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* Ein M is s io nar! mrt Zwiebelsoße. Ei» Missionar, bet von einem wilden König, dessen Bekehrung ihm nicht gelungen war, getötet werden sollte, war höchst überrascht, als der König ihm seinen Entschluß kund tat, ihn zu schonen. Er stellte nur die Bedingung, daß er sich auf sein Pferd setzen und einem anderen König ein versiegeltes Päckchen überbringen sollte. Frohen Mutes machte der Missionar sich auf den Weg. Unterwegs begegnete er einer Wteilung englischer Matrosen, die ihm zu Hilfe gesandt worden waren und verlangten, daß er sie sogleich an Bord ihres Schiffes begleiten sollte, was er mit der Erklärung ablehnte, daß er den ihm gewordenen Auftrag ausrichten wolle. Der die Kdlonne befehligende Offizier, dem die Sache nicht ganz geheuer schien, wollte davon nichts wissen, und bestand auf der Unter­suchung des Päckchens, in welchem er eine Anzahl kleiner scharfer Zwiebeln nnd einen Zettel folgenden Inhalts fand:Hiermit zubereitet, wird er prächtig schmecken."

Für die Stille.

, Schleie mit saurem Rahm. Die in Stucke zer­teilten Schleie werden mit wenig Wasser, Salz, einer Zwiebel und einem Stückchen Butter weich gedünstet, woraus man die Brühe mit etwas in Mehl gerollter Butter verdickt, Samt tut man geriebene Muskatnuß, Pfesser und einige Zitronenscheiben dazn, sowie einige Löffel saueren Rahm, läßt alles unter fort­währendem Rühren aufkochen und quirlt die Sauce jnit 1 bis 2 Eidotter ab und richtet sie über den Schleienstücken.

Körperpflege.

7- Das Geheimnis, kräftig und frisch bleiben von $& Schmidt. Fritz Würzens Verlag, Dort­mund. Preis 1 Mk. Dieses Büchleiit empfiehlt dazu die altbewährte Hantel in verbesserter Form. Nach allgemeinen Regeln für das Turnen zu Hause überhaupt gibt das Büch­lein, durch Illustrationen unterstützt, Anweisungen für eine Fülle von Hebungen, von den etilfachsten zu schwierigeren fortschreitend, die tn unserem nervösen Zeitalter dem schassenden Alter ein willkommenes Gleichgewicht gegen die Einseitigkeit des Berufs, der Heranwachsenden Jugend eine Quelle nützlicher Unterhaltung sein werden.

Erziehung.

Kind hüte dich vor Fen r und Licht! Märchen und Erzählungen. Verlag von PH L. Jung, München. Preis 30 Pfg. Eine furchtbare Anklage gegen nachlässige Eltern erhebt die Braud- slatistik. Danach sind während der letzte» 5 Jahre überaus zahlreiche Brandiälle durch Kinder veranlaßt worden. Welche Unsummen des Nationalvermögens in 15 Jahren durch Kinder in Flammen auf­gegangen sind, beweist die Statistik des Verbandes öffentlicher Feuerversicherungs-Austaltcn in Deutschland. Der zufolge sind 15 000 Schadenfeuer durch Kinder verursacht worden; es ist ein Schaden von 36% Millionen Mark dadurch entstanden. Es besteht daher Veranlassung, daraus aufmerksam zu machen, daß es gesetzlich verboten ist, Kindern Feuer, Licht oder leicht entzündliche Stosse an­zuvertrauen. Zu letzteren gehören auch die als Kinderspielzeug beliebten bengalischen Zündhölzer, und ist daher deren Abgabe an Kinder, besonders auf dem Wege des Verkaufes strafbar. Auch in den Familien find Zündhölzer so zu verwahren, daß sie den Kindern nicht zugänglich sind. In Schulen und zuhause sollten die Kinder auf die Gefahren aufmerksam gemacht werden. Sehr wirksam sind warnende Erzählungen auf diesem Gebiete. PH. L. Jung, München hat nun dieses Büchlein herausgegeben. Hermine Proschko, Emmi Giehrl, B. Hertel, M. Maidors u. a. haben an dem Buche milgear­beitet. ES ist geeignet zur Massenverbreitung in den Schulen, Kinderhorten, Erziehungsanstalten re.

Goldene Worte.

Nachahnumg fremder Eigenschaften und Eigentümlichkeiten ist viel schimpflicher, als daZ Tragen fremder Kleider; denn es ist das Urteil der eigenen Wertlosigkeit von sich selbst ausgesprochen.

» Schopenhauer.

Erscheint irgend ein großer Mann, so könnt ihr ihn daran unfehlbar erkennen, daß sich alle Narren gegen ihn verbinden,

Swift.

Auch der Genuß des Schönsten mag mich nicht zu befriedigen, wenn ich ihn allein für mich haben soll. Gras A. v. Schack.

Nätfel.

Mit a erstands aus der Volksseele Grund,

Mit e ivirds erteilt durch Priestermund, Mit ie tut es als Stadt sich dir kund.

H e i n r i ch G r c b, Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: E l b e E l b a.

Redaktion: P. Wittko. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.

daß England schon einmal, int 18. Jahrhundert war es', eine ähnliche Krisis durchgemacht hat. Damals war der Trinkgelder-Nufug so ausgeartet, daß ein Mann von mittlerem Vermögen nicht mehr daran denken konnte, eine Einladung zum Soinmeraulent- halt bei Freunden anzunehmeu, weil dieser Luxus ihn ruinieren konnte; auch bei der eiufachsteu Einladung mußte er mit einer erstaunlich hohen Summe für Trinkgelder rechnen. War die stunde der Abreise gekommen, so sah der Gast in der Halle des Hauses alle Bediensteten vor sich aufmarschiereu. Der eine reichte ihm den Hut, ein zweiter die Handschuhe, ein dritter den Stock, ein vierter den Mantel, und so ging es fort, und jeder erwartete wenigstens eine Guinee als Lohn für seine Mühe. Man erzählt, daß ein vornehmer Herr, der auf diese Weisebedient" worden war, merkte, daß er auch nicht einen Schilling mehr in der Tasche halte, als er zu dem letzten Lakaien kam, der ihm mit erwartungs­voller Miene feine Handschuhe darbot. So machte er denn mit der Hand ein abwehrendes Zeichen und sagte mit freundlichem Lächeln:Sie können sie behalten, sie sind keine Guinee mehr wert."

* Deutsch beim Fußballspiel. Außer. einer Ber- deutschungstafel für das Tennisspiel hat der Allgemeine Deutsche Sprachverein auch eine solche für das Fußballspiel Herstellen lassen. Die Verdeutschungen flammen von Professor Dr. K. Koch in Braunschweig, der diese Ergebnisse seiner schwierigen Arbeit be- ' reitwilligft zur Verfügung gestellt hat. Abgesehen davon, daß die Kochschen Verdeutschungen von zahlreichen Sachkennern geprüft und gebilligt tootiben sind, sich auch schon im Gebrauche bewährt haben, besitzen sie dadurch noch besonderes Gewicht, daß der Zentral­ausschuß zur Förderung der Volks-und Jugendspiele in Deutschland sie anerkannt und ihre Benutzung empfohlen hat. Die Tafel be­ruft sich ausdrücklich aus diese Tatsache, die deswegen bedeutungs­voll ist, weil der Ausschuß in Spielangelegenheiten im ganzen Deutschen Reiche großen Einfluß ausübt. Die von ihm herausge- gebeuen Schriften, besonders die Spielregeln sind maßgebend; die Lehrgänge, die er alljährlich an verschiedenen Orten zur Ausbildung von Spielleitern einrichtet, wirken bestimmend auf . die Gestaltung der Spiele in Schulen und auch sonst ein. Kurz, er hat sich zu einer Art Spielbehörde entwickelt, und seine An- vrdmmgen tragen gewissermaßen amtliches Gepräge. Der Deutsche ist aber geneigt, Dinge erst dann als vollgültig enznsehen, wenn sie amtlich abgestempelt iuorben sind, und so wird die Anerkennung der Kochschen Verdeutschungen durch den Zentralausschuß gewiß auch ihrer allgemeinen Einführung die Wege ebnen. Ein Wort noch über die Anbringung der Fußballtafel. Dadurch daß die Fußballspieler selten feste Plätze mit stehenbleibender Ausrüstung (Malstangen, Grenzpfähle) haben, ist die dauernde Anbringung der Tafel auf den Spielplätzen sehr erschwert. Sie müßte jedesmal besonders zum Spiele mit hinausgenommen werden. Das ist aber recht unbequem. Es empfiehlt sich daher für Schulen, je eine Tafel in jeder der Klassen auszuhängen, deren Schüler das Spiel betreiben, und für Vereine Erwachsener, sie im Vcreins- zummer anzubringen, wo sie zugleich einen, wenn auch nicht prunkvollen, so doch kennzeichnenden Wandschmuck bilden wird. Bei Wettspielen dürfte sie nie auf dem Spielplätze fehlen.

* Ein Doktor, der sich für Geld küssen läßt. Man weiß, daß es Männer gibt, die, besonders auf Wohltätig- festen, einen schönen Batzen Geld opfern, um von irgend einer hübschen Dame geküßt zu werden; daß aber Frauen Gold und Silber springen lassen, um einen alten Herrn küssen zu dürfen, das ist bis jetzt 'wohl noch nicht dagewesen. Gegenstand solcher Müsse, die die Damen schwer bezahlen mußten, war jüngst in Kansas City, wo alljährlich der nationale Kongreß der ameri­kanischen Homöopathen stattfindet, Doktor Biggar. Jeder Küß kostete 400 Mk. Dr. Biggar ist ein ehrwürdiger Herr mit weißen Haaren. Er hatte bei dem Kongreß die Aufgabe übernommen, Gelder für die Propaganda der Homöopathie zu sammeln. Es gingen nur kleine Summen ein, aber der Doktor hatte eine groß- ariige Idee; er nahm eine 100 Dollarnote aus der Tasche und sagte, sich an die Damen wendend:Ich eröffne die Subskription und erkläre, daß ich jeder Dame, die soviel zeichnen wird, ivie ich gezeichnet habe, einen Küß geben werde." Die Doktorin Mabel Spencer erhob sich sofort und sagte, daß sie, nur um den Kuß, zu bekommen, gleichfalls 100 Dollar zeichne. Dr. Biggar reichte ihr galant die Hand und drückte ihr unter dem Beifall der Menge einen Küß auf die Wange. Als zweite trat eine alte Dame mit grauen Haaren an den Doktor heran, zahlte und ließ sich glemstalls küssen. Als der Doktor sah, daß die Küsse auf die Wangen nicht so heiß begehrt waren, lote er erwartet hatte, kam chm eme neue lichtvolle Idee; er verkündete, daß er der nächsten Subskribentin nicht einen väterlichen Küß auf die Wange, son- dern einen feurigen Kuß auf die Lippen drücken loerbe. Ein haWes Nutzend Frauen war augenblicklich zur Subskription be­reit und bekam die Quittung in Küßform. Weitere Kußfreundinnen folgten, und Dr. Biggar hatte in kurzer Zeit 20 000 Mk. bei« lammen. Als die Subskription geschlossen war, ging Dr. Biggar, tn seiner oreude über den Erfolg zu feiner Idee, geradewegs auf ute erste Subskribentin zu und küßte sie, ohne, daß sie sich sträubte, ein zweites Mal, diesmal aber gratis.