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munteren Arien der Zigeunerküustlee zu lauschen. Die Tänze des rumänischen Volkes sind sehr zahlreich und die Melodie zu deren Begleitung noch mehr, denn die Lautari komponieren deren stets neue für die bekannten Rhythmen. Der Haupttanz ist die Hora, der Chorus der alten Römer. Die Arme gegenseitig über die Schulter geschluilgen bilden Tänzer und Tänzerinnen einen großen Kreis, und nach einer eigentümlichen eintönigen, dabei aber leidenschaftlich wilden Melodie bewegt sich der Kreis rhythmisch bald na chrechts, bald nach links, während der Vortänzer, — wenn man diesen Ausdruck gebrauchen darf — in gewissen Pausen die Strophen eines Liebesliedes deklamiert, dessen Refrain unter kräftigem Fuß- stampfeir von allen uachgesprocheu wird. Nebst dem Hora- tianze gibt es eine große Menge lebhafterer Tänze, deren Leder seinen besonderen Namen, eigene Musik und seinen mehr oder minder lebhaften choreographischen Charakter besitzt; fast alle diese Tänze werden im Kreise oder Halbkreise getanzt. Die Tanzenden halten sich an den Händen oder am Gürtel. _ Cs gibt Tänze, wie die Chindia oder die Zoralia, wo die kleinen zierlichen Schritte der Tänzerinnen sich mit unbeschreiblicher Grazie aneinanderreihen; wie „ca la usa cotului" (An der Türe des Zeltes), „d'a brau" (Mit dem Gürtel), „biru greu" (die Frohne ist hart)' usw. begleiten die Tänzer die Bewegungen mit mannhaft energischen Gestikulationen, oder man stampft den Boden im Takte, nm so den symbolischen Sinn des Tanzes besser zum Ausdruck zu. bringen, der den malerischen Namen „cum se bäte Dunarea" (Wie sich die Donau wiegt) führt.
Unter beit. Volkstänzen, die sich wegen ihrer Originalität und Anmut am meisten auszeichnen, muß noch die Mocancuta, der Gebirgstanz genannt werden, der zu Zweien — Mann und §ran an den Händen sich haltend — getanzt wird, und dessen chritte und Stellungen sich der italienischen Tarantella nähern. Endlich ist noch der interessante Caluseri-Tanz hervorzuheben. Jedes Frühjahr, meist im April, organisieren sich in mehreren. Dörfern Banden von 7, 9 oder 11 jungen Männern, die sich, in ihre schönsten Anzüge gekleidet und mit toten Bändern und Tüchern geschmückt, auf 40 Tage in entfernte Orte begeben und dort einen Tanz eigentümlichen Charakters anfführen. Einer der Tänzer trägt eine Fahne voran und führt die Bande, ein anderer gelobt, während der ganzen Exkursions- dauer kein einziges Wort zn sprechen, es ist der Stumme (Mutu) der Truppe. Der Tanz der Caluseri trägt einen bemerkenswert männlichen und heidenmäßigen Charakter: die Tänzer führen mit ihren Stöckeil Scheinkämpfe auf, machen die abenteuerlichsten Bewegungen und Sprünge und stoßen verabredete Rufe aus.
Während ehemals in bett rumänischen Städten jede gewerbliche Körperschaft, die Bojaren, die Beamten, die Kaufleute, die Handwerker ihre herkömmliche Tracht hatten, trifft man heute nur noch bei den Bauern eine eigentliche Nationaltracht. Die Männer tragen hier und da Stiefel (Cisma), am häufigsten aber die originellen Bundschuhe oder Opineen, aus ungegerbtem Sohlenleder bestehend und mittels einet Bandage den Fuß umfangend. Datau schließen sich weite Unterbeinkleider, gehaltett durch einen einfachen Bund, einen rotwollenen Schal (Brau) oder auch einen Lebergurt. Das Hemd. (Camasa) hängt kittelartig über die Beinkleider herab, ist in bet Regel schön schwarz oder rot gestickt und bildet den Stolz des Mannes; eine kurze, ärmellose Jacke mit bunten Tnchstreifen (Jlicu), ein langer Rock (Haina oder Suba) und im Winter ein kurzer Lammpktz (Cojoku), bereit Wolle bei Regen nach Außen gekehrt wird, vollenden den Kleiderreichtum. Bei den Frauen sind gleichfalls die Opincen gebräuchlich, die Stickereien des Hemdes dürfen von der ärmellosen Sommerjacke nicht verdeckt werden, nm die Hüften liegt die Zevelca, darunter die Schürze (Catrinta oder pestelca); bei beit Mädchen umschließt wohl auch ein zehn Ellen langes Band die Hüften.
Die wahre nationale Kopfbedeckung der Bäuerin besteht aus einem weißen baumwollenen, drei Ellen langen und beiläufig eine Elle breiten Tuche, das sie an den Werktagen trägt, und aus einem für die Festtage bestimmten, etwas größeren Schleier aus roter, gelber oder weißer Seide, die sie aus den Cocons der Seidenwürmer erhält, selbst spinnt und selbst webt. Dieser Schleier (Carpa, Marama ober Propoda genannt) ist oft so fein, so prachtvoll mit Blumen und Verzierungen von weißer, etwas gröberer Baumwolle durchwebt, daß er allgemein und in allen Ausstellungen bewundert Wirb. Die Bäuerin wickelt diesen Schleier leicht um den Kopf und um das Kinn und schlägt die beiden Enden über die Schultern. Bei Städterinnen in Nationaltracht wallt der Schleier theatralisch den Rücken herab......
Walther Spanholz.
Vermisstes.
** E i n e. S ch w e b e b a h n a u f d e n M o n t B l a n e plant nach dem Prometheus (Verlag von Rudolf Mückenberger in Berlin M 10) der schweizerische Ingenieur Feldmann, der auch die Schwebebahn auf das Wetterhorn, die in kurzer Zeit
vollendet sein wirst, euiworfen hat. Der Entwurf sieht ein« Schwebebahn vor, da deren Anlagekosten erheblich billiger werden als die einer gewöhnlichen Bergbahn, bereit unvermeidliche Tunnels die Anlage sehr verteuern. Dazu kommt noch, daß die Tunnels, z. B. bei der Jungsraubahn, die Aussicht —, und auf diese kommt es bei einer Bergbahn doch sehr an —i fortwährend behindern und stören, während bei einer Schwebebahn die Aussicht auf der ganzen Strecke imbehindert ist. Nach dem Feldmanuschen Projekt soll der erste Teil der Linie von Chamonix (1220 Meier) bis zur Haltestelle Glacier des bosfons (2460 Meter) als Seilbahn in bet gebräuchlichen Weise ausgeführt werben. Die Iva gerechte Länge dieser Strecke beträgt bei dem Höhenunterschied von 1414 Meter 8615 Meter, die Steigungen wechseln von 10,6 Prozent bis zu 65 Prozent. Vom Glacier des bossons soll dann bis zur Aignille du midi die Schwebebahn geführt werden. Im Gegensatz zu der bekannten Schwebebahn Barmen-Elberfeld sollen aber die Wagen nicht auf einer festen Eisenkonstruktion, sondern auf starken Drahtseilen laufen und durch Zugseile bewegt werben. Die Tragseile sollen 44 Millimeter Durchmesser erhalten und eine Bruchfestigkeit von 300 Tonnen besitzen, während die ständige Gewichtsbelastung durch den 20 Personen fassenden Wagen nur 30 Tonnen betragen soll. Da zwei Tragseile vorgesehen sind, würde also beim Bruch eines Seiles das andere den Wagen noch mit fünffacher Sicherheit tragen. Der Antrieb der Zugseile wird durch die in einer Kraftstation aufzustellenden Elektromotoren bewirkt. Die Baukosten dieser Bahn berechnet Feldmann auf etwa vier Millionen Franks, die Bauzeit wird auf vier Jahre veranschlagt.
— Wogelsch u tz. Den Nutzen von Hecken und Gebüschen als Schutz gegen austrocknende Winde und verheerende Stürme, als Wohn- und Niststellen unserer nützlichen Vögel darf niemand zu niedrig auschlagen, der sein Buschwerk einer „Verkoppelung" zum Opfer bringen Will. Wo freilich die Verkoppelung große wirtschaftliche Vorteile verheißt, da wird der Natur- und Vogelfreund vergeblich seine Stimme erheben. In solchen Fällen sollte aber wenigstens ein Ersatz für die den Vögeln verloren gegangenen Wohnstätten geschaffen werden! Jede Gemeinde, jedes große Gut hat Stellen, die infolge minderwertigen oder ft einigen Bodens brach liegen und billig zu erwerben sind. Ein ober zwei Morgen solchen Landes werden mit einzelnen Eichen und Föhren und reichlichem Unterholze, wie Schlehe, Weißdorn, Hainbuche, Vogelbeere usw. aufgeforstet und mit einer zehn Fuß Breiten, undurchdringlichen Hecke wilder Rosen eingefriedigt. Welches Paradies für unsere Säuger! Die überall verbreiteten Tier- und Vogelschutzvereine, die Heimat- und Dürervereine sollten sich die Errichtung solcher Bogelafyle mit zum Ziele nehmen und !die Grundstücke den Gemeinden als unveräußerliches Eigentum schenken. Dann könnten wir hoffen, die Reste unserer einst so reichen Vogelwelt unseren Enkeln zu überliefern, während sonst die „rationelle" Forstwirtschaft und Bodenkultur nicht viel übrig lassen wirb.
Alliigyptische Hieroglyphe«.
Machdruck verboten.
(Jedes Bild bezeichnet den Anfangsbuchstaben feines Namens, z. B. Sonne — f, Glas — g, etc. Die Vokale sind zu ergänzen.) Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Rösselsprungs aus voriger Nummerr
Glück ist wie ein Sonnenblick, Niemand kann's erjagen, Niemand von sich sagen, Daß er henk' und eine Frist Ohne Wunsch und glücklich ist.
Glück ist wie ein Sonnenblich Erst, wenn es vergangen, Erst in Leid und Bangen Denkt ein Herz und fühlt es klar, Daß es einmal glücklich war. Greif.
Redaktion: Ernst Heß. — Rotationsdruck und Verlag bet Brühl'sehen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, 8t» Lange, Gieße«,


