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Literatur­

entnommen.

Mahlmmm.

Redaktion: P. Wittko.

Rotationsdruck und Verlag der B r ü h l 'schen Universiläts-Vuch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.

von der Magd, ihrer einzigen Begleiterin, überwältigt wird und nun der falschen Königin als Magd folgen muß. Diesem Vorgang hat der Dichter ein bedeutungsvolles psychologisches Fundament und demgemäß auch einen neuen Abschluß gegeben. Aus der alten Fabel erwächst, in reicher dramatischer und poetischer Ent­faltung, die Tragik der ganz vergeistigten Erbin eines alten Geschlechts, deren ästhetisch gestimmtes Wesen vor jeder Tat ver­sagt und neben der nun eine unverbrauchte Kraft emporwächst. Die Aristokratin erkennt, daß ihr Reich nicht mehr von dieser Welt ist, und die junge Plebejerin besteigt den Herrschersitz, unter­stützt von der Mutter der echten Prinzessin, einer heroisches Gestalt, deren Größe den alten vererbten Adel und die, neuen zeugenden Kräfte umfaßt. Ein weltgeschichtlicher Prozeß ist hier im Kampf zweier Individuen zu dramatischer Wirkung und thea­tralischer Sichtbarkeit gestaltet. In echt dichterischer Weise er­kennt der Dichter jeder Partei ihr Recht zu: dadurch wird der Schlußakts auch theatralisch großartig aufgebaut,, zu einem tief- ergreifenden Abbild des Lebens, das sich nach jeder Lösung zu neuen Kämpfen verwickelt.

Komm Hirt, alleiniger, führe du Dein Kind der frohen Heimat zu Durch Kreuz und Sterbestunden: Halt über allen Sündern Wacht, Bis sie sich Dir zurückgebracht llnd selig heimgefunden.

Goldene Worte.

Du bleibst nur stark und ungebeugt In allein Zank und Streit der Welt, Wenn felsenfest du überzeugt, Daß Wahrheit stet? den Sieg behält.

Freund in der Not,

Freund int Tod,

Freund hinter dem Rücken, Sind drei starke Brücken.

: Julius Verlag, Berlin.) Dichtung ist dem

Zwei Dinge sind grenzenlos: der Horizont imb die Dummheit. ____ Jean Paul.

Bab: Das Blut. Drama. (S. Fischer/ Geh. 2.50 Mk. Das Grundmotiv dieser Grimmschen Märchen von derGänsemagd" Es ist die Königstochter, die auf der Brautfahrt

Logogriph.

Mita" sprichst du bei guter Rast Das Wort, wenn du gestärkt dich hast. Stolz bist und froh du hier und dort, Ward dir zu teil mito" das Wort. Mite" schreibst du eS, bist du alt lind scheidest aus dem Leben bald.

Auslösung in nächster Nummer.

Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: Kaffeeschwestern.

Aus de» Werker» des Prmzerr Emil zu Schörraich- Carolath f.

Die Liebe bringt ein brünstig lleberhastcu, Halb Lebenssehnsticht und halb Todesdrang, Denn dieses Leben ist ein llebergang

Voll Schmerz und Schalten, drin nicht gut zu rasten. Rastlose Ncugcburt das ist das Heil, Ist Trieb und Endziel aller Selbsterhaltung, Drum ist Natur im tiefsten Wesen geil, Truin ringt die Menschheit toll nach Neugestaltung. Daß im Genuß den argen Durst sie stille, Ist all ihr Sinnen, ist ihr einz'ger Wille, Und als, ein liebes Schicksal wird sie's sehen, In: Weiblichen verlodernd auszugehen.

Es ist das Weibliche, die dunkle Frage, Tie jedem, der hinaus ins Leben stürmt, Als ernster Prüfstein sich entgegentürmt, Ob früh, ob spät, für jeden wird cnn Ende Das Weibliche zur Lebenssonnenwende.

. ^erse erinnern in ihrer glanzenden Sprache an Alfred oe, Muhet und Byron, auch die Situationen sind ähnliche wie in »rchtlmgen dieser beiden großen Dichter. Doch der Gedankenganq, das Streben nach positiven Idealen ist charakteristisch allein für den Deutschen, der nun einnial mit feinem Gott versöhnt sein ivill.

Daß die Liebe auch erlösend wirkt, diese Idee kommt in der Dichtung .Don Juans Tod" zur Darstellung. Selbst den genialen Sünder, den vollkommenen Egoisten errettet sie in ihrer Reinheit und Selbstlosigkeit. Wie glänzend, plastisch unb stimmunas- tief dieDarsteNung m dieser Dichtung ist, mag folgende Schilderung einer Nacht beweisen:

..... Die Nacht ivar schwarz und heiß, Ein Wetter stand am fernen Kämm der Hügel, Die Steppe lag blitzüberflnckcrt, weiß.

Die Bäume murrten bange, schwül durchhaucht, Am Himmel schimmerten verstörte Sterne, Zuweilen hob sich Südivind in der Feriie, Gleich einem Tier, das klagend, zornig faucht. Ter Burghof flammte, rötlich angeglänzt Hob sich Gebälk aus Fackeln, pechbekränzt.....

Der Weltschmerz des Dichters, der dunkle Dämon des Pessimis- mus, ftndet trotzige und geivaltige Worte grenzenlosen Gottes- und Weltverachtung in der DichtungJudas in Gethsemane". Christus, Judas, der hier diesen Dämon repräsentiert, diese hohn- L*'tb schmerzvollen Worte richtet, hat dafür nur den milden Blick der Menschenliebe. Aber au§ diesem Blick leuchtet aller Trost, aus s ck \ ;efte< .e,uj0= Leben, das rastlos zeugende e>vig

a !ole.nM «ud n, höheren Gestalten und Ideen sich offen- nHS6 h»a bp,efe mibeven lichten Urempfindung kehrt der Dicbter 6ermt§ finhbh z'E' Unb miS fold)en Stimmungen

.' Ilb dann vielleicyt Verse entstanden von der cvangelisclicn Innigkeit und Einfachheit des folgenden: U

2Jctj, Herr, nimm hin mein Lebensqut, Zerbrich nur Ehre, Stolz und Mnt, Doch neig dich meinem Bangen;

Vergönne, daß mein letzter Schrei Em Dennoch Herr, dir glaub ich, sei; Mehr ivill ich nicht erlangen.

väterlich Erbe zuteil werden möge." Herr Walter von Eschenbach zerspaltete dem König sein Haupt und Herr Rudolf von Palm stach sein Schwert durch den König. Der Ritter von Casteln erschrak ob der unversehenen Tat und floh nach Brugg. Also kam der König seines großen Geizes und seiner Kargheit wegen ums Leben, daß er auf seinem erblichen Eigentum im Gebiete seines Erbstammes und Namens, in der Grafschaft Habsburg in und auf dem Seinen von den Seinen erschlagen ward. Und s

es war von ungefähr, als die Tat geschah, eine arme gemeine I

Dirne zugegen; diese nahm den König, als er vom Rosse fiel, j Der grüßte Fehler bei der Erziehung unserer in ihre Arme auf, und er verschied in ihrem Schoß, Wie nuN Kinder ist fortwährendes Zurechtsehen und Tadeln. Kinder. Herzog Hans und die Herren, seine Helfershelfer, die Tat voll- j die immerfort aetadelt^mrdpn L

bracht hatten, flohen sie alle davon, ein jeder wohin er mochte." | " Lm A'rlrx r Ö 1nc9n'c« schließlich auch leine

Diese dramatische Schilderung des Mordes hat der Schweizer 8 Ötttcn Ratschlage mehr an. Ganz besonders verkehrt ist es Chronist nach alter, aber unhistorischer Tradition mit dem Auf- I aber, sie vor der Oeffentlichkeit zu tadeln oder gar zu strafen, stand der Schweizer Waldstätten verknüpft und hier trat sie Ein empfindsames Kind haßt es ebenso wie ein erwachsener Schiller entgegen, als er sich bei den Vorarbeiten zu feinem I sn}enrdl» ..... c-., ,

Teil in dentreuherzig homerischen" Geist der Tschudischen Chronik I v r . cm$ ' ln ber seffent-

vertiefte. So ist dem Dichter der Gedanke aufgetaucht, die zornige j , i 111 dieser Weise behandelt wird. Wenn eine nervöse Mordtat des Herzogs in Gegensatz zu stellen zu dem heiligen Be- | Niutter oder ein abgearbeiteter Vater sich dabei ertappen, daß freiungswerke seines Helden, und jene gewaltige dramatische Szene sie ihren Kindern mehr Tadel als Lob zukommen lassen, so des letzten Aites, em letzter Höhepunkt grandioser Spannung | sollen sie lieber ,,s tu Ue

vor dem brausenden Jubel des Finale, entstand, aus der uns X sich daran erinnern, daß

allen die dunkle Mönchsgestalt des Parricida vertraut geworden I , iuinen und Fruchte besser in der Sonne gedeihen als unter ist. Uebrigens hatte schon vor Schiller A. G. Meißner in I bedecktem Himmel. Keine noch so gemütlich eingerichtete seinem 1780 erschienenenJohann von Schwaben" die Figur I Wohnung kann so sehr zu einem angenehmen Familienleben des Herzogs auf die Bühne gebracht und ebenfalls einer rach- I beitragen als freundliche Gesichter im cVm.f» mih rndlPSp süchtigen Freveltat die verzweifelte Notwehr der Schweizer gegen- I sreunoucye ^eficyier un Haufe und lachende

übergestellt. I 3tö.er"

" Wahres Geschichtche u. Das Dienstmädchen einer bekannten Familie machte, bei uns eine Bestellung. Aus dem' Dialekt merkte ich, daß sie eine Landsmännin von mir, Ostprenßin, war. Ich fragte sie nun, wo sie zu Hanse sei, und erzählte, daß ich m K^önigsberg geboren märe. Darauf antwortete sie strahlend: Ach nein! Und ich bin noch 4 Mark 50 hinter Königsberg zu Hause!"