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in fein altes Regiment, und
baß er es tut? Ich zweifle
reointcnt freien, vielleicht wirklich daS ivill ich ihm wünschen."
Sie verzog den Mund.
„Meinst du? — Klaubst du, brau. Helmuth verwindet schwer.
8« uns. Auch will ich mich buch nicht umsonst auf dies Zu- fninmenfein gefreut haben. Ich denke mir solch ein f ' drei cm harmonisch, genußreich und sehr anregend."'
Run lachte der Bruder schon herzlich.
„Ja, Edel, daran dürfen wir denn doch nicht denkest, ihn ganz hier behalten zu ivolleu. Er wird-wieder in ein Kap aller ie-
Au§ -er Geschichte -er Ln-sokiana.
Philosophische Fakultät.
lFortsetzung.)
., In der Mitte des 19. Jahrhunderts kamen endlich auch die Botanik und die Zoologie zur philosophischen Fakultät, nachdem fie bis dahin zur medizinischen gehört hatten. Diese uns ganz selbstverständliche Zuteilung erfolgte erst nach denr ^ode Johann Bernhard Milbrands (f am 9. Mai J«46>, der bereits seit dein 9. Februar 1844 nur noch als Professor oer Naturwissenschaften, aber eben in der medizinischen Fa- kiiltat, gelehrr hatte. Am 10. Oktober 1850 wurde Alexander ßr au n als erster Ordinarius für Botanik berufen. Damit kam auch der botanische Garten zur Fakultät, dessen Ge- schichte auch hier in aller Kürze gedacht sei. 1609 als viert-. ® eJ an.^ don dem genialen Junger Ni ann 6^chsdet, 1617 naher an die Universität gelegt und mit
Mauer umgeben, war er während der Marburger Zeit in argen Verfall geratest. Ist den Jahren 1657—64 wurde
, . Ein tiefer Rist ist durch die alte Kamcradschast gegangen, und ich halte ihn nicht für den Mann, der sich „begnadigen" lässt! — Auf jeden Fall ist von alledem doch erst in Jahresfrist die Rede. Jetzt gehört er uns."
Im Fluge ivicheil die Alleebä-iime zurück, Felder und Wiesen kamen in Sicht und entglitten, ein begegnendes Fuhrwerk lenkte zur smsi, bi i Bauer starrte die vorbeirafende Amazone erschrocken an, aber fie nickte ihm grlüstend zu.
E>ier die Grenze von Rothaide — die Felder von Rothaide. Fast verstohlen, begierig glitten ihre Blicke über die wohlgepflegten fruchtbaren Flächen. Dann, sah sie auf den Rappen herab, wie b'Uid und toll seinem Ziele zustrebte, und eine mitleidige Regung überkam fie. Sie begriff plötzlich. Armer Kerl er sticht seinen Herrn! — Wie oft must Helmuth'diesen Weg geritten lein, dast derselbe dem Gaul identisch geivorden ist mit denr unvergessenen Gebieter. Du hast recht, alter Knabe, hier werden ivir ihn zu suchen haben, aber von hier werden luir ihn holen — zu uns herüber.
, dsls sie sich dem Dorfe näherten, zog sie langsam aber nach- driicklich die Zügel an, strich dem Tier beschwichtigend über beit Hals und Ira Diavolo hatte ein Einsehen. Er war nun auch seinerseits zu einer Gefälligkeit Bereit und bequemte sich zu einem vernünftigen Tempo. So kamen sie in den alten Torweg, und wieder suchten Anne Mariens Blicke rechts nud links alles zu erfassen das traute, alte Herrenhaus mit den lichtgrünen! Bäumen davor, — die Ställe und Scheunen in weitem Viereck, den grasten Brunnen mit den Hängeweiden und links den Eingang in den schattigen Garten. Ein Schloß ivar dies Rot- haider Wohnhaus. nicht, doch stand es da mit einer gewissen I feudalen Wurde, ein seit Generationen von Bater auf Sohl', ver
erbter Besitz.
Ter Rappe hielt am Stall. Ja, so hatte es Helmmh also gehaltem Sie mußte lächeln und klopfte mit dem Küopf der Gerts an die Stalltüre. Die ging auf und ein Bursche in Hemdärmeln« einen Wassereimer tragend, trat heraus.
„Ter Fra Diavolo!" — rief er staunend und daS Pferd spitzte die Ohren und wieherte leise.
„Ist die Herrschaft zu Hause?" — fragte die Reiterin.
Der sah zweifelhaft aus.
, "Mr haben doch Heumachen . . . das gnädige Fräulein ist aus der Wiese und der gnädige Herr ist eben in der Schäferei gewesen — kann sein, er ist jetzt in der Gartenhall«!"
„In der Gartenhalle!" — ein herbes Lächeln schärfte ihre blassen Züge. — „das ist ja charmant!" — sie glitt vom Pferde und zog selbst die Sattelgurten locker —- „können Sie ihn etwas iimherführen? Ja? Er ist sehr Heist. — Ist etwa der Herr von Loyseu schon hier?"
„Der Herr Rittmeister? Nein. Ach, da täten wir uns aber freuen!"
Sie wandte sich ab und ging in den Garten. Wie eine, die den Weg ganz genau kennt, schritt sie zwischen den Jasmin- und Fliederoosketts hin gerade auf die dichte Kvniferengrupp« zu, zwischen beten Zweigen das braune Dach der Halle schimmerte. Einigemal blieo sie stehen, der Fust schien nicht iveiter zu wollen, sie griff sich mit der Hand an die Stirn: Was tue ich nur eigentlich — es ist ja unglaublich — und was soll ich ihm denn sagen? . . ,
(Fortsetzung folgt.)
p ■ ' -—” ।— .......v.,...... am Hut. Sie
wußte es) sie saß auf einem durchgehenden Pferde, aber das kümmerte sie nicht im mindesten. Er wird sich schon beriihiaen, der Höllenpriuz.
„Wohl, so sei es" — sagte Wilhelm, sich erhebend — „und hörst du Großmutter rufen? — Der Bespertisch ist gedeckt und >vas luetteu wir, fie hat einen Festkuchen fertiggezcmbert!"
„Ach die Gute!" — sagte Edellraut, sie nahm des Bruders Arm und ging mit ihm herunter, immer noch die Helle Freude der Heimkehr int Gesicht. — — — — _ — __
. Anne Marie von Trost liest sich auf ihren weiten Ritten niemals vom Reitknecht begleiten. Sie liebte das nicht, war ks nicht gewöhnt, es hätte ihr den Genuß total verdorben. Kvnrad Reckuitz prophezeite ihr, Fra Diavolo werde einst ohne sie heimkehren, aber er erntete nur ein Spottlächeln.
Ferner ritt sie nie durch den Park, somit nie in die Gegend von Jarowitz, Rothaide und Hochwerth, sondern stets durch den großen Wirtschaftshof, was so viel bedeutete wie die Chaussee die gerade in entgegengesetzter Richtung nach Braunstadt führte. Loüwitz blieb ihr links, Dalitzsch rechts liegen, und nack ein- stlmdigem Ritt hatte sie endlich ein ihren Wünschen entsprechendes Terrain gefunden, eine weite, unbebaute, kiesreiche Fläche, hier und da von Heide überwuchert, von einzelnen Birken und jungen Tamncht bestauben. Der Boden war uneben und Gräben und Gruben mahnten zur Vorsicht. Das Ganze glich somit etwas der Dvbrauer Flur, und mit spielender Leichtigkeit führte ihre fest« Hand das unbändige Rost über alle Hindernisse.
Eines Tages wurde sie hier von zwei Strolchen augefalleu, Und iveuu es ihr mich gelang, das Pferd herumzuwerfen und den Verfolgern zu entkommen, so sagte ihr doch ein krachender Pistole,i- hW da» sw ihr Leben weniger der eigenen Kaltblütigkeit, wie ^Ungeschicklichkeit des schützen verdanke. Sie schwieg über den Bor,all, aber die Lust, wieder in diese Richtung zu reiten, war E, d^Wugeu. Schließlich gab es auch hinter Hoehwerth gute Gelegenheit, ein Pfero auslaufeir zu lassen. Dort war ein ganzes
-ÄN 8rUFras'geu Dämmtzn eingefaßter Karpfenteiche. nilS der glücklichen Backfischzeit.
,,C vElt Wappen nach dem Park zu und ritt im Mutt die Breite, mit weichem, gelbem Kies bedeckte Fahrstraße hin, Bogen durchquerte. Der Tag war schön, die Mn,gteil in mgendlichem Blattschmuck, Finken ni-r» 1Ulbt Cillc «lnadrossel schluchzte und jubelte. Aus den liebÄu uR s^Ct ff" w5l1ncn mächtigen Eichen blühten Mast- Iiebcheu und die ersten Margariten und Federnelken, Zittergras I Herzchm behangeueii Halme und braune |mÄ ^^uenfalter flatterten int Sonnenschein. Fra kanzelte Es war, als empfände auch er i 'n t Srf? a der Lusi tiegendeu Wohlbehagen. Sie lieh ’ nt uud in filier Zeit lag bet Park hinter ihnen
Wüsm i?stmtter^M'tw"ci6r auS " Felder und St' Alew ^,,^ÄEldung, mitten hindurch die dichtbe- Sattel @ ' rJ ' mit wst mnenbent Blick im
janttu. Sn hatte nicht hierher gewollt und war nun dock, ae- I mtugen, durch diese Gefilde zu reiten. Jetzt kam der Kreimwg Hochwerth'^ Also lttiÄ Da ü lh* nach
stand Ea stieß sie ganz unvermutet auf Wieder- I
£' <Lda Tiavolo strebte vorwärts tu gerader Linie. Er hatte I SeatenfeLT S , €- bclt Siiflelbrmf und den fest- ...'s , alch zurück, drängte au den Grabenrand stieg I
S «a u Eine Zeitlang ®
sie emst uub B^ mfa5' Bnuzipiensache. Dabei sah
famm - nr,; . l »Uo.U,tb Mc6te die schmalen Lippen fest zu- Und dann nnr •• ■Siinteit galt gar nicht denk rabiaten Gaul Und dMN gab sie ganz Eich itach - Fra Diavolo hatte seinen
t" —, dachte sie, während bet Sieger fie einem knl.esselten Sturmwind gleich in die Richtung von Rothaide fort»
eä Bestimmung. Es soll fein, scheint I 8 ed s« "ich so gekommen,- I
<=■** schsünke Gestalt nu knappen, hellgrauen Kleide bog sich |
dies Zu- I rückwärts im Sattel, die Hand mit den Zügeln hielt sie weit Leben zu vorgestreckt, mit der Rechten rückte sie manchmal
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