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DK Heilwirkung der Sonne.

Sonnenlicht ist eines der besten Desinfektionsmittel, die es gibt, es genießt dabei den Vorteil, daß es nichts kostet, und, was noch wichtiger ist, daß es für den Körper unschädlich ist. Wer wie immer ist es gerade das nahe­liegendste, was am ehesten dem Menschen entgeht und am wenigsten von ihm geschätzt wird. So ist man auch erst .im letzten Jahrzehnt darauf gekommen, das Sonnenlicht in der Medizin zu verwerten. Auf die komplizierteren Anivendungsformen, welche die Verwendung von Apparaten und die Kenntnis einer gewissen Technik sowie überhaupt medizinische Kenntnisse zur Voraussetzung haben, wollen wir hier nicht eingehen, wohl aber wollen >vir den Leser auf eine Einrichtung aufmerksam machen, die ohne große Vorkehrungen überall anzuwenden ist, und deren Heilwert außer Zweifel steht: Es sind dies die sogenannten Sonnen­bäder. Die Anwendung ist äußerst einfach. Mau sucht sich einen Fleck, welcher von der Sonne hell bestrahlt ist, und lagert sich dort, nachdem man sich der Kleider entledigt hat. Der Kopf ist zur Vermeidung von Sonnenstich durch' einen Hut mit breiter Krämpe, eventuell durch einen Schirm zu schützen. Vollblütige Leute tun auch gut, gleichzeitig eine nasse Kompresse auf die Stirn zu legen. Da das zerstreute Sonnenlicht viel geringere Wirkung besitzt, als das direkte, empfiehlt es sich nicht, sich im Schatten zu lagern. Anfangs muß man vorsichtig sein und den Körper nur kurze Zeit dem Lichte aussetzen, da sonst schmerzhafte Rötungen und Schwellungen der Haut auftreten können. Kommt etwas derartiges vor, so ist die betreffende Stelle mit Vaselin oder Lanolin einzufetten, und die Sonnen­bäder sind bis zur Wheilung, die tu wenigen Tagen erfolgt, auszusetzen. Das, was zu diesen Bädern unbedingt not­wendig ist, recht viele schöne Tage mit warmem, goldigem Sonnenschein, haben wir ja in diesem Sommer bereits gehabt und werden sie, wenn nicht alles täuscht, auch auf längere Zeit noch weiter genießen können.

verrnischtss.

* Das drehbare Haus. Ein eigenartiges Haus wird demnächst auf Long Island, am Strand der Liddle Neck Bay, erstehen, das Sommerhaus des Juweliers Wil­helm Reimann. Es wird ein drehbares Haus werden, auf einer großen rotierenden Platte ruhend, die durch Elektri­zität bewegt werden kann, so daß es möglich wird, die ein­zelnen Zimmer je nach Laune der Sonne oder deni Schatten öder der kühlen Seebrise zuzukehren. Ter Architekt True, der die Ausführung übernommen hat, war für das Projekt sofort begeistert und stellte alsbald Versuche an, die gute Erfolge ergaben. Die Villa wird nicht mehr als etwa 110 000 Mark kosten. Ter Gedanke ist übrigens nicht völlig neu. Schon vorher hat ein Mr. Bxace aus Meyersvill bei Chatham sich ein ähnliches kleines Häuschen konstrilieren lassen, das aber bald durch einen Unglücksfall in Flammen aufging. Außerdem soll der gute Mr. Brace, der Alkohol liebte, manchmal bedauert haben, daß die Tür jeden Tag wo anders war. . . .

* Auch ein Duell. Sobald in Kvrdofan im Sudan zwei Uttige Männer um ein Mädchen freien, kommt es in der Regel zu etnenl eigentümlichen und sehr empfindlichen Zweikampf, der jeden­falls einen hohen Grad vcn Leidenschaft u.Stoizismus erfordert.Nach­dem die beiderseitigen Freunde vergebens alles aufgeboten haben, uni eine Versöhnung herbeizuführen, wird auf einem freien Platze ein drei bis, vier Fuß hohes Podium errichtet, auf welchem dre Rivalen einander gegenüber Platz nehmen, während ihre sämt­lichen Freunde und Verwandten sich rings umher gruppieren. Daun wird jedem der beiden eine große Peitsche aus Nilpferd­haut emgehäudigt und das Signal znm Beginn des Kampfes gegeben. Das Los entscheidet, wer den ersten Schlag austeilen darf, und dieser wird mit aller Kraft geführt, deren der Betreffende mächtig ist, doch mit stoischem Gleichmut ausgenommeii und er­widert. ^u dieser Weise nimmt das Duell seinen regelmäßigen Fortgang, und es ist gräßlich mit anzuseheit, wie die Haut der Kampfenden alsbald in Fetzen gerissen wird. Doch über ihre Lippen kommt kein Klagelaut. Auch die Zuschauer bleiben voll­kommen ruhig, und das Peitschenduell wird fortgesetzt, bis einer der beiden Gegner die Waffe sinken läßt. Dann wirft auch der 1

Sieger die seine fort, beide reichen einanbet die Hand zur Ver­söhnung. die Freunde wüufcheil ihnen Glück und Heil, die Wunden werden ausgewaschen und die Kampfzeugen beschließen den Tag mit einem zu Ehren der tapferen Kämpen abgehalteiteii Trink­gelage. Der Sieger führt natürlich die Brant heim.

Für die Hausfrau.

Die s ch in a ck h a f t e Küche ohne F l e i s ch", 125 Re­zepte, nahrhaft und billig. Verlag P. Ziminermann, Chemnitz °K. Dieses winzige Kochbüchelehen, das nicht nur für die vegetarische, sondern auch für die gemischte Küche bestimmt ist, wird unseren Hausfrauen eine Erleichterung in der Speisenwahl bringen. Sein praktischer Inhalt ist leichtverständlich geschrieben, so daß auch die ungeübteste Köchin danach kochen kann.

Gesundheitspflege.

Das Geschlechtsleben des Mannes als Ur­sache der Nervosität. Ein ernstes Wort an die Männer­welt. Von Ur. med. Prager, Barmen. (Karl R. Vogelsberg, Leipzig.) Dieses Schcistchen kann ich allen jungen Leuten/ wie auch allen Ehemännern und ältere» Hagestolzen nur warm empfehlen. Der Verfasser behandelt die heikle Frage in ernstem Tone, der nicht die Patienten zu Melancholikern u. s. w. macht, sondern er spricht ihnen Mut zu und zeigt den Weg der Heilung. Die Broschüre verdient weiteste Verbreitung, sie bringt Segen und verhütet Unheil, erreicht also den Zweck, welchen derartige Bücher erfüllen sollen. Dr. Schw.

* Das beste Nahrungsmittel. Gute M i l clj ist bekanntlich das beste, aber auch das billigste Nahrungs­mittel. Bant sich doch der menschliche Körper sein ganzes erstes Jahr über nur allein aus Milch auf und nimmt dabei um das Doppelte bis fast Dreifache au Gewicht zu. Manche Leute behaupten nun, die Milch sei ihnen nicht be­kömmlich, und leider gibt es attch Kinder in Menge, die von der Milch nichts wissen wollen, da sie ihnen anscheinend Magenbeschwerden verursache. Au alledem trägt aber dis. Milch keine Schuld. Milch ist nur daun schwer verdaulich, wenn sie schnell getrmlken wird. Es entsteht hierbei im Magen ein dicker Klumpen geronnener Milch, der den Ver­dauungssäften nur sehr schwer zugänglich ist und deshalb natürlich Unbehagen verursacht. Milch muß man stetK langsam, schluckweise trinken, damit sie mit dem Speichel ditrchmengt wird. Ans letzterem Grunde empfiehlt es sich auch, etwas trockenes Brot oder Semmel dazu zu kauen. Wer nach dieser Weise verfährt, wird nientals wieder über die Unbekömmlichkeit der Milch sich beklagen.

Gedanke« Balzacs.

Die Gefellfchast ist mehr Rabenmutter als Mutter. Sie ver­ehrt am meisten die ihrer Kinder, die am meisten ihrer Eitelkeit schmeicheln.

Tie künstliche Eleganz ist im Vergleich zur natürlichen wie die Perücke und das wirkliche Haar.

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Im allgemeinen wenden sich Vertraulichkeiten viel mehr nach unten wie nach oben hin. Man verwendet viel eher seine Unter­gebenen wie seine Vorgesetzten in seinen geheimen Angelegenheiten. Sie werden gewissermaßen die Mitschuldigen unserer geheimen Gedanken, sie wohnen unser» Beratungen bei.

Rätsel.

Wie drängt das Schaffen und Ringen Hin nach bein Rätselwort!

Es spornt des Menschen Streben

Zn Taten immerfort.

Tilgst du das erste Zeichen, Siehst du das Wort am Baum; Auch kannst du's schau'» als Pflanze Auf weiter Felder Raum.

Tilg' auch das zweite Zeiche», So strahlt in Hellem Kleid Des Deutschen Lust und Freude, Des Winters Herrlichkeit. A. A m m a n n.

Auflösung in nächster Nummer/

Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Kleid - Leid Eid.

Redaktion: P. Witt ko. Rotationsdruck und Verlag der Brühk'scher Universttäts-Buch- und Steindruckereh R, Lange. Gießen.