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habe doch nur ein ganz kleines Stück davon gegessen."
„Ein kleines Stück? Na höre mal, ein Pfund wird's gewesen sein!"
„Ach, hättest du es mich nur nicht essen lassen! O Weh, v weh, wie elend mir ist! Ich bitte dich, gib mir einen neuen Umschlag. — Menn du nur nicht so viel hin- und hergehen möchtest", fahrt er nervös auf, „das ist nickt zum aushalten! Weshalb siehst du denn immerfort nach der Uhr?"
„O, ich dachte mir, daß es gerade noch Zeit wäre, um zu dem Konzert, zu dem inich Frau Susa eingeladen hat, zurecht zu kommen."
„Was? Du wirst mich dock nicht in diesem Zustande allein lassen wollen? Das wäre doch eine himmelschreiende Gefühllosigkeit! Da sieh her, Ivie matt ich bin, kaum den Arm kann ich bewegen. Wie kannst du nur an ein Konzert denken, wenn du mich so. leiden siehst! — Wer klingelt denn da schon wieder? Sieh doch mal nach; nicht einmal wenn man krank ist, kann man Ruhe haben."
„Nun?" fragt er ungeduldig mir beiin Wiedereintreten entgegen.
„Ach, cs !vnr nur dein Freund Balduin. Er war da, nm dich zu fragen, ob du nickt mit in eure Loge kommen willst. Ich habe ihn natürlich weggeschickt, ivei( du viel zu krank dazu bist."
„Natürlich, natürlich, viel zu krank", wiederholt er gedehnt und bleibt eine Weile ganz still liegen. „Weißt du", sagt er dann plötzlich, „das; es mir vorkommt, als hätte mein Kopf- Iveh schon etwas nachgelassen? Was meinst du, wenn ich versuchte, ein wenig aufzustehen?",
„Besser ist es .gewiß, du bleibst ruhig liegen."
„Aber vielleicht wird mir wohler in der frischen Luft. Gib nur meinen Ueberzieher, .Hut und Stock. Nein, solches Kopf- weh, ich fciitit kaum allein gehen."
„Soll ich dich führen?"
„Nein, nein, mein Kind, wenn mir schlechter ivird, lasse ich inich von einer Droschke nach Hause bringen. Aber ivarte nur nicht auf niich, vielleicht gehe ich doch auf einen Augenblick in die Loge."
Er wankt zur Türe, aber im Hinausgehen wendet er sich noch einmal zurück.
„Vergiß nicht, etwas Ordentliches zum Abendessen zu besorge!!, Vielleicht habe ich Appetit, wenn ich nach Hause komnre. Mer ctivas .ganz leicht Verdauliches, weißt du! Und sieh, daß gutes Brot zu Hanse ist, nicht gar zu altbacken, du weißt, das vertrage ich nicht. Und nun leb wohl, iver weiß, ob du mich iviedersiehst!" — Er schüttelt melancholisch mit dem Kopfe .und läßt mich allein. Ja, mein Mann ist krank! — —
Volkszählungen im Tierreich.
Gelegentlich der unlängst im deutschen Reiche vorgenommenen Volkszählung erinnerte der „Kosmos, Handtveiser für Naturfreunde", , deir die in Stuttgart ansässige Gesellschaft gleichen Namens jetzt allmonatlich ihren beiläufig 16 000 Mitgliedern liefert, an jene früheren Versuche, auf statististhenl Wege eine Uebersicht über die Tierivelt zu gewinnen. Selbstredend ist eine Zählung der auf der ganzen Erde Vorhandenen Tierindividuen schlechterdings unmöglich, dagegen könnte eher daran gedacht werden, die Anzahl der . vorhandenen einzelnen Arten wenigstens annähernd festzustellen, wenn dem nicht entgegenstäude, daß die Gelehrten noch gar nicht einig darüber sind, was eine Art sei, und ivas man unter diesen Begriff zusainmenzufassen hat. Es kann sich deswegen auck bei den nachstehenden Angaben znnieist nur um annähernd zutreffende Schähuugsversuche handeln. 77 Der Altmeister der Systematik, Karl v. Linus, nahm nm die Mitte des 18. Jahrhunderts 1100 lebende Tierarten an, deren Anzahl etiva 100 Jahre später bereits auf ungefähr 130 000 gestiegen war. Nach einer kürzlich veröffentlichten Statistik der Tierwelt des Pariser Musenins für Naturgeschickte gibt es gegenwärtig auf der Erde und in den Meeren gegen 400 000 den Gc- lehrien bekannte intbjwit ihnen beschriebene Tierarten. Darunter befinden sich 2300 Säugetierarten, von denen auf Deutschland etwa 100 kommen. Die Vögel sind mit 11000 bis 1.3 000 Arcen vertreten; Deutschland hat über 400 (davon 227 brütend) ans- zuweisen, während weitaus die nrcisten in den Tropen beheimatet find, zumal. in Mittel- und Süd-Amerika, wie denil Amerika überhaupt die • reichste Tierwelt besitzt, da mehr als die Hälfte aller Säugetier- und Vogelfamilien auf diesen Erdteil entfallen; das Gleiche gilt von den Reptilien, Almphibien und Tagsckmetter- lingcn. Im ganzen zählt man 10- bis 12 000 Fischärten, dar- itHiec 300 Süßwasserfische. Von den Reptilien (Schildkröten, Krokodile, Echten und Schlangen) sind gegenwärtig 2500 lebende Arten bekannt, unter denen gegen 1000 auf die Schlangen kominen. .An Lurchen oder Amphibien iverden etwa 1200 Arten gezählt, Mebsarten 8000, Spinnentiere 2000 und mindestens cbensoviäe Würmer, ivährend man für die Weichtiere oder Mollusken («chnecken, Muscheln, Tintenfische usw.) über 10 000 lnach andern Angaben sogar 50 000) Arten herausgereckmet hat. Die Stachelhäuter (seewalzen, Seesterne, Seeigel) schätzt man auf 4000,
dagegen sind dl« am niedrigsten stehenden Urtiere ihrer Artenzahl noch ganz unbestimmt. Weitaus d Artenreichtum hat die JNsektenwelt aufzuweisen, die allein mindesteils 280 000 liefert, darunter 120 000 Kö Schmetterling«, 38 000 Hautflügler usw.
Gesmldhsrtspsteüe.
. Dr. med. Liebe aus Elgershausen bei Wetzlar hielt neulich m Berlin einen Vortrag über „Die Wirkungen deslUl-- lohvls auf die inneren Organe". Der Redner berührte zuerst, wie wir in der „Kreuzztg." lesen, die MisicÄ, daß die Wirkung des Alkohols auf den einzelnen Menschen von geringer Bedeutung sei. Jeder sei doch Herr seiner Person, und wenn .er, sich zu schänden richte, so gehe das die anderen nichts an. Die folgenden Ausführungen sollen aber beweisen, daß man diese ganze Frage doch etwas anders betrachten muß. Es wurde zuerst dargelegt, daß der Alkohol ein starkes Gift sei. Wenns er, tvysenschlaftlich-theoretisch auch hier und da eine Eigenschaft die für Nahrungsmittel charakteristisch ist, so hat das doch praktisch keine Bedeutung, da die giftige Wirkung wesentlich überwiegt. Alkohol ist ein Protoplasmagift, d. h. er wirkt auf die fernsten inneren Bestandteile der Zellen ein, aus denen sich der Körper zusammensetzt; entzieht ihnen Wasser, lähurt sie und tötet Jtc schließlich. Diese giftige Wirkung wurde an zahlreichen Beispielen aus der Tier- und Pflanzenwelt nachgewicseu. Im Menschen werden der Reihe nach die einzelnen Organe geschädigt, mrt, denen er in Berührung konrmt. Es entstehen Katarrhe des Rachens rrnd der oberen Luftwege, Katarrhe und Verdauungsstörungen des' Magens, hier kommt es auch zu Geschwüren, deren Narben eine besondere Vorliebe zu krebsiger Entwicklung zeigen. Die Leber verfettet und schirumpst und kann keine Galle mehr absondern. Die Nieren werden durch die gleiche Veränderung geschädigt. Das Herz wird durck Zufuhr großer Uüssigkeits- mengeir überanstrengt und im Muskel durch Alkohol vergiftet, erschlafft und versagt schließlich vollständig. Die Gefäße verkalken. Hirn und Nervensystem, tvo sich 'wohl die feinsten Wrper- zellen befinden, werden ganz besonders angegriffen; die Folge sind die vvn andereii Rednern behandelte!! seelischen Störungeil. Endlich werden die Keimzellen vergiftet. Dadurch kommt es zur Degeneration der Nachkommert.
Literarisches.
—7 Die bekannten kulturgeschichtlichen Illustrierten Monographien, die Hanns von Zobeltitz im Berlage von Velhagen und Klasing (Melefeld und Leipzig) herausgibt, haben durch ihren jüngst erschienenen Baud „Das Kostüm", Preis 4 Mark, eine dankenswerte Bereicherung erfahren. Der Verfasser dieser Monographie, Dr. Georg Buß, verstand es, auf verhältnismäßig knappem Raum ein übersichtliches und interessantes Bild der wechselvollen Geschichte des' Kvstnms zu entrollen, die er bis zu den neuesten Wandluugeil der Mode fortführte. Ein Vorzug des Werkes beruht auf der Art seiner Illustration: es sind für alle Perioden Abbildungen ans dern Schatze der zeitgenössischen .Kunst gewählt worden.
Humoristisches.
9)1 0 b e r 11 c V 0 rsi ch t. Gnädi g e bet der Vermittlerin: „So, eilte Köchin hätte ich glücklich wieder; nun stellen Sie mir nur gleich noch eine vor, wenn die erste austritt, daß ich ivieder versorgt bin
©el» 11 fic». Ein Sekundärbahnzug bleibt an! offener Strecke stecken. Alle Passagiere mühen sich, durch Schieben ihn über die Steigung zu bringen, nur ein Bauer ■ steht mit der Pfeile im Munde da und grinst. Da meint der Schaffner zu ihm: „Na, warum schiebst denn du nicht mit ? . . . Hast du vielleicht ein Bittet erster Klasse?"
Ä u f d e m B a ! l e. A.: „Sehen Sie nur, wie der Maier dort dem Fräulein Süßlich die Cour schneidet und wie unbeholfen er sich dabei anstellk." — B.: „In der Tat, der reine Courpsuscher."
Seuszer. Schwindler: „Hier in dem neuen Grand- Restaurant ist wirklich eine elende Bedienung I. . . Nun pumpe ich schon den fünften Kellner um einen Taler an und keiner gibt ihn mir. _____________
Bersteck-Niitsel.
Nachdruck verboten.
Man suche ein Sprichwort, deffen einzelne Silben in folgenden Wörtern versteckt sind, wie die Silbe „an" in „Wanderer".
Bauchredner — Dassoiv — Orgettläuge — Saudstei« — Fliederstrauch — Nachtschatten — Heiuzelmäuncheu — Gänse« braten — Nudelsuppe.
(Auslösung in nächster Nummer?
Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer:
Maus, Haus.
hinsichtlich n größten von ihnen er, 50 000
Redaktion: Ernst Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchm Universttäts-Buch. und Steindruckerei, R. Lange, Gießen,


