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gen Tiere die Schwierigkeit, indem sie sich ihrer eigenen Körper als Baumaterial bedienen. Belt schreibt:
„Sie nahmen ihre zeitweiligen Wohnungen in hohlen Bäumen und zuweilen unter großen umgestürzten Stämmen, die ihnen die passenden Höhlungen bieten. Ein derartiges Nest unter einem Baumstamm war auf der einen Seite offen. Die Ameisen klebten in einer dichten Masse zusammen, wie ein großer vom Dache herabhängender Bienenschwarm, reichten jedoch unten bis an den Boden. Ihre unzähligen langen Beine sahen wie braune Fäden aus, welche die lebenden Bausteine mit einander verbanden. Der ganze Bau umfaßte Hunderttausende von lebenden Wesen, obgleich viele in Bewegung befindliche Ameisen- kolonnen noch draußen waren, einige die Puppen, andere die zerlegten Körper verschiedener Insekten herbeischlepp- ten. Ich war überrascht, in diesem Neste röhrenförmige Gänge zu sehen, welche nach dem Mittelpunkt der ganzen Baumasse hinunterführten, uud ebenso korrekt offengehalten waren, als ob man sie aus unorganischen Baustoffen gebildet hätte. Durch diese Löcher und Korridore liefen die von außen kommenden Ameisen mit ihrer reichen Beute."
Aber das drolligste Beispiel einer von der Natur auf ihre eigene Erfindungsgabe angeiviesenen Ameise bildet die Oecophylla smaragdina. Diese in Ostasien häufig vorkommende Ameise baut sich ein Obdach, indem sie die Ecken der Blätter der Bäume, auf denen sie lebt, umbiegt und miteinander verbindet. Die ausgewachsene Ameise besitzt jedoch kein Mittel, um die Ecken der Blätter sicher zusammenzuhalten, wenn diese nach Erfordern gefalzt sind. Aber ihre Larven sind mit Drüsen versehen, welche im Uebersluß eine klebrige, gelatineartige Substanz ausscheiden, mit deren Hilfe sie ihren Kokon bilden; so machen denn die intelligenten Insekten tatsächlich lebende Dürsten aus ihren Larven, ytn ihr Ziel zu erreichen. Sie verwenden ihre Nachkommenschaft als Gummitopf und Pinsel. Eine gewisse Zahl von Ameisen bringt die Blätter in die rechte Form, indem sie die Ecken derselben mit ihren Kinnbacken ergreift, zusammenlegt und festhält, während andere Ameisen, deren jede eine Larve in der Kinnlade trägt, den Mund der Larve mit den Teilen der Blätter, die zusammengeklebt werden sollen, in Berührung bringt, wodurch die Larven veranlaßt werden, den klebrigen Stoff abzusondern.
Beispiele dieser Art, welche ein Bewußtsein von Ursache und Wirkung bekunden, eine scheinbar bewußte Anwendung technischer Mittel zu einem gewünschten Zwecke lassen in der Tat auf Fähigkeiten schließen, die man nur- schwer von Verstand und Vernunft unterscheiden kann, und Die jedenfalls so wunderbarer Art sind, um den Herrn der Schöpfung weiter zur Erforschung ihres Wesens anzureizen, sei es auch nur, um die Grenzen des Instinkts bei den Tieren etwas korrekter als bisher zu bestimmen. Denn wenn man die Kriegszüge und Sklavenjagden der Ameisen, wie die Drohnenschlachten als Aenßerungen eines „Sozialinstinkts" bezeichnet, so ist man nicht mehr weit davon entfernt, auch die Genossenschafts- und Staatenbild- uitg der Menschen als Sozialinstinkte anzusehen und das Wirken der Vernunft überhaupt in Mrede zu stellen. Gerade das. Leben der Ameisen unterstützt die Darwinsche Anschauung, daß es nur quantitative Unterschiede dergleichen Seelenvermögen bei Mensch und Tieren giebt, und die instinktiven Handlungen als „ererbte Gewohnheiten" zu erklären sind.
Gemerirrrütziges.
Gegen Küchenschaben wird folgendes Mittel als besonders wirksam empfohlen: 9 Gewichisteile Borax, 21/2 Teile Stärke, 1 Teil Kakao. Von ähnlicher Wirkung soll nachstehende Mischung sein: 5 Teile seingepulverte Angelikawnrzel und 1 Teil Eukalyptusöl. Die Schlupfwinkel dieser nächtlichen Insekten sind damit reichlich zu bestreuen. Durch einen ersten unvollständigen Erfolg soll man sich aber nicht abschrecken lassen, sondern das Mittel öfter, bis zur gänzlichen Ausrottung des Ungeziefers, gebrauchen. Diese Schädlinge vermehren sich ungemein rasch und wandern auch leicht von einem Stockwerk ins andere und von einem Haus zum andern.
Literarisches.
— „H ausschatz des Wissens". (Verlag von I. Neu mann, Neudamm.) Ter „Hausschatz des Wissens ist, wie wir unseren Lesern schon öfters mitzuteilen Gelegenheit hatten, eine wohlfeile Hausbibliothek in vornehmster Form und stellt dar eine Sammlung von gemeinverständlicher: Werken, welche das allgemeine Wissen umfassen und zu billigsten Preisen bei bester Qualität des Gebotenen auf den Büchermarkt gelangen. Das Generalregister ist derart angelegt, daß der „Hausschatz des Wissens" auch als Nach- schlagwerk bestens zu benutzen ist. In der Sammlung erscheinen folgende Werke über unser Wissen von
9^ CI t U T I
Abteil. I. Entwickelungsgeschichte der Natur (Bd. 1 u. 2).
„ II. Die Physik (Bd. 3 u. 4).
„ III. Das Mineralreich (Bd. 5).
„ IV. Das Mineralreich (Bd. 6).
„ V. Das Pflanzenreich (Bd. 7).
„ VI. Das Tierreich (Bd. 8 u. 9).
und nachgenannte Werke über unser Wissen von der Menschheit:
Abteil. VII. Länder- und Völkerkunde (Bd. 10 u. 11).
„ VIII. Geschichte der Menschheit sWeltgeschichtej (Bö, 12 u. 13).
„ IX. Kunstgeschichte nebst Geschichte der Musik und (Bd. 14).
„ X. Geschichte der Weltliteratur nebst einer Geschichte des Theaters aller Zeiten und Völker! (Bd. 15 u. 16),
zum Schlüsse:
Abteil. XI. Gesamtregister (Bd. 17). Gratiszugabe für die Abnehmer der ganzen Sammlung.
Probehefte aller erschienenen und im Erscheinen begriffenen Abteilungen werden von der Verlagsbuchhandlung umsonst und postfrei geliefert.
Die uns heute zur Besprechung vorliegenden Hefte 261—270 enthalten:
Länder- und Völkerkunde von Dr. Paul Lehmann, Lfg. 40.
Mit dieser Lieferung ist diese vorzügliche Lander- und Völkerkunde zmn Abschluß gebracht und empfehlen wir das Werk unseren Lesern zur Anschaffung bestens. — iSer — 15 Mk. — für das gesamte Werk (zwei starke Bande, fein in Leinen gebunden, mit 1024 Abbildungen, sowie 11 Tafeln in feinstem Farbendruck) darf mit Recht als ein berspiellos billiges bezeichnet werden.
Kunstgeschichte von Professor Dr. Max Schmrd> nebst Geschichte der Musik und Oper von Dr. El. Sher- w 0 v d. Lieferung 11—14.
Wie die früheren Lieferungen sind auch dre jetzt vorliegenden mit zahlreichen vorzüglichen Illustrationen ausgestattet. ,
Die Chemie von Dr. Max Vogtherr. Lrefer- ung 3—5.
Tie Physik von H. Mas er. Lieferung 10—11.
Wir verfolgen mit Interesse das Weitererscheinen des „Hausschatz des Wissens" und empfehlen rrnseren Lesern die Anschaffung dieses vortrefflichen und im Verhältnis zum Gebotenen sehr wohlfeilen Werkes. Der Preis einer Lieferung beträgt nur 30 Pfg.
Magisches Dreieck.
(Nachdruck verboten.)
A
A B
BEE
ELLE
0 0 R T Z
In die Felder des Dreiecks sind die daneben stehenden Buchstaben derart zu setzen, daß die drei Außeureihen wie auch die drei mittlere» wagrechten Reihen Hauptwörter bilden von folgender Bedeutung: 1. männlicher Vorname; 2. Pelzwerk; 8. kleine, lehrreiche Erzählung; 4. alt- ägyptische Gottheit; 5. Name zweier Nebenflüsse des Rheins; 6. Zeichen. (Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung des Silbenversteckrütsels in vor. Nr.: Wo Licht, da ist auch Schatten.
Redaktion: August Götz. — Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen Universitäts-Buch- und Cteiudruckerei (Pietsch Erben) in Gießen,


