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«nd Geschmacks der Speisen dienen bekanntlich gewisse Gewürze. Diese dürfen auch den Speisen der Kranken nicht fehlen, denn alles, was gut schmeckt und gut riecht, ist imstande, auf reflektorischem Wege von den Geschmacks- und Geruchsnerven aus die Absonderung von Appetitsaft einzu- leiten, während dieselben appetiterregenden Substanzen, wenn' sie erst in den Magen gelangt sind, meistens keine Sekretion mehr veranlassen. Natürlich ist bei der Verwendung von Gewürzen Vorsicht geboten, da scharfe Gewürze die Schleimhaut des Magens reizen und in ihr entzündliche Zustände Hervorrufen können, so daß der Vorteil der Absonderung des Appetitsaftes gelegentlich ausgewogen wird. Diese Nachteile sind bei der Anwendung von Fleischbrühe, Fleischsaft und den Lösungen von Fleischextrakt nicht vorhanden. Die genannten Substanzen bieten noch den Vorteil, daß sie nicht nur durch Vermittlung der Geschmacksnerven, sondern auch direkt vom Magen aus die Magensaftsekretion anzuregen vermögen. Worauf dieser direkte Einfluß auf die Magenschleimhaut beruht, ist noch nicht völlig aufgeklärt. Von besonderer Bedeutung sind die Pawlow'schen Versuche für die spezielle Diätetik der Magenerkrankungen.
Eine eigentliche Tatsache ist, daß solche Alagenerkrankun- gen, die mit einer Sekretionssteigernng verbunden sind, gewöhnlich das Symptom der Appetitlosigkeit nicht aufweisen, ja gelegentlich mit einer Hebung des Appetits verbunden sind. Eine Herabsetzung der Sekretionsvorgänge wird durch O e l erzielt, das als direkter chemischer Reiz auf die Magenschleimhaut wirken kann. Wenn man durch die Oeffnung der Speiseröhre Oel in den Magen des Versuchstieres bringt und ihm dann Fleisch zu fressen gibt, beginnt die Sekretion erst nach einer oder anderthalb Stunden, während sie ohne vorherige Oelgabe schon nach 5 bis 10 Minuten einsetzt. Dabei ist die Verminderung der Sekretion der Menge des verabfolgten Oeles nicht entsprechend, vielmehr genügt schon eine geringe Oelmenge zur Erreichung des Zwecks. Das Oel übt auch eine beruhigende Wirkung auf die verstärkten Bewegungsvorgänge des Magens aus» Eine ähnliche Wirkung hat das Fett, ebenso der Zucker, auch er hat eine Herabsetzung der Säurebildung zur Folge.
Als Sasttreiber müssen die Eiweißstoffe angesehen werden, doch vermag erst das mit dem Appetitsaft verdaute Eiweiß, wenn es in Peptone umgewandelt ist, die Saftausscheidung anzuregen. Bezüglich der Medikamente sei erwähnt, daß die verordnete Salzsäure so gut wie gar keinen chemischen Einfluß auf die Magendrüsen hat. Pawlow hat aber fest- gestellt, daß die Salzsäure der mächtigste Erreger der Bauchspeicheldrüsensekretion ist.
Durch Darreichung von Salzsäure kann letztere um das Doppelte gesteigert werden. Wichtig ist, daß eine Reihe von Forschern die Wirkung der Mineralwasser auf den Magen nach Pawlowscher Methode untersuchen konnte. Es stellte sich heraus, daß die Kohlensäure und das Kochsalz gewisser Heilquellen die sekretonische Arbeit der Magenschleimhaut begünstigen. Alkalische Wasser z. B. Vichy und noch mehr Bitterwasser wie z. B. das Wasser der Hunyadi-Yanos- Quelle, setzen dagegen die Sekretion herab.
ganz unwahrscheinlich Vorkommen. Das Ganze ist zu uw- tnteref[ant, um uns zu fesseln. Der Gegenstand wäre besserer Bearbeitung wert und könnte auch in der gleichen Anlage wirkungsvoll sein, wenn der Dichter es verstände, ihm Leben einzuhauchen. Aber Buchstaben reden nicht.
Immerhin steht das Buch noch weit über Hans Otto Beckers Novelle „Aus einer kleinen Universität" (Leipzig, Moderner Dresdener Verlag). Novelle? Mit demselben Rechte hätte der Versasser es Erzählung oder Roman taufen können: in Wirklichkeit ist's nur ein Gefüge von Skizzen, in denen er Gießen verdammen will. Namentlich die Couleurstudenten, die holde Weiblichkeit und last not least der schreckliche Gesellschaftsverein müssen seinen Groll büßen. Zu diesem Behufe wandern Personen über Personen ohne jeden Zweck an uns vorüber. Sind sie dem Verfasser schließlich unbequem, läßt er sie spurlos verschwinden. Wenn er sie wenigstens noch sterben ließe, damit wir über ihr Schicksal beruhigt sind! Er nimmt sich nicht einmal die Mühe, Straßen- und Bereinsnamen umzuäudern. Ich möchte behaupten, daß dem Verfasser Bilses „braune Lappen" vor Augen geschwebt haben. Denn er läßt ja auch stolz 1. dis 3. Tausend auf das Heft drucken, als erwartete er eine Unmenge von Auslagen! Dieser Optimist! Spräche noch das geringste literarische Talent aus dem Buche, so könnte mau es immerhin damit entschuldigen, daß der Verfasser in Einzelheiten recht hat. Mer so mag mau der „Novelle" nicht einmal ein seliges Ende wünschen.
Die Berliner Verlagsgesellschaft „Harmonie" bringt uns „Käthe Elsinger", einen Roman von Ernst Otto Nodnagel. Dieser, ein Darmstädter, ist in der Musikwelt sowohl durch Kompositionen tote durch Beiträge zur Musikliteratur längst wohlbekannt. In „Käthe Elsinger" bietet er uns ähnliches wie Bacher. Aber zwischen den beiden Büchern besteht ein himmelweiter Unterschied. Nodnagel macht es sich leichter als Bacher. Er erzählt einfach die Begebenheiten und veröffentlicht dabei eine große Anzahl von Briefen aus des Tondichters Leo Borg Liebe. Aber er lveiß bisweilen interessant zu plaudern, auch witzig zu sein. Keine langweilige Biographie, keine öde Lebensbeschreibung, nichts Sentimentales wie bei Bacher, aber ooch viel ergreifender als dieser, auch nicht gerade ein Roman, wie es Nodnagel selbst nennt, sondern eine Erzählung in flüssig referierender Form. Daß für die Musikwelt vielerlei Interessantes in dem Buche vorhanden ist, konnte bei Nodnagel als sicher vorausgesetzt werden. Aber nicht nur Musiker, nicht nur Bekannte und Freunde des darin behandelten Stosses werden das Werk lieb gewinnen, auch in der übrigen literarischen Welt kw dient es Beachtung. O- R.
Für die Frauen.
„Die Verwendung von Spiritus im Haushalt" nennt sich eine von der Zentrale für Spiritus-Verwertung in Berlin herausgegebene, hübsch ausgestattete kleine Schrift, die in Form von Briefen an eine Hausftau praktische Winke für die Benutzung der Spiritusapparate, namentlich Lampen, Bügeleisen und Kocher enthält. Das Büchlein wird in der Frauenwelt willkommen geheißen werden, weil es zum ersten Male in anregender und leicht faßlicher Form die Vorteile beleuchtet, welche die Verwendung von Spiritus im Haushalt bietet und über die Benutzung und Handhabung der Apparate manchen praktischen Wink gibt, ______________
Reue Romane.
Im Verlage für Literatur, Kunst und Musik in Leipzig erschien „Die le tzte Schrift, ein Rückblick in das Leben eines Vergessenen." Von Eduard Bacher. Es ist em Roman im Roman. Ein Dichter, dem das Schicksal übel mitgespielt hat, der als hoher Siebziger elend und krank in der dumpfen Vorstadthütte sein Leben fristet, will noch einmal vor das Publikum treten, und so schreibt er seine Memoiren. Dann aber ist es mit ihm zu Ende, der Tod erlöst ihn. Die Fabel ist verarbeitet. Die Ausführung erinnert mich an Hauptmanns Nocturnus „Elga". Wer wenn man von der Schilderung eines Dichierlebens viel erwartet, so enttäuscht uns das vorliegende Buch. Es ist zu nüchtern und nicht einmal frei von grammatischen Fehlem. Ohne Zweifel sollte Erlebtes in verhüllter Form zum Ausdruck kommen, aber dennoch will uns so manches
Redaktion r Ernst Heß. — Rotationsdruck und Vertag der Br
Logogriph.
Machdruck verboten.
Ich fließe durch weite und fruchtbare Auen, Meinen Namen verkünden süni Zeichen.
Du willst mich als munteres Mägdlein erschauen? — Dann mußt du das erste mir streichen.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung der KönigSpromenade in voriger Nummer; Vielfach ist der Menschen Streben, Ihre Unruh, ihr Verdruß;
, Auch ist manches Gut gegeben, Mancher liebliche Genuß;
Doch das größte Glück int Leben Und der reichlichste Gewinn Ist ein guter, leichter Sinn. Goethe.
ühl'jchen Universitäts-Buch- und Sleindruckerei. R° Lange. Diebe«.


