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Liedaktion: P. Wittko.
Rotationsdruck und Verlag der B rü h l'jchen Universitäts-Buch, und Steindruckerei. R.Lange. Gießen.
Vchüler noch mehr als bisher in den Geist unserer Sprache und. beit Geist ihrer Schöpfungen eingeführt werden, muf>en werter bedeutend mehr mit beit Entrichtungen des Deutschen Reiches, des engeren Vaterlandes, der Stadt, des Dorfes bekannt werden, um später nicht so hilflos im praktischen Leben dazustehen.
Wir haben eine Volksschule für die Armen und eine hohe Schule, das Gymnasium, für die Wohlhabenden. Das G y m n a s i u m ist n i ch t a u s d e u t s ch e m G e i st e, s o n - der« aus lateinischem und griechischem Geiste geboren und führt auch in diesen Geist ein, der heute noch immer als der Geist der wahren und bollen Bildung gilt und den Zugang zu den höchsten Stellen im Staatsleben öffnet. Die Volksschule oder auch manche andere deutsche Schulgattung bringe nur Unwissende und .Halbgebildete hervor. So ist nicht nur im Lehrerstande, sondern auch im ganzen Volke ein Zwiespalt entstanden. So steht meist immer der Vorgesetzte seinem Untergebeiien unnahbar gegenüber. Das deutsche Volk hat seine Mannhaftigkeit vergessen und verloren, behauptet Prof. Gurlitt in seiner Schrift über Erziehung zur Mannhaftigkeit. Die dentsche Einheitsschule kann und wird das deutsche Volk wieder auf gesunde Füße stellen.
Mode.
5-K- Fr"avLgante Moden. Seit dem Jahre 1819, au du unsterbliche Fmu Bloomer eines Tages in einer seltsamen tfornt der Mannerkletdung, einer Jacke mit eng anliegenden Aer- /luem etwas über die Kme reichenden Rock und ein Paar turkbcher Pumphosen, in der Oeffentlichkeit erschien, hat kaum E Ereignis em solches Aufsehen erregt wie der Versuch jener M^n Parher Schonen, die kürzlich auf dem Rennplatz in einem recht auftalligen Trrectotre-Kostiim auftauchte. Aus diesem Anlaß plaudert eine englische Zeitschrift sehr unterhaltend von den Niannigfachen extravaganten Ideen, die in dem lueiten Reich der Mode bereits versucht worden _ finb. Tas Beispiel der Fran ?^/??iucr hat freilich mcht so viel Nachfrage gefunden, tute sie fettft gehvfst Hatte, als sie dem Rocke als dem Symbol der weib- licheit Schwache den Krieg erklärte, und nur im Sportanzug, aucf) rretm ^aitkteid einiger Londoner Amazonen, hat * ^!!triner bemerkbare Spuren hinterlassen Tobt
ein Wiederaufleben des T-irectoire-Kostüms moglich^ist oder nicht, so bereitete erst vor wenigen Tagen eine
London den Passanten eine neu/Uebmaschung ^ 'chritt stolz durch die Regent-Sweet im Kostüm unserer Großmutter, mit emer ganz stattlich ausgebildeten Krinoline! Sie hat damit eure Wette um 2000 Mk. gewonnen, aber kaum die Bahn
Tie Wiederkehr der Krinoline, von der allerdings in den letzten Zähren schon wiederholt die Rede geiveseu ist Tie Neuerungsmcht der.Damenschneider erstreckt sich jetzt vor' allem dre Ausgestaltung der Automobilkostüme. Netierdinas iverden ganze Kostüme von dünnem weichem Leder gemacht, das in der dünner ist als manches Tuch. Diese Kostüme sind nicht nur «^«rA-^btlsport. sondern auch für die Bergsteigerin, für usw. sehr bequem, da sie sich mit einem Schwamm leicht abwaschen lassen und immer wieder so frisch aussehen als kamen fte eben aus der Werkstatt des Schneiders Die Er/a L^«L der Mvdeköniginnen macht sich aber besonders in den . ei8erc=n Aufwendungen für die Erfordernisse ihrer Toilette Kvstwn "?0 omw lan Ungewöhnliches mehr, daß ein «nn Kornetts zu>1000 Mk., Hüte zu
o00—1000 Mk., Spitzenschleier zu 300 Mk., Taschentücher für $nrZtf';,,^rm6?e'JÜr >° 9Ttf' .bo§ P^r, das sind so einige Fostui iil der Kleiderrechnung einer modernen Dame, die eine Auh^rni int Reich der Mode sein will und der es s hr schwer fallen durste, mtt weniger als 60 000 Mk. int Jahr ihren Toiletteu- hei^tnfe ; hat doch jüngst erst Cecile Soccl, die
Eanntc Pariser SchauMelerin, erklärt, eine Dame könne un- roonn ^,ahre elegant erscheinen, wenn sie nicht
.0 000 Sil. für ihre Toilette ausgeben könne — sie selbst brauche im Durchschnitt 200 000 Mk. Eins der kostbarsten Kleider die LSadi ?Olbtn früh, war das der Frau Mackah, der Gattin ^^annten amerikanischen Millionärs, die 200 000 Mk dafür Ä» lÖoMgWn- mlt d" -s *** wr. «Ä
. Literarisches.
s» dr.»° m,d T-il bi*, »T. 1
| handelt ttt der ersten Halste beit deutschen Idealismus, während itf I u^lten Hälfte der Zeitraum vom Niedergang des Idealismus 1 btr ^^biOvart durch den Sohn des Verfassers zur
gebracht wird Die Bearbeitung des Idealismus ist von d^ I geleitet, die schwierigen Systeme seiner Vertreter deni
j P-E^"b'"s zugänglich zu machen und zugleich weitere
I r/e Ct?e-$fent'. .welche die Entwicklung der Ethik und
neueren Philosophie vor Stint in eigen-
I ^lse beleuchtet Für die Philosophie Kants hat der
°kleinere Schriften stärker als üblich berücksichtigt,
I deren Inhalt über Fragen der Aufklärung, des Fortschritts des I mimClt6mH=ebCf'-tSf UII,b-bv 3ieIe? aUer Kultur uns den Jdeeu- I 6aitg Kants tiefer würdigen laßt. Der zweite suckn fm- mir ffo zerrissenen und zersplitterten Richtungen, die nicht
I b r?™elm?P'r1?trre!!', ';u‘ett einheitlichen Gesichtspunkt zu | - • ~er Verfasser geht davon aus, daß der gemeinsame
j Anuidzug der positivistische sei. Eitlen Beweis, das; das Blich I eJ?en ^^f^^s§en Idealismus vertritt, liefert die sorgfältige I ufrts ^Ä^Ute der Naturwissenschaften, soweit sie I NwGcb/fd!/Philosophie stehen. Spencer, Hartmann und I Nietzsche sind eingehend behandelt. In entern Ilm- und Vorblick I wird eine philosophische Kultur verlangt. Tas Ziel ist ein Neu- ^dealismus, zu dessen Anbahnung das Buch einen Betrag liefern fTnm jebent gelehrten Schwulst freie Sprache und
Haie Darstellung machen das Buch wie schon die ersten beiden K Philosophie Machen Einführung für alle, die Interesse
An- und Eittsichtcu.
Verliebte tntd Verrückte sind beide von so brnufenbetn Gehirit, so bildiingsreieher Phantasie, die tvahrniiinnt, tvaS nie die kühlere Vermmst begreift . .
Shakespeare (Sommernachtstraum).
Schon so tausendfach betrogen, Annes, schivacheS Alenscheiiherz, Jnuner wendest du dich wieder Gläubig trauernd hinnnelivürts: Wie Arachne unverdrossen Täglich neue Netze svawit, Kreuzte auch durch ihre Fäden Täglich rauh des Schicksals Hand.
------------ Franz Frhr. v. Gaudy.
Verfteck-Nütfcl.
In jedem der folgenden Sätze ist der Name eines deutschen Dichters versteckt:
1. Setze dich hierher zu mir aus die Bank; leiste mir ein wenig Gesellschaft!
2. Tu wartest auf das Glück? Das ist falsch! Lege lieber mehr Gewicht auf dein eigenes Sonnen und Schaffen!
3. Da lobe ich mir doch den Walther; der ist ein Freund eines jeben gesunden Sports.
41 bc»kt nicht bei dem Worte „Hohentwiel" an den Roman „Ekkehard" von Scheffel?
b. Wer kennt nicht ans Homers Odyssee die edle Nalisikaa?
6. Guter der ersten Freiheitskämpfer tvar Schill. Er siel in Stralsund.
7. Rudolf I. begründete die Habsburgische Hausmacht.
8. 2Jlcin Bruder ist an einer Bank in Kellinghausen angestellt.
9. Kürzlich besuchte ich mit meinem Sohne Philipp La Töne am 'Neuchüteler See.
10- Wenn ich daran denke — bersten könnte ich vor Aerger!
11. Mein Liebster! Mein Einziger! O komm doch recht bald zu deiner....
12. „DaZ ist ja eine Kuh! Eine echte Kuh!" meinte der Förster, sie die eben erlegte Jagdbeute des Herrn Rentners Knaller besichtigten.
13. Der Getroffene taumelte zurück; er trug die Todestvunde int Herzen.
14. „Laß mich in Ruh, Landsmann, sonst gibts Keile!"
15. Ter Kyklop stockte plötzlich in seiner Erzählung; er halle Verdacht geschöpft.
16. Karl verwahrt jeden Psirsichkern, Ernst aber wirst alle weg.
17. Wo alles singt, kann ich allein nicht heule»! hb. ‘
Auslösung in nächster Nummer.
Auslösung des Buchstaben-Tauschrätsels in voriger Nummer! Tie Unschuld.
(Friedrich Hebbel.)
Sie ist nicht, daß sie ewig lebe,
Sie soll nur einen Tod erwerben, Ter sie mit Glorie umgebe, Diiimmuß sie an der Liebe sterben!


