Sumsiag den 19. HKäz
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1904. — Zlr. 43.
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„Was sagen Sie zu dieser Tatkraft?" rief der Gatte bewundernd. „Nun ist sie in ihrem Element! Ihr geht nichts über einen lebhaften Umtrieb, und nun hat sre zur Abwecrslung auch noch gar eine Hochzeit!"
„Kommen Sie, Pamela." Sie stand auf und raffte ihre Briese zusammen. „Wenn Sie mit dem Frühstück fertig sind, wollen wir uns auf den Weg machen."
Rasch erhob ich mich unb folgte ihr in den Salon mit ängstlich klopfendem Herzen.
„Ich habe etwas mit Ihnen zu reden", begann ich mit zitternder Stimme.
„Nun, das freut mich, meine Liebe", denn ich dachte schon, Sie hätten die Sprache verloren. Was gibt es? Sprechen Sie rasche Sie wissen, wie sehr meine Zeit in Anspruch genommen ist."
„Entschuldigen Sie mich einen Augenblick, ich werde sogleich zurück sein." , ,
Ich eilte in mein neben dem Salon liegendes Zimmer, um nach wenig Minuten etwas außer Atem mit dem meiner Reisetasche entnommenen Lederrahmen zurückzukehren. ,,
„Darüber wollte ich mit Ihnen reden", sagte rch, ihr das Bild reichend. , r. ,
„Tas ist ja Maxwells neueste Photographre! Wre kommt denn die in Ihren Besitz?" fragte sie in schneidend scharfenr Tone.
Noch ehe ich antworten konnte, hatte sre das Bild von neuem ausgenommen und die Widmung in der Ecke gelesen.
„Walter seiner lieben Pam", las sie laut. „Walter seiner lieben Pam?" wiederholte sie, das Bild niederlegend. Tann sah sie mich mit ihren scharfen kleinen Augen prüfend an und rnurmelte fast unhörbar: „Was soll das heißen?"
„Walter schickte mir dieses Bild als seine Photographie", erwiderte ich nachdrücklich.
„So sind Sie also mit dem Gedanken hierhergekommen, diesen Manu da zu heiraten?"
Sie deutete auf das Bild.
Ich antwortete nicht, allein Schweigen war so viel wie Zustimmung. _ r ..
„Aber ich bitte Sie, man lrebes Kind", fuhr fre erregt fort, „da muß doch irgend ein abscheuliches Mißverständnis obwalten! Es ist ja doch unmöglich, daß Watty Ihnen dieses Bild als sein eigenes geschickt hat!"
„So sehen Sie doch nur die beiden Namen an, die dar- ails geschrieben sind", entgegnete ich mit eisiger Ruhe. „Auch die Schrift kann Ihnen nicht fremd sein."
Mein Mut mußte unzweifelhaft mit den Umständen gewachsen sein, denn meine Stimme klang so ruhig, als spräche ich von den Ungeleg«-Heiten einer Fremden.
„Tann scheint es fast", erklärte Mrs. Hassall nach einer langen Pause, „als habe er einen schlechten Scherz nut Ihnen ged iehen. Ich begreife die Geschichte nicht, jedenfalls
(Nachdruck verboten.)
Jm Fakali der Mazaß.
Roman von B. M. Croker.
Genehmigte Uebertragung von A. Vischer.
(Fortsetzung.)
Zu der Nähe des Bungalows angelangt, sah ich einen Herrn auf einem der Wege herabreiteu, während ich auf einem anderen hinaufging. Auch er bemerkte mich und zog grüßend den großen Hut. Nun erst erkannte ich Maxwell Thorold. Das ivar ein früher Besucher.
Als ich das Eßzimmer betrat, saßen Oberst Hassall und seine Gattin bereits beim Frühstück. Letztere sah wohl und munter, wenn auch bei dem Tageslicht ziemlich verblüht aus. Ein ganzer Stoß Briefe lag neben ihrem Teller aufgestapelt. t ,
„Ah, hier sind Sie ja!" rief sie, die Zuckerzange in der
fing schon an zu fürchten, Sie seien am Ende davongelaufen. Nun sind Sie geiviß recht hungrig nach Ihrem Spaziergang?" t,El .
„Ich glaube auch", antivortete ich, mich setzend.
„Nun, Miß Ferrars, haben Sie gut geschlafen?" fragte Oberst Hassall. „Hoffentlich haben Sie sich von den Strapazen der Reise erholt und neue Kräfte gesammelt für den heutigen, ereignisreichen Tag?" fügte er, mich nut schalkhaftem Lächeln ansehend, hinzu. Seine redselige Gattin aber nahm mir die Antwort von den Lippen, indem sie ausrief:
„Ich finde, sie sieht aus, als habe sie statt meiner die Nacht durchwacht."
„Ich bin aber vollständig ausgeruht", entgegnete ich, bemüht, die Aufmerksamkeit von meinem Aussehen abzulenken. „Haben Sie sich aus dem Ball gut unterhalten,
"'„Nicl)t^Mrs. Hassall: Tizzie!" verbesserte sie mich. „Za, ich vergnügte mid). königlich. Um drei Uhr kamen wir eist nach Hause, und wenn ich nicht, so entsetzlich, viel zu tun hätte,, würden Sie miet' jetzt nicht schon hier sehen. Ties hier", fuhr sie, auf die Briefe zeigend, fort, „sind lauter zusagende Antworten auf meine Einladung zur Hocb-- zeit. Nun muß aber vor allem das Hochzeitskleid ausgepackt werden. Doch hoffentlich weißer Atlas?"
„Za, aber sonst sehr einfach", antwortete sie kleinlaut.
„Sobald ich dem Hausmeister meine Befehle gegeben Und einige Briefe geschrieben habe, wollen wir es uns ansehen. Ihre Brautjungfern kommen nämlich zum Gabelfrühstück zu mir, und nachher soll hier Kleiderprobe stattfinden. Tie Mädchen müssen alle ganz gleich gekleidet sein, und ich will sehen, ob alles in Ordnung ist. Wenn ich einmal etwas in die Hand nehme, wird es auch ordentlich gemacht; ich tue niemals etwas halb."


