Ausgabe 
20.7.1906
 
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Dem Volke i> Verständnis für die Leistungen der Architektur, der ©««ntauta.il, b« tatotinen SWk Ute * «b« tarn

Rätsel.

Nachdruck verboten.

Ich treibe Maschinen, ich spende dir Licht, Bin nützlich, ja fast unentbehrlich.

Last aber die Vorsicht nie außer Acht Bei nur, sonst werd' ich gefährlich.

Ein Zeichen nur seh' meinem Namen hinzu: Du heißt mich nun herzlich willkommen.

Ich weile nicht lange, sogleich geh ich fort, Nachdem kurze Rast ich genommen.

Auslösung in nächster Nummer.

Auflösung des Diamanträtsels in voriger Nummer:

Künstlerische Kultur.

Beit ist Geld! Ein verhängnisvolles, unsere Zeit, ihr Saften I und Wrängen charakterisierendes Schlagwort! Die moderne Parole I tut Kampf ums Dasein! Die Biedermeierzeit mit ihrer Behaglich- Teit und Beschaulichkeit ist vorüber, Zu tiefgründigen Studien, zur geistigen Vertiefung, zurEntfaltung ms Breite , zur Universalausbildung hat niemand mehr Neigung und Muhe. Sin allgemeinen herrscht unumschränkt als Folge der erschwerten Fachausbildung die engherzige Einseitigkeit.. .

Beit ist Geld! Wie viel Fachwissen und wie wenig Allgemein­bildung infolge dieses Zwanges und Dranges, rasch und früh aus seiner Zeit Geld zu machen! Das Kastenwissen prägt sich feine Menschen, die an dem kranken, an dem unsere Zeit über­haupt kankt. Und sie krankt daran, daß das bestandene Examen vielfach heute zum Freibrief für den ödesten Dilettantismus in allen anderen Dingen geworden ist.

Gewiß! der Kampf ums Dasein ist harter geworden, die Be- | rufe sind überfüllt, die Konkurrenz ist oft skrupellos, ent­nervend, die Sorge niederdrückend. Es gibt keine Besckmiilichi- teit mehr. Der Beruf spannt alle Kräfte an. Man hat keine Zeit mehr, dickleibige Bücher zu lesen, sein Wissen zu erweitern, ht anderen Dingen mehr als Dilettant zu werden. Das wäre

^Ganz recht, aber es fragt sich doch, ob damit alles erklärt und entschuldigt ist. Der vom Hochmut des Fachwiftms getragene, urteilslose oder ungerechte Dilettantismus ist eine Gefahr Vicht nur für die Schaffenden selbst, die ein Recht auf anregendes Ver­ständnis haben, sondern für die Kultur überhaupt.

Der nörgelnde Dilettantismus, wie er sich heute durch den Werdegang in der Allgemeinheit entwickelt, der zur Ueberhebung neigt, ist eine Gefahr auch für dre Knuste Au und für sich beweist wohl der Dilettantismus, daß der Allgemeinheit gegen­über der einzelne noch andere Pflichten als Beryfspflichten hat, daß er den unbewußten Drang in sich spurt, nach besten Kräften mitzuaröeiten an der Entwicklung emer künstlerischen Kultur.

Diese Erkenntnis verwechselt er aber nur ;u oft mit Ver­ständnis, einem Ding, das dem Menschen nur m de>i seltensten Fällen angeboren ist. Nicht ledermann ist em Genie, nicht leder Künstler Meist ist dies Verständnis mühsam zu erwerben. Aber wer kann das? Wer hat noch Zeit, die Ästhetiker, die Knnst- gelehrten zu hören und ihre oft schwer verständlichen Werke zu studieren? Die wenigsten. ,

Daher kommt es, daß dieSchäftenden darüber zu klagen haben, wie wenig anregendem Verständnis sie begegnen; tme sehr abseits die großen Massen stehen; wie wenig öffentliche Würdigung sie finden und wie sehr sie die Anregung emer oftent- lichen Kritik zu missen haben. In der Tat, über die Leistungen einer kleinen Schauspielerin werden Bäche von Tmte vergossen,

großen Gebiet bro Ver chöner°ung seinesMilieus" zu bieten, das haben die von Strecker und Schröder m StuttgaA soeben her- ausgegebenenFlugblätter für künstlerische K u 1U^Der"Wert"Eses Unternehmens für die Allgemeinheit besteht darin, daß es aus berufener Feder m Form des erschöpfenden

beit £aien ein^Tt tiei'e'ven (^inblitf in bic öio^e ifrVÄ --t-m unt> daß sie sich auch aus erzieherischem Wege befinden, be- eifeit die Namen seiner Mitarbeiter, aus beten 80^ wir ? irtunsp sffntnpn bervorbeben Peter Behrens', Paul Ernst, Her­bert Julenbem Georg Fuchs, Kornelius Gnrlitt, Karl.Hagemann, ^mnnn ^efie Konrad Lange, A. Lichtwark, Julius Meier- Itctefe, H. Muthesius, W. v. Oettingen, Olbrich, Max Osborn, Felir Boppenberg, H. van de Velde, Theodor Volbehr.

Das sind Namen, die auch den ^Schaffenden manche An­regung, manche Bereicherung ihres Wissens , garantieren, denn antfi für sie gilt das brutale Schlagwort unserer Tage.Zeck ßVtM" Das beweist z B. Prof. Dr Rse chon im ersten Heft: Ä U de7 rechten Geschmack?", indem er die Schaffenden", 6or maßloser Eitelkeit und Nichtachtung der Kritik warnend, an SDotace Bernets Worte erinnert:Ich unterwerfe mich im voraus ber Kritik. Ich will kritisiert werden Wenn "icht

kritisiert hätte, würde ich mich nicht kennen. Gerecht,l>at du Kritik mir Lehren, ungerecht hat sie mir Kräfte gegeben. W.lch

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L eßenern besonderes Interesse beanspruchen, zumal dieses I L 7L^KeatLL"L«^SSMt^ k«tar£5^ss«rM ämsä! deutschen Kunst.

I *\ <n;o Bevteaer Strecker u. Schröder in Stuttgart, habeu

ein«« bitUge»fffte? »->>«'

io®" bNK Un,m!-Ln dL- -l- «n°

I die Subskription warm empfehlen.

, , . ., c, ori mobreud die phäiioinenalen Leistungen eine® ersten Architekten

verkörperte. Um ihren luftigen 'Zrtz mit dem Blick auf 20 der | w 1 e w werden. Der Ausgleich in der Würdigung fehlt

(Stier von Uri, angetan nut entern mächtigen Felle uno Musen | gevuoeten uai t uiwoai 111 bieten,

torner auf bem Kopfe. Die Appenzellerinnen trugen teilweise hie kleidsame Festtracht mit derSchlappe , einem schmett^rling- ähnlichen Kopfputz, andere die roten StoppellMubchen der Wetzi- talerirtnen, wieder andere erschienen mit ihren Burschen im '^Bukette aus ^Alpenrosen und Edelweiß rierten aller Teil­nehmer Hüte. Und Ivie hätte im Zuge das Festkleid derOber- landler", der Tiroler, der Berchtesgadener fehlen dürfen, ohne dem Bilde ein wesentliches Teil Farbe zu nehmen? Unter den Allgäuern sah man den greisen Ablerfäger D 0 rn aus Hindelang mit seinem mächtigen weißen £6nrte und unter den ^crolern ent­zückten ebenfalls prächtige Typeii und Eharakterkopfe. Lllles in diesen Gruppen war Leben, Bewegung und Heiterkeit. Die Inchzer schallten und wenn dieMusi" einen richtigen "Landler schmetterte, schnalzten die _ Buam, klopften auf dieLedernen und äugten nach den bildsauberenDirndln iin Zuge hinüber, denen im rüstigen Marschschritt die bauschigen Röcke nm bie schönen Glieder schlugen und unter deren weißem Brustlatz und silberverschnürten Mieder ein gar heißes Herz schlug. Wie ge­messen waren dagegen die vornehmen Hamburger, die in drei Jahren das IG. deutsche Bundesschießen haben werden, die stolzen Berliner, die zurückhaltenden Hannoveraner und die schwer­blütigen Westfalen. Da half es nicht viel, daß Otto Julius Bierbaum im Verein mit feiner schonen FlorentineriN vor bem Rathause unausgesetzt bett Hut schwenkte,Heil! ries und bie ernsten Festgenossen aus dem Norden mit Blumensträußen überschüttete. Hoch oben vom Rathausfenster sah auch der Rerchs- tagsabgeordnete Georg v. Bollm a r, Bayerns »ngekronter Komg dem frohen Festestreiben zu. Spater, auf dem Festplatze, taickc aber alles auf und am Abend lagen sich nord- und süddeutsche Bundesbrüder und -Schwestern in den Armen.

Redaktion: Ernst Heß. Rotationsdruck und Berlaa der Brübl'scheu Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lanac, <S> 6