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vorteilhaftester! Weise, ein naturgetreues' Bild! Mz der ArbeitS» fhtbc Deutsch»-Süd-W«st-Afrikas offenbart, wovon der lebhafte Bei-- dein Redner des Mends ein dankendes Zeugnis gab. Sch.

ASM Geschichten von einem Grotzen.

Pauk Keller, dessen Erzählungen und Romane in alle GesellsEaftsschichten gedrungen sind, gibt im Roseverlag, Berlin SW. 48, unter dem TitelDer Guckkasten" eine bunt» illustrierte Wochenschrift für Humor, Kunst und Leben her­aus, von der uns die ersten prächtig ausgestatteten föcfte vor­liegen. Das int besten Sinne moderne Blatt ist aus der be­kannten humoristischen ZeitschriftDie Lustige Woche." her- vorgegaugen und zeigt, wie Paul Keller in seinem gemiit- vollen Vorwort selbst sagt:Humor und Leid, Karikatur und ernstes Menschen- und Landschaftsbild, Begeisterung und Spott, das fläche Leben und die blauen Berge des Sehnsnchtslandes." Wir entnehmen dem Heft folgeitde Er­innerungen an Wilhelm Raabe, der am 8. September sein 77. Lebensjahr vollendete:

Wilhelm Raabe ist ein deutscher Dichter. Er ist der beste Gestalter tiefen deutschen Humors. Hat Romane und No- Vellen geschrieben. Das sage ich für die, die nicht wissen/ wer Wilhelm Raabe ist. Noch vor ganz kurzer Zeit konnte, es vorkommen, daß in Braunschweig, der Heimat des Dich­ters, einGebildeter" den anderit fragte:Wer ist denn eigentlich der große, alte Herr mit dem Schlapphut, der jedett Abend in die Herbstsche Weinstube geht?"Ach Gott, ich glaube, ein gewisser Raabe." Wenn der andere gefragt hätte:Sagen Sie mal, wer hat denn eigentlich dieLitstige Witwe" geschrieben?" hätte ihn sein Bekannter für einen Idioten gehalten. *

In der Arbeitsstube Raabes hängt ein großes Bis- m a r ck b i l d.Sie haben mir's mal geschenkt," sagte der Alte;aber ich hab' ein Bismarckbild, das mir noch lieber ist; das habe ich mir als armer Teufel in Berlin gekauft/- Er zeigte mir das Bild. Es war so groß wie ein Handteller, Auf der Rückseite stmtd: Gekauft 1863.

' Harte anno 63 ein Großer einen Großen gewittert. *

Der Rektor einer Universität kant nach Brann- schweig, Raabe zu sehen, und wartete auf ihn in der Herbst- scheu Weinstube. Der Meister hatte seinen ganz schwetg- touten Tag. Als er nach Hause gehen wollte, sprang der Rektor auf, um Raabe den Ueberzieher zu halten. Ganz erschrocken sah ihn der Alte an und platzte heraus; Sind Sie. verrückt?" *

Es war nach schwerer Mühe den Freunden gelungen/ Raabe zur Annahme einer Feier seines 70. Geburtstages zu bewegen. Noch größere Mühe machte es dem ^usttz- rat Engelbrecht, Raabe einzureden, sich für dre Feier, an der heroorrageude Persönlichkeiten aus allen Teilen de^ deutschen Sprachgebietes teilnehmen, ja zu der Vertrete« aus Amerika kommen würden, sich einen neuen Frack bauen zu lassen. Endlich gab ßcr Starrkopf brutmnend und) Die Feier int alten Herrüchen Rathaus von Braun schweig verlief über die Maßen erhebend. AlsJte einige Wochen später in der Herbstscheu Weinstube kritisch be­sprochen wurde und jeder etwas b^onders Herrüches h^- vorhob, lächelte auch der alte Raabe glücklich vor Jid) hin und sagte/Und es war doch mettt alter Fracke

Wir begleiteten den Meister nach Hause. Engelbrecht und ich. Wir sprachen darüber, daß so viele Ee merk­würdige Häuser moderner Spekulation zuliebe abgebrochen würden ,Ja," klagte Engelbrecht,jetzt hat wieder einer ein Haus wegreißen Iassen, das 1624 gebaut war."- -Nu," sagte Raabe,wenn Sie schimpfen wollett, da schimpfen Sie doch auf den, der 16.4 do rtdas H w e g g e r i s s e n h a t. Das ^war ia noch alter.

Es war eine Feierstunde für mich. Ich stand an eurem Frühlingsabend mit Raabe am Fenster seiner Arbeit, s.uv..

DK llüuie-Lz'pediLisn M7-S8.

Im Technischen Verein sprach am Donnerstag abend Stadt- baumeister Adolf Braubach über seine Erlebnisse auf der Reise und als Führer der Naute-Expeditivn in Dentsch-Sud-Mest-Afrika, im Winterhalbjahr 1907/08. Der Expedition gehörte noch der Privatdozent Dr. Golf aus Halle (Landwirtschaft), der. Kaisers. Landesgeologe Dr. Range aus Lübeck, jetzt in Alibis, sowie der Vermessungsingenieur Boos ans)Darm ft: ad t, an. Zur Ausgabe stand die wissenschaftliche Mstellnng der Riede', chlags- verhältnisse an der großen Nante (Enge) am Lowenslns;e, ca. 45 Kilometer südlich von K-tmanshoop, z»M Zwecke von großen Laiideskulturarbeiteu und eventueller Anlage einer bedeutenden Talsperre.

Die meteorologischen Beobachtungen wurden nach^ den in Deutschland bestehenden Vorschriften sür meteorologstche Stationen Misgeführt. Es standen Fnessche Apparate, wie selbstregiprie- render Regenmesser, selbstregistrierender Pegel, Verdunst,mgsmeßer ' System Wild", wie auch Aspirationspsychrometer, nm den ä.euc,)- tigkeitSgehalt der Lust zu bestimmen, Maxintum- und Mimmum- Thermometer zur Vcrsüguug.

Der Redner schilderte an Hand von Natnranfnahmen, durch 600 Lich tbild er prvjektionen, in anschaulichster Weise die Ausreise, bas Leben und Treiben an Bord des DampfersFclomarschall der Dentschi-Ostasrika-Linie, die Ankunft in Swakoopmilud, dem nörd­lichen Hasen, und die in Lüderitzbucht, dem südlichen Hafen. Die Eigenart der beim Passieren der Aegnawrlime vor sich gehenden Bemühungen der Schiffsmannschaft, den Reisenden die sogenannte LinieUtanfe zu geben und die Ausstellung des hierzu gehörenden

Unsere ^schwarzen Landsleute, die Hottentotten, Herreros und Buschleute ivarcn in hübschen Gruppen bildlich festgehalun. Her­vorragend schön waren die Sanddünen von Lwawopmund, die Stadt, das Eiubootcn von Personen mittels Krahn, der Gedenl- stein von der Nebernahme des deutschen Protelwrates in der Lüderitzbucht, die Haifischinsel in der Lüderitzbucht und die Gnauofadrikauten auf der Pinguiueiunsel wtcdcrgegcbcn. Klar und verständlich kam diie Gefahr der Wanderdiinen, einen Bahn­körper verschüttend, zum Ausdruck, lieber die Station Roth kuppe (Wellblechhaus) ging die Reise nach Garub, lvv der Tigerberg, genannt der dicke Wilhelm, bet' flachen Einöde eine charakteristiiche Erhöhung bot, und wo bei 68 Ncetep Tiefe man jetzt auf etiil gutes Trinkwasser gestoßen ist. o

In Aus, Station und tetabt, ist der «itz be» Reichu-Eiseu- bahnkommissars und bev Bauleitung ber Eisenbahnbau-Firma ^.enz u Co. Ter Schakalskuppe, durch ihre^SignalMtion int Auf­stande bekannt, .reihten sich Bilder von Station Brack.was;er,der Hottentottenwerft am Wege nach Bethanien, be» chlst?.. E und des Missionsgarteus von Bethanien an. Die Schönheit und Ileppi gleit biefer Garten kamen durch den reichen Bestand an Palmen, Oleanbern und Feigenbäumen, Wein, Gemüse- und ^uzern- felder in schönster Weise zur Anschauung, und zeigten ^den Segen einer geordneten Arbeitsleistung nach den Gesetzen be». Ptelvra- tionsbauwesens. lieber die beiden militärischen Telegraphen- stationen Schlangkopf und Raiams wurde die klenie Nante und sodann der Nnnebisberg, bet der grotzen Raute gelegen, bemcht.

Praktische deutsche Arbeit ist durch die Atisstelluug vo.t ^cko- metersteinrn geschaffen worden, worauf die Entfernung der nächsten Wasserstelle mitverzeichnet ist. Am Bestimmungsorteangelangt, in der Nahe der Wasserstelle NamebtS, entstand bald aus dest vorerst iit Gebrauch gehabteip Zeltlagern em..Alippenhaus, be m Wände durch Felsstücke und einfachen Lehmmvrtel heige,teilt wur­den Die Dachfläche erhielt eine Tachpappenabbeckuiig und, damit die Sonnen strahlen den Teeranstnch nicht zum Avfluß bringen konnten, gab man dem Dache einen Lehmuberzug. Unter biijent Titb als praktisch erwiesenen Dache war man gegen die Regiu- niederschläge und die zeitweise cintretenden starken Wmde, che die Lust mit feinsten Sandvermeugungeu lullte, geschützt. £»ie Vorführung der Küche und der Beraumt ergaben humorvolle ^Der Landesgeologe besaß für seine Zwecke ein transportables <5nM"-tits wie solche in der Kolonie für vorübergehende Zlmcke M sind D e Sperrstelle in der Schlucht, Arbeiten am Jn- s r uneut die Vermessung des Löwenflusses und die mächtigen Gerolle 'im Flußbette gaben cjnc verständliche her

k;-Intimitäten der Expeditionsarbeiten. Auch der Wagen uer Bvbrtruppe, mit 18 Ochsen bespannt, der Pontokbau kEingeooreiien- bauss wie die Diamautbohrmnschinen und deren .e>e>.wenbunuv- art waren in ber Wiedergabe und Einführung von Pra nsch m- gänzender Bedeutung. Seeheim mir FiMiiß, dev Oartm des Pächters Plichto, der mittels Dampfpumpe bewanett Vitd,^ste Ansicht von Moddcfontein, die Kamelreiterpatronille s» der Kala­hari die Station Feldschuhhom" mit zwei grotzen Bohrtürmen, das Bild des alten' ,Hhbt", beS ältesten Ansiedlers, nnb nochwiele andere dem Lande entnommene Darstellungen zeichneten ui e scharfen Blick von dem Wesen unserer Kolonie. _

Die Heimreise führte über Teneriffa nach Dover desseilKre,oe- felsen, in Nebelschleier gehüllt, em künstlerisch vollendet,» Wolken B11!> Dcr'^zweistündige Vortrag, in angenehmer, verständlichr Sprache geführt, hätte den 3o0 Perionen zahlenden Zuhörer», m