Ausgabe 
7.5.1904
 
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Würmern leiben, Ye ob achtet, ferner bei Stimmritzenkrampf, auch sind plötzliche Todesfälle öfters beobachtet worden bei der Vergrößerung der Tymusdrüse. Neuerdings hat man die Wahrnehmung gemacht, daß plötzliche Todesfälle auch Vorkommen können Lei Kindern, die au Flechten leiden, und es wird daher vor zu,rascher Behandlung und' vor d em zu raschen Verschwinden derselben ärztlicherseits gewarnt. Man hat nämlich nach rascher Mheilung von ausgedehnten Flech­ten neuere Krankheiten entstehen sehen, sodaß der alten Volksmeinung von demZurückschlagen" der Flechten doch einige Bedeutung zukommen dürfte. Dies ist auch der Standpunkt von Prof. Henoch, des Altmeisters der Kinder­heilkunde, der bei inneren Krankheiten eine auffallende Besserung wahrnahm, als die abgeheilten Flechten wieder zum Vorschein kamen. (Kl. Pr.)

* N e u e r e F o r s ch u n g e n ü b e r d e n E i n f l u ß d e r V e r d a u u n g a u f d ie Arbeit. Es ist bekannt, daß eine starke körperliche Tätigkeit kurz nach einer Mahlzeit die Ver­dauung stört und aufheben kann. Unter dieser Bedingung werden in der Tat die Magenabsonderungen mehr oder weniger vermindert. Die geistige Arbeit kann dieselbe Wirk­ung hervorb ringen. Umgekehrt vermindert aber auch die Arbeit der Verdauung die seelische Tätigkeit in allen For­men. Der französische Forscher Förö hat nach derMed. Woche" interessante Experimente angestellt, um zu ermitteln, in welchem Verhältnis die .Berdauungsarbeit die Muskel­tätigkeit herabsetzen kann. Er hat gefunden, daß diese Herabsetzung viel beträchtlicher war, als man es ahnen konnte. Im Verlauf der ersten Stunde, die dem Einnehmen einer Mahlzeit folgt, erreicht die ohne Ermüdung ausge­führte Arbeit kaum die Hälfte der in nüchternem Zustande vollbrachten Arbeit; aber die Verminderung wird vom Be­ginn bis zum Ende dieser ersten Stunde stündig größer. Von ungefähr 75 Prozent in den ersten zehn Minuten fällt die Arbeitsleistung von der 45. bis zur 60. Minute bis auf 10 Prozent. Der Einfluß der Würze der Reizmittel, wie Tabak und Alkohol, macht sich in einer sehr deutlichen Art bemerkbar, indem er die Ermüdung beseitigt, aber nur für eine sehr kurze Zeit, die niemals zehn Minuten überschreitet; nachdem erscheint die Müdigkeit wieder und zwar stärker, als sie es ohne diese vorübergehende Erregung gewesen wäre.

*DerZuzugvonDienstmädchennachBerlin ist im Jahre 1903 ganz außerordentlich gestiegen. In den Jahren 1900, 1901, 1902 waren 48 266, 45 766, 43 945 Dienst­mädchen als nach Berlin zugezogen angemeldet worden, so daß hiernach die Dienstmädchen-Zuzüge sich im Laufe von nur zwei Jahren um reichlich 4300 vermindert hatten. Im Jahre 1903 dagegen wurden 49 025 Dienstmädchen als zu­gezogen angemeldet, es ist also gegenüber dem vorhergehen­den Jahre ein Mehr von reichlich 5000 zu verzeichnen. Zu­gleich haben die Wegzüge von Dienstmädchen im letzten Jahre nur eine geringfügige Vermehrung erfahren. 1900, 1901, 1902 waren 38150, 37 088, 37 614 Dienstmädchen als von hier weggezogen abgemeldet worden, und für 1903 ergaben die Abmeldungen 37 993 Dienstmädchen-Wegzüge. Wenn von der Unvollständigkeit der Meldungen abgesehen wird, so hatte der Ueberschuß der Zuzüge über die Wegzüge in den drei vorgenannten Jahren 10116, 8678, 6331 be­tragen, im letzten Jahre dagegen war es wieder 12 032. Natürlich hat die Gesamtzahl der Berliner Dienstmädchen nicht um den vollen Betrag der Zuzugs-Ueberschüsse zuge­nommen. Durch Berufswechsel, Heirat usw. scheidet all­jährlich eine große Zahl bisheriger Dienstmädchen aus. Beispielsweise waren in den vier Jahren 1900 bis 1903 unter den in Berlin heiratenden Frauen 3984, 3950, 3556, 3831 Dienstmädchen.

* Det Mächen. Ein Berliner Schularzt untersuchte kürzlich die Abc-Schützen einer Gemeindeschule. Die Leh­rerin machte ihn besonders auf einen Jungen aufmerksam, der,, obwohl körperlich und geistig ganz gut entwickelt, die seltsame Angewohnheit habe, unaufhörlich zu lachen. Trotz der sorgfältigsten Untersuchung konnte der Arzt nichts Anormales an dem Kinde entdecken, welches auch alle an ihn gerichteten Fragen ernsthaft beantwortete.

Nun, sage mir mal, mein Junge, warum lachst Du denn immer tn Fräuleins Stunden?" fragte schließlich der

Wenn^ick det M ä ch e n sehe, muß ick lachen!" antwortete! der Knirps prompt.

Literarischer.

A. Hartleben's Volks-Atlas, enthaltend 72 Karten in 100 Kartenseiten erscheint in A. Hartleben's Verlag in Wien in vierter, vollständig umgearbeiteter und erneuerter Auflage. Das Werk erscheint in 20 Liefer­ungen zu 50 Pfg., oder in Halbfranzband geb. 12.50 Mk. Dieser Volks-Atlas hat schon bei seinem ersten Er­scheinen allgemeinen und ungeteilten Beifall gefunden. Dieser Beifall wird wohl in ungeschmälertem Maße auch der neuen Ausgabe zuteil werden, da für sie nicht nur sämtliche Karten auf das sorgfältigste durchgesehen und durch entsprechende Ergänzungen zeitgemäß erneuert wur­den, sondern eine Anzahl von minder bedeutsamen Karten der früheren Auflagen durch vollständig neue Karten von Ländergebieten, welche gegenwärtig zumeist int Vorder­gründe des Interesses stehen, ersetzt wurden. Solche Karten sind: Tie Völker der Erde; Der Verkehr int Atlantischen Ozean; Der Verkehr im Großen Ozean; Serbien, Bulgarien und Mazedonien; Rumänien; Nieder- und Oberösterreich; Britisch-Südafrika; Kaiser Wilhelmland und Bismarck- Archipel.

Friedrich Naumann. Die Frau int Ma­schinenzeitalter. Verlag der Freistatt, München. Dieser von Friedrich Naumann in München gehaltene, epochemachend wirkende sozialpolitische Vortrag liegt hier als Broschüre vor. Wir verweisen unsere Leserinnett dar­auf, denn es ist hochbedeutsam, was dieser vorurteils­lose Denker über das Eindringen der Frauenarbeit in die Industrie und über die Notwendigkeit der Einfügung der Frauenarbeit in den Produktionsprozeß gesagt hat. Es ist die gerechteste sozialökonomische Wertung der Frauen­haft.

Die Pflege des Kindes. Zehn Briefe an eine junge Frau von einem prakt. Arzt. (Mannheim, I. Bens­heimer.) Preis Mk. 1.20. Das wohlfeile Büchlein will die notwendigsten Kenntnisse über die Pflege des Kindes verbreiten und ein Führer durch das Gebiet der Kinder- und Säuglingshygiene sein, soweit diese mit den Mitteln der Familie möglich ist. Besonders lobenswert ist, daß der Verfasser, der jedenfalls ein genauer Kenner der Ar­beiter-Familienverhältnisse ist, mit seinen Vorschriften überall in den Grenzen des auch für die unbemittelten Kreise erschwinglichen Aufwandes sich hält. Dem Buch ist eine große Verbreitung zu wünschen, weil es wohl im stände ist, die in der Bevölkerung noch vielfach umgehenden abenteuerlichen Anschauungen über die Säuglingsernährung und Kinderpflege zu berichtigen."

Rösselsprung.

(Nachdruck verboten.)

Auflösung in nächster Nummer.

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Auflösung des Abstrichrätsel in vor. Nr.

Norderney.

Redaktion: August Götr. Rotationsdruck und B erlaa t,ct Brühl'scken UuiversttötS-Buch- und Eteindruüerei. R. Lange, Gießen.