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Machen tetr «uns za besse-rem DerstäntetkS klar, was 6ef einer Wfitten Entzündung im Kehlkopf vor sich geht. Nach jedem gerade besonders stark arbeitenden Orgian — sei es nun das Gehirn, die Lungen, eine bestimmte Muskelgruppe oder was sonst immer — findet eine vermehrte Blutzufuhr statt. Kehrt das Organ zur Ruhe zurück, so ebbt auch wieder die Blutzufuhr zur Norm zurück; die vorher stark gefüllten Gefäße des Organs leeren sich wieder. Ist ein Organ überanstrengt worden, oder haben andere zu starke Reize, sei es der Witterung, verdorbener Luft, über» mastigen Nlkoholgenusses usw., auf oas Organ eingewirkt, so geht diese Gefäßeutleerung nicht gleich wieder prompt von statten. Tie Gefäße bleiben längere oder kürzere Zeit überfüllt, sie dehnen sich aus, es bleibt eine Blutüberfüllung, eine Hyperämie der be- trcsfenden Schleimhaut oder Muskeln zurück.
Ties die einfachste Form der Störungen, wie sie nach Mißbrauch der Stimme mtnb Erkältungen sowohl im Kohlkopf wie auch in Nase und Rachen sich zeigt. Unter Ruhe und Schonung geht diese Hyperämie, wie eben- gesagt, sehr bald zurück. Wird aber der Stimmapparat, ohne Rücksicht auf feinen Zustand, weiter miß- braucht, oder häufen sich durch Fortwirken der Gelegenheits-- nrsacheu die akuten Entzündungen, die Erkältungen u. n., so wird aus dem akuten Zustande ein chronischer.
Durch eine andauernde stärkere Blutfülle werden, bte Gefäße erweitert, varikös. Sie regt aber auch gleichzeitig das ©eroebe zu stärkerem Wachstum an, und die nächste Folge sind Verdickungen der Schleimhaut, dir, je nach der Stelle, an der sie sich bitten, auf — unter — zwischen den Stimmbändern, die Arbeit derselben, besonders den exakten Schluß äußerst erschweren können. Gleichzeitig vermehren sich die Schleimdrüsen; eine vermehrte Schleimabsonderung ist die Folge. Nun wirkt auch! diese toieder höchst nachteilig auf die Stimme ein, die jetzt doppelte Anstrengungen macht, mm die Hindernisse zu überwinden, um sich durchzusingen. Diese vermehrte Anstrengung aber wirkt jetzt wiederum ihrerseits reizend auf Blutgefäße und Gewebe, und so bildet sich ein cirenlus vitiosus, ein Fehlerkreis, aus dem es schliesslich für die Stimme #in Entrinnen nicht mehr gibt.
Warum ist die weibliche Arbeitskraft billiger-
' Scheint es doch aller Gerechtigkeit Hohn zu sprechen, gleiche Arbeit nicht gleich zu vergüten, sondern die Frauenleistung geringer zu bewerten als Männerarbeit. Mer so viel Berechtigtes in .diesem Urteile, so darf man sich, schreibt Professor, Dr. von Wiese im Türmer (Verlag von Greiner u. Pfeiffer in Stuttgart), hierbei doch nicht einer dogmatischen Voreingenommenheit hingeben. Es handelt sich bei dieser Minderbewertung sicherlich um eine vorübergehende Entwickltmgserscheinung. Ueberall, wo eine neue Personenkategorie im Wirtschaftsleben in eine von ihr bis dahin iu nberührte Erwerbssphäre eindringt, muß sie für, beit Verwender der Arbeitskraft wirtschaftliche Gewinnchancen bieten. Die Frauenarbeit war qualitativ der Männerleistung in Fabriken nur tn einigen speziellen Punkten überlegen, in vielen stand sie ihr nach. Ta war ihr Umsichgreifen nur möglich auf Grund eines anderen Maßstabes der Bewertung, der insofern auch nicht schlechtweg als ungerecht anzusehen ist, als man von der Fiktion — die allerdings oft der Wirklichkeit Hohn sprach — ausging, der Frauenlohn habe nur den Charakter eines Erwerbszuschnfses zu den Einkünften des Mannes. Jahrzehnte, in denen dies« Brauch bestand, sind vergangen. Während der Wochenverdienst eines männlichen Arbeiters zwischen 18 uns 25 Mark schwankt, erhält die Arbeiterin 'im Durchschnitt 8—12 Mark, auch weniger; ihre Jahreseinnahme schwankt etwa zwischen 430 und 570 Mark. Je stetiger die Verhältnisse in den Industrien werden, je mehr sich die Frauenarbeit differenzierte von der Männerbeschäftigmtg, desto mehr näherte man sich langsam dem Grundsätze, den gleichen Bewertungsmaßstab für die Arbeit der beiden Geschlechter anzulegen, wenn es sich auch gegenwärtig erst um Ansätze dazu handeln kann. Dort dvo die Frauenarbeit über die ungelernte Tätigkeit hervor- ragte, trat stellenweise auch für sie MkordlStücklohnsberechnnng ein, der wieder hier und da derselbe Maßstab wie bei der Arbeit der Männer zugrunde lag. Es stellte sich dabei meist die Tatsache heraus, daß die Leistungen der Frauen hinter denen der männlichen Arbeitsgefährten zurückblieben. Tenn wer als Hausfrau und Mutter in erster Linie daheim wahrhaftig genug $u tun hat, wer als junges Mädchen nur die Monate zählt, bis von der, Fabrik zum Standesamt gefahren wird — freilich nm ein, zwei Jahre darauf nur allzuoft an den Arbeitsplätzen wieder vorzusprechen —, der kann nicht das gleiche in der gewerblichen Arbeit leisten wie der kräftige Familienvater, der gut vorgebildet und gewerkschaftlich erzogen ist. Es entspricht somit die geringere Bezahlung der Frauen nur teilweise einem niedrigeren Maßstabe; teilweise beruht sie auf geringeren Leistungen.
Das Parlament als Theater»
! Niemals dürfte bisher in der Geschichte des modernen Paria-- Ntentarismns eine Volksvertretung ähnliche Szenen — richtige Theaterszenen — erlebt haben, wie sie sich vor kurzem im Repräsentantenhause in Washington abspielten. Einen großen Teil der
Sitzung' füllten Umerkkas Wolksv'erkreter damit äuS, daß sie sich mit allerhand Vorträgen belustigten, wie mtan sie sonst nur an den Stätten des Vergnügens haben kann. Es sollte eine Nacht- sitzung stattfinden, damit die Aaimwer ein igle dringende Gesetzes^ antrüge beraten konnte. Diese Anordnung war jedoch äugen-, scheinlich nicht nach dem Geschmack der Wgeordneten; denn als de« Präsident die Sitzung eröffnete, waren nur 60 Mitglieder des Hauses zugegen, also lange nicht die zur Beschlußfähigkeit genügende Anzahl. Ter Präsident war aber nicht geneigt, die Waffen so leicht zu strecken. Er befahl, die Türen zum Beratungssaal zu schließen, damit keiner der anwesenden Deputierten davongehen konnte, und zugleich schickte er die Pariamentsdiener auf die Suche nach den fehlenden Abgeordneten. Kaum waren einige Minuten verstrichen, als die pflichtgetreuen Vertreter des ameri-. konischen Volkes sich zu langweilen begannen, lind um die Zeit totzuschlagcn, die bis zur Ankunft d« säumigen Kollegen verstreichest mußte, beschlossen sie, zu ihrer Unterhaltung ein keines Konzert und eilte Theatervorstellung zu veranstalten. Den ehrenvollen Tluftrag, das Spiel zn beginnen, übernahm Mr. Fulkerson, Wge- orbiicter tont Missouri, und Mr. Fordnay, Abgeordneter, von Michigan. Diese Herren exzellieren in der Kunst des Pfeifens, in der die Amerikaner ja überhaupt Großartiges leisten. Das Pfeiferduett gab eine große Zahl von amerikanischen Volksliedern znm besten und heimste damit donnernden Applaus ein, tu den nickst nur die begeisterten Kollegen, sondern auch die Besucher der Tribünen einstimmtm. Die zweite Nummer des Programms übernahm ein anderer Abgeordneter von Michigan, Mr. Hamtton, dep mit großer Kunst einige alte Negerlieder sang, in deren Rejvaist bald alle Anwesenden einstimmten. Nun kam die Hauptnmumer bete Vorstellung, das Theaterstück. In einer improvisierten SzE wurde das ehremverte Mitglied Mr. Gaines vor seinen StoUegen beschuldigt, er habe sich einer schweren Verletzung der Parlcunents- satzungen schuldig gemacht, und der Angegriffene verteidigte sich mitt in einer humoristische Rede, die wahre Lachsalven unter bitt, verständnisvollen Zuhörern hervorrief. Die Vorstellung sollte gerade mit dem Vorträge einiger Monologe fortgeführt werden, als. eine größere Anzahl von Abgeordneten im Automobtl emtrasi- die augenscheinlich aus einem vornehmen Restaurant kamen und daher int feinsten Gesellschastsanzug erschienen. Triumphierend, drangen sie, unter dem Applaus der Kollegen, in die Kammer em, und da nun die Beschlußfähigkeit des Hauses erreicht war, wurde die Fortsetzung der Vorstellung auf ein späteres Datum verschobest und die Beratung der ernsten Geschäfte tonnte ihren Anfang nehmen^
Literatur.
— Die täglichen Losungen und Lehrtexte beÄ Brüdergemeinde erscheinen seit 1732 jährlich im Druck und wurden bis 1760 vom Grafen Zinzendorf herausgegeben. Um das kleine Büchlein hat sich seit jener Zeit eine große Betergemeinde geschart, sodaß, gegenwärtig für Deutschland über 120 000 Stück gedruckt werden, für die französische Schweiz und Frankreich 16 000, für Großbritannien und Amerika 6700, für Dänemark 900. Außerdem wird es auf verschiedenen Misiwns- gebieten in mehreren tausend Exemplaren in den Sprayen fremder Völker gedruckt und gelesen. Den alten und neuert Freunden des anspruchslosen Büchleins wird es willkommen fern, daß für 1907, jetzt zum drittenmal, tägliche kurze Betrachtungen über die Losungen n ub Lehrtexte vorliegen unter dem Titel: Licht n tt d K ra ft für bett $og, (Verlag der Buchhandlung der Evang. Gesellschaft in Elberfeld. Die billigste, m Halbletn- wand gebundene Ausgabe kostet 1.20 Mk.) In schlichter Sprache vermittelt das Buch seinen Lesern den reichen Inhalt der hl. Schrift an Trost und Mahnung, Hoffnung und Belehrung über die Dinge des Reiches Gottes. Jeder Betrachtung if^etit kurze., Gebetswort sowie ein Hinweis aus 'weitere Bibelstellen und auf ein entsprechendes Sieb beigefügt. Wer vor dem Gang an bu* Tagesarbeit ober vor bent Schlafengehen, vielleicht auch als Schnitz der Mittagsmahlzeit einen solchen Ruf nach oben zur Stärkung in ber mannigfachen Not des Lebens annehmen will, dem wird das Buch- ein lieber Begleite« und Ratgeber werten. W
Magisches Quadrat»,
. ............... In die Felder nebenstehenden Quadrates sind
die Buchstaben A E E E E II I L L M M S ---- 8 8 8 derart einzutragen, baß die wagrecksten und senkrechten Reihen gleichlautend folgendes bebeuletv
1, Knüpft ost teste Bands.
____ 2. Weiblichen Vornamen,
3 Aegi)ptische Gottheit,
——-----— 4, Stadt in Amerika,
Auflösung in nächster Nummer.
Attflösung des Tauschrätsels in voriger Nummert Nach — Nickel - Nase — Ceber — Aft — Wad — Lahn — Nase — 8and; NwiL Carlos.
Redaktion: Ernst Heß.— Rotationsdruck und Verlag der B r ü ht°scheu Universitäts-Buch* und Stemdruckeret, R, Lange, Gieße»»


