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Baden, tvo er zntn erstenmcrle jmit Ellinor, fett Berlin', zusammentraf. Der Rittmeister hatte seine Kur im Engadin beendet und wollte endlich mal wieder seine Pferde und seinen Leutnant beit Preis erringen sehen. Wie immer gleich elegant, gleich gwwandt, erregte Ellinor von Greditz auch hier Aufsehen und Bewunderung. Und ob es auch Harro nicht gewollt, ob er es auch nicht für möglich gehalten. denn er wollte ehrlich sein: als sie voneinander schieden', war er mehr denn je in den Banden der geliebtesten Frau. So war er denn froh, daß Jutta zugleich mit ihm von Kaltenburg abgefahren war, um Mama während der Ma­növerzeit zu besuchen, und er nicht mehr mit ihr zusammen­traf, als er nach Hause zurückkehrte.

Rittmeister v. Greditz hatte sich wieder gesund gemeldet. Er machte das Manöver mit. Da dasselbe in einer Gegend stattfand, wo ein früherer Regimentskamerad von ihm nun­mehr zuni Schlüsse seines Lebens Korn und Kartoffeln bauen ließ, anstatt Husaren zu drillen und lustige Attacken zu kommandieren, so machte es sich ganz von selbst, daß Ellinor auf dem Gute eingeladeu wurde, in dessen Nähe das Regiment ihres Gatten im Quartier lag. Selbstver­ständlich traf sie hier ein mit Toiletten, die das Entzücken aller Damen bildeten. Auch ritt sie in Begleitung des ritterlichen Herrn von Schloß Meisenbach und dessen jugend­lichen Gästen einige Manöver mit. Gute Freundinnen über­nahmen den Liebesdienst, Frau v. Urau davon in Kennt­nis zu setzen, ganz harmlos natürlich. Es mußte sie ja doch interessieren, was die Husaren für ein angenehmes Quartier gesunden und wie fröhlich das Manöver für sie verlief. Ta war es denn der kleinen Frau nicht einerlei, daß ihr Gatte wieder der Mittelpunkt ihrer Gesellschaft geworden schien, noch dazu im Verein mit Frau v. Greditz. Sie hatte ihm auch sofort darüber geschrieben; er hatte kein Wort daraus erwähnt. Es war ihm greulich, zu lügen, und ohne Lüge ging das nun hier einmal nicht ab. Fast wurde sie ihm abermals fatal, diese Episode Ellinor in seinem Leben. Er mochte auch darum nicht an Jutta! schreiben, schon aus Rücksicht au, die Mama, auf seinen Water. Wußte er doch nur zu gut, daß Jutta nicht hinter dem Berge halten würde, impulsiv, heftig und unbedacht, wie sie war. Frau v. Greditz aber, recht in angenehmem Gegensatz zu solchem Naturell, verstand -alle Fatalitäten mit souveräner Meisterschaft zu überwinden, und zwar ohne sie dabei nur mit einem Worte zu berühren.

Mit dem geschickten Spürsinn, wie er solchen Frauen eigen, merkte sie sofort, was Harro bedrückte, und so bekamj jetzt Jutta an jedem Tag eine entzückende Ansichtskarte von ihrem herzliebsten Manne, auf der sich dann Ritt­meister v. Greditz und Frau, sämtliche Teilnehmer ver­gnügter Ritte, Picknicks oder heiterer Teeabende im Schloß Meisenbach einzuzeichnen pflegten. Manchmal sogar traf eine muntere Depesche ein.Ich finde, Dein Mann ist recht aufmerksam", |meinte Mama, wenn Jutta mal auf Harro schalt und ärgerlich wurde, vor allem, daß sie nicht dabet war.Lieber Himmel, etwas zusehen muh jeder­mann", erklärte dann gewöhnlich, zum Schlüsse ihrer Trost- reden, die zärtlichste der Mütter. Nur daß das gerade etwas war, worauf sie ihr Kind, das glücklich werden mußte, leider nie Vvrberertet hatte aus Liebe.Hm", meinte Papa Kommandierender;ich sinde, der Junge legt ziemlich viel in Depeschen und Karten an. Zu meiner Zeit na, die Welt ist ja überhaupt heute anders. Glaube aber. Du kannst einem den Kops warm machen. Spann die Saiten nicht so straff an, Kind, Harro ist noch jung. Und Tu bist auch lieber sidel. Denn wenn hier etwas los ist, gehst Tu auch nicht in Dein Kämmerlein, um auch im stillen für Euer Wohl zu beten. Na und nun, Kops hoch." Der Kom­mandierende klopfte seinem Schwiegertöchterchen aus die Schulter und wischte, wenn sich Jutta mal chatte gehen lassen, ihr ein paar Tränen von den Wangen.Werde mal dem Harro schreiben, daß Du sein einzig nettes Frauchen bist und er sehr nett zu Dir sein soll."

Glücklicherweise war der Kommandierende feinfühlig und. diskret. Er schrieb Nicht alles, was er in solchen Stunden! zu schreiben versprach, 'noch was Jutta über ihren Harro von sich gab. Sonst würde er ihn nur böse auf sie gemacht haben. Nach dem Manöver kam denn auch Harro für ein ppar Wochen zu den Eltern, und die Sache ließ sich wieder leidlich an, besser als sie beide vielleicht gedacht. Er war wieder da, sie hatte ihn ganz für sich allein; das ließ den Groll, die Eifersucht vergessen, die sich währenddem aufs

neue in Jütta geregt. Em Gefühl von Schuld und Mitleid ihr gegenüber, die er ja einst doch so grenzenlos geliebt hatte und die auch immer noch ein reizendes Geschöpfchen! fern konnte, lieh ihn ihre Mängel geduldiger und freund­licher als sonst ertragen; ja, zuletzt wieder zärtlich gegen; seine zärtliche kleine Frau sein.Sind Brauseköpfe, beide", meinte der Kommandierende,die durch die Wände rennen; wollen. Sie werden aber noch einsehen, daß die Wände Mauern sind und sich besser besinnen. Gut Ding will Weile haben. Die Zeit erst bringt Rosen." Won den Dornen; jedoch, die sich hier eingenistet, um die Rosen der Zeit zu überwuchern, davon hatte der Kommandierende keine Ahnung, ebensowenig die zärtlichste aller Mütter.

(Fortsetzung folgt.)

Der kluge Karrs.

(Schluß.)

Professor Marshall macht hierzu einige Bemerkungen, von denen hier folgende angeführt seien:Um den Zahlensinn der Tiere ist es eine eigentümliche Sache. Tas Volk behauptet, die Elster könne bis drei zählen, und wenn man eine am Neste erschießen wolle, so müßten sich vier Jäger zusammen verstecken, um auf sie zu lauern. Tie Elster würde sie beobachten und, wenn drei von ihnen das Versteck verlassen hätten, so würde sie arglos herbeigeflogen kommen. Ter Franzose Leroy erzählt von jemandem, der eine Krähe schießen wollte, er habe, um den argwöhnischen Vogel zu täuschen, sich mit einem Genossen in eine Krähenhütte begeben. Ter eine der beiden Jäger entfernte sich wieder, aber sie verstand zu zählen und blieb außer Schußweite. Am andern Tag gingen ihrer drei auf den Anstand, zwei gingen wieder weg, aber der klage Vogel liest sich nicht täuschen. Erst wenn fünf bis sechs Leute sich in die Hütte begaben, verwirrten sich seine Zahlenbegriffe. Leroy schloß hieraus, daß Krähen bis vier zählen könnten. Ter berühmte Göttinger Physiker und Satiriker Lichtenberg besaß eine Nachtigall, die bis drei zählen konnte. Täglich gab er ihr drei Mehlwürmer, immer nur einen auf einmal. War sie mit dem ersten fertig, so bettelte sie um den zweiten, aber sie wußte, daß nach dem dritten kein weiterer mehr verabfolgt wurde. Ich glaube bestimmt, sagt Marshall, daß viele höhere Tiere eine allgemeine Vorstellung von Zahlen haben. Dafür sprechen eine ganze Reihe von Tatsachen, die ich zum Teil selbst und besonders bei Vögeln beobachtet habe. Mir scheint, daß die Zahl ihrer Eier und ihrer Jungen ihnen doch ziemlich genau vorschwebt. Wenn man einem Vogel von feinen sechs Eiern im Neste eins wegnimmt, so bemerkt er den Abgang ganz gewiß. Nicht etwa, daß er wüßte,vorher hatte ich sechs' Eier, jetzt habe ich eins ireniger", aber er hat eine Vor­stellung, daß es ihrer weniger geworden sind, als es vorher waren. Ich glaube, wenn man zwei von den sechs genommen hatte, sodaß ihrer vier gewesen wären, wäre der Effekt der­selbe gewesen. Würde aber am nächsten Tag von den gebliebenen wieder eins genommen, so würde das, obgleich doch auch nur vier vorhanden wären, sicher von dem Vogel bemerkt werden; er hätte in beiden Fällen eine Abnahme von Eiern bemerkt, um wieviel? Dafür fehlte ihm das Verständnis."

Nach meinen Jugenderinnerungen über die Brutverhältnisse der Vögel, die ich durch neuere Erfahrungen aufgefrischt habe, sagt Sir John Lubbock, kann man aus einem Neste mit vier Eiern ruhig eins nehmen, werden aber zwei entfernt, so verläßt sie der Vogel in der Regel, llebrigens verlassen die Vögel wie Marshall betont frisch gelegte Eier leichter als stark ange­brütete, wie er aus eigener Erfahrung weiß. Er fährt dann folgendermaßen fort:

Wenn eine Henne, die Küchelchen führt, mit ihrer kleinen Gesellschaft versprengt wird, etwa durch einen auf das Gehöft stürmenden Hund, so lockt sie, wenn wieder 'Ruhe eingetreten ist, so lange, bis sie alle ihre Küchelchen beisammen hat. Man könnte sagen, sie höre die Antworten der jungen Vögel. Ich weiß aber, sagt Marshall, von einem Fall, wo bei einer solchen Gelegenheit eines von den Küchelchen in die Jauche der Sungpru&e gefallen und darin ertrunken war, folglich selbstverständlich! nicht ant­worten konnte, .gleichwohl lies die Henne noch-stundenlang umher und lockte eifrig."

Ist trotzdem nun, wie Professor Marshall annimmt, mit Bestimmtheit erwiesen, daß eine Henne etwa bis zehn zählen kann? Ich meine, auch hier bleibt noch der große Zweifel übrig, daß die Henne ebenso wie Tiere mit vielen Jungen nicht bis zehn gezählt Hat, sondern alle einzeln kannte und deshalb eines vermißte.

Eine Mutter, die sich mit ihren Kindern aus einer Gefahr zu retten sucht etwa, weil der Tampfer, den sie benutzen, untergeht wird doch wohl am Lande rufen: Fritz fehlt noch! und nicht: es' fehlt noch ein Kind, es find nur vier statt fünf hier.

Uebrigens verweise ich auf den vorhin angeführten Fall mit der Entenmutter.

Ueber die außerordentliche Schwierigkeit, ans dem Verhalten der Tiere richtige Schlüffe zu ziehen, schreibe ich folgendes: