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Asorption und Dispersion in der Atmosphäre als wahrscheinlichsten Wert der effektiven Sonnentemperatur 6250° C., dessen Unsicherheit er auf höchstens 300° C. bemißt. Eine Solarkonstante von 1.8 Gramm-Kalorien ergäbe 5600° und eine solche von 4.0 Gramm-Kalorien auch nur 7000°; zwischen diesen beiden ziemlich engen Grenzen muß daher die effektive Sonnentemperatur liegen. Die wahre Sounentemperatur ist daraus wieder nur mit großen Schwierigkeiten zu ermitteln, da die Sonne eine außerordentlich hohe Atmosphäre besitzt. Scheiner berechnet die wahre Temperatur der Photosphäre zu 7000° C. A. St.
Gesundheitspflege.
— Spiel und Sport als Mittel gegen die Kurzsichtigkeit. Da die Kurzsichtigkeit in ganz erheblicher Weise zunimmt, so ist es erklärlich, daß sich die Aerzte mit ihrer Verhütung und Vorbeugung mehr und mehr beschästigen. Eine sehr übersichtliche Arbeit in dieser Beziehung hat Prof. Dr. Best in der „Münch. Med. Wochenschrift" veröffentlicht. Er geht dabei auf die Verhältnisse in den Volksschulen und höheren Schulen ein und stellt als wesentliche Ursache der Kurzsichtigkeit die Nahearbeit hin, denn nach ihm macht das Lesen und Schreiben und teilweise auch die Handarbeit die Augen unserer Kinder kurzsichtig. Viel richtiger als gute Beleuchtung ist daher die Einschränkung der genannten Tätigkeiten und die Verbreitung dieser Kenntnisse in allen Bevölkerungskreisen. Ganz besonders schlecht kommt bei ihm das Alphabet fort. Laternische Buchstaben sind weit einfacher als dre stark verzierten deutschen und deshalb auf weite Entfernung lesbar. So sind %. B. die großen deutschen Druckbuchstaben erst auf Lhsfache Entfernung der entsprechenden lateinischen bei Verwendung der Sehprobenbuchstaben zu erkennen. Best hält es für einen falschen Patriotismus, daß das deutsche Alphabet immer noch beibehalten wird. Er erachtet es vielmehr für eine Pflicht der Augenärzte und überhaupt der Schulhygiene, für die Abschaffung der deutschen Buchstaben zu wirken. Das Ausland hat demnach nicht ganz Unrecht, wenn es ihnen die Schuld an der Kurzsichtigkeit der Deutschen zuschiebt. Die gewonnene Zeit will Best zu Uebungen im Freien, zu Turnen, Spiel und Sport verwendet wissen, und dementsprechend auch den Unterricht in den höheren Schulen ein» schränken. Den Lehrern an ihnen wirft er ganz besonders vor, daß sie viel weniger als die Volksschullehrer mit den hygienischen Fragen im Interesse der Schüler bewandert sind. Besonders interessiert uns aber das, was er von der Bekämpfung der Kurzsichtigkeit durch Spiele und Sport m Schweden sagt. Während von 1870 bis 1891 etwa 50 Proz. aller Schüler der obersten Klassen kurzsichtig war, ähnlich wie jetzt noch in Deutschland, sind es 1906 nur ettoa 20 Proz. Wodurch ist das erreicht? Nur durch Erziehung der Jugend zum Sport, dem die Nachmittage, die schulfrei sind, gewidmet werden. Nicht allein wegen der Kurzsichtigkeit, sondern auch aus Gründen der allgemeinen Körperpflege hält Best die Pflege des Sportes, auch des Turnens, für ungeheuer, wichtig. Die Sache hat deshalb einen kleinen Haken, weil sie nicht ohne Einbuße an Unterrichtsstunden durchgeführt werden kann, und keiner der Fachvertreter wrll etwas hergeben. Best meint, bei so einleuchtenden Gründen müsse es möglich sein, den Unterricht auf 5 Vor- mrttagsstunden zusammenzudrängen und 4 Nachmittage (2 ßnb frei) offiziell für Spiel und Sport zu reservieren,' auch mrt 2 offiziellen Spielnachmittagen könnte man sich zur Not schon zufrieden geben.
„Stätten der Kultu r". Unter diesenc Sammelnamen erscheint zurzeit eine ausgezeichnete Monographien- folge rm Verlage Klinghardt und Biermann zu Leipzig.
hochwertigen Einzeldarstellungen von Arbeiten ahnncher Art, von Städteführern und kunsthistorischen Essays abzugrenzen, könnte man sie bezeichnen als Darstellungen derStrmmung ausgezeichneter Lokalitäten, wobei als Dar- .in erster Linie die Kunstgeschichte, dann die politische Geschichte und schließlich die Einsicht in den Volkscharakter in Betracht kommen. Es ist also Kulturgeschichte, die hrer m fesselnder Weise dargeboten wird, Kulturgeschichte
Zuspitzung auf den gegenwärtigen Zustand. Uns liegen zwei Bande vor. Paul Ferd. Schmidt spricht über Frank-
surt und Aug. Grrsebach über Danzig. Von dem Bande über Frankfurt haben wir bereits in längerem Artikel Notiz genommen. Der Danziger gibt einem Künstler, Paul Renner Gelegenheit zu starkem Hervortreten. Der mit protzigem Golddruck überladene Einband dieser Monographie aber und auch die aufdringliche Gestaltung des Titelblattes können den Freund stilvoller Buchausstattung nicht befriedigen. Hier geschah durch den Verlag ein arger Mißgriff, der bei weiteren Banden vermieden werden muß.
Vermischte».
, * seltsame Eheschließung. Von einem wunderlichen Brauch der Eheschließung, der noch heute von den Ein- geborenen der Philippinen innegehalten wird, weiß ein französisches Blatt zu erzählen. Wenn zwei Seelen sich dort gefunden haben und entschlossen sind, sich zu heiraten, so gehen die Eltern und Freunde auf die Suche nach zwei Zungen Palmenbäumen, die schlank, gerade, etwa gleich groß * . angemessener Entfernung voneinander gewachsen Mn müssen. Hat man bie Bäume gefunden, so werden die Brautleute verständigt, und am Hochzeitstage begeben sich diese, von den Eltern und Freunden gefolgt, zu den beiden Baumen. Auf ein gegebenes Zeichen beginnen Braut und Bräutigam jeder an eine der Palmen empvrzuklettern. An der Krone angelangt, streckt der künftige Gemahl den Arm aus nach dem andern Bauin und versucht ihn herüberzuziehen. Dies Experiment wird wiederholt, bis es ihm gelingt, den anderen Palmenbaum so weit zu sich! herüberzuziehen, daß er mit feiner Stirn die Stirn der Braut berühren kann, die ihrerseits natürlich nach Kräften sich bemüht, dem Bräutigam die Aufgabe zu erleichtern. Gelingt es endlich so erklärt der älteste der Anwesenden oder der Höchste im Range feierlich die Ehe für geschlossen.
, , * Das Neueste vom Serenissimus. Kindermann hat über die zahlreichen Dachstuhlbrände Bericht erstattet. Nach ecmgem Ueberlegen meint Serenissimus: „Aeh, Kindermann, warum, äh, entfernt man nicht, äh, Stühle von diesen Dächern?".
* Aus der „Jugend". Wahres Geschichtchen. Ein In-, Mrat beauftragt seinen Sekretär, ein Referat auszuarbeitem Als ihm dieser dann das Konzept bringt, sagt er: „Das gefällt wir nicht. Es ist zu verständlich. Das müssen Sie ganz umarbeiten/ Tags darauf bringt der Sekretär das umgearbeitete Kbnzept. Der Justizrat liest es mit Wohlgefallen und sagt dann: „So! Jetzt ist es gut. Jetzt versteh' ich's selber nicht!"
An- und Einsichten.
Sehnsucht haben wir Menschen alle, aber nicht allen wird diese Sehnsucht zur Priesterin der Tat.
Wir hegen und hüten unbestimmbare Wünsche nach unerreichbaren Dingen, und wir vergessen, das Erreichbare zu erreichen.
Sehnsucht macht viele ivillenlose Träumer, aber sie soll auch starke Streiter erziehen.
Poll Sehnsucht lein, das heißt nicht nur, ein sernes Gttick ersehnen, sondern auch geivappnet ausziehen, es zu suchen.
Diedrich Metelmann.
Dreisilbige Charade.
Die beiden ersten tummeln sich Alls sastig grüner Weide Und tragen weiß ivie Blütenschnee Em Kleid so weich wie Seide.
Da treiben sie, die muntern Drei, Alis ungeschickten Beinen U>ld schreien hungrig stets dabei Zur Freude unsrer Kleinen.
Das Ganze aber ist ein Ort In Starkenblirgs Gefilden, Wo Arbeitslust und Bürgersinn Das schöne Ganze bilden.
Lauterbach. E. K.
Auslösung in nächster Nummer.
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Auflösung der Scherzfragen in voriger Nummer:
1) Geld herbei! (Aus: Heidelberg),
2) Behalt sie I (Aus: Elisabeth),
3) Auf Wiedersehen! (Aus: Neuseewarsheid),
4) Nette Krabbe! (Aus: Traben-Betke),
5) all right 1 (Aus: Lathgirl),
6) Karl, ende! (Aus: Kalender),
7) Prosit Rest! (Aus: Trostpreis).
Redaktion: P. Witiko. — Rotationsdruck und Verlag bet Brüh l'scheu Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen


