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es sc, tiit Tag drüber hingegangen, man meint, es nicht mehr aushalten zu können..." . _ '

Sie, gnädiges Fräulein? Sic litten solche Lchmerzcn? fragte er bestürzt. , ,

Nicht ich, Wilhelm natürlich," rief sie etwas ungeduldig.

Sie sagten das so"

,Berni er leidet, leide ich mit vielleicht mehr noch als er. Ich kenne seine Qualen, und das, was er dabei empfindet, so genau, daß ich ost denke, cs gibt eine Uebcrtragung von Seele zu Seele, aber auch von Nerv zu Nerv." _

Und dabei sehen gnädiges Fräulein so gar nicht nervös

Ich? Nein, ich bin blanke, robuste Gesundheit und das ist auch nötig. Ich habe tüchtig zu tun, müssen Sie wissen."

Ich weis; es. Ich bewundere Sie."

Mich? Ach!" nun lachte sie ihn an und zwilchen den hellroten Lippen schimmerten Zähne vorn reinsten Elfenbeinweiß.

Die sah er heute zum erstenmal, denn noch nie hatte sie ihn au gelacht. Auch das noch! dachte cr, denn cr war ein großer Verehrer schöner Zähne. m

Ihre Gedanken waren schon wieder von sich zum Bruder geglitten. , .

Was ihm auch immer wieder Hilst," sagte sie,ist seine doch ursprünglich urgesimde Konstitution. Tas sieht maii schon an seiner blühenden Farbe."

Ich habe gedacht, tr sei von Geburt an mit diesem Leiden behaftet gewesen."

Tachten Sie wirklich?" sragte sie lebhaft,vH nein, es war ein Unglück. Er ist ein so schönes, gesundes Kind gewesen, sagt Großmutter. Als er ein Jahr alt ivar, lieb ihn seine gewissen­lose Wärterin ans der Treppe sallen und hat das verheimlicht. Sie hatte es leicht, denn die Eltern waren verreist und Groß- mutter lag mit einer schweren Grippe zu Bett. Tie Wärterin sagte, das Kind kriege Zähne und schriee deshalb Tag und Nacht, und die Grobmutter mich wohl ganz arglos gewesen sein. Und so kam das Unglück malen Sie es sich nur aus! Tras unglück­liche Kind es hatte sich so entsetzlich innerlich verletzt, der Hüftknochen war verrenkt und gebrochen, und cs blieb ohne Hilfe, ohne Pslege, bis die Mutter wiederkehrte und da war es zu spat, etwas zu tun. Erst viel später hat die Person gestanden. Tas Scheusal! Und nun denken Sie sich sie wurde entlassen, bekam keinen Dienst wieder, geriet in Not und wahrhastig, Wilhelm unterstützt sie noch heutigen Tages! Tas sieht ihm Ähnlich, nicht? Aber das Geld mich er selber schicken- niemals habe ich einen Federstrich sür ihn dabei getan. Und wenn er nicht schreiben konnte, so musste cs eben bleiben. Ich konnte Nicht nein, ich tonte nicht!"

Er hätte fast ihre Hand genommen und beschwichtigend ge­streichelt.

Wie begreislich!" sagte er nur.

Ihr Bericht hatte ihn selber erschüttert und es freute ihn so, sie mit dieser ganz freundschaftlichen, schrankeukoseu Ossenheit reden zu hören. Seine Gedanken gingen zurück zu früheren Be­gegnungen und er fragte unwillkürlich:

Wie kam es wohl, gnädiges Fräulein, das; ich früher fo sehr, sehr selten Gelegenheit hatte. Sie zu sehen, geschweige denn mit Ihnen zu sprechen!"

Ta wurde sie wieder dunkelrot.

Ach, daran müssen Sie mich nicht erinnern," sagte sie bittend, -,ich war ein recht dummes Mädchen damals."

Nur ein wenig schüchtern, denk' ich, weil so wenig an Be­sucher gewöhnt. Wie?"

Ich? Schüchtern! Nein! Tas bin ich wohl nie gewesen. Aber ich will Ihnen doch b-ien, ich war eifersüchtig."

Eifersüchtig!"

Ja. Auf Sie. Ich wollte Wilhelms Liebe nicht mit Ihnen teilen. Ich fühlte es, und er machte ja auch gar kein Hehl daraus, wie teuer Sie ihm waren, und das machte mich unglück­lich. Es war häßlich von mir, aber ich litt ja ganz allein darunter, ich hoffe, er hat es nie bemerkt, es hätte ihn doppelt betrübt und ich hoffe, daß ich mich genügend beherrschen konnte, um bei Ihrer Begrüßung nicht unartig zu fein, aber es ist wahr, daß ich diesen Begegnungen aus dem Wege ging, so oft ich konnte, beim meine Seele war mit Bitterkeit gegen Sie erfüllt."

Sie holte tief Atem und strich sich das weiche, Helle Haar «us der Stirn, aus der noch immer ein rosiger Schimmer lag. Loysen saß wortlos.

Tas war eine Beichte," fuhr sie dann fort,nun wissen Sie, welch ein egoistisches Geschöpf ich war denn wenn ich Wilhelm damals schon so geliebt Hütte, wie ich ihn jetzt liebe, so wäre jede Freude, die er hatte, mein Glück gewesen, und ich wäre

jedem, der ihn liebte, verstand und aufsuchte, dankbar gewesen. Ja dankbar!" fügte sie hinzu und hielt ihm die Hand hin sehen Sie, ich habe lange gefürchtet, Sie hätten mich damals in meiner ganzen häßlichen Mißgunst durchschaut und wären deshalb jahrelang nicht wiedergekommen und Wilhelm müßte also meinetwegen darben. Tas hat mich eigentlich zur Vernunft gebracht. Als ich Sie heute sah, da schämte ich mich noch in der Erinnerung. Wir wollen nun gute Freunde sein, nicht wahr, und Sie sagen nicht mehr gnädiges Fräulein zu mir, sondern einfach, wie früher, Fräulein Edeltraut!"

Die gairze Zeit ruhte ihre Hand in der seinen und sahen ihn ihre offenen, furchtlosen Augen herzlich an. Er war förmlich verwirrt über dies unerwartete Entgegenkommen.

Ich danke Ihnen, Fräulein Edeltraut!" war alles, was er sagen konnte. Ihm war, als rücke er seinem Ziel ganz ohne sein Zutun mit Riesenschritten näher. Ta er ihre Hand nicht freigab, zog sie dieselbe unbesangen zurück.

Und nun!" sagte sie lebhaft,bekennen auch Sie! -ä weshalb sind Sie all die Jahre nicht gekommen?"

Die Frage wirkte wie ein Schreck. Er fand nicht gleich eine Antwort, dann dachte er ernsthaft nach und sagte, einem unab­weisbaren Impuls folgend:

Eines Tages sage ich es Ihnen."

Tie Türe ging auf und Wilhelm blickte ins Zimmer.

Bitte, kommt doch zu mir herüber," ries erda ist cs genMlicher!"

Ich muß in den Hof," sagte Edeltraut,Meiuert wartet und die Mamsell auch"

Als Loysen endlich fortritt, wurde er einmütig gebeten, doch den Sonntag hier zu verbringen den ganzen Sonntag.

Ta kommt kein Viehhändler," sagte Wilhelm lächlnd,und weder Inspektor iwch Mamsell werden zu Störenfrieden genuß­reicher Unterhaltungen." .

Edeltraut fütterte den Rappen mit Zucker und erging sich im Preise feiner Sckchnheit.

Als der Reiter durch den Torweg entschwand, standen die Geschwister Arm in Arm vor dem Hanse und sahen ihm nach

'Nun, Edel, was sagst du zu ihm?"

Vorläufig noch nicht viel, außer, daß er mir nicht unsym­pathisch ist und so a u s s i e h t, als berge er innere Seelenwerte. Welcher Art? Finde ich sie heraus, Bruder, fo sage ich gern: Ich fei, gewährt mit die Bitte, in eurem Bunde die dritte!"

(Fortsctung folgt.)

LungenMinnastik.

Von Hans Hein.

Nachdruck verboten.

Im Volksmunde heißt Atmen soviel wie leben. So hört man:Er hat den letzten Atemzug getan";Er hat das: Atmen vergessen". Man spricht vom ersten und letzten Atem­zug als dem Bringer und Zerstörer des Lebens. Jede durch Krankheit oder äußere Störung verursachte Beschwerde des Atmens empfindet man als peinigenden Schmerz, selbst heftige Gemütsbewegungen können den Atem stocken machen. Diese vornehmste alter Lebensbedingungen wird jedoch von vielen Menschen recht oberflächlich erfüllt, von manchen ver­kehrt und von anderen geradezu gesundheitswidrig. Zwar könnte mau dieser Behauptung scheinbar entgegentreten, wenn man sagt, daß der Naturinstinkt diese notwendige Tätigkeit von'selbst regeln werde, und tatsächlich geschieht das ja auch bet den Naturvölkern. Wir aber sind Kultur­menschen, zahlreichen naturwidrigen Gewohnheiten und Einflüssen unterworfen, die wir bekämpfen können und müssen.

Haben schon viele Kinder und Erwachsene die üble Ge­wohnheit, die Speisen mangelhaft zu kauen, nicht genügend zu zermalmen, nicht ausreichend zu entspeicheln, um eine gute Verdauung herbeizuführen, so ist noch weit mehr das Uebel verbreitet, die Lunge auf schmale Kost zu setzen, weil zu wenig für frische Luft gesorgt und die Atemgymnastik vernachlässigt wird. Speise, Trank und Schlaf, die zum Leben unentbehrlich sind, lassen sich immer noch länger ent­behren als der in der Atmosphäre enthaltene, das Blut auffrischende Sauerstoff. Die Lungenspeise, Luft, ist das unbedingt Nötigste aller Nahrungsmittel. Der Sauerstoff/ (ungefähr'21 Proz. mit 79 Proz, Stickstoff gemengt, welcher nur zur Verdünnung des ersteren dient ein überall sich gleichbleibendes Verhältnis), strömt durch die Luftröhre in die Haargefäße der Lungenbläschen, gibt dem Blute etwas ab, und dieses entledigt sich nun der überschüssigen Kvhlen-