Ausgabe 
7.9.1907
 
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.Redaktion : B. W i t tko. NotattonSdrnck und Verlag der B r u h loschen Universttäts-Vüch- und Sterndrnckerei. R. Länge, <S - eßen,,

Rätsel.

Nachdruck verboten.

Zwäv ist das Wort mit M oft schwer, Doch wird es nicht zur Last, Wenn dn es- nnr erst mehr und mehr, So recht begriffen hast- _ Ter braven Tochter und dem sohn Wird's wohl toit R beschert, Wie auch Mit K als bester Lohn Vom Elternpaar gewährt-

Gehörgang durch angesammeltes Ohrenschmalz geradezu ver­stopft ist. Falls nicht davon das Trommelfell ,elbst berührt und am Schwingen verhindert wird, merken die Leute gar nicht, das sieverstopfte Ohren" haben, wie das auch bte Aerzte ost erfahren. Offenbar reicht hier die Schalleitung: Ohrmuschel

KnochenTrommelstll vollkommen zu einem noch nor­malen Hören hin. Damit ist nach Geigel der Ohrmuschel cme neue und recht beträchtliche Bedeutung für das Hören zuzuerkennen. Die Knorpel der Ohrmuschel nehmen die Schallwellen aus, ge­raten ins Schwingen und vermitteln diese Schwrnguug ohne Ucbcrgang in Luft durch lauter feste Teile dem Trommelfell.

* Ein Vogelnest aus blühenden Wergrß-< meinnicht. In der MonatsschriftKosmos" teilt H. Schliephake (Rohrsheim) folgende Merkwürdigkeit aus dem Tierlebeit mit: Seit zwölf Jahren beobachte id). in meinem Garten ein ganz allerliebstes Vogelidyll; es baute nämlich ein Stieglitzpärchen in dieser langen Reihe von Jahren sein Nest stets und ausschließlich aus blühenden Vergißmeinnicht. Jedes Jahr wird eigens für diese mer- cheii ein Beet mit diesen Blumen bepflanzt.; das eine pflückt die blühenden Stengel ab, das andere sitzt auf dem nächsten Aste und sieht zu, dann fliegen beide zum Nest. 1905 war das Nest zwei Tage ganz blau von all den Blüten; leider photographierte ich damals noch nicht, und int letzten Jahre war es nicht möglich, da» Nest aus die Platte'zu bekommen: es saß zu sehr in den Zweigen einer Linde versteckt. Hoffentlich gelingt es mrr nächstens einmal. Sollte dieses Pärchen die zwölf Jahre hindurch stets da^

bcm SaKbe man Mibt der Scklesischen Zeitung: Dieser Tage fand in einem großen Gebirgsdors im Kreis Waldenburg eine Sitzung der Feuer­wehr statt. In dieser wurde u. a. auch eme Verfügung gur Kenntnis gebracht, nach welcher bei einem vortommenden Brande einige Mitglieder als Wache bei den gerettewn Sachen schon vorher gewühlt werden müssen. Als der Vorsitzende daran anschließend an dre Versammlung dw Worte richtete:Da werden wir fetzt solche Manner wählen!" fiel aus der Mitte der Verfammlung der Zuwst. Die ui' falber stahl'n!" Eine allgemeine Heiterkeit war die Folge dieser jedenfalls gut gemeinten Ergänzung. In einer Sitzung der Gemeindevertreter m entern Dorfe des Kreises Trebnitz wurde über die Anlegung eines Holzstege» verhandelt. Dabei wurde jeder nach seiner Meinung gefragt. Ein Vertreter gab dieser nun m folgenden Worten Ausdruck. Ich soa ni su und ich soa au m a,u; doaß d.erno in Eener soan koa: ich hätte asu oder asu gesoat!

* Seine Rache. Dem kleinen Emil ist em Zahn gezogen worden. Er bittet um diesen Zahn «Gewiß, mein Kleiner", sagte der Arzt,den Zahn sollst duhaben- Aber was willst du damit machen?Ich werde ihn mir nach Hause nehmen", antwortet Emil höchst zufrieden,und da w?rde ich ihn ganz mit Zucker füllen. Und dann werde ich ihn auf einen Teller legen und" mit einem trium­phierenden Grinsenzusehen, inte er schmerzt.

Literarisches.

Von derIllustrierten Geschichte der beuU ffft en Litera t u r" von Professor Tr- Anselm Walzer sind im Verlaq der Allgemeinen Verlags-Gesellschaft m- b. H. in München die Lieferungen 18-23 erschienen. Es ist vom Ver- wssm w diesem Werke bei deren Bearbeitung des umfangreichen Stosses eine Menge wertvollen Materials in über;ichtlicher Wege Weise gegeben, so daß sie sich angenehm lieft, ohne daß dadurch die Gediegenheit und der Wert der Arbeit drnuntcr Einbuße gelitten hätte. Zahlreiche Abbildungen sind dem Werke beigegeben Porträts deutscher Dichter, zum Teil in farbigem Druck und interessante Nachdrucke alter Handschrtsten und berühmter nur m wenigen Exemplaren enthaltener Truckausgaben.

stellt, führt uns der Verfasser in die Reformbewegungeu des studentischen Lebens an der Ludovieiana, die mit dem Jahre 1814 einsetzen. Wir folgen der Entwicklung mit der Gründung derTeutschen Lesegesellschaft" unter dem Ein­flüsse Friedrich Welckers bis zur Ausbildung zmuGer­man enb und" (von den GegnernSchwarzen" genannt) zurchristlich - deutscheu Burschenschaft" und ihrem Aufgehen in die Gießener allgemeine Bur- f ch e ti s ch a f t int Winter 1818/19. Dann lernen wir die Verfassung derGießener Schwarzen", demEhrenspiegel", näher kennen und seinen Einfluß auf die burschenfchaft-i liche Entwicklung an den Universitäten Marburg, Berlin, Halle, Göttingen, Bonn und Heidelberg. Schließlich werden wir auch bekannt gemacht mit dem Wirken derGießener Schwarzen" als p o l i t i s ch e r G e h e i m b u tt d. Mit be­sonderer Wärme führt uns Haupt ein in die hochgehende nationale Begeisterung der studentischen Kreise und ihr Eingreifen in die Neugestaltung der politischen Verhält­nisse Deutschlands bis zu. ihrer Abirrung zum Radikalismus unter dem geistigen Einfluß Karl Fallens. Karl Folletts Persönlichkeit, derwie ein Prophet unter seinen Jüngern, über die er nicht sich selbst stellte, sondern die ihn ehrten wie einen älteren Bruder und ihm vertrauten fast wie einem, der nicht irren kann", ist in den verschiedenen Wandlungen seines Lebens vow Verfasser prägnant gezeichnet.

VsrMZßchtss.

* Theater-Dekorationen einst ünd jetzt- . Wenn wir in unterem neuen Theater eine Oper, em «chauspiel oder Ausstattungsstück sehen und das Auge sich so au dem Glanze und der Pracht der Dekorationen uitd Kostüme ergötzt, so erinnert sich mancher jener Zeit, in der die dewratwe Ausstatttrng des Theaters sich gleichsam in den Kinder, chuhen befand- eo gibt Victor Hugo folgende Notizen über den szenuchen.Zustand der Theater zur Zeit der englifchen Königin Elpabcth (15o8IbOo) . Tie Dekoration bestand in der Hauptsache aus Nichts weiter a.s aus einer grauen spanischen Wand- Zwei gekreuzte «chivertcr bedeuteten ein Schlachtfeld, ein Baumast einen Wald, ein Blumen­topf einen Garten- Tas Kostüm der Ritter bestand in einem Hemd, welches über die Kleider gezogen wurde, ^wahrend em Weiberrock, auf einen Besenstiel gespannt, em streckroß mit heralWngender Decke darstellte- Laut eines m neuerer Zeck ausgefundenen Jnventarien-Verzeichnisses besaß em sogenanntes reiches Theater" im Jahre 1598 folgende Pracht-Dekorations­stücke: Zwei Mohrenköpfe, einige Türkenköpfe, .darunter den von Mohammed, ein Rad zu Hinrichtungen und erneu Hollenracyen- Ein mit Kalk bestäubter unbeweglicher Schauspieler stellte cme Mauer vor, und seine ausgespreizten Finger bedeuteten bte Risse und Sprünge in dieser- Ein Mann mit einer Laterne wär das Sinnbild des Mondscheins- _

* Der Meerschaum ist infolge ferner Leichtigkeit, Feuer­festigkeit und Schneidbarkeit bis heute eilt für die Tabakpstckcn- und Zigarrenspitzen-Jndustrie unentbehrliches Material geblieben- Er wird fast ausschließlich 'von den berühmten Gruben in Es- kischehir in Klein-Asien geliefert, und deren Ergiebigkeit hat in den letzten Jahren merklich abgenommen. Wenn sich soeben verlautende Nachrichten bestätigen, so wird ein Notstand auf diesem Gebiete nicht zu befürchten sein, da Nordamerika auch hier als Quelle für den Rohstoff einzutreten berufen ist. Von der Santa Fs-Bahn zweigt bei dem Oertchen Teming eme Seiten­linie ab, die nach Putos Altos führt, und . etwa 35 Kilometer nordwestlich von hier, in Diablo Range, finden sich in einer Höhe von etwa 450 Metern zwei Spalten von Vs Meter Brette im Gestein, die mit Meerschaum gefüllt sind- Tie vorhandene Menge ist noch nicht bestimmt, daß sie aber sehr bedeutend ist, steht fest,' und zwar lassen sich sehr große Stücke brechen, die bisher zu den allerseltenstcn Ausnahmen gehörten-

* D i e B ed e u t u n g d e r O h r m u s ch e l f ü r d a s H ö r e n. Während man früher der Ansicht war, daß das, Hören in erster Linie durch Fortpflanzung der Schallwellen, die die Luft in dem äußeren Gehörgang treffen, erfolge, ist Prof. Dr. Geigel in Würzburg zu einem anderen Resultat gekommen. Darnach hat die Lust selbst für das Hören wenig. Wert, sondern es kommt darauf an, daß die Ohrmuschel durch Schallwellen m Schwrn- tzutig versetzt wird und diese auf dem Wege einer festen Leitung, nämlich der Knochen, dem Trommelfell zuführt.. Daß man mit der angelegten Hand besser hören kann, erklärt Geigel daraus, weil dadurch eine Vergrößerung der Ohrmuschel stattfindet. Sogar bei Annäherung der Hand will er annehmen, daß die Schallwellen an der Hand zurückgeworfen werden, so ebenfalls rnt verstärkten Maße die Knorpel der Ohrmuschel treffen und diese m Schwin­gung versetzen. So kann man z. B. recht gut hören, wenn der