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sind, auch einige Tage in dem Dunst liegen. Dies Mittel schädigt das Leder nicht.
Vermischte».
Der Haß gegen dieSchwiegermntter. Durch anonyme Anzeige erfuhr die Sicherheitsbehörde in Warnsdorf (Böhmen), daß der Arbeiter Müller i,m Einverständnisse mit seiner Frau, seine Schwiegermutter, die 70 jährige Anna Tesar, seit tiier Jahren im Keller gefangen halte. Eine Untersuchungsko'mmission fand die Greisin auf faulem Stroh liegend. Der Körper der bedauernswerten Frau war mit Wunden bedeckt. Frau Tesar wurde sofort in das Bezirkskrankenhaus gebracht, wo sie kurz daraus starb. Während des Leichenbegängnisses kam es zu großen Ausschreitungen gegen das entmenschte Ehepaar. Das Wohnhaus desselben wurde von der erregten Bevölkerung mit Steinen bombardiert. Die Menge wollte in das Haus ein» dringen und das Paar lynchen.
* In der „Haarfärb erei". Eine merkwürdige Fabrik in Paris, in die noch kein Mann gedrungen ist, schildert Georges Bourdon im Figaro. Sie beschäftigt sich mit dem Färben, aber nicht von toten Stoffen, sondern von Lebendigem. Hier werden die Blondinen Brünetten, die Brünetten hell; in kleinen weißen Töpfen werden geheimnisvolle Mixturen gebraut, durch die sich die Haare verjüngen und glänzend werden. Die Fabrik befindet sich in einem alten Hanse in einer verschwiegenen Straße. Steigt man eine Treppe hinauf und klingelt links, so führt das öffnende Mädchen einen durch ein nüchtern möbliertes Vorzimmer in einen Salon, in dem sich Möbel aller Stile mit Nippsachen aller Art befinden." Die „Dame anx Pates", die Dame mit den Färbmitteln, versteht ihr Geschäft eben sehr gut Trifft man bei ihr eine Dame, beit der man am Tage vorher gespeist hatte, und fragt: „Sie gehen also zum Färben?", so bekommt man die Antwort: „Was für ein Färben? Ich habe mir einen Schrank a la Louis XVI. angesehen, von dem man mir erzählt hat." Die „Dame anx Pates" ist eine Fran im reifen Alter. Ihre kastanien- brannen Haare mit roten Reflexen sind ein Zeichen des Hauses, und unter den hochgeschlagenen Aermelu werden ein rundlicher weißer Arm, safrangelbe Hände und Sepianägel sichtbar. Wenn man ihr dann sein Anliegen vorge- bracht hat, so erteilt sie die nötigen Ratschläge; sie ist Künstlerin und kennt die nötigen Ergänzungsmittel. Dann wird man in die „Fabrik" hineingelassen, die ein einfaches, nicht zu großes Ankleidezimmer ist. An der Wand befindet sich eine weiße Marmortoilette, zwischen den Fenstern ein Spiegel mit einer zweiten, auf der Bürsten, Kämme, Puderbüchsen, Nadeln in allen Größen und Formen und seltenen Goldereams liegen. Im Hintergründe ift- eine Tür, die durch einen Schirm verstellt ist; daran hängen Pudermäntel mit ockergelben Flecken vom Henna, dann sieht man einen Handtuchhalter, Kleiderriegel an bett Wänden, alte Sessel, die vom Tropfen nasser Haare schmutzig sind. Es geht hier iuie in einem Bienenkorb zu; alle arbeiten oder werden bearbeitet. Schnell und geschickt hantiert die Herrin des Hauses- mit gelben, schwarzen und grünen Farben, die sie in irdenen Töpfen zerreibt und mit einem großen Pinsel auf das Haar aufträgt. Ist ein Kopf fertig, so ruft sie eine andere Dame, während die schon behandelte sich eine, zwei oder drei Stunden auf einem Sessel niederläßt, bis die gewünschte Wirkung erzielt ist. Von Zeit zu Zeit zeigt sich über dem Schirm, der die Tür im Hintergründe verbirgt, ein kleiner Tops am Ende einer starken Männerhand: es ist der Gatte der Dame, der allen Blicken verborgen die Mixturen mischt und ihr hinreicht. Während man wartet, plaudert man. Die „Dame aux pätes" spielt ihre Rolle in diesem Sprachenkonzert. Zählen Sie nicht auf ihre Verschwiegenheit, meine Damen. . . Unter der Touche wäscht sie dann die Köpfe, und ihr Mann bearbeitet mit dem Fuße den Trockeuapparat. Und plötzlich ist das vorher gtaue oder braune Haar blond mit goldenen Reflexen. Etwas Oel giebt bann noch die nötige Geschmeidigkeit, und die Schönheit ist fertig. Dreißig bis achtzig Francs werden der Zauberin für ihre kunstvolle Arbeit bann in bie Hand gedrückt, und zum Schluß heißt es: „Nur Sie können in Paris derartige Farbentöne geben." Unb abeubs nach bem Diner: „Liebe
Freundin, Sie sind eine außerordentliche Frau. Seit 15 Jahren haben Sie sich nicht verändert, Sie haben noch kein einziges weißes Haar. . ."
Arrnst.
— „Meist er bild er fürs deutsche Haus", herausgegeben vom Kunstwart. XIV. Folge, Blatt 79 bis 84. Verlag von Georg D. W. Callwey, München. Preis jedes Blattes 25 Psg. — Diese Blätter sind in Wahrheit eine! wertvolle Bereicherung der deutschen Hauskunst. Die Nachbildungen müssen als mustergiltig bezeichnet werden und gerade die letzten Blätter sind als überaus gelungene Nachbildungen der weltbekannten Originale zu bezeichnen. Der ungemein niedrige Preis gestattet ihre Erwerbung auch denen, welche nur einen geringen Prozentsatz ihres Einkommens für Künstzwecke anlegen können. Daß der Umschlag dieser Bilder das Leben unb bie Bebeutnng des betreffenden Künstlers mit einer Frische schildert, die bei aller Knappheit der Bedeutung des Malers durchaus gerecht wird, verdoppelt den Wert dieser sehr, empfehlenswerten Veröffentlichungen des Künstwarts. Die XIV. Folge enthält Blatt 79/80. Uh d e, Die heilige Nacht (Triptychon). 81. Koch, Der Schmadribächfall. 82. Amberger, Bildnis des Sebastian Münster. 83. Velazquez, Bildnis Philipp IV. 84. Holbein, Bildnis des Georg Gisze.
— Drei weitere Lieferungen der vortrefflichen und aufs vornehmste unb reichste ausgestatteten Gesch ich te d er Bilbenben*®ünfte von Aböls Fäh liegen vor. (Freiburg i. B., Herder. S. 353-^544 ä 1.70 Mk.) Von der Malerei der romanischen Kunst geleitet uns Fäh hier zur Architektur unb von biefer zur Plastik unb Malerei bet Gotik. Sobann beginnt er mit ber Darstellung ber Kunst
ber Renaissance.
— Wie reich unb vielgestaltig bie Kunst unserer Tage ist, zeigt uns bie lieber sicht ber mobernen deutschen Malerei, welche in dem Werke Hundert Meister der Gegenwart (Verlag von E. A. Seemann in Leipzig) nie» bergetegt wird. Diese merkwürdige Veröffentlichung, welche von hunbert deutschen Malern je eine charakteristische Probe ihrer Kunst in faksimilierter Nachbildung von höchster Treue darbietet, ist aucy ein -Do tum en t b euy d) er Kunst. Denn ber dokumentarische Wert dieser Sammlung wird, nachdem die Hälfte des Werkes (10 Hefte) erschienen ist, immer mehr offenbar. Die letzterschieneneu drei Lieferungen 8—10 enthalten Bilder von Slevogt, Kall- inoraen' Joses Block, O. H. Engel, W. Leistikow, Defregger, ^ran^ Stuck F. v. Uhde, A v. Keller, K. KÜstiier, K, Bcmtzer, Richard Müller, Emilie Mebiz, Hermann Prell, G. Müller-Breslau. Die Virtuosenhafte Piuselfuhrung Sle- vogts, das ftische Kolorit Leistikows, Stucks Originalität sind aus bett frappanten Reproouktionen ebenso gut^erkennbar, wie Defteggers Eigentümlichkeit unb Richard Mullers peinliche Sauberkeit der Durchführung. Man wird beim Betrachten der Blätter noch nach hundert ^ahren sage können- dies ivar ber Stand ber batnaltgen Malerei in Deutschland. Das Werk besteht aus 20 Heften von ie fünf »att- jedes Heft kostet un Abonnement 2 Mark, ^edes Blatt' ist über auch einzeln (zu lMark) käuflich und wird auf Wunsch eingerahmt für 3 Mark geliefert. Es kann sich also jedermann seine Lieblinge aussucheu unb zu dauerndem Genüsse in seiner Behausung aufhangen.
Krebsrätsel.
(Nachdruck verboten.)
Es ist der Schöpfung altes Rätsel, Deß Lösung nieinand noch ersann. Ein Strom, der jetzt durch Blumenwiesen Sich windet und durch Klippen dann, Bald träge schleicht, bald stürmt und brauset, Bis er versinkt ins weite Meer. — Doch fließt er rückwärts, dann verschleiert Er alle Dinge rings umher.
(Anflösnng in nächster Nummer.)
Auflösung des Logogriphs in vor. Nr.t Wild — Wald.
Redaktion: August Götz. — Rotationsdruck und B erlag der Brnhl'schen llniversitäts-Bncki- und Steindrnckcrei. R. Lanae, Gießen.


