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| unler? ^UE(^ .das Erdenleben fortsetzen müssen, kommt uns das Bewußtsein, tote unendlich viel wir besessen haben.
! daß toir uns dieses Besitzes noch freuen dürfen ist das mcht ent Geschenk, das unserer Herzen jubelnden Dank I VviU 1 vlli f
, Und sehen wir uns um im weiteren Kreise unseres qe- samten Volkslebens so können toir uns der Wahrnehmung I nicht verschließen, daß toir gesegnet sind mit vielen Gütern, die nm 11 ege andern Völker vergeblich ersehnen. Wohl ist
I Manches noch nicht so, toie es sein könnte. Aber toir wandeln doch- auf ansteigender Bahn und kommen vortoärts
I m^-^dem neuen Jahre. Mehr und mehr hebt sich der Volistoohlstand, in immer größerem Maßstabe genießen toir die Segnungen der Kultur, und die edelsten Geister
der Bildung und Gesittung fruchtbringende pflege, statten.^ weithin über die Meere tragen deutsche Schiffe die Fruchte deutschen Fleißes, mehrend des Vaterlandes Ansehen, Macht und Kraft. In fernen Landen wehen die deutschen Fahnen, unter deren Schutz deutsche Intelligenz und Energie sich betätigen, den deutschen '
über die Erde, zum Skutzen unseres Volkes,
I Vaterlandes.
_ Und wenn sich auch die Geister dunkler Tiefen regen sich aufrichtend zum erbitterten Kampfe gegen das Gute — einst werden die verirrten sich doch wieder zurechtfinden und zuruckkehren auf den Pfad, der zum Heile führt.
Ja, wir wollen dankbar sein für alles Gute, das uns un alten Jahr erhalten geblieben ist, das uns das alte Jahr _ gebracht hat.
Wohl wird mancher eine andere Rechnung aufstellen und, sein Konto schweren Herzens abschließen, weil der Verlust den Gewinn bei weitem überwog. Nicht überall
I scheint die Sonne des Glücks, und an manchem Orte kauert dicht neben der Stätte der Fröhlichkeit die herbe Not. wagt sich nicht heraus in das laute Treiben der Frei Keinen vollen Becher weiht sie dem kommenden Jahre, dem sie nichts zu hoffen wagt.
Was du aber immer verloren haben magst, du Armer, — Tu bist nicht verloren, so lange du dich nicht selbst | verlierst. 1
Klagst du an dem Grabe eines teuren Toten: blicke im Glauben empor, so wirst du getröstet werden. Verlorst du Gut U!nü Geld und sorgst dich um die kommenden Tage- Fasse neuen Mut, laß die Hände nicht in den Schoß sinken so lange du noch Kraft zum Schaffen hast. Bist du elend und verlassen, zu schwach vielleicht, um dir selbst zu helfen: verschließe nicht den Harm in deiner Brust, sondern öffne dein Herz einem Menschen, daß er dir rate, helfe in deiner Not. Die Liebe zum Nächsten ist noch nicht erstorben auf Erden. Es gibt noch Hände genug, die bereit sind, zu helfen um Gottes willen.
Wir wollen uns freuen und Gott danken, wenn es uns wohl ergeht. Aber toir wollen nicht verzagen und verzweifeln, wenn einmal trübe Tage über uns kommen.
Wie mancher ging zu gründe, weil er mit dem Glauben an Gott, die Menschheit und sich selbst auch den Mut verlor, noch etite Weile auszuharren! Wie mancher stieg schnell empor auf der Leiter des Glückes und warf im Uebermut alles von sich;, was ihm einst teuer war, weil er dessen nicht mehr zu bedürfen glaubte. Ach, es war der bessere Teil in ihm, der Glaube an die Kraft, die auch in dem Schwachen mächtig ist. Tiefer Glaube war der Schwimmgürtel, der ihn tragen konnte durch das Meer der Trübsal. Als er herabsank von.chüner Höhe, und die Wasser der Not ihn umgaben, höher und höher steigend, als die Kraft seiner Arme erlahmte und die dunkelen Wogen der Not über ihm zusammenschlugen, da griffen seine Hände suchend umher, aber sie fanden den Schwimm- gürtel nicht mehr. Tie Wellen trugen ihn hinweg und warfen ihn auf ein ödes Land, von dem er nimmer wiederkehrte.
Nicht was um uns ist, sind unsere höchsten Güter, sondern was in uns ist, was in uns gut, stark und rein ist. Wenn wir uns das erhalten haben, so sind toir reich, trotz aller Verluste, uud in allem Leid werden unsere Herzen erfüllt sein von Zufriedenheit, Dank und stillem Gluck. Tarum wollen wir unfern alten Glauben bewahren, unser Vertrauen, unsere Hofsnung auf Gottes Hilfe.
Doch auch den Glauben an die eigene Kraft, den Mut zum Leben und vor allem den festen Willen, zu wirken und zu schaffen, wollen wir uns nicht verkümmern lassen.
freudig begrüßte sang- und klanglos hinaus, um als wertloses Gestrüpp zerhackt und verbrannt zu werden. Wie undankbar doch der Menscy ist! Und wie schnell er vergüt ! Warum muß der so viel besungene Wunderbaum io prosaisch enden? Warum bereitet man ihm nicht einen feierlichen Abschied mit Dankliedern und Trankopfern? Warum stößt man ihn verächtlich hinaus, anstatt ihn würdig emzuäschern? Weil er seinen Zweck erfüllt hat und abkommen kann! — 1
Vorüber! —
Auch das Jahr ist vorüber. Nicht achtlos aber über» W>eu toir es der Vergangenheit, tote den erloschenen Christbaum. Wir versammeln unsere Angehörigen und Freunde um uns. Mr singen fröhliche Lieder, halten und Horen launige Reden und trinken dem scheidenden Jahr manches Abschieds-Prosit zu. Und toie verschiedenartig ist unser Empfinden dabet! Werfen toir ihm einen dankbaren oder nur einen zuftiedenen oder gar einen zürnenden Blick nach? Das wird von dem abhängen, was toir von ihm erivartet haben. Das war aber nicht wenig. Wir wollen uns nur getrost gestehen, daß wir in unseren Wünschen und Forderungen nicht besonders bescheiden gewesen sind Als etwas Selbstverständliches erwarten toir Gesundheit des x,etoe§, unser täglich Brot, möglichst reichlich zugemessen, daneben ua§, toas sonst dazu gehört. Wir ersehnten gute Ginuahmen, eine gewinnbringende Steigerung unserer Geschäfte, eine friedliche Weiterentwickelung, unseres Volks- leoens und außerdem manches unverhoffte Glück. Nie haben wir daran gedacht, ob es nicht vielleicht gut wäre, unsere Forderungen etwas herabzumindern, um etwaige Ent- tauichungen leichter zu ertragen. Der erfahrene, gereifte I 5)1(11111 freilich der das Leben kennen lernte, ist vorsichtig in seinen Wünschen, denn er weiß, toie oft sie ihm versagt wurden Und mit Ruhe trägt der Weise, was er nicht andern kann. Ein anderer aber ist durch das Fehlschlagen seiner Hoffnungen zum Pessimisten geworden. Grämlich sieht er in die Zukunft, nichts hoffend, nicht wagend. Dem I gegenüber erträumt sich die Jugend goldene Berge und I toeint, den Himmel stürmen zu können. — Tas ist ihr gutes Recht. Wenn die Jugend nicht hoffte, wer sollte hoffen? ^ Doch auch sie wird sich bescheiden lernen und wird furlieb nehmen müssen mit dem, was ihr die I Zeit beschert. I
_ Unsere Erwartungen sind das Soll, dem toir heute das Haben gegenüberstellen. Deshalb fragen wir: „Was M uns das vergangene Jahr gebracht? Wurden unsere nehmen wir das wiederum als etwas Selbstverständliches hin. Wurden sie uns versagt, so hadern wir mit dem Geschick, ohne zu fragen, warum sie uns I versagt wurden, und ob toir die Gründe dafür, die Ur- sachen unserer Mißerfolge nicht in uns felbst, in dem uebermaß unserer Forderungen, in der Unzulänglichkeit nnsererKraft zu suchen haben. Und tote grundlos ist oft I un',er Mißnmt! — Wenn toir gesund geblieben sind — I ist das nicht ein Geschenk, für das toir Gott nicht genug danken können? Wenn toir unser täglich Brot gehabt haben sollten toir da nicht zufrieden sein, auch wenn uns keine Reichtümer in den Schoß gefallen sind? Unserm Volke ist der Frrede erhalten geblieben. - Ist bas nicht ein Segen, des tiefsten Dankes toert? Die Fackel des Krieges ist ein leicht entzündliches Ding. Des Krieges Furien säen I Tod und Verderben, und selbst der Göttin des Sieges folgt ein >strom von Tränen, in dem die Siegesfreude ver- I stummend untergeht. Wieviel blühendes Leben starb auf den Schlachtfeldern vergangener Jahre, und wer mißt den Schmerz der Mütter uud Frauen, die ihre Söhne und Jictnner in der Vollkraft des Lebens hinausziehen ließen, I . Aw sw nie wieder zu sehen. Vor solch einem großen I » Unglück sind ton* wiederum bewahrt geblieben in diesem , Jahre. Und das wäre nichts? i
Und wenn du heute mit all deinen Lieben ftöhlich i b'st, wenn niemand dir entrissen wurde durch den Tod — toeijjt du, was das heißt? Es gibt soviel Familien, die ! iit Trauer zurückdenken an den ersten Tag des verflossenen ! wahres, dessen Sonne vielleicht auch ihr ungetrübtes Glück beschien. Die Sonne ist untergegangen, und die Gedanken weilen an einem frischen Grabe, das ein treues Herz - umschließt. Ja, es scheint uns so selbstverständlich, daß wir niemand zu beweinen haben. Wir wissen das Glück nicht hoch genug zu schätzen, in dessen Besitz toir uns sicher luglen. Vielleicht erst dann, wenn wir einsam und allein |


