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Verein 100 Mk. überwiesen, die er zum Ankauf von Futter- brettern und Nistkasten auf dem neuen Friedhof verwenden soll. Sobald dessen Anlagen das Anbringen dieser Gegenstände ermöglicht, wird die Gabe im Sinne des hochherzigen Nebers verwendet werden. Ihm sei nochmals Dank gesagt.
Am 15. Mai verlas der Rechner, Prokurist Wolff, die Rechnung. Hiernach betrugen die Einnahmen 1709.08 Mk., die Ausgaben 1707.31 Mk. Das Vereinsvermögen betrug am 22. April 1903 2918.90 Mk. Die Rechnungen und Belege wurden durch Hauptlehrer Knauß und Lehrer Fritzel geprüft,u,nd richtig befunden.
Cudlich sprechen wir allen unseren Dank aus, die unser Werk unterstützten und, förderten. Vor allem sagen wir auch an dieser Stelle der hiesigen Sparkasse warmen Dank für das Geschenk von 100 Mk. Ebenso danken wir den auswärtigen Vereinen, die uns ihre Jahresberichte, Zeitschriften und Flugblätter zustellten.
Die Hoffnung aus Erfolge im neuen Jahre gebe uns Kraft zu neuer Arbeit.
Gießen, 30. Juni 1903.
Georg Straub.
Gemsinttütziges.
— Die Nützlichkeit des Honigs ist noch lange nicht genug bekannt; er ist nicht nur ein ausgezeichnetes Nahrungsmittel, sondern auck wegen seiner Leichtverdaulichkeit ein hervorragendes Stärkungsmittel für schwächliche, bleichsüchtige, schnellwachsende Kinder sowohl wie auch für alte Leute. Er besitzt auch antiseptische Eigenschaften und ist deshalb bei Halsentzündungen sehr zu empfehlen; man wendet ihn mit Essig verdünnt zum Gurgeln an. Eine mit Honig bereitete Salbe ist ein vorzügliches Heilmittel für alle offenen Wunden, für Geschwüre usw. Er schützt die Wunden nicht nur vor dem Eindringen der Lust, sondern äußert direkt eine die Heilung beschleunigende Kraft.
Strohhutwäsche. Weiße Strohhüte reinigt man am leichtesten durch Wbürsten mit zweiprozentiger Salzsäurelösung, dann läßt man dieselben trocknen, während die Form durch Auspolstern usw. erhalten wird.
Waschen älterer Teppiche. Nachdem die Teps piche tüchtig geklopft worden sind, nimmt man mit den älteren, die nicht mehr ihre frischen Farben bewahrt haben, große Wäsche vor, die in folgender Weise geschieht: Man legt den Teppich auf ungestrichenen Boden, etwa in die Küche, und wäscht zunächst ein Viertel desselben mit einer lauen Abkochung von Gallseife (für 20 Pfg. auf einen Teppich genügt) und weichen Bürste, spült aber sofort tüchtig tmt recht frischem Wasser nach und trocknet zuletzt mit einem recht kräftigen leinenen Tuche die feuchte Stelle möglichst gut ab. Dann kommen die drei anderen Viertel an die Reihe, bis der ganze Teppich in neuer Farbenpracht erstrahlt. Er erhält durch sorgfältiges Waschen nicht nur seine volle Frische wieder, sondern auch das plüschartige Gewebe erhebt'sich zu unserer Freude aufs neue. Nachdem er vollständig trocken ist, was wohl erst am anderen Tage der Fall sein kann, legt man ihn in vier Teile zusammen und näht ihn fest in reine Leinwand oder einen Kissenbezug ein, wonach er unbesorgt in einer Truhe Wochen- und monatelang ruhen kann, ohne Mottenschäden zu befürchten.
vermischte».
*DasGedächtnisderVögel ist oft ganz erstaunlich. Im Frühling, wenn der Fortpflanzungstrieb in der Brust der kleinen Sänger erwacht, legen sie oft unglaubliche Strecken über Land und Wasser zurück, um den Ort zu erreichen, an dem ihr eigenes Nest stand, und den sie gewöhnlich auch mit der größten Leichtigkeit finden. Weniger bekannt dürfte es sein, daß die Vögel auch ein gutes Gedächtnis haben, wenn es sich darum handelt, zu einem guten Futterplatz zurückzufinden. Ich möchte hier folgendes Beispiel anführen. Wie bekannt, lieben unsere kleinen Meisen den Speck, und jeden Winter habe ich deshalb ein Stück Speck für sie hinausgehangen. Der Speck wird an einer Schnur vor dem Fenster so angebracht, daß man die Vögel von innen beobachten kann, während sie auf dem frei in der Luft hängenden Speck sitzen oder vielmehr an ihm hängen. Als gute Turner macht ihnen dies keine Schwierig
keit, und diese Art der Befestigung Meter außerdem den Vorteil, daß andere Vögel nichts von dem für die Meisen bestimmten Futter wegschnavpen können. Jeden Winter, wenn der Frost eintritt, findet sich ein Kohlenmeisenpaar bei mir ein, und setzt sich auf die Fenstersprosse, vor der der Speck zu hängen pflegt. Mit ihren Schnäbeln picken sie solange gegen die Fensterscheiben, bis ich aufmerksam daraus geworden bin, daß die Kälte mit ihrem Hunger und ihrer Not ihren Anzug gehalten hat. Sobald der Speck auf seinem Platz hängt, geben sich die Meisen zAlfrieden und stürzen sich mit großem Eifer über die leckere Kost, die ihnen stets ausgezeichnet mundet.
* Eine Frau mit einer Nachkommenschaft von fünf Generationen. Wie aus London berichtet wird, feierte auf ihrem Landsitz Montagu House bei White- hall die Mutter des gegenwärtigen Herzogs von Mercorn ihren 92. Geburtstag und hatte an diesem Tage ihre gesamten direkten Nachkommen um sich versammelt, die bereits die stattliche Zahl von 145 erreicht haben. Die greise Aristokratin erfreut sich noch bester Gesundheit und bewundernswerter Rüstigkeit, und sah in einer schwarzseidenen Toilette mit cremefarbenem Spiüenfichu und zwei mattrosa Rosen geschmückt so gut aus, daß die vielen Elogen, die ihr von allen Seiten gemacht wurden, durchaus berechtigt waren. Es ist wohl wahrscheinlich, daß die Herzogin von Großbritannien die einzige Frau ist, die mit ihrer Nachkommenschaft fünf Generationen repräsentiert. Mit ihrem Ururaroßenkel, dem kleinen Master of Dunglaß, wurde die alte Dame dann kürzlich photographiert, und aus diesem Bilde sieht sie so frisch aus, als wäre sie die Großmutter, aber nicht die Ururgroßmutter des Knaben. Unter den Kindeskindern und deren Kindern befinden sich Herzöge und Herzoginnen, Marquis und Marquisen, Earls und Countesses, Lords und Ladies, eine Schar von „Honourables" und eme Legion von Sprößlingen ohne Titel. Der 1885 verstorbene Gemahl der betagten Duches war Oberkammerherr des Prinz-Gemahls Albert und später Lord-Leutnant von Irland.
Literarisches.
— Naumann-Buch. Herausgegeben von Dr. H. Meyer-Benfey. 187 S. Göttingen, Vandenhoeck u Ruprecht. — Diese hübsche Auswahl aus Nauma,ms Schriften ist dazu bestimmt, ein größeres Publikum mit dem geistigen Urheber und Führer der nationalsozialen Parier bekannt zu machen. Gegen Naumanns Absicht find die Nationalsozialen vor sieben Jahren in Erfurt zu einer „Partei gemacht worden. Daß er Recht hatte, beweisen die letzten Wahlen, und soweit er persönlich in Betracht kommt, muß es ausgesprochen werden, daß das Bild, das die Oeffentluy- keit von ihm hat, heute ein noch erfreulicheres sem würde, wenn die Parteigründung unterblieben wäre, jedenfalls gehört er zu den sympathischsten der, heutigen Politiker in Deutschland, und die Zahl derjenigen, die Naumann als Politiker geistig überragen, wird nicht gar groß sein. Zudem hat Naumann als Mensch auf verschiedenen Gebieten eine Fülle neuer Gedanken zutage gefördert, sie llar und schön vorgetragen — man kann cu,o unter allen Umständen von ihm etwas lernen. Naumanu.s Schriften verdienen allgemeine Achtung und Beachtung. Und so kann man es auch als erfteulich ansehen, daß jetzt Meyer-Ben eh eine Naumann-Anthologie herausgibt. Seme Auswahl ist gut - das Politische tE zuruck, das Ethuch- ästhetische hervor. Gerade hier weiß er viel Gutes, Ver ständiges und Beherzigenswertes zu sagen. Wer das Buch lein von A bis Z liest, der hat emen remen herzlichen Genuß und erheblichen geistigen Profit. Auch Frauen sollten ihm ihre Andacht widmen.
Abstrichrätsel.
(Nachdruck verboten.)
Wiese, Auge, Wonne, Nasen, Soda, Zeder, Ronde, Urnen.
Von jedem der vorstehenden Wörter find an beliebiger(Süll f Buchstaben zu streichen, doch so, daß die Phenblelbendcn Buchstaben Sr bilden, die im Zusammenhang gelesen ein bekanntes Spnchwort erg (Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung des Silbenversteckrätsels in vor. Nr.r Der Erfolg entscheidet.
Redaktion: August Götz.— Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen llnivcrfitätS-Buch- und Eteindruckerei. R. Lange, Gießen.


