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Wir trafen die Karre jedoch nicht , in

erwarten sollte.

Abend ivium W4. i1-1'-- '"-'7 ----. r

bereits mit Mittag nach der nächsten Station Sandverhaar ge­fahren, wo uns eine von der Bauleitung zur Verfügung gestellte Karre erwarten sollte. Wir trafen die Karre jedoch Nichttn Sandverhaar, da sie einige Kilometer werter nach der Bauspitze, dem Ende der fertigen Eisenbahn, vorgegangen war. Wir stiefelten bei furchtbarer Hitze etwa 2 Kilometer durch den Sand nach dem Tierkraal von Lenz u. Co. Ein Konduktor ließ uns von hrer auf einer Steinkarre, eine andere stand nicht zur Verfügung, nach der Bauspitze bringen. An diese Fahrt über holprige Klippen, an die Püffe und an die Sonnenglut werden mein Kollege und ich noch lange denken. Schon auf dem Wege kam uns unsere Mit 8 Maultieren bespannte, von unserem Meßgehilsen, von Nation Bur, und einem Kapjungen geführte Reisekarre entgegen. Gott dankend, daß wir noch völlig heil waren, verließen wir unsere Steinkarre, bestiegen die Reisekarre und dahm ging es, zum erstenmal auf eigene Faust und auf eigene Verantwortung, ms

Nntzgemüse angepflanzt, auch schöne Wcmlaubengänge, und vräcktiac Palmen. Welch em Genug nach all der Oede, den Klippen und dem Sand, diese herrlichen grünenden Garten. Bethanien liegt an einem kleinen Abhang und hat , natür­lich/ Quellen, die ziemlich reichlich fließen und bei richtigem Ausschluß noch mehr Wasser bringen dürsten,. Der älteste Gar­te" ist der Missionsgarten mit herrlichen Baumen,^z. Zt. aber nicht so gut gehalten wie der Distriktsgarten. In der echt deutschen Häuslichkeit des Distriktschefs verbrachten wir auge- -nebme aemütliche Stiinden, an die wir uns stets dankbar er- n rn werdm Am nächsten Morgen machte, ich einen Ritt ins Knnkivtal nach Aurochns, nm einen für einen Sperrdamni evva in Fruge kommenden Platz zu besichtigen Gegen Abend verabschiedeten wir uns von unseren lieben Wirten und fuhren, noch einen Blick auf das glückliche Bethanien werfend, tn die beginnende Dämmerung gen Brackwasser zu.

Herrlich war diese Fahrt bet der etntretenden Kuhle, sinkenden Tageslicht sahen wir die umliegenden Höhenzüge von der untcrgehenden Sonne prachtvoll beleuchtet. Diese wechselnden Lichter, diese wunderbaren Farbentöne, die kein Meister der Palette dannen könnte, entzücken das Auge und greisen mit ihrer eigen­artigen Schönheit ans Herz. . .

Einige Momcter vor Brackwasser machten wrr Halt und schlugen unser Nachtlager im Freien auf, das erste Mal unter afrikanischem Himmel. Wir blieben etwas vor Brackwasser, da man die Nähe der Ausspannplätze gern meidet. Es gibt dort ge­wöhnlich Sandpannen, eine Art Wanzen, in deren lebhafter Ge- sellschast es sich nicht allzu gut ruht. Nach kurzem Abendessen wickelte sich jeder in seine Decken und versuchte zu schlafen. Ist das Land auch ruhig, so hat man doch, eine Waste, sei es Browningpistole oder Karabiner, neben stch. Dte Maultiere werden an die Karre gebunden, die Schwarzen zünden etn mächtiges Feuer an, und eigenartig berühren den still Daliegenden dte in dem zuckenden Feuerschein hin und her huschenden Gestalten und das Stampfen der Tiere. Lange lag ich an jenem Abend noch wach, betrachtete den wunderbaren Sternenhimmel, und die Gedanken wanderten zu Weib und Kind in der fernen Heimat, nach der liebgewonnenen Stadt Gießen. Allmählich verglomm das Feuer und Schlaf senkte sich aus die müden Augen. Von der Seite her ertönten die lauten Atemzüge meines landwirt­schaftlichen Kollegen. Mit der Zeit gewöhnt man sich an diese Nachtlager im Freien und' schläft in den Decken und mit dem Sattel als Kopfkissen so gut wie tm Bett., Auf der Pad, d. h. auf der Reise, wie überhaupt in Süd-West wird früh aufgestanden, stm 5 Uhr ließen tvir Kaffee kochen, anspannen und setzten unsere Fahrt nach Brackwasser fort, wo wir gegen 7 Uhr ankamen. -öin allgemeinen reist man hier nur in den frühen Morgen- und in den Abend- und Nachtstunden. In der heißen Zeit von etwa morgens 10 Uhr bis nachmittags 4 Uhr schonen sich am besten Mensch und Tier, wenn sie ruhen. , In Brackwasser traten wir wieder unseren Ingenieur, der inzwischeir das Gepäck gesammelt und zum Transport hergerichtet hatte. Unsere Begleiter kehrten von Brackwasser nach ihren Standquartieren zurück. Der land­wirtschaftliche Sachverständige und ich gedachten noch den Um­weg über Keetmannshoop zu machen, während unser ^ngenteur mit dem Transport direkt nach der Raute gehen wollte Für den Transport hatten wir einige Eselswagen erbeten, die am gleichen Tage wie wir, unter Führung eines Polizeisergeanten in Brackwasser eintrascn. An Arbeitskräften stellte uns dm Bau­leitung 10 Kapjungen zur Verfügung. Es sind dies Kaffern, Mischlinge usw., die in Kapstadt für den Etsenbaynbau ange­worben werden, da es hier an den nötigen Arbeitskräften ge­bricht. Das Gepäck wurde am andern Tag verladen und gegen ..... konnte der Ingenieur seine Reise antreten. Wir waren

fremde Land hinein.

Der wandelmond April.

Irgend jemand hat einmal gesagt, der April sei unter den Monaten, was der Spatz unter den Vögeln ist etn rechter Gassenjunge. Das wird jeder gern unterschreiben, der ichon unter seinen flegelhaften Allüren, unter seinen unberechenbaren Launen, seinen kapriziösen Einfällen gelitten hat. Wen hat er, nicht schon mit verführerischstem Sonnenschein in sommerlicher Kleidimg tn» Freie gelockt und dann mit Hagel und Schnee oder «türm und

Regen und Gewitter, wie gestcri?, überrascht? Wer kennt ntdft dte Straßenszenen, wo Damen und Herren ihren vom plötzlichen Wtnd^ stoß entführten Hüten oder Schirmen nachlaufen, verzweifelt, da» der übermütige Kobold sie ihnen immer wieder entfuhrt, wenn sie sie eben erhascht zu haben glauben?. Aber wer hat nicht auch schon am eigenen Leibe empfunden, wie peinlich es ist, jo un­erwünscht und unfreiwillig Gegenstand von jedermamls Vergnügen zu sein? Diese oft so vollständig unvorhergesehmen Witterungs­umschläge haben viele Volkssprichwörter im Gefolge gehabt, von denen alle mehr oder mitiber witzig die ^zdee vertreten, bm; bet April macht, was er will". Ein derbes österreichisches Versltm schiebt einzelnen übel beleumundeten Wetterheiligen die Schuld zu:

Sankt Jörg und Sankt Marx

Dräuen ost viel Args.

Philippi und Jakobi

San auch noch zwa Grobi;

Aber die drei auf Azi

Dös sau die größten Lumpazi!

womit die drei Eisheiligen im Mai gemeint sind, die die «cijulo betret ii tragen fallen, baß ber 95onnentonb feinem 9 c am en yauitg so wenig Ehre macht. .

9)1 er fwär big ift e§, ba$ nur bie Dom Ätlantiichen ^sean beein^ slußten Länder unter diesem Wechsel leiden. Spanien, Italien, das südliche Ungarn und Dalmatien haben warme Tage oder wenigstens gleichmäßige Witterung und empfinden dte Launen des Grasmonds, wie ihn der Holländer nennt, nicht. Dm Angelsachwn nannten den April eastermonadth, Ostermonat, eme Bezeichnung, die auch Karl der Große eingeführt wissen wollte; andme erfanden die charakteristische Benennung Wandelmond. Doch hat sich bet uns nach dem aprilis des alten römischen Kalenders der jetzige Name eingesührt, der sich von dem lateinischen apertre- er- öffnen aMeitet, weil tn ihm das Erwachen des Frühlings

Die mancherlei Tücken und Launen des Aprils berechtigen der übertragenden Ausdruck für wetterwendische Meinungen, und An­sichten, wie auchNprilwetter" bezeichnend für verandn:lmhe, schnell wechselnde Stimmung ist. Dieser neckische Charakter mag auch Veranlassung zu bett «biUJc&e^ett fettt. Die Franzosen donnent un poisson d'avrtl , dte Engländer machen dm neckten zuntapril-fool" und wir amüsieren un» damit, am 1. April unsere Freundem den April zu schulen .

er» einzelnen Gegenden hütet man sich vor dem 1. April als einem Unglückstag, und vermeidet es, eine Reise, >nitUii ter nehmen zu beginnen, eine Ehe zu schließen An dlesem ^age auS brechende Krankheiten gelten für tödlich und

schlimmer, weil matt den davon Betroffenen uberglaubischm weise nicht die rechte Pflege, entgegenbringt. Aber das Lebm hat so viel Gelegenheit, uns tn den April zu schicken, daß es sich nicht an das Datum zu binden braucht. Wir erfreuen uns an den Scherzen zu Beginn des Monats, wm wir überhaupt det übermütigen Gesellen nicht in der, Reihe seiner N^er?^Edwin möchten. Wir stimmen ent in dte Worte des Leipzigers Edwin Bormann: ,

Drum schelte, wer immer ihn schelten will. Ich liebe und lobe mir meinen April, Und wenn er die Dächer uns faustdick beschneit, 's ist halt des Jahres Flegelzeit.

Beeinflussung des Haarwuchses durch Suggessiou ist die neueste Entdeckung auf diesem noch so wenig erforschtem Gebiet. Eine Tatsache, die häufig zu den Dchauer- erzählungen vonlebendig Begrabenen" Anlaß gegeben hat, ist, daß die Haare an Leichen noch längere Zeit, also unabhängig von jeglicher Gehirntätigkeit, tvachsen. Um so merkwürdiger ist«, daß trotz dieser scheinbaren Unabhängigkeit doch der menschlichie Wille über das Wachstum des Haares zu gebieten Vermag. Sem vor kurzem in Gießen zugezogenen praktischen Arzt Dr. -a H-nmr ist diese sensationelle Entdeckung zu verdanken: Bet einem jungen Mädchen, das unter seiner Behandlung eine schwere Krankheit durchzurnachen hatte, erschienen die ersten Anzeichen des sogen. Wcichselzopfcs, einer langsamen aber innigen Verfilzung der Haare, die durch Wachsen und geringe Pflege während des Krankenlagers entsteht. Das Haar einfach wie in ähnlichen Fallen, kurz ab­zuschneiden, war, da es sich um eine schwere Kopfkrankheit handelte, untunlich und nicht ohne Gefahr für das Leben der Kranken. So entschloß sich Dr. La Fuier es mit der Suggestion zu ver­suchen, in der er ihr, nachdem er das Mädchen m hstpnotischeu Schlaf versetzt hatte, die Suggestion-Einflüsterung gab, daß das Haar sich nicht verfilzen, aber auch nicht weiter wachsen solle.

Es war dies ein blvßer, durch die ungünstigen Umstande bedingter Versuch, aber - von größtem Erfolg gekrönt! - Um seine deckung wissenschaftlich zu verwerten, und um seine Erfahrungen und Versuche zu erweitern, ließ er seinen beiden KUaben-rm Alter von 6 und 8 Jahren die Haare auf 6 Millimete. ver Wrzen, und suggerierte ihnen, daß ihr Haar nicht mehr wachsen solle, und so geschah es! Während die Kinder sonst alle^ä Tage oder 3 Wochen im Sommer zum Friseur mußten. r-"> wrs Haar