Samstsg den 28. Februar.

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1903. «r. 32

I

! (Nachdruck verboten.)

Ein Einbrecher aus Passion.

Won E. W. Hornung.

Autorisierte Uebersetzung aus dem Englischen von F. Mangold.

(Fortsetzung.)

Meine blühenden Vergleiche brachten ihn mit der Ziga­rette zwischen den Fingern und einem Grinsen unter seinen funkelnden Augen zum Stillstand.

Du hast ganz recht, Bunny, ich will's auch unterlassen, wirklich. Aber Du hast doch der alten Lady Melrose Halsband gesehen? Schon seit Jahren verlange ich danach, allein ich werde mich nicht zum Narren machen, ans Ehre! Und doch und doch zum Donnerwetter, die Gewerbs­mäßigen und Mackenzie zusammen zu überlisten.....!

Das wäre ein großartiger Streich- Bunny, ganz groß­artig !"

Gewiß, aber Du darfst ihn diese Woche nicht versuchen."

Nein, nein, ich will's ja auch nicht tun, aber ich möchte wohl'wissen, wie die Gewerbsmäßigen die Sache anstellen wollen. Das reizt meine Neugier. Und ob sie wohl wirklich einen Spießgesellen im Hause haben? O, ich gäbe viel darum, ihren Plan zu kennen. Aber fei nur ruhig, Bunny, Du brauchst nicht eifersüchtig zu sein, und ich werde tun, was Du wünschest."

Mit dieser Versicherung begab ich mich in mein eigenes Schlafzimmer und legte mich unglaublich leichten Herzens zu Bett. Es steckte doch noch genug Ehrlichkeit in mir, daß ich den Aufschub unseres verbrecherischen Unternehmens mit Freuden begrüßte, seine Ausführung fürchtete imb seine Notwendigkeit beklagte, was nur eine andere Art ist, die nur zu klar am Tage liegende Tatsache sestzustellen, daß ich unvergleichlich viel schwächer, aber genau ebenso schlecht war, als Rasfles. Eins aber gereichte mir zum großen Vorteil: ich hatte die Gabe, peinliche Gedanken, soweit sie nicht mit dem vorübergehenden Augenblick in engster Verbindung standen, vollkommen aus meinem Geiste zu verbannen, und dank dieser Gabe hatte ich in der letzten Zeit mein frivoles Leben in der Stadt in derselben unedlen Art genossen, wie vor einem Jahr, und auch hier in Mil­chester amüsierte ich mich während der lange gefürchteten Ericketwvche ganz ausgezeichnet.

Allerdings trugen auch noch andere Umstände zu dieser angenehmen Enttäuschung bei. Zunächst waren mirabile dietti einige noch größere Stümper im Cricketfeld als ich. Ganz im Anfang der Woche, wo es von der größten Wichtig­keit für mich war, erwarb ich mir sogar durch einen glück­lichen Fang beträchtlichen Ruhm; ein Ball, den ich nur hatte sausen hören, blieb mir sozusagen in der Hand hangen, die Lord Amersteth hierauf ergriff, um mir öffentlich seine Glückwünsche auszusprechen. Die Wirkung dieses glücklichen

Zufalls konnte selbst ich nicht wieder verderben, und da nichts so anfeuert als der Erfolg und die beständige Er­mutigung des größten Cricketspiclers ein ungeheurer Sporn war, gelangen mir beim nächsten Dransein wirklich einige gute Läufe. Am Abend auf dem zu Ehren der Großjährig­keit des Bieonnts Cvowley gegebenen Ball sagte mir Miß Melhnish einige hübsche Schmeicheleien, auch erzählte sie mir, das sei die Nacht, wo die Räuber ganz gewiß ihr .Verbrechen ausführen würden, und als wir draußen im Garten waren, spielte sie die Furchtsame in der neckischsten Weise, obgleich alles ringsum während der ganzen Nacht taghell erleuchtet war. Inzwischen machte der ruhige Schotte bei Tage zahllose Aufnahmen, die er bei Nacht in einem tn der Nähe der Dienstbotenstuben sehr giinftig gelegenen Dunkelzimmer entwickelte, und ich. bin fest überzeugt, daß von sämtlichen Gästen nur zwei wußten, daß Mr. Clevaue von Dundee in Wahrheit Inspektor Mackenzie von Scotland Dard war.

Die Woche sollte Samstag mit einem letzten kleinen Wettkampf enden, den einige von uns frühzeitig aufzugeben beabsichtigten, um abends nach London zurückzukehren; allein dieser Wettkampf sollte niemals ausgefochten werden, denn in den frühen Morgenstunden des Samstag fand in Milchester Abbey ein Trauerspiel statt.

Der Leser muß mir gestatte«, den Vorfall so zu er­zählen, iuie ich ihn mit angesehen und angehört habe. Mein Zimmer öffnete sich auf den Mittelgang, lag aber mit dem Raffkes' und, wie ich glaube, auch mit denen der anderen Herren nicht einmal auf demselben Flur. Ich war tatsächlich in dem zu einer größeren Kvminerflucht gehörigen Ankleidekabinett untergebracht worden. Meine nächsten Nachbarn waren die alte Lady Melrose und Lord und Lady Amersteth. Freitag abend hatten die eigentlichen großen Festlichkeiten ihren Abschluß gefunden, und zum erstenmale in der ganzen Woche war ich schon um Mitter­nacht fest eiugeschlafen, als ich jäh erweckt wurde und mit stockendem Herzschlag in die Höhe fuhr. Ein schwerer, dumpfer Schlag dröhnte gegen meine Tür, und dann hörte ich keuchenden Atem und das Stampfen von Füßen, die mir mit leichten Schuhen oder Strümpfen bekleidet waren.

Jetzt hab' ich Dich", murmelte eine Stimme,gib nach, wehren hilft nichts mehr."

Es war die Stimme des schottischen Detektivs, und ein eiskalter Schauer überlief mich, denn eine neue Augst stieg in mir auf. Eine Antwort hörte ich nicht, aber das Keuchen wurde heftiger, und die Füße schienen rascher zu stampfen. In plötzlicher Angst sprang ich ans dem Bett und riß die Tur auf. An der Treppe bräunte eine trübe Lampe, und bei ihrem Lichte erkannte ich Mackenzie, der in schweigendem Ringen mit einem kräftigen Gegner hin und her schwankte.

Fassen Sie ihn!" rief er, als ich erschien. ,-Vorwärts! Draus auf diesen Hallunkenl"

Mein ich war wie vor den Kopf geschlagen, bis sie