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IcituW Von draußen g-it fes» Gsfausenen de» Geheimzelten dringen

Dieser Zweifel schien den würdigen Beamten wirklich tief zu kränken. Sein Gefängnis im Verdacht haben! Ebensogut konnte man ihn selber beargwöhnen. Er konnte sich nicht ent- hirlten, die Arn« MM Himmel emporzuheben, als wollte er ihn zum Zeugen einer so sinnlosen Lästerung anrufen.

Ob ich dessen s icher bin? rief er. Haben Sie sich denn niemals die Gchcimzcllcn angesehen? Wissen Sie nicht, mit welchem Nebers von Borsichtsmahregeln sie umgeben find: mit drei­fachen Riegeln und Gittern, mit Holzverschlägen, um sogar das Licht abzufangen. Gar nicht zu rechnen, dass Tag und Nacht eine Schildwache vor den Fenstern auf und ab geht. Nicht einmal eine Schwalbe könnte zu den Gefangenen hincingelangen!

Diese Beschreibung mutzte Vertrauen erwecken.

Darüber bin ich also beruhigt, erklärte der Richter. Nun möchte ich noch, Herr Direktor, Auskunft über einen anderen Häftling, einen gewisse» Chu Pin, haben.

Ach, ich weitz ... ein abscheulicher Taugenichts.

Gcnrz recht. Ich wünsche zu wissen, ob er gestern irgend einen

Besuch gehabt hat. 1

Ja, da müßte ich schon ins PvoLodttzimmer gehen, Herr Mchter, nm Ihnen mit einige» Sicherheit antworten zu können. .Das heißtwarten Sieda sehe ich einen Gefangenenwärter, den Reinen da drüben, unter dem Torbogen, der kann uns Auf- Wutz geben. Heda, Ferran!

Der angerufene Aufseher eilte herbei.

Weitzt du, fragte der Direktor, ob der Chupin gestern im .Sprechzimmer gewesen ist?

Jrnvohl, Herr Direktor, ich selbst habe ihn hingebracht.

Segmüller lächelte beftiedigt; diese Antwort beseitigte jeden Verdacht gegen das Personal.

Und wer besuchte ihn? fragte Lecoq eifrig. Nicht wahr, rin dicker Mann mit seh» rotem Gesicht, breitgedrückter Nase . . .

, entschuldigen Sie, es war 'ne Fran, seine Tante, wie man mir gesagt hat. ,

Ein Ausruf der Ueberraschnng entfuhr gleichzeitig dem Rech­ter und dem jungen Kriminalbeamten, und sie fragten wie aus einen; Munde:

Me sah sie aus?

Klein, riurdlich, hochblond. Sie machte den Eindruck einer recht braven Frau. Gut angezogen?, das war sie nicht!

Sollte das eine von unseren beiden Msrxißerinnen sein? rief Leroq.

Gbvrol lachte laut 'auf tntb sagte:

Aha! nochne russische Prinzessin!

Aber de» Richter schien an dem Spatz seh» ivenig Geschmack zir finden und sagte streng: ,

Sie vergessen sich, Herr Inspektor! Sie vergessen, daß die Späße, womit Sie Ihren Kameraden bedenken, auch mich treffen.

Der General begriff, daß er zu weit gegangen war und hielt eine lange Entschuldigungsrede, wobei er aber Lecoq mit feinen giftigsten Blicken ansah. Segmüller schien nickst auf ihn zu hören. Er grüßte den .Direktor, winke Lecoq rnitzu kommen und sagte W ihm:

GeheN Sie schnell Nach der Präfektur, und bringen Sie Heraus, wie und unter welchem Borwand diese Fran die Erlqutz- Visiärte zum Besuch bei Polyte sich verschafft hat.

29. Kapitel.

Segmüller Halle sich sofort in sein Kabinett zurückbegeben. ,Er hatte die Festung nicht mit einem Handstreich nehmen können, also mutzte er sich wohl zu der planmätzigen Langsamkeit einer regelrechten Belagerung entschließen.

lind er mutzte sofort darangehen, denn er suhlte, wie die Stunde» ihm entschwanden. Er wußte «echt wohl, daß durch die Zeit ein Verbrechen in immer größere Dunkelheit gehüllt wirb, die mit jeder» Tage schweres aufMhellen ist., Wie viel hatte er Noch zu tun! Zunächst den Mörder, die Witwe Chupin und Polyte mit dm Leichen der Opfer konfrontieren. Man erhält da- durch oft ganz überraschende Ergebnisse. Dann waren noch die Zeugen zu besragm: der Kutscher PaMlon, die Portierssrarr des Hauses in der Nus d« Bourgogne, in welches die beiden Frauen sich sür einen kurze:: Augenblick geflüchtet hatte», end­lich! Frau Milne», feie Besitzerin desMarienburger Gast­hofes". Witzerdem ivar es unbedingt nötig, in kürzester Frist einige Anwohner de» Stadtgegend, wo diePfefferbüchse" lag, zu verhören, dazu etliche Kameraden Polhtes und die Eigentümer desRegenbogens", wo feer Mörder und die Ermordeten an jenem Abend mehrere Stunden verweilt hatten. Man konnte Allerdings von jeder simelnen dieser Persönlichkeiten Mite große

Aufklärung erwarten, aber sie. konnten doch bürd) eine Anden,- hing, eine Mutmaßung auf die richtige Spur leiten.

Gvquek, der lächelnde Protokollführer, hatte bereits eilt, Dutzend Vorladungen von Personen, die der Richter ihm nannte, ausgefertigt, als endlich Lecoq wiedererschieu.

Nun? rief Segmüller ihm entgegen.

Die Frage war offenbar überflüssig, das Ergebnis des Ganges! stand zu deutlich auf dein Gesicht des jungen Beamten geschrieben.

Nichts! antwortete er. Immer wieder nichts!

Wie? man weiß nicht, wem man eine Karte gegeben hat, um Polyte Chupin im Untersuchungsgesaugnis besuche» zu können?

O doch, Herr Richter, das weiß man ganz genau. Wir haben darin einen neuen Beweis vor uns, mit welcher höllischen! Geschicklichkeit der Komplize sich jeden Umstand zunutze zu mache» weiß. Die Erlaubniskarte lautet auf den Namen einer Schwester der Witwe Chupin, Rose Adelaide Pitavd, Grünkramhändlerin! auf Montmartre. Me Karte ist vor acht Tagen ausgefertigt wor­den, und zwar auf ein vom Polizeikommissar beglaubigtes Ge­such, worin es heißt, daß Frau Rose Pitard ihrm Nesfen lucgeii einer Familienangelegenheit sprechen müsse.

Sollte etwa auch diese Tante mit im Komplott sein? sagte der Richter ganz überrascht.

Lecoq schüttelte den Kopf.

Das denke ich nicht, antwortete er. Jedenfalls war sie nicht dis gestrige Besucherin im Untersuchungsgefängnis. Die Beamte» auf der Präfektur erinnern sich noch ganz genau, wie die Schwester der Chupin aussah, außerdem haben wir ihr Signalement auf- gefnnden. Sie ist eine Frau von mehr als fünf Futz Größe, sehr brünett, sehr runzlig, mit einer Gesichtshaut, die von Regen, Wind und Sonne wie gegerbt ist, und sie ist etwa 60 Jahre alt. Die Besucherin von gestern aber war klein, blond, weiß, und anscheinend höchstens 45 Jahre alt.

(Fortsetzung folgt.)

Die Eingehsrenen Australiens und die Urgeschichte der Menschheit.

Bericht über das Ergebnis einer dreijährigen Forschungsreise, gehalten in derGelellschast für Erd- und Völkerknnde voll Prof. M. Hermann Klaatsch (Breslau).

Als im Jahrs 1856 im Neandertale bei Düsseldorf, zum erstenmal Reste deS alidiluvialischeu Menschen ge­funden wurden, da entstand um diese Ueberreste ein Heftigeft Meinungsunterschied innerhalb der gelehrten Welt. Wäh­rend die Einen die abweichenden Formen in der Schädel­bildung entwicklungsgeschichtlich zu erklären versuchten z erblickten die Ander» darin nur pathologische Ber- änderungen ohne jede» wissenschaftlichen Wert. Leideft stellte sich Rudolf Virchow mit dem ganze» Geivicht seiner Autorität auf die Seite der Letzteren und vereitelte! damit die Ausbeutung der wichtigen Entdeckung für dift nächsten 40 Jahre. Erst dem ausgezeichneten englischen! Anatomen und Zoologen Huxley blieb es Vorbehalten^ die Bedeutung des Neandertalmenschen für die Cutwrck- lrnrgsgeschichte der Menschheit ins rechte Licht zu setzen.. Er konnte auf Grund neuer Funde überzeugend darum,, daß man es hier tatsächlich mit den Resten fossiler Menschen zu tun hat. Das Schädeldach erschien bei beträchtlicher Länge und Breite auffallend flach. Das Auffallendste waren jedoch mächtige Augenwülste, dis von der breiten, flachen Nase durch eine scharfe Einsenkung getrennt waren und! dem Gesichtsausdruck etwas Wildes, Tierisches verliehen. Nun mußte aber die hier gewonnene Erkenntnis über das Wesen der Urmenschen um so bedeutsamer erscheinen, als. sich zwischen dem Neandertalmenschen und den auf deft niedersten Stufe menschlicher Entwicklung stehenden Be­wohnern unseres Planeten, den Australier», unverkennbare! Parallele nachtveiscn ließen. Der auf dem Gebiete deft Anthropologie rühmlichst bekannte Vortragende begab sich daher zu längerer Forschungsreise nach Australien, nrN dort die erwähnten Zusammenhänge am lebenden Material zu studieren, ehe die grausame Behandlung der Eingeborenen von seilen der Engländer dieses kostbare Studienmaterial völlig verschwinden läßt. Das Ergebnis der dreijährigen Reise war ein ungemein wertvolles sür die Erforschung der Stammesgeschichte des Menschen. Tie llebcrcmstim- nmng im Schädelbau zwischen Australier und Steinzeit-