsteigt der weibliche Bewerber mit einem großen Blumenstrauß bewaffnet! Natürlich beeilt sich der Herr, aber die Dame ist geduldig und plaudert in der Wartezeit mit der Mutter des Herrn über die mutmaßlichen Witterungs'verhaltnisse der nächsten Tage re.
Endlich erscheint der „Herr ihres Herzens", sie überreicht ihm den Blumenschmuck, verspricht beinr Abschiednehmen seiner Mutier, ihn gesund und früh wieder zurückzubringen. Sie besteigen das Coups und sausen davon.
2(11 der Tür! des Klubhauses bezahlt die Dame den Kutscher, entläßt ihn mit großartiger Handbewegung und, führt ihren Herrn hinein in die „heiligen Hallen"! Am Eingang wird ihm noch das Portemonnaie abgenommcn, was er sich, weil es von zarten Händen geschieht, und zu dem edlen Zweck, ihn vor jeder Versuchung des Geldausgebens zu behüten, gern gefallen läßt.
Kaum ist er im Saal, so wird er von Damen umringt, die ihm einen Tanz abbetteln wollen, und ift. das „Geschäftliche", das Tänzeverteilen, erledigt, da ertönt die Musik und alles wirbelt dahin!
Was dann noch alles folgte, Essen, Reden, und vor allem die Ausschmückung des Saales, das zu beschreiben, ist nicht gut möglich. Es war eben der Höhepunkt der „saison"!
Cupido aber denkt nicht mehr dran, sich zur Ruhe zu setz.. , da ihm die „St. Louis-Girls" so nette Gelegenheit gegeben hatten, sein Können zu beweisen, was er auch sicher gut tat; und nun wartet er nur auf neue Pfeile, denn seine gesamte Munition hat er an dem einen Wend verschossen. Ja, das ivfir’ ein Abend!
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* Setzmaschineübetrieb mittels drahtloser Telegraphie. Eine epochemachende Erfindung, die in einigen Wochen in London vorgeführt werden soll, kündigt der dänische Elektriker Hans Knudsen an. Er behauptet, einen Apparat erfunden zu haben, mittels drahtloser Telegraphie auf weite Entfernung auf einer gewöhnlichen Linotype-Setzmaschine Schrift zu setzen. Knudsen machte diese Ankündigung während der Vorführung eines von ihn; erfundenen Apparates für Fern-Photographie mittels elektrischer Wellen. In einem Raume war ein Sendeapparat aufgestellt, versehen mit einer scharfen Nadel, die über ein auf einer Glasplatte fixiertes Bild geführt wurde. Wenn die Nadel auf eine erhabene Stelle traf, wurde der Kontakt hergestellt, und es entstanden elektrische Wellen, die auf einer an der Wand befestigten Aufnahmeplatte ausgenommen wurden. Von dort teilen sie sich, auch durch die Wand, einem im nächsten Zimmer aufgestellten Empfangsinstrumente mit, das mittels einer Nadel bte Umrisse des Bildes auf eine geschwärzte Glasplatte überträgt. Mittels präparierten Papiers können dann Abzüge von dem Bilde genommen werden. . Knudsen erklärt, seine Erfindung sei noch verbesserungsbedürftig.
* Was Zwirn einbringt. Die Hinterlassenschaft des im November vorigen Jahres verstorbenen Herrn Steward Clark, eines Teilhabers in der bekannten Zwirnfabrikfirma von Clark & Co. und I. & P. Coats, ist nunmehr gerichtlich mit 38945620 Mk. eingeschätzt worden, worin jedoch die ausgedehnten Grundbesitze, als der Erbschaftssteuer nicht unterliegend, nicht eingeschlossen sind. Die Höhe der von dieser Hinterlassenschaft den; Staate zufallenden Erbschaftssteuer übersteigt 5000000 Mk. ^Der dem Verstorbenen im Tode vorangegangene Bruder John hinterließ 10000 000 Mk., und der dritte der Brüder, der im Jahre 1902 starb, Wilhelm, 20 000 000 Mk., so daß die drei zusammen, die nebenbei ihr Geschäft mit sehr bescheidenen Mitteln in kleinem Umfange in Paisley ansingen, nahezu 70000000 Mk. hinterlassen haben, worin der Grundbesitz, der auch auf mindestens 20 000000 Mk. geschätzt ivird, nicht eingeschlossen ist.
* Zu viel verlangt. Der Huberbauer, der die Prügel seiner Ehegenossin nicht mehr erdulden kann, entschließt sich endlich auf Zureden seiner Verwandten, sich von ihr scheiden zu lassen und begibt sich zu seinem Advokaten in die Stadt. Dieser nimmt den Sachbestand zu Protokoll. Der Huberbauer macht die üblichen drei Kreuze,


