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Menschen wurde auf Mund zahlreichen Bergleichsmaterials nachgewiesen, so daß uns also ohne Zweifel in erfterent der Typus des fossilen Menschen lebend erhalten ist. Auch sonst wurden noch viele Spuren primären Entwicklungs­grades festgestellt. So zeigt die Nase der Australier unter der obere« Einsattlung eine zweite und damit deutlich den letzten Ueberrest der ehemaligen Schnauze (Schnauzen- falte). Im Gebiß des Australiers findet sich im Ober­kiefer noch häufig der 4. Backenzahn, der beim heutigen Menschen schon längst der Rückbildung der Kiefernpartien zum Opfer gefallen ist, ein Schicksal, das bekanntlich auch schon seinem Nachbar, dem Weisheitszahn, droht. Die Füße zeigen nranchmal noch die ursprüngliche Handform, dienen sogar noch hier und da zum Greifen. Der Australier vermag heute noch, unbemerkt von dem Nahenden, feine Speere mit den Füßen sortzuschleppen. Die Jagd auf baumlebende Beuteltiere zwang ihn aber zum Ersteigen einzelstehender Bäume. Sie bedienen sich dazu von scher eines langen Zweigs der Rohrpalme, den sie um den Raum schlingen und an beiden Enden mit den Händen festhalten, während die Fiiße sich mit der Großzehe in die Unebenheiten der Rinde oder in geschlagene Stufen einstemmen. Dabei hat der Fuß seine ursprüngliche Meif- funktion im Laufe der Zeit immer mehr eingebüßt. Die Moß- zehe vermochte die Last des Körpers nur zu tragen, wenn sie in die Reihen der übrigen Zehen emrückte und sich durch Fußballen verstärkte. Das Haar der Australier zeigt die primäre Form des Menschenhaars, es ist gelockt. Ae Kchädelnähte sind, ebenso Ivie beim fossilen Menschen, offen, eine Erscheinung, die wir bekanntlich auch bei unfern Kin­dern feststellen können. Sein Gesichtsausdruck ist kindlich, wie sie geistig überhaupt auf kindlichem Niveau stehen.

Die Lebensgewohnheiten dieses Volkes, die uns so vielerlei Beziehungen zu dem Leben des Urmenschen zu geben vermögen, bieten begreiflicherweise des Interessanten die Menge. Kannibalismus ist vorhanden, scheint aber nur in Liebe oder Achtung seinen Ursprung zu haben: Die Mutter verzehrt ihre gestorbenen Kinder und trägt die Knochen mit sich herum, während der gefangene Gegner verspeist wird, um seine Tapferkeit zu ehren und seins schätzenswerten Eigenschaften durch den Genuß seines Merenfetts auf sich zu übertragen. Als eine merkwürdige Parallele erscheint es, daß die heutigen Uraustralwr eine Ähnliche überraschende Fähigkeit besaßen, wie cs beim iDiluvialmenschen Europas der Fall war, charaktemstrsch die Zeichnung der umgebenden Tierwelt zu entwerfen und zwar längst vor ihrer Berührung mit den Europäern.^Ihre Werkzeuge und Waffen bemalen sie kunstvoll mit Farbe. Sie betätigen sich, wenn auch in primitivster Weise, nmfi- ntintif. Die Idee der Trennung von Leib und Seele ist ihnen längst geläufig und veranlaßt sie, den Gestorbenen die Fingernägel zu verbrennen, da­mit sie nicht mehr ans der Erde herauskönnen. Manchmal mumifizieren sie durch Anstrocknen Leichen und bringen sie dabei in jene bekannte Hockerstellung, die den Bestattungen der fossilen Menschen eigentümlich war. ^hv Zusammenleben charakterisiert sich durch Hordenbildung mit komplizierter Gruppeneinteilung. Einzelne Individuen machen sich ihre grenzenlose Leichtgläubigkeit zu nutze, um als Zauberpriesterdoktoren für sich Gewinn daraus zu ziehen und oft unheilvollen Einfluß zu erlangen.

Die Fülle der Probleme, die sich in diesem zwerstnnvigcn Portrage auftaten, fesselte die ungemein zahlreiche Zuhörer^ schäft bis zum letzten Augenblick. Prof. Klaatsch verstand xs in geradezu mustergültiger Weise, die Begriffewissen­schaftlich" undpopulär" zu verbinden. Hervorragende photographische Aufnahmen erhöhten als Lichtbilder die Wirkung des interessanten Bortrags.

Das siebente Automobil.')

Bon Karl Emil Schönfeld, Krakau'.

Der Herr Polizeileutnant hatte den ganzen Vormittag in seinem Bureau gearbeitet. Nun ging er im Bewußtsein

erfüllter Pflicht und weiser Mitregierung ank Wohle des Staates befriedigt heim. Sein Weg führte ihn durch die Verkehrsader der Provinzialhauptstadt.

Wie es seine Gewohnheit war, übte er auch auf dem Heimweg sein ordnungsgewöhntes Auge. Was mußte er da sehen? Eine gröbliche Verletzung der polizeilichen Auto­mobilvorschriften! Mt wenigen Schritten war er an der Stätte des Unheils angelangt. Er hatte richtig gesehen: sieben! Sieben Autodroschken hielten dort, indes die Bor- schrift nur eine höchste Zahl von sechs erlaubte.

Kutscher," sagte er in strengem Tone ,yt dem Chauffeur, der eilig einen Topf mit Mittagessen beiseite stellte,Kut­scher, kennen Sie die. Auffahrtsordnung für Automobil- droschken?"Jawohl, Herr Kommissar!"Dann zählen Sie einmal die Droschken!"Sieben, Herr Kommissar!" «Ja, was tun Sie denn um des Himmels willen hier, wenn schon sechs Droschken dastehen?"Ich will eben nur mein Mittagbrot essen. Das ist schon der dritte Platz, auf dem die Zahl voll war, irgendwo muß ich doch mal essen!"Kutscher," sagte der Leutnant,vom Mittagbrot steht nichts in der Fahrpolizeiordnung, aber wohl, daß Sie mir Ihren Fahrschein geben müssen, wenn Sie die Ord­nung übertreten. Also . . .!" und er streckte die Hand v erlang end aus. Wortlos gehorchte der Chauffeur, indes seine Kollegen neugierig näher kamen.

So, und jetzt führen Sie das Auto nach Hause!" gebot der Leutnant.Das darf ich nicht. Die Fahrpolizei­ordnung verbietet mir, ohne Fahrschein ein Autorno oit zu führen!" Der Herr Kommissar nickte, schaute sich im Kreise um und sagte zu einem der andern Führer:Sie aber haben den Fahrschein, führen Sie also die Droschke heim'"

Mein Fahrschein lautet nur auf mein Automobil, Herr Kommissar. Die Fahrpolizeiordnung verbietet es auch, mein Auto ohne Aufsicht zu lassen."

Wieder nickte der Herr Kommissar. Man muh beiunr- tnert gestehen, daß er ein wenig verlegen schien und mit Anstrengung die Lösung der brennenden Frage suchte, tote dieses Aergerms, diese siebente Droschke, ans der Welt zu schassen sei. , .

Natürlich hat ein findiger Polizernrann immer Gluck. Liebenswürdig und erfreut eilte der Kommissar pcvtzlrch einige Schritte vorwärts und begrüßte einen als Automobil­sportsmann bekannten Fabrikbesitzer. Mt einigen Worten erklärte er ihm den Fall.Nicht wahr," schloß er seine knappen und logischen Darlegungen,Sie erwersen nur den Gefallen!" Der Sportsman» überblickte den Krers, r.achte ein höchst ernsthaftes Gesicht und sprach:Ja. lieber Leut­nant, das ist doch eine sehr riskante Geschichte. Sie kennen ja dach daL Hastpflichtgesetz? Na ja! Und nun. d«- vev- schiedener- Automobilsysteme! - Ich nähere es mjt! ffienn das Biest die Mucken kriegt, hat mrch dre Polizei am.Kragen.

Neue Verlegenheit. Aber ein pfiffiger,Polizermann findet auf alle Fälle das Rechte. Wozu ist die Feuerwehr da? Es wurde an die Feuerwehr telephomerl, die auch alsbald einen Mann absandte, das ärgerliche siebente Auto­mobil aus der Welt, d. h. vom Halteplatze zu schaffen. Als dieser Retter aus der Not auftauchte, gab der swiizei- leutnarlt noch die nötige» Anweisungen, daun fiel ihm Plötz­lich seine Frau ein, die mit dem Mittagessen wartete; ersttzi sich erschrocken in das erste Automobil und fuhr: eckig davon. Der Feuerwehrmann kratzte sich hinter dem Ohr und sag e zu dem siebenten Chauffeur:Na nu, Maimecken, war soll ich nu mit Sie machen nu sind Sie ja nfs eenmal Nummer Sechse!"-

dem Volk Paul Keller tzeraüsgegebemnGnakasim" mit Erlaubnis des Rose-Verlag, Berlin SW. 48.

* Die Helden der Halle. Die PariserHallen^ bilden ' noch immer, obgleich fünf Minuten vom Louvre und von den modernen Hotelpalasten der Rue ve gelegen, eine Welt für sich. I" ihnen erhält sich Muck