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abweisbare Notwendigkeit Hat ihn veranlassen können, einer so | großen Gefahr zn trotzen?

Er packte seinen Kameraden bei der Land, Preßte diese zu- sammm, als wenn er sie zerbrechen wollte, und fuhr in heftigem Tone fort: < , , L c

Warum? Ah, ich «rate es nur zu gut! er hat hier irgend einen Gegenstand liegen lassen, vergessen, verloren, ein Beweis­stück, das die ganze Dunkelheit dieses schrecklichen Falls hatte aufhellen können! Und um diesen Gegenstand wiederzubekommen, hat er sich hineingewagt. Und durch meine Schuld, onrch meine Schuld ganz allein, entgeht uns dieser entscheidende Beweis! Und ich hielt mich für einen klugen Polizeimann! ^as ist ne Lektion! Ich mußte die Tür verschließen; der Dümmste hatte daran gedacht. . .!

Er unterbrach sich plötzlich und blieb mit offenem Munde, mit lueit ausgerissenen Augen stehen, den Zeigefinger nach einer der Ecken des Zimmers ausstreckend.

WaS haben Sie da? fragte der Alte ganz erschrocken.

Lecoq antwortete nicht; aber langsam, mit den starren Be­wegungen eines Schlafwandlers, näherte er sich. der stelle,, auf die er mit dem Finger gewiesen hatte, bückte sich, nahm einen ganz kleinen Gegenstand auf und sagte:

Meine Unbesonnenheit verdiente nicht ein solches Gluck!

Der aufgehobene Gegenstand war ein Oqrgchänge, ein Bouton, wie die Juweliere sagen. Es bestand aus einem einzigen, sehr großen Diamanten. Die Fassung war mit wundervoller Feinheit gearbeitet.'

Dieser Diamant, erklärte Lecoq, nachdem er ihn einen Augen­blick prüfend betrachtet hatte, dieser Diamant muß wenigstens . fünf- bis sechstausend Franken wert sein.

Wirklich?

Ich glaube, es behaupten zu können.

Einige Stunden vorher hätte er nicht gesagt:och glaube, sondern rund heraus erklärt:Ich behaupte cs." Aber sein erster Fehler war ein Denkzettel, der sich ihm für sein ganzes Leben einprägen sollte. , ,, ,

Vielleicht, bemerkte derj alte Absinth, vielleicht suchte der Komplize diesen Diamanten?

Ties ist kaum anzunehmen. In diesem tftiU hatte er ganz gewiß nicht die Schürze der Witwe ChuPin durchsucht. Wozu? Nein! er muß hinter etwas anderem her gewesen sein . . hinter einem Brief zum Beispiel.

Der alte Polizist hörte nicht mehr; er hatte die Ohrbommel in die Hahd genommen und untersuchte sie ebenfalls.

Und wenn man denkt, murmelte er, ganz außer sich über das Feuer jdes Djawjanten, wenn man denkt, daß in die:Pfeffer- büchse" eine Frau gekommen ist, die für zehntausend Franken Edelsteine in den Ohren trug! Wer möchte das glauben!

Lecoq wiegte nachdenklich den Kopf.

Ja, das ist unwahrscheinlich, antwortete er, unglaublia), absurd. Indessen, wir werden noch ganz andere Sachen erleben, ivemt es jemals gelingt woran ich allerdings zweifle den Schleier dieser geheimnisvollen Geschichte zu zerreißen.

8. Kapitel.

Trüb und düster brach der Tag au, als Lecoq und sein alter Kvllege endlich ihre Nachsuchung sür vollständig hielten. Es war in der Schenke kein Ouadratzoll niehr, der nicht mit peinlichster Gewissenhaftigkeit untersucht, sozusagen unter die Lupe genommen war.

Es blieb nur noch der Bericht aufzusetzen.

Der junge Beamte setzte sich vor einen Tisch und begann zunächst einen Uebersichtsplan vom Schauplatz des Mordes zu zeichnen, um dadurch das Verständnis seiner Erzählung ganz lcjcht zu machen.

Aust webenstehendem Plan bedeutet:

A Die Stelle, wo die vom Krimmalmspektor Gsvrol ge- ' führte Patrouille die Schreie gehört hatte.

(Die Entfernung von diesem Punkt bis zur sogenannten Pfefferbüchse" beträgt nur 123 Meter; es ist also anzu­nehmen, daß diese Schreie die ersten waren, daß folglich der Kampf in jenem Augenblick erst begann.)

B. Tas Fenster mit dichten Läden, durch welche ent Beamter den Vorgang im Inneren beobachtet hatte. .

C. Tie durch den Kbirninalinspektor Gsvrol cingeschlagene

D. Tie Treppe, auf welcher die vorläufig verhaftete Witwe ChuPin weinend saß. , ,

(Auf der dritten Stufe dieser Treppe wurde spater die Schürze der Witwe ChuPin mit umgedrchten Taschen aufgesunden.)

E. Kamin.

T. F,F. Tische.

(Die Spuren von einem Weinnapf und fünf Gläsern be­fanden sich auf dem Tische, der zwischen den Punkten E. und B. stand.)

G. Verbindungstür nach dem Hinterzimmer der Schänke. Vor dieser Tür stand der Mörder mit der Waffe in der Hand.

H. Zweite Tür der Schänke, nach dem Garten führend. Durch diese Tür drang der Beamte ein, der auf den Gedanken gekommen war, dem Mörder den Rückzug abzuschneiden.

I. Gartenpforte, nach dem freien Felde führend.

K K. Fußspuren auf dem Schnee, nach dem Fortgehen des Inspektors Gßvrol, von den in derPfefferbüchse" zu­rückgebliebenen Beamten aufgefunden.

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lieh erhöht.

(Fortsetzung folgt.)

In diesen Erläuterungen zu der Zeichnung schrieb also Lecoq nicht ein einzigesrnal seinen Namen; er sprach nur einfach von einem Beamten". Das war keine Bescheidenheit, ^m Gegen­teil, indem man absichtlich sich selbst zurückstellt, zeigt man s>a> in einem um so helleren Licht, sobald man aus dem «chatten hervortritt. Ebenso war es Berechnung, daß er so ost Gsvrold Namen erwähnte. Er dachte, dadurch müßte die Aufmerksamkkic erst recht auf den Beamten gelenkt werden, der zu handeln gewuvr hatte, ivährend die ganze Leistung des Führers sich daran; be­schränkte, daß er eine Tür eingeschlagen hatte. .

Das von ihm aufgesetzte Schriftstück war kem Protokoll denn ein solches aufzusetzen steht nur dm gerichtlichen Beamten der Polizei zu sondern ein einfacher Bericht, den man höchsten^ als eine Schilderung der unternommenen Schritte hatte bezeichnen können; trotzdem verwandte er darauf eine Sorgfalt, wie em junger General auf das Bulletin seines ersten Sieges

Während er zeichnete und schrieb, sah der alte Absinth chm über die Schulter. Besonders der Plan entzückte den alten Bieder­mann. Er hatte schon viele derartige Zeichnungen gesehen, bisher sich aber intmet eingebildet, man müßte Ingenieur, Baumeister oder wenigstens Landmesser sein, um eilte solche Arbeit zu machen. Und mit einem Zentimetermaß und einem Stückchen Holz, das als Lineal biente, machte fein Kollege, dieser Anfänger, die ganze Geschichte! Seine Achtung für Lecoq wurde dadurch außerordent