Ausgabe 
4.1.1908
 
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Eine kleine Auswahl der Fremdwörter, die in meinem Geschäft

seit vielen Jahren vollständig »erinieben werde»:

Abgabe,

Folio

Seile

Tratte, Ri-

Debet

= Soll

Nieste,

Wechsel

Credlt

Haben

Spesen

Unfoften

Tebitoreii debitieren

Schuldner belasten

avtsiereu

ankündigen

Creditoren

Gläubiger

offerieren

anbieten

creditieren

erkennen,

Offert es

Slugebot

gutschrelbeil

Komuttssion

Älu'trag

Utensilien

Gerät- schasten

Ordre-Buch

Tlttftrag- buch

Konto

Rechnung

Numero

Nummer

Jminobilien-

Grundstück-

No.

Nr.

Konto

Rechnung

Katalog

Preisliste,

Joiirnal

Tagebuch

Bilanz

Verzeichnis

Cafsa

= Kasse

Abschluß

Faktura

Rechnung

Inventur

Älutiiahnte

Emballage

Packullg

?letiva

Besitztetle

retournieren

= zurück- schicken

Passiva

Verbind- lichkeiten

Retottr-

Rücksen­

Effekten

Wert-

Seudung

dung

paptere

Retour-Nota

= Rücktech-

Coupons

Zinsscheine

nung

Seouto =

Abzug

Credit-Nota

= Gutschrifts-

Annoncen

Anzeigetl

Anzeige

Abonnenten

Bezieher

Nieambio

Rück­wechsel

itstv.

usw.

Noch nie hat sich ein Nachteil gezeigt! Jeder Lehrling be­greif ans das erste fDinl, was eme Sckiilduer-Rechnung isst während ich ihin das Verständnis sür sogenannte Fachansdrücke ivte Te- bitoren'Konto niw. erst nach nnd nach beibringen kann. Es gibt ja freilich fionflente, ivelche meinen:Transport von Journal Folio 7 oni Crediloren-Conto Folio 99" sei deutlicher, jedenfalls kanstnännisch gebildeter" als:Uebertrag ans Tagebuch Seile 7 aui Gläubiger-Rechnung S. 99". Solchen Leuten ist nicht zu raten und nicht zu Helten.

Wenn aber die Mehrzahl der deiitschen Kaufleute GeschästS- bucher mit dem Alpdruck: Folio, Debet, Credu, Cassa, Journal nicht mehr kauften, wenn sie Konzept, Kanzlei, kopieren itiiu. nach der amtlichen deulschen Rechtschreibung mit K und alle Wörter nv.f gieren" mit le schrieben, wenn Briete, Preislisten, Verkau's- bedingungen u!w. in guteni Deutsch abgekgßt würden, daun wäre bald vieles gebessert.

VeS°Mis«h»tSS,

* Der vergrabeile Schatz im Teetopf. Eilte an­genehme Ueberraschnng erlebte dieser Tage ein Farmer in New- Milsord im Staate Connecticut, namens T. I. Jones. Er war damit beschäftigt, auf seinem Felde einen Graben auf­zuwerfen und war bereits ziemlich tief mit seinem Werkzeug in das Erdreich eingedrungen, als er auf einen harten Gegen­stand stieß. Er vermutete zuerst einen Stein, war jedoch sehr er­staunt, als er statt dessen einen alten, mit verrostetem Draht sorgsam verschnürten Teetopf fand. Er löste die Verschnürung und fand den Topf zu seiner Freude bis an den Rand mit Goldstücken gefüllt, die das nette Sünlmchen von 12 000 Mk. repräsentieren. Nach dem zum Verschluß verwendeten Draht nnd den Jahrgängen der Münzen zu schließen, muß der Topf mindestens 15 Jahre in seinem Versteck gelegen haben.

* Was kosten die Zigarrenkisten? Zigarren werden je nach il>rer Qualität und je nach ihrer Größe in ganz reizenden Kistchen verpackt; es gibt vielerlei Formate, die sich bei, ge­schickter Verarbeitung und Verkleidung zu allerlei praktischen Zwecken benutzen lassen. Die Jungen zerteilen auch vielfach die Kistchen und benutzen die einzelnen Brettchen für Laub­sägearbeiten. In den Läden bekommt man leere Zigarrenkisten für 5 bis 10 Pfennig zu kaufen; aber ihr Wert ist, ivas wenige wissen, doch beträchtlich höher, denn die Selbstherstellung eines kleinen Kistchens kostet 17 bis 42 Pfg. Früher verwendete man nur amerikanisches Zedernholz, jetzt auch in großen Mengen Eschen- oder Pappelholz, das wie Zedernhvlz gefärbt und ge­masert, oft auch mit echter Zeder fonrniert wird. Die Brettchen werden nicht aus großen Blöcken gesägt, sondern ganz wie Four- niere mit Messern abgefchnitten, so daß keinerlei Abfall ent­steht. Alles besorgt die Maschine, auch das Zusammennageln, das, Bekleben usw. Zwei zusammengehörige Maschinen liefern täglich 10 000 Kistchen. In den Vereinigten Staaten werden jährlich für 2y2 Millionen Mark Zigarrenkisten fabriziert, in der ganzen Welt etwa für 7 bis 8 Millionen. Bei jeder bessere» Zigarre muß man Vs bis Pfennige sür die Kistenverpacknng mitbezahlen.

Eine Theaterku n ft -Ausstellung soll nm. 1. April 1908 in Paris eröffnet werden, Ter Plan geht aus von Georges Verger. .Eine retrospektive Abteilung wird aui die ältesten Periöden der Theaterknnst zurückreichen, während die moderne Abteilung das 16. Jahrhundert und die iolgenden Epochen

bis zur Gegenwart umfaßt. Aus dem 16. Jahrhundert wird man die Tckorationsskizzeu der berühmtenCalanderta" des Kardinals Bibbiena, die m Bologna aufgeführt wurde, sehen; die Skizzen werden letzt in der Biblioihek von Bologna' auibewährt, und dte italienische Regierung hat sich bereit erklärt, sie iür die Ausstellung zu leihen. Besonders reich wird die Theaterkuust des 18. Jahr­hunderts vertreten fein. Unter diesen Gegenständen befinden sich eine Anzahl kleine Dekorationen, die Servandom im Auilrage des Kardinals Fleur» iür ein kleines Theater zur Belustigung des Dauphins Ludwig XV entworfen hatte. Der italienische Sammler Sambon, der auch eine Anzahl von Antiken, die aus das Theater Bezug haben, zur Veriüguug stellt, gibt wertvolles Material zur Geschichte der italienischen Komödien im 18, Jahrhundert. Die Porzeltanrnanitiaktur von Cevres stellt eine ganze Serie von Theaterporträts und -Szenen aus. Auch das Ausland wird reich vertreten sein.

Ein hischen Freude.

Der Zauber schwand so wie er war gekoinmen, Und alt' der strahlend Helte Weihnachtsschinuner Er weicht dem alten, trauten Arbeitszimmer, Christkindlem hat die Sachen weggeiiomnten.

Und wieder flog es in sein Himmelshaus, Tort schauts zum Sternenienstercken heraus Und ist beglückt, sieht eS die lieben Kleinen Brav lernen, spielen lind ob sie nicht weinen, Und merkt sich, iveim sie gut und iroh und fromm, Daß es im nächsten Jahre wiederkomm'.

Indessen hat nach alter, weiser Art Tas Festtagsfpielzeug Atüttcrlcin verwahrt. Hoch aus dem Boden ist der dunkle Raum, Der birgt der Kinder holden Wethnachtstraum; Wenn sie ein Blickeben dorthin wenden können, Tie Augen itnd die runden Bäckchen brennen, Tort steht ja ivohl mein keines Pnpvenbett. . . Und da der Kaufmannsladen, schmuck und nett t Tcmeben ist vielleicht der Puppenschrank, Und wo ist meine Küche, lieb und blank?" Tas; alles gar so grau tind dicht verwahrt, Ist nicht nach kleiner emsiger Kinderart.

Mein Mädel faß! mich ivichtig an dem Kragen: Lieb Multicben, Du mußt dem Christkind sagen; Es möchte doch mein schönes Puppenbaus Ein bischen gucken lassen nur heraus I" Verständnisvoll küss' ich den Kiiiderimmd (Sin bischen Freude, o, wie tst'S gesund!

Ein bischen Sonnenschein aus grauen Wolkenmasfen, Ein bischen Glück, wer möcht' es nicht ersassen!" Gieß en. A. B.

Goldene Worte.

Daß das Laster sich oft als der Befreier des Geistes erwiesen hat, ist eine der demütigendsten, aber gleichzeitig eine der un­umstößlichsten Tatsachen der Geschichte. Leck».

Ter Künstler mu6 die Natur zwingen, durch seinen Kopf trnd durch jein Herz zu gehen. , Delacroix.

Liebe schwärmt auf allen Wegen,

Treue wohnt für sich allein, Liebe kommt euch rasch entgegen, Aiisgesucht will Treue sein. Goethe,

Ein liebeleeres Menschenleben

Ist wte ein Quell, versiegt im Sand, Weil es den Weg zlun Aleer nicht sand, Wohin die Quelle!! alle streben. Bodenstedt, *

Die Menschen kann inan leicht verachten, aber nicht ihre Achtung entbehren, ' ______ K, Detlef.

Rätsel.

Die erste führen Bilden aus.

Die andere zernagt die Mails.

Tas Ganze nehmen sicherlich

Tagsüber durch das- weite Land

Wohl Millioiien in die Hand Und machen schleimig einen Strich.

N. W Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Geographischen Silbenrätsels in voriger Nummerr Gibroltor, I(fe, Fichslädt, Szi-et, E»rin«See, Nema, Epiiinb Betlftnl», Feffon, Aijii®, Mandschurei, Israel.

Gießen er-Familie ii blaetter.

Redaktion: P. Witt ko. Rotationsdruck trnd Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gieße»?.