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Vom Ueberhandnehmen der „werblichen Sports" ist erst fett neuerer Zeit die Rede. Dem Sport vor allen Dingen wird von den verschiedensten berufenen und un- ^usenen Serien das Wort geredet, und der geftindheit- lrche Wert, der rn der „Bewegung" liegt, nach allen Richt- ungen gepriesen. Die. Folge davon ist, daß der Sport ars durchaus „notwendig" sirr das weibliche Geschlecht bet» Icutgt wrrch Der Körver soll gestählt, Muskeln und Nerven 11 sk öekrastrgt und widerst andssähiger gemacht werden. Und das rn em er Zeit, wo anderseits die Bedeutung der hauswrrtschastlrchen Tätigkeit wieder langsam beginnt, eine größere Rolle ttn Leben der Frauen, der Heranwachsenden Tochter zu sprelen.
In Wahrheit wird aller mehr oder minder kostsvieliae feiP' sobald die' Tätigkeit der Frauen 2>^ ^r rm Hause nrcht mehr allein im Anordnen, sondern — .wohlgemerkt für alle Arbeiten ohne Ausnahmen — rm Selbsthandanlegen besteht.
Der Wert solcher hauswirtschaftlichen Tätigkeit ist na- auzuschlagen Heranwachsenden Töchter nicht hoch genug , ., Wgesehen von den idealen Vorteilen, die solche Tätia- kett für das Taheiur, für Eltern und Geschwister'darbietet, der Befriedigung, mit dazu beizutragen, den Seinen es lreb! und vertraulich im Hause zu machen, kommt noch em eben solch hoher Wert dieser Beschäftigung in Frage ben öten^e«U«Un8 ift: sie hat den besten und 6 ^LF^lchsten Einfluß aus Kraft und Gesundheit. Vers dl? M 'v^tvoll für das Wohlbefinden des Kör- stet?r Tätiowelche die Muskeln in Mt^vana bei Wahrend der Schulzeit mit ihren: Deschäftiauna kaum bi- Eigentlicher, geregelter häuslicher Stelle Sw!? ,5 t bte.,fiebe fein kann, werden an diese «reite «Piel und Turnübungen treten müssen chenturnen mtb^Snrf Uttb ^Moßmütter, die von ^cib» Sb unh *6”-Oa) ^fhis wußten, waren meist keine noäi bs» ÄÄ» Mixturen, keine Eisenpilleu, Kraftmitteln pflege nut allen möglichen teueren
” können dem Körper das geben, was ihm die ^ssws/'9ung im Haushalte gibt: gesundes Blut kräitiae Musk ln geregelte Tätigkeit aller Organe" Das Ordnen und Aufschutteln der Betten ist z. B. eine vorzüalickie Be- wegimg für die Arme. Zuerst allerdings strengt es die ungeübte junge Tochter an. Daß zunächst das Bett noch
Niemand war zu sehen. Sie befanden sich jetzt auf der neuen Straße, die Paul von Ofterno nach Twer angelegt hatte. Der Weg selbst war natürlich yicht zu unterscheiden, aber die Telegraphenstangen markiertest feinen Lauf.
Steinmetz wickelte sich schwerfällig aus seinen Pelzen heraiis und sging auf die nächste Telegraphenstange zu.
„Wo ist der Draht?" schirre er.
Paul fuhr ihm mit dem Schlitten nach, und sie spähten zusammen in die Dämmerung, in den fallenden Schnee hinaus. Die Stangen standen noch da, aber der Telegraphendraht war fort; hundertundvierzig Meilen weglosen Schnees schnitten sie von jeglicher Zivilisation ab.
Steinmetz kletterte wieder in den Schlitten, zog die Pelzdecke von neuem über sich und brach in ein leises,' seltsames Lachen aus, das etwas knabenhaft Fröhliches an sich hatte. Der Mann war nicht immer dick und schwerfällig gewesen; er hatte auch gelebt, und Leute, die ihn kannten, behaupteten, daß er em aufregendes Lebest geführt habe.
„Eine Frage wäre somit erledigt", sagte er.
„Welche?"
Paul fuhr so rasch als die Pferde laufen konnten; denn eine plötzlich^ Unruhe und der lebhafte Wunsch, Dsterno noch vor der Dunkelheit zu erreichen, hatten ihn
„Die Frage wegen der Damen", antwortete Steinmetz.
„Es ift zu spät, jetzt können sie nicht mehr fort."
, , Das Dorf, das sich dicht an den Schloßberg schmiegte, sah verlassen und emsam aus, alle Türen waren geschlossen die dünnen Vorhänge zugezogen. Es war sehr kalt, aber dieser große Frost bot einen gewissen Trost; wenn die Natur ihre Kraft entfaltet, lassen sich die Menschen gewöhnlich von ihr einschüchteru. ’ '
(Fortsetzung folgt.)
nicht ganz nach den „Regeln der Kunst" glatt und grade liegt, darf dabei weder die Tochter in ihrem Eifer, noch die Mutter als Lehrmeisterin ausechten. Wie überall, so macht auch bei der so einfach erscheinenden Haustätia- keit erst die Uebuug den Meister.
Geradezu unentbehrlicy für den Körper und fein Wohlbefinden ist das Auskehren der Zimmer, wobei die Glieder m gleichmäßiger, fast taktgemäßer Bewegung begriffen sind, ferner ist das Bücken beim Auffegen, das Staubwischen, wobei es bald auf die Fußspitzen sich heben, bald gewandt sich bücken heißt, eine vorzügliche Bewegung für- alle Muskeln. Selbstverständlich strengt alles dies in den ersten Tagen an. Ich habe junge Mädchen gekannt, die sich nach dem Aufräumen eines nur mäßig großen Zimmers „wie zerschlagen" fühlten. Wer nach kurzer Zeit war mit der Uebung ein solches Wohlbefinden über sie gekommen, daß ihnen diese Tätigkeit heute unentbehrlich ist.
Natürlich darf nichts dabei übertrieben werden, wie auch vor dem Heben, Schieben, Rücken und Tragen schwerer Möbelstücke nicht dringend genug gewarnt werden kann. Eme Hauptsache, daß diese Beschäftigung wohltätig wirkt, ist, daß sie niemals in schlechter, dicker Luft ausgeübt werde; Zugluft vermeidet man natürlich- im übrigen aber schadet die durch, das Fenster dringende kühle Luft emem gesunden jungen Menschen nicht, im Gegenteil — fie härtet ab gegen schnellen Witterungswechsel.
Sehr geeignet, die Muskeln der Arme, Schultern und Brust, zu entwickeln und so die Lungen zu frischerer Tätigkeit zu bringen, war die ftüher übliche Art der Haus- tochter rm Freien, in ftischer Luft und Sonnenschein die Wasche auf die Lemen zu hängen. Iw kleineren Städten, Ei dem Lande sollten gesunde Frauen und Mädchen sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen, in der Großstadt Ad dies ja in den meisten Fällen kaum möglich sein. Allerdings kann man benselden Zweck bei gelegentlicher Jagd auf Spinngewebe erreichen.
Es ist ganz selbstverständlich, daß solche Bewegung im Hanse auch giuten Appetit giebt; wo mit gutem Appetit gegessen wird - so lehrt die Erfahrung - werden die Speisen auch gut anschlagen", wie der Volksmund sagt, und Kraft und Gesundheit geben. Kraft und Gesundheit aber ist auch Schönheit, die durch die innere Befriedigung darüber, nut der eigenen Tätigkeit zum Glück der Seinen beizutragen ihnen eine Stütze und unentbehrlich zu sein, noch mehr gehoben wird. 5
Auch das oft gehörte: „die Hausarbeit verdirbt die Haube so" em sehr gedankenlos hingesprochenes Wort, ist hinfällig. Eine Frauenhand, die durch Arbeit zwar kräftig in ihren Formen und ihrer Ausbildung geworden, kann bei geeigneter, sorgfältiger Pflege sehr schön sein, schöner als em weiches, biegsames Händchen, dem man das Nichtstun umsteht. Außerdem kann man die Hände sehr gut durch /igens angefertigte, selbstgenähte waschbare Leinenhandschuhe schützen.
Für den erfahrenen Menschen reden die Hände eine sehr ernste und interessante Sprache. Ehre aber allen Hän- wc ■ den schwieligen und rauhen, die brave, ehrenvolle Arbeit tun! „Keine Arbeit ist gering und niedrig, die wir ans Liebe tun", also auch nicht die Hausarbeit. Es ist auch keme „geisttötende Arbeit", im Gegenteil — vielmehr anregend, man lernt nachdenken über kleine, anscheinend unwichtige Dinge, die doch so wichtig sind für das Wohl- besinden der ganzen Familie. Alle diese Tatsachen aber sollten darauf weisen, die hauswirtschatliche Tätigkeit unserer Tochter immer noch mehr und in allen Kreisen zu yoherer Geltung zu bringen.
Ans den Toilettezimmem der Königinnen.
Der Wunsch- schön zu sein und es auch zu bleiben, wurzelt tief in der Seele des Weibes. Jede Frau greift gern zu Mitteln, die ihre Schönheit erhalten und heben. Wir wissen, welche Mittel berühmte Künstlerinnen angewendet haben, um sich die äußeren Gaben, mit denen sie von der Natur ausgestattet worden sind, bis in das späte Alter zu erhalten. Nicht so bekannt aber sind die kosmetischen Intimitäten, welche den höchststehenden Frauen, den Königinnen, znr Hebung und Erhaltung der Schönheit, dien- teil. Und doch existiert eine reiche Literatur über die intimen Verschönerungsmittel der königlichen Frauen aller


