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Dame:
sich
h l'Ichen Universitäts-Buch- und StemdruÄersi- R. Lange. Sieben,
wer sein Pferd liebt, der klopft oder streichelt cs — wre auch aus Gründen der Aesthetik, wenn er auf das Aussehen, auf die Wcrch- heit seiner Hand Wert legt. Im Winter auf der Jagd ersetzt man den Handschuh häufig durch einen bequemen Pelzmuff,, denn das Abdrücken des Gewerhs mit bekleideter Hand vermindert leicht die Treffsicherheit des Schützen. Das; die Herren, namentlich im Sommer, es vorziehen, ohne Handschuhe auf der Strafe zu erscheinen, kann ihnen nicht verdacht werden. Emen Fall aber gibt es, in dem der Herr keine Handschuhe anhaben sollte — wenn er auf dem Sprunge steht, eine Liebeserklärung zu machen. Bon Hand zu Hand, von Herz zu Herz, flicht der elektrische Strom, der Handschuh hält ihn auf, denn — Leder ist em
Citatenrittsel.
Nachdruck verboten.
Aus jeden, der folgenden Citate ist ein Wort zu nehmen, so daß ein neues Citat ergiebt:
1. Schwer liegt der Himmel zu Madrid auf mir.
2. Ich fürchte nur, der Wirt beschweret sich;
Sonst gab' ich diesen werten Gästen.....
3. Es kann ja nicht immer so bleiben
Hier unter dem wechselnden Mond.
4. Das höchste Glück hat keine Lieder.
K. Nie widerfuhr ihn, eine größre Ehr ...
6. Ihr laßt den Armen schuldig werden, Dann überlaßt ihr ihn der Pein.
7. Wär' nicht das Ailge sounenhait, Die Sonne könnt' es nie erblicken.
7. Ueberall bin ich zu Hause.
9. Es ist im Leben häßlich eingerichtet...
10. Vom geträumten Paradies ist jede Spur verflogen.
11. Nur eine Mutter weiß allein, Was lieben heißt und glücklich sein.
Auflösung in nächster Nummer.
* Badewannen aus Glas. Es ließe sich einmal,em amüsantes Buch über den Luxus schreiben, den verschwenderische Menscheu mit ihren Badeeinrichtungen getrieben haben. Man da erzählen von der Wanne der Vicomtcsse de Parva (späteren Gräfin Guido Henckel von Donnersmarck), die zwar nur aus Marmor bestand, deren Wasserhähne aber aus schwerem Golde und mit Juwelen besetzt lvaren. Und man konnte von der silbernen Badewanne plaudern, die der Sohn eines der reichsten süddeutschen Magnaten in Paris einer schönen Freundin, zum Geschenk machte, als der alte Fürst, sein Vater, nach Paris, gereist kam, iim Ordnung in die finanziellen Angelegenheiten seines Erben zu bringen — den nun auch schon die Erde deckt — da ließ er sich, wie maii erzählt, die Badewanne ausliefern und nahm sie, als praktischer Mann, zum eigenen Gebraucqe Mit sich heim auf sein schwäbisches Schloß. Das neueste aber, das man auf diesem Gebiete hört, ist die Herstellung von Badewannen aus durchsichtigenr Glase. Eine hübsche und bekannte englische Schauspielerin hat das Beispiel dazu gegeben, mdem ste sich eine Wanne aus rosafarbenem Glase anfertlgen ließ. Auch das Was,ev erhält auf diese Weise natürlich einen matten rosigen Glanz, der geradezu märchenhaft wirkt. Die Mode macht m London schnelle Fortschritte und es schemt, daß die gläsernen Badewannen bestimmt sind, den Wannen aus Marmor, Porzellan und Metall bald eine ernsthafte Konkurrenz zu bereiten.
* Vom Kasernen Hof. Unteroffizier:, „Wenn ^hr Euch den Pferden von hinten nähert, so müßt Ihr ihnen immer etwas zurufen, sonst erschreckn sre und schlagen Euch auf. Eure dicken Schädel und das Ende vom Liede ist — wir haben schließlich lauter lahme Pferde in der Schwadron!" ,
* Stimmt. Herr: „Sind Sre schon längere Zeit Witwe < .Seit dem Tode meines Mannes."
Ein Herbsttag.
Hinaus, hinaris in Wald und Feld, Hinaus in die strahleirdurchflutete Welt! Es lockt mich zu Flureir und Wiesen so bunt. Dort gibt ja die Gottheit durch Schönheit sich kund. Es hängen die Früchte am Baume mit Last, Voii reichlichem Segen gar biegt sich der Ast, Der Bauer sieht schmunzelnd feiir wogendes Gold. Ein reicher Ertrag ist der Arbeit Sold.
Die Sonne geht unter. Am Firmament In purpurnen Farben das Abeirdrot brennt. Es rauschen die Bäche, es lerichten die Höhn,,, Wie bist bu, Natur, doch verschwenderisch schon! Schon ist es Abend; die Nacht bricht herein, Um mich ist die Luit so balsamisch und rein, Bald legen die Menschen sich müde zur Ruh Und mit ihnen schlummerst, o Seele, auch du!
Gießen. Beil.
schönsten Aufgaben des Staats, der Kirche und der Gesellschaft, das Bauerntum allmählich zu größerer Freiheit des Geistes heranzu- & f c e n
Die deutsche Volkskunde, die bisher so oft nur rohes oder halb verarbeitetes Material geliefert hat, wird sich zu ihrem Nutz und Frommen dieser sehr durchdachten, tiefer eingehenden 'psychologischen Studie bemächtigen müssen. Jedoch der Verfasser möchte das alte Bauerntum' von der neueren Kulturentwicklung abschließen, ohne einzusehen, daß es dann erst recht ohne Gnade dem Untergang geweiht sein würde. Wir machen uns deswegen den oben angeführten Satz Mastowskis zu eigen.
Vsrmischtss.
* Wie Tabak aufbewahrt w erden muß'.. Die Auf- oewahr'ing von rohem und verarbeitetem Tabak hat seine Schwierigkeiten, und es kommt dabei namentlich darauf an, daß ent bestimmter Grad von Feuchtigkeit erhalten, bleibt. Weil die Lösung der Aufgabe, feste Bedingungen für diesen Zweck zii finden, von einer erheblichen Bedeutung für Landwirtschaft und Industrie schließlich auch für den Raucher selbst ist, so hat das rührige Landwirtschastsministerium der Bereinigten Staaten eine Reihe wissenschaftlicher Experimente veranlaßt, die ermitteln sollten, welche chemische Swffe dem Tabak oder den Zigarren durch bloßes Vorhandensein in ihrer Nachbarschaft genau den richtigen Grad von Feuchtigkeit gewährleisten könnten. Der Tabak hat wie jeder andere Stoff gewissermaßen seinen eigenen „Dampfdruck", indem jeder Gegenstand dazu neigt, die chn umgebende Luft mit dem von ihm ausgehenden Dampf oder Dunst gesättigt zu erhalten. Das wesentlichste Beispiel ist das Wasser, das fortwährend seinen Dampf an die Atmosphäre abgibt, wenn diefe nicht bereits mit Wasserdampf gesättigt ist. Wenn nun dem Wasser Lösungen chemischer Swffe zugesetzt werden, so,wird ferne Verdunstung entweder beschleunigt oder verlangsamt w nachdem der Dampfdruck der chemischen Lösung größer oder geringer, ist, als der des Wassers. Selbstverständlich ist die Neigung emes festen Swffes wie des Tabaks zur Dampfentwicklung weit geringer als beim Wasser, aber es wäre möglich, einen, Stoff ausfindig zu machen, der das Wasser, dem er zugesetzt wird, in feiner Verdunstungsneigung so weit herabsetzte, daß diese der des Tabaks gerade gleich wäre. Wenn nun eine solche Losung in der Nähe von Tabak untergebracht würde, so wäre die Atmosphäre immer gerade soweit mit Feuchtigkeit gesättigt, daß der Tabak seinerseits die Verdunstung aufgeben kann. Die erwähnten Untersuchungen haben zunächst den Dampfdruck des Tabaks fest- gestellt und ferner eine Anzahl chemischer Lösungen ermittelt, die dem Tabak in loser Form oder in der von Zigarren bte günstigsten Bedingungen erhalten würden. Dazu gehören schwefelsaures Kali, schwefelsaures Mangan und Cadmiumbromid.
* Sollen Herren Handschuhe tragen? Wie so manche andere Frage, läßt sich auch diese nicht so ohne weiteres im allgemeinen beantworten. Früher galt der Handschuh als eine unerläßliche Beigabe zu einem korrekten Anzug; neuerdings hat diese Anschaunng jedoch eine wesentliche Abänderung erfahren. Wenn es hochgestellte Herren gibt, wie lenen bekannten Prinzen, der es sich zur Regel gemacht hat, me dasselbe Paar Handschuhe ziveimal anzuziehen, und der in feiner Garderobe neben einem assortierten Lackst,efellager auch ein großes Handschuhlager von einem in solchen Dingen gut geschulten Kammerdiener verwalten läßt, so haben auch nicht weniger vornehme Herren existiert, die den Handschuh als eine, qunntue nsgligeable zu betrachten geneigt waren. Als bcr fetzige König von England noch Prinz von Wales und damals wie heute tonangebend in allen Modesachen für die englische Aristokratie und den Kontinent war,, setzte er eines schönen Tages die vornehme Welt dadurch in Erstaunen, daß er in einer Gesellschaft unbehandschuht erschien. Es hieß damals, der Prinz stehe auf dem Standpunkte, daß es eine Unhöflichkeit sei, einer Dame eine behandschuhte Hand zu reichen, aber ehe der Prinz sicq zu dieser Auffassung bekannte, hatte sie unter gewöhnlichen Sterblichen Verfechter gefunden, denn längst war es Mode gewesen, nur den linken Handschuh anzuziehen. Bei vielen Gelegenheiten ist der Handschuh dann aber wieder für einen Herrn, der zur gutm Gesellschaft gezählt werden will, unerläßlich. So ist es z. B. der Gipfel der Unmanierlichkeit, wenn ein Herr auf dem Balte unbehanoschnht eine Dame zum Tanz führt. Es ist ja fern sehr erquickliches Thema, aber gesagt muß es doch werden:, die Funktionen der Poren machen es notwendig, daß der Tänzer seine Dame nur mit Handschuhen zum Walzer ausfordert. Schon die Rücksicht auf die meist teuren Toiletten erfordert es. Daß man einer Trauung, sei es der eigenen oder der emes Freundes nicht unbehandschuht beiwohnen darf, ist selbstverständlich. Auch bei manchen anderen Gelegenheiten gehts nicht ohne Handschuh. Ein Herr, der reitet, oder sein Gespann selbst lenkt, wird Handschuhe tragen müffen, sowohl aus Gründen der Reinlichkeit — denn
Redaktion: Ernst Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Br


